Gekrakel

Was gibt’s dazu groß zu sagen. Gekrakel und Kunst eben^^

Thy Art is Murder #3

Eine moderne Volksweisheit besagt, dass man neben der Schule oder viel mehr nachdem Abitur ein Leben auf einen wartet. Wer es glaubt oder nicht, es stimmt indirekt zumindest war ich alsbald wieder in er Lage und vor allem in Stimmung dazu ein wenig mehr zu zeichnen. Wobei die Betonung hier eher nicht auf zeichnen ist sondern irgendwo ganz woanders… Grafisch aufbereiten trifft es eher. Die Motive haben übrigens definitiv unter meiner posttraumatischen Abiturphase gelitten, aber seht selbst.

Anlässlich des Finales meiner Pen& Paper Runde im Avatar- Herr der Elemente Universum nahm ich mir vor dem bekannten Elementemandala ein wenig mehr kreativen Reiz zu verpassen und um es ein wenig aufzupeppen. Nichts großes, aber als Wiedereinstieg ins künstlerische Dasein vielleicht ganz nett.

 

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Thy Art is murder #2

Der Inhalt des letzen Beitrages war dabei übrigens nur die Spitze des Eisbergs was ich in dem kurzen Semester leisten musste… gut geleistet habe, denn müssen musste ich gar nichts. Aber es geht hier um das Prinzips des Meckerns also musste ich.

Das I-Tüpfelchen des im Laufe der Jahre gebackenen Kuchens bestand aus meiner Präsentationsleistung für die 12. Klasse. An alle, die das Abitur noch machen wollen ein kleiner Tipp: Legt eure Präsentationsleistung ins dritte Semester, es ist so viel entspannter als noch zwei Wochen vor Beginn der unterrichtsfreien Zeit noch eine Klausurersatzleistung auf die Beine zu stellen.

Was dazu kam war, ich habe begonnen zu pokern. War eine mittelmäßige Idee. Mein Plan war gewesen meine Präsentationsleistung in Kunst zu machen, weil ich ursprünglich gedacht hatte ich würde Frei/ Bildende Kunst nach der Schule studieren wollen. Ich hatte also am Anfang der 12 Klasse die Wahl zwischen dem Thema Architektur und einem völlig unbekannten Gefilde. Der an gedachte viere Bereich war aus meiner Kunstlehrerin damals auch nicht rauszukriegen gewesen… Meine Hoffnung war das Them Alltagskultur gewesen. Wie er schon ahnen könnt war dies nur das Übergeordnetethema. Konkret wurde es eben der Bereich Mode- Paper Dress. Ich wusste meine Klausurersatzleistung würde in Modedesign enden statt meiner Hoffnung Verpackungsdesign. So bekam ich parallel zum realen Paper Dress auch noch diese Aufgabe:

Ich sollte für eine überregionale Tageszeitung eine Fotoreihe zum Thema Kleidung und Gefühle kreieren. DieChefredakteuri der Zeitung gäbe mirein Kleidungstück in Auftrag, welches vollständig aus Papier bestehen sollte zum Unterthema Winterschlaf/ Frühlingsgefühle.

Ich sollte ein Kleidungsstück im Miniaturmodell designen sowie gestalterische Überlegungen und Vorarbeiten abgeben. Alle Papierexperimente, Recherchen sowie Alternativideen sollten ebenso in angemessener Form präsentieren.

Mein Verhältnis zu Mode lässt sich in dem Titel einer berümten Buchreihe beschreiben: Das Lied von Eis und Feuer, kurzum ambilvalent. In Verbindung mit solch lustigen Dingen wie Emotionen war das noch ein viel ambivalenterer Kontext als vermutet.

Ich muss nicht erwähnen, dass meine anderen zwei Profilkameradinnen um längeren coolere Themen hatten wie: Entwerfen Sie ein Kleid zum Thema nachhaltige Mode oder designen Sie einen Hut welcher die Ostasiatische- Hanseatischen Beziehungen symbolisiert. Ebenfalls alles aus Papier, nur eben ohne Gefühle.

Dummerweise wusste ich bis dato auch noch nicht so ganz, was sie nun von mir erwartete: Ein Kleidungsstück zum Thema Winterschlaf oder Frühlingsgefühle oder beides? Das Slashzeichen steht bekanntlich im Wortlaut für ein „oder“, jedoch traute ich meiner Kunstlehrerin durchaus irgendwelche Hintergedanken zu. Eine Wahl würde sie mir nie lassen… Wie bekam ich also beide Emotionen in einen sinnvollen und logischen Konzept untergebracht?

Dass ich gleichzeit Heines Wintermärchen noch einmal las, für die Prüfungen machte die ganze Situation nicht besser eher schlimmer, denn mein Thema war eben Winterschlaf und nicht Wintermärchen bzw. die Politik des 19. Jhr in Deutschland.

Welche Parameter waren den gegeben: Mode, Papier und Gefühle… Ich war nicht viel schlauer daraus geworden. Ich ging einen Schritt weiter, ich begann ein grobes Konzept zu entwerfen. Papiermode zu drei verschiedenen Themen: Frühlingsgefühle, Winterschlaf und die Kombination aus beiden, also Frühlingschlaf…. oder so ähnlich.

Sechs Outfits zu jedem Thema, machte insgesamt 18 Reinzeichnung ergo eine kleine Kollektion. Gegen eine gesamte Kollektion könnte meine Lehrerin nichts einwenden…

Bevor ich anfing mein Bleistift zu schwingen, stand ich vor dem nächsten Problem. Wie sah Kleidung überhaupt aus, wie sollte meine Kollektion aussehen?

Ich griff jeden Morgen halbwegs blind in den Kleiderschrank und hatte zu 99% einfach Glück, das es ansehnlich war. Bewusst komponiert hatte ich nie wirklich, wozu auch. Eins wusste ich dennoch: Meine Mode sollte auf keinen Fall wie normale Alltagsmode aussehen. Normal konnte jeder, kannte jeder und war schlichtweg stink langweilig. Wie wäre es mit etwas Extravagantem? Kurzerhand ließ ich die Online-Shops der hippen Modemarken links liegen und tauchte ab in die Bühnenkostüme der Heavy- Metal/ Gothik Bands. Das war Extravaganz die mir gefiel, die zu mir passte und die ich vor allem vertreten bzw. verkaufen konnte.

Einmal Hoffnung geschöpft ging es dann bald ans Werk und die ersten Entwürfe entstanden. Sowohl für Frauen als auch für Männer…

Für die Frauen hatte ich sogar schon ein herrliches Konzept ausgearbeitet mit dem ich das herrliche Ballkleid sowie das schwarze enge Korsage rechtfertigen konnte. Das Kleid wäre die Kälte, die das Wesen im Winterschlaf heimsucht und das schwarze Äquivalent dazu der Tod, welche die Tiere erwartet wen die Kälte eben überhand nimmt.

Das Konzept allerdings auf alles auszuweiten wäre allerdings schwierig geworden, zumal sämtliche Frauenkleider mir entweder nicht gefielen oder schlichtweg „zu viel“ waren. Eine Verbesserung meiner Art für Frauen zu designen wurde nicht besser weshalb ich nach kurzer Hand beschloß doch die Frauenmode vollständig zu streichen. Männer wollten eben auch gut gekleidet sein. Punkt. Fertig. Aus.

Ich weiß übrigens bis heute nicht, warum ich bei Männermode einfach weiß wie der Hase laufen muss….

Aufgabe für die nächsten Wochen: Extravagante Gothik/ Metal/ Punk-Mode aus Papier für die Herren. Ganze vierzehn Tage und sehr, sehr vielen arbeitsintensiven Stunden später stand dann auch schon die gesamte Kollektion. Aus insgesamt 71 Reinzeichnungen hieß es nun 18 auszusuchen und in die entsprechende Präsentationsform zu bringen. Ich sage euch, dass war der schwerste Prozess überhaupt. Ein schwacher Trost dafür war, dass ich die restlichen 53 Entwürfe in einen extra Ordner heftete und mit abgab.

Dabei habe ich übrigens mehrere Dinge gelernt zum Beispiel, dass ich Alexander McQueen mag. Hätte ich nie erwartet. In meinen Augen war er immer der zweite Yves Henri Donat Mathieu-Saint-Laurent gewesen und Spießigkeit ist dass letzte was ich mag. Zudem finde ich, dass sich Lady Gaga als ebenbürtige Inspirationsquelle eignet. Ja, auch für Männermode…

Nur wie sollte ich nun die drei unterschiedlichen Bereiche und Kollektionen in ein schlüssiges Konzept quetschen? Die drei Themen waren ungefähr so ähnlich wie ein Huhn und das dazugehörige Ei. Sinnvolles Wissen zu Themen wie Gefühlen zu finden war ebenso eine Sache… Gefühle waren keinesfalls logisch und dank des Biolexikons stellte sich das Thema Winterschlaf eher als unspannend bis einschläfernd heraus.

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich keine Lösung gehabt hätte. Keiner konnte so gut interpretieren und assoziieren, was ich dann auch tat. Nach einem regelrechten Suchmaschienenbalett stand folgendes, informatives Skelett.

Die jeweiligen Sachinformationen ordnete ich den jeweiligen Unterthemen zu…

Winterschlaf- Moodbild

Menschen waren anscheinend auch in der Lage Winterschlaf zu halten, viel mehr eine Art Winterruhe. Unsereins besitzt nämlich urzeitliche Schaltergene, welche man rein theoretisch de-aktivieren könnte. Angeblich soll ein sibirischer Volksstamm vor mehreren Hundert Jahren tatsächlich Winterschlaf gehalten haben. Über das ganze Jahr verteilt wurde Holz und Essen gesammelt beim ersten Schneefall wurde sich schlafen gelegt. Einmal pro Tag stand man auf aß, trank etwas und legte sich dann wieder Schlafen. Nur so waren sie in der Lage gewesen zu überleben.

Es gab übrigens ähnliche Phänomene in unsere näheren Gegenwart. Die Menschen gelangten allerdings eher unfreiwillig in einen solchen Zustand. Aufgrund von verschiedensten Unfällen waren sie entweder unter Schnee und Eis begraben, im kalten Wasser eingefroren oder schock gefrostet worden. Wieder aufgetaucht hatten sich diese Menschen allesamt vollständig erholt ohne bleibende Schäden. Der Forscher Marc Roth begann diese Ereignisse zu erforschen und entwickelte letztendlich eine Theorie zu Herbeiführung des Winterschlafes.

Menschen alleine einzufrieren wäre laut ihm die falsche Taktik, statt wie bei wechselwarmen Tieren benötigt das menschliche Herz beim Frieren viel mehr Sauerstoff  als bei durchschnittlichen Plusgraden. So würden wir ersticken bevