Monat: Dezember 2015

Das (war) das Spiel. Keine will so wirklich nach Hause. Keiner will sich verabschieden…

Oder doch? Mögt ihr Silvester, haut hier wirklich rein mit der 1000er Peking Ente die in 30 Sekunden die Schmerzgrenze erreicht oder seid ihr mehr so die gemäßigte Fraktion? Ich gehöre definitiv zu den letzteren. Trotz allem sind die bunten Lichter an Himmel ganz hübsch anzusehen. Wie auch immer. Ich habe das Gefühl, dass diese 356 Tage irgendwie sehr schnell vorbei gegangen sind… Schneller als letztes Jahr, aber ich vermute, dass sagen alle und das sagt jeder jedes Jahr. Feststeht ich habe dieses Jahr wirklich viel, viel mehr erlebt als die letzen Jahre, obwohl ich mir (fast) nichts vorgenommen hatte. Lediglich den Stress dezimieren und gesund werden… Große Aufgaben, die ich zumindest irgendwie ein wenig erledigt habe. An manchen Tagen und dann auch meist nicht alleine sondern mit Unterstützung von meiner beste Freundin, Mitbewohner, meiner ehemaligen immer noch völlig verkorksten, lustigen Klasse und euch….

Ich habe Ofengemüse lieben gelernt, insbesondere alle Kürbis- sowie Süßkartoffelsorten, doch auch außer europäische Lebensmittel wie Natto-BohnenMoschis oder Kimichi durften sich meinem Darm erfreuen. Selbst Tropenfrüchte durften in meine heimische Obstschale einziehen. Mitte des Jahres gab es Cherimoya und heute gab es im Großmarkt sogar eine Kiwano im Angebot. Mal schauen wann ich die verputze, vermutlich morgen. Für euch: Cherimoya ist nicht meins. Zu schleimig, hart und pfefferartig. Ganz, ganz eigen… Ebenso wie das perfekte Pizzarezept. Das einzig wirkliche Rezept was ich dieses Jahr genießbar nachgekocht habe, ohne Hilfe.

Im Verlauf des Jahres kamen, natürlich trotzdem weitere Vorsätze oder Ziele hinzu wie beispielsweise unsere Tür mit Tafelfarbe bestreichen, meinen neuen Netflix-Account voll auszukosten, eine weitere Fahrradtour machen, noch einmal verreisen, einen erneuten Versuch des genießbaren Kochens zu starten, mein Schreibprojekt fortführen, meine kreative Ader zu nutzen, eine Studiumsidee finden und sich somit schon einmal eine Universität aussuchen, mein Zimmer entrümpeln und viele Dinge davon loswerden plus mich für ein Praktika bewerben. Was soll ich sagen? Alles außer einen Punkt habe ich vollstens erfüllt. Die Flohmarktsaison war leider schon vorbei, zudem hatte ich kaum Zeit in den letzen Wochen des Jahres.

Die Tür wurde zwar nur eine Holzplatte, die nun als WG Tafel fungiert, mein Netflix-Account kam beim Wichteln erst richtig zum Einsatz, doch mein Schreibprojekt wurde nicht nur weitergeführt sondern ausgebaut. An dieser Stelle würde ich mal kurz eine Werbepause einschieben.

Mittlerweile ist meine Geschichte in drei Teilen erschienen und was soll ich sagen, ich muss noch verdammt viel lernen Schreibtechnisch, aber ein Loch in den Bauch habe ich mich trotzdem gefreut.

Zum Punkt Studium habe ich auf jedenfalls eine Ahnung was ich schon einmal nicht will… Doch was ich will ist mir immer noch nicht völlig klar. Es gibt unglaublich viele interessante Möglichkeiten. Die Qual der Wahl…

Dank meines Praktikums ist mir bewusst geworden, dass ich mich nicht als Szenenaustatterin bewerben werde. Film ist sicherlich ein super Studium, aber leider war meine Filmcrew menschlich unterirdisch. Die einzig freundlichen Menschen waren wohl die anderen Praktikanten die ebenso wie Dreck behandelt worden sind. Wir konnten noch nicht einmal Kaffe kochen, da die Crew einen Luxus Catering Wagen hatte.

So weiter geht’s im internationalen Bereich… Wie sah das weltliche Jahr 2015 aus? Krisenjahr oder doch mehr das Schlaraffenland? Ehrlich gesagt… Ich plädiere für das Krisenjahr.

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Ein Weihnachtsalibi

So als kleines Weihnachtsgeschenk an Mrs. Outofjoint. Danke für die Nominierung 😀 Ich habe das Gefühl, dass ich einer der Irren bi die sich jedes Mal darauf einlassen, obwohl sie es besser wissen sollten. Naja, aus eigenen Fehlern lernt man eben doch nicht immer.

2. Gibt es irgendein Mittel gegen Prokrastination? O.o Falls nein, hat Prokrastination deiner Meinung nach irgendwelche positiven Auswirkungen? (Ich muss mir das ja irgendwie schönreden … xD)

Es mag jetzt sehr naiv klingen, aber sich Dinge absolut schön reden und sich schlicht und einfach belügen ist schon einmal der erste Schritt. Mache ich vor jeder Mathe und mittlerweile auch vor jeder Kunststunde. Diese dauern zwar meist nur 90 oder sogar nur 45 Minuten, dennoch muss ich eben auch durchhalten meist sogar produktiv. Das beste Mittel gegen Aufschieberitis ist sich wohl eine Deadline zu setzen. Ich leide, allerdings nur sehr selten an Prokrastination. Das dieser Artikel so spät kommt liegt allerdings mehr an meiner ellenlangen TO-DO Liste… Apropo Listen. Ebenfalls ein wunderbares Mittel gegen das böse P Wort. Da hätten wir nämlich gleich mich. Mein Alterego bezeichnet sich stolz als Listen-Panik-Mache-Was-Du-Heute-Kannst-Besorgen-Verschiebe-Nicht-Auf-Morgen-Typ. (Leider) möchte ich dann alles an einem Tag erledigen, was meine Work-Life-Balance gar nicht gut tut… Führt deshalb gerne mal zu einem 60 Minuten Burnout. Doch nach einem Spaziergang mit meinem Lieblingswolf sieht die Welt meist wider ein wenig runder aus. Seht ihr noch ein guter Tipp: Kopf frei machen, jegliche Ablenken versuchen auszusperren. Auch wenn es schwer fällt die süßen Babykatzenvideos müssen warten…

…und weil es so schwer fällt, geht selbst meine Selbstbeherrschung verloren. Ganz langsam driftet sie hinfort Richtung Blaue Berge, Endstation großer Schweinehund. Daraus zu kommen ist dann tatsächlich nicht so leicht. Ein letzten Ausweg gibt es dann meistens. Das deutsche Schulsystem… Hat man als Schüler die 12 Jahre gedient ist man meiner Meinung nach gerade nur dazu gedrillt worden, brav im Akkord seine Päcken von A nach B über N bis Z zu tragen ohne zu jammern. Denn insgeheim ist man froh, dass wir Deutschen nur 26 Buchstaben zu unserem Alphabet zählen im Gegensatz zu den Silbenschriften oder dem Khmer-Alphabet das mit 74 Lettern, das längste der Welt ist.

Um auf dein schönreden zurück zukommen. Es gibt tatsächlich Menschen, die gegen den Drillsergeant namens gute deutsche Schule immun scheinen. Sie halten sich weder an To-do-Listen noch an Deadlines, geschweige denn an die Überwindung des Schweinehundes. Viele meiner Freunde können unter Stress viel besser lernen, durch das ausgeschüttete Adrenalin werden sie innovativer, kreativer, belastbarer, teamfähiger und kreativer. Geben ist eben seliger denn nehmen… Hmm. Sicher manche von ihnen tippen ihre Hausarbeit nachts wie besessen in die Tasten und stehen dann am nächsten Morgen geschniegelt und gestriegelt vor der Lehrerin und bringen tatsächlich noch ein Lächeln über die Lippen. Doch ihr solltet diese Strahlewesen mal sehen, sobald die Lehrerin mal nicht hinschaut. Da wird die hübsche Rose mal eben zu einem Haufen verwester Biomasse… um es mal relativ drastisch auszudrücken.

Ein ganz kleiner Anteil der Biomasse gelingt es sogar den ganzen Tag durchzuhalten, aber unter uns das sind die 0,5% Teeanger, die auch am Donnerstagabend mit dem Feiern anfangen und erst am nächsten Donnerstagabend wieder aufhören. Wie sie das hinkriegen? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur, dass ich wenn ich unter Stress stehe zwar kreativer werde, aber diese Kreativität meisten so verstörend und gewaltverherrlichend ist, dass mich jeder vernünftige Mensch zu recht einsperren würde. Außerdem brauche ich Zeit meine Hausarbeit nach Rechtschreibfehlern und richtigen Syntax zu untersuchen… Auf einer Seite 83 Rechtschreibfehler zu machen, muss man erst einmal schaffen.

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Fest der Liebe – Mixtape

So, ein wenig spät dennoch immer noch genug Zeit die estliche Stimmung zu genießn. Natürlich mit dem passenden Soundtrack, hiermit schließe ich mich der lieben Franzi an und plädiere für ein weihnachtliches Mixtape, dass man sich komfortabel mit ins nächste Kaufhaus mitschleppen darf, damit man die alljährliche Dauerschleide gepflegt überspringen kann. Wie ihr merkt, präfiere ich doch eine Sängerin von der hier relativ häufig etwas auftauchen wird, aber ich denke es gibt dennoch genug Abwechslung. Viva la Vielfalt und Genreliebhaber! Also Ohren auf und Weihnachtsbeleuchtung anknipsen. Bitte entschuldigt die möglichen grammatikalischen, logischen oder orthografische Fehler. Es ist schon etwas später, aber die Notwendigkeit ruft und somit gibt es jetzt die volle Packung allweihnachtlicher Musik.

 

This is Christmas – Vonda Shepard

Als Einstieg… erst einmal überhaupt erkennen und erklärt bekommen was genau dieser Weihnachtszauber eigentlich ist… und was an ihm jährlich so wundervoll ist. Egal was für ein Mensch man ist, jeder braucht einmal einen Moment in dem Peace, Love und Happiness exestieren.

Deck the Halls – Jackie Wilson

Der erste Song mit dem wir in unserem Heim mit dem Schmücken beginnen. Der Song ruft bei mir immer wieder diese, nicht existente Szene aus Harry Potter in den Kopf. Ich sehe mich selbst quasi in der riesigen Hogwartshalle stehen und schaue dabei zu wie die Schüler beim Schmücken des riesigen Gewölbes Hand in Hand arbeiten, unabhänig davon aus welchem Haus sie kommen und für die höheren Etagen werden die festlich verzierten Besen genutzt. Ach… ich schwelge gerade auf einem Meer aus Pumpking Pastries und Butterbier.

Have yourself a Merry little Christmas – Vonda Shepard

Mein persönlicher Auf- die- Couch- Kuschel- Song, eingemummelt bis zum geht nicht mehr, draußen stürmt es. Man selbst hat keine Motivation geschweige denn einen triftigen Grund auch nur eine Zehe vor die Tür zu setzen und deshalb sitzt man mit mindestens einem guten Buch und einer großen, heißen Tasse Schokolade im warmen Zimmer und freut sich über die festlichkeiten Gerüche.

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Traumweh

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich. -Jean Luc Picard

Da sich der böse, böse 24te des Monats auf mehr oder weniger langsamen Pfoten nähert, hier eine womöglich letzte oder auch erste Empfehlung. Als last Minute Gift sozusagen, für die Liebsten oder einfach für sich selbst. Muss auch mal sein. Wie auch immer, in der Vergangenheit dieses Blogs habe ich ja schon öfters versucht euch bestimmte Lieblingsfolianten ans Herz zu legen, nur habe ich selbst gemerkt, dass es zum wirklich guten Rezensieren einiges mehr bedarf, als eine Tastatur und das Wissen wie man bestimmte Wörter schreibt.

Dennoch ein letztes Mal für dieses Jahr will ich es versuchen, denn dieses Buch ist ganz besonders wichtig und gehört für mich zu den besten Bücher die ich in 2015 lesen durfte. Vermacht wurde es mir durch eine Verlosen des winterfrostigen Blogs St. Bergweh. An dieser Stelle möchte ich gerne noch einmal dafür bedanken, denn es war das einzige Buch was mit nach Island auf den Trekkingtrip durfte. Ein leichtes, feines Taschenbuch was über das Reisen handelt und deshalb wohl das Recht besitzt gelesen, beschmutzt und herumgetragen zu werden. Behütet wurde es 7 Tage lang von einem Plastikbeutel und von meinen, vor Kälte angelaufenen Fingern.

Weshalb ist dieses Buch nun so unglaublich gut, dass man es einfach gelesen haben muss? Ich werde es euch verraten und zwar jetzt. Wie wäre es mit einer chronologischen Reinfolge? Zu langweilig? Lest das Buch, da wird euch die Langeweile schon noch vergehen, denn Traumweh ist ein Reisetagebuch der zwei Weltenwandler Tim Wohlfeil und Susan Döhring. Zusammen wohnen sie nun schon eine Weile glücklich zusammen und die Welt ist perfekt bis sie wohl der Punkt einholt, an dem das Glück nicht weiter zusteigern scheint. Der Arbeitsalltag wurde zum Trott das Leben birgt nur noch gähnende Langweile. Was also tun, wenn die jungfräuliche Seele weiß, dass es die nächsten sechszig Jahre so weiter gehen wird? Ganz einfach, sie selbst ziehen einen Schlußstrich. Einen gewaltigen, ganz dick. Mit wasserfestem Eding. Vorerst. Vielleicht ist dieser Schlussstrich gar keiner sondern nur eine Umleitung zu einer neuen Schiene des Lebens… Also in relativ kurzer Zeit verkaufen die Zwei ihre Wohnung, viele Dinge ihrer Habe, stellen den Rest bei guten Freunden unter und ziehen in die weite Welt hinaus. Ohne bestimmte, befristete Dauer und ohne ein wirkliches Vermögen. Vom Norden des Westens, auf den Spuren von Christopher McCandless, geht es hinunter gen Wärme, vorbei am Lake O’Hara nach Südamerika, dort werden durchwachte Nächte in Hostels verbracht schließlich gibt es einen Bogen hinweg über die Köpfe der Kängurus, mit einem Schlenk über das vermiente Paradies, über Angkor Watt mit einigen Umwegen zurück nach Hause. Dies alles dauert seine Zeit und während eben dieses ewigen Augenblickes haben Tim und Susan dieses Andenken entstehen lassen. Menschen wurden kennen gelernt wie ein hyperaktiver Nico, eine sehr nette amerikanische Familie, eine Vielzahl von unglaublich schrägen Fahrern der Trampertouren und ebenso einige unglaublich nette Landmenschen die denen in den Städten nicht im geringsten ähneln und niemals miteinander verglichen werden sollten. Eine exempelstatuierende Horrorbusfahrt, die ich so auch noch nicht erleben durfte darf natürlich auch nicht fehlen.

Diese Stücke zusammengebundenesPapier enthalten nichts als die Realität. Eine gewaltige Wahrheit voller Hoffnung, Verzweiflung, Schmerz, Freude und immer wieder eine gewisse Naivität ohne die, dieses Buch vermutlich nie entstanden wäre.

Beschrieben werden einzigartige Momente einer brennenden Lunge beim Gipfelaufstieg, atemberaubende Augenblicke in denen man einen Sonnenuntergang betrachtet und Moemente der Freudentränen wie sie nur fallen wenn man sein Ziel erreicht, stets der Natur trotzend. Dennoch, diese Lektüre birgt auch: Gefühle des Neides um die Trekker, die die Annehmlichkeiten des Gepäcktransportes in Anspruch nehmen oder das All-You-Can-Eat-Buffet gebucht haben. Die in warmen Hütten schlafen dürfen oder einfach nur zur Richtigen Zeit am richtigen Ort wahren, wohingegen sich die Zwei durch knietiefen Schlamm kämpfen durfte. Ebenso wie Rückschläge und gezeigte Mittelfinger vom Schicksal höchstpersönlich, denn das unterschreiben sicherlich viele Menschen kann oft ein verdammt mieser Verräter sein.

Kurz um, dieses Buch ist so authentisch wie ich seit langem keines mehr gefunden habe. Self- published, weitestgehend unkorrigiert, ganz und gar nicht perfekt aber dafür 100%ig echt. Nicht jeder muss diesen Stil mögen, doch dank dieses Buches bin ich um 4 Uhr nachts nicht erfroren, bin manchmal um 2 Uhr nachts immer noch erschöpft weiter gewandert und habe müde meine letze Ration Müsliriegel mit meiner halbverhungerten Zeltkameradin geteilt und wir beide haben es irgendwie überlebt. Was einen nicht tötet macht einen härter und dank dieses Buches möchte ich solche Erlebnisse der Nahtoderfahrung nicht mehr missen, denn Trekking ist etwas Wundergefährliches und wer sich selbst als Naturhasser bezeichnet kann es dennoch genießen dank dieses Gemäldes des Reisens. Genauso wie viele andere Menschen, die es vielleicht aus allen möglichen Gründen leider nicht erleben dürfen, so treffend wurde Reisen noch nie beschrieben.

…und damit werde ich es weitergeben. Auch es soll reisen.

 

Traumweh ist kein Gefühl wie Heim- oder Fernweh.
Traumweh ist ein Antrieb, eine Idee, die sich von alleine entwickelt, bunt malt und alles überstrahlt.Traumweh ist der Sand im Getriebe der Gedankenmaschine.
Wenn Träume Stachel sind, die uns durch einen kleinen Schmerz wie Fernweh daran erinnern, dass es sie gibt oder wir sie mal hatten, dann ist Traumweh ein Dorn, der sich nur noch durch Amputation entfernen lässt. Ein Schmerz, der sich nicht einfach weglachen oder verleugnen lässt. Dieser Schmerz kommt von innen, sitzt tief im Hinterkopf, nistet in der Gedankenmaschine und lässt Träume Warteschleifen drehen.Traumweh ist eine Rekalibrierung der Gedanken, eine Neuausrichtung.Traumweh ist unser ganz persönlicher Triumph von Mut über Zweifel, Abenteuerlust über Sicherheit und Einmaligkeit über Alltag. 
Traumweh war die beste Entscheidung unseres Lebens.

Traumweh ist ein Reisebuch mit nur einem einzigen Tipp: Geh reisen.

BeHaind

Aufnahme aus dem Unterricht. Das passiert mit mir wenn ich meinen Kalender zu Hause vergessen habe. Wer braucht schon Tattoos wenn man immer noch das brotlose Leben eines Schüler fristet? Die Lederhaut freut’s, sie bleibt unversehrt. Erst einmal. Mal sehen wie sich mein Studium und meine Arbeitswelt entwickelt.

Diesmal müsstet ihr allerdings nur Schrift sehen. Falls nicht, solltet ihr vielleicht dringend einen Termin bei eurem Augenarzt oder Neurologen vereinbaren, was ich nicht hoffe dass ihr das tun müsst. Neurologische Angelegenheiten sind oft ekelig medizinischkompliziert. Meine Hand führt nämlich eine Art Eigenleben: Mal ist sie blaugefärbt vor Tinte, mal grün und schwarz vom Wühlen in frischer Erde und an manchen Tagen erstrahlt sie in den hellsten Farben des Regenbogens. Zufälligerweise meist nachdem ich mit meinem Farbkasten in Kontakt getreten bin psychisch sowie physisch. Auch das Graphit der Bleistifte zieht meine Hand magisch an, ebenso wie die Tinte von Filzstiften. Manchmal verirrt sich kaum wahrnehmbar sogar Zauberglitzer, einmal an mir angedockt will dieser oft tagelang mir nicht von der Seite weichen. Blutegel sind nichts dagegen, die fallen ja irgendwann allein wieder von dir herunter. Dieser ominöse Glitzer möchte trotz schrubben, scheuern und waschen nicht kapitulieren. Tapfer hält er die erste Front bis ich der Feind schließlich aufgebe und mich mit dem Gedanken tröste, dass ich es wohl mitbekommen hätte wenn mich irgendein Vampir gebissen hätte.

Alternativ können auf Schülerextremitäten ganze Schlachten ja Weltkriege geschlagen; Kreuzworträtsel gelöst oder Oden an die Band Tic-Tac-Toe geschrieben werden. Ein weiterer Vorteil liegt im Spicken, Schummeln und Briefchen schreiben. Selbst Eisbären kann man mit diesen Wunderwerken retten. Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ sondern wohl auch das wichtigste.

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Wusstet ihr, dass sie 14 Kilogram unsere Körpers ausmachen kann? Sie misst ausgebreitet auf dem Boden 1,2 bis 2,3 Quadratmeter Fläche und bietet reichlich Lebensraum für sämtliche Mikroben der Erde… Da soll sich jemanden noch einmal beschweren, dass er allein ist. Mit den ganzen Mikroorganismen in diesem Hyperkosmos ist niemand mehr allein… Habe ich schon erwähnt, dass ich gerade im Biounterricht sitze und unsere Lehrerin mal wieder abschweift? Der Grund: Ein Mitschüler hat sich ein drittes Tattoo stechen lassen…

Unendliche Sonne…

Ich hatte hier und auch mal hier ganz am Anfang meiner geplanten Grafitti-karriere Wildystyle ausprobiert. Damals eher mit mäßigem Erfolg, aber vor einem halben Jahr habe ich es noch einmal versuchte. Die Hoffnung stirbt schließlich als letztes. Inspiriert von Fisek began ich nun zu zeichnen an. Nur kam ich nicht so wirklich auf einen grünen Zweig. Der Schwierigkeitsgrad lag immens hoch wie mein Anspruch an mich selbst. Ergo, Anspruch zurückschrauben auch wenn es schwer viel.Ich wollte zumindest irgendetwas schaffen. Eine Vorstellung von den Buchstaben hatte ich schon, die ungefähre Form auch. Aber wie verband ich diese entfremdeten Schriftzeichen? Letztendlich entdeckte ich aber dope87. Dope87 mein Retter. Mit seiner Schrift konnte ich etwas anfangen. Mehr noch, ich mocht sie viel, viel mehr. Ich konnte mich besser in die Formen eindenken und die Verbindungen der einzelnen Buchstaben waren ebenfalls mehr mein Stil. Schnell war ein Wort gefunden. Es sollte bloß nicht zu lang werden, dass würde wieder meine Anfängergene schon wieder überfordern. Drei Letters sollten ersteinmal genügen. So kam ich auf den Namen: Sol. Lateinisch für Sonne.

Die Verbindungsstellen der Drei waren aber immer noch fraglich. Wie bekam man diese Formen hin? Ich suchte, probierte, radierte, bekam Tobsuchtsanfälle, aber ich fand keine Lösung. Nichts gefiel mir vor allem passte nichts zueinander. Alles war eine Katastrophe, bis mir meine Hose half. Ja, richtig gelesen. Ich entdeckte nämlich, dass der Gürtel meiner Jeans auf meiner Haut am Bund diese weniger schönen Abdrücke hinterlassen hatte. Jedoch repräsentierten diese Abdrücke genau die Formen die ich brauchte. Manche mahlte ich direkt ab andere Formen holte ich mir noch aus einer anderen Formenquelle: Platinen. Glaubt aber ja nicht, dass ich das sofort aufmalen konnte, bis diese Endversion fertig war dauerte es Tage. Ich pauste durch, zeichnete sauberer, änderte immer wieder einzelne Linien, pauste noch mehr durch.

Heilige Mutter Sonne!

Heilige Mutter Sonne!

Ganz zum Schluss änderte ich wiederholt den Schriftzug um es dem T-Shirtdrucker zu erleichtern, denn das Motiv sollte auch noch gedruckt werden und das Motiv oben war definitiv viel zu kompliziert dafür.

T-Shirt Version

Ende gut, Platinen gut…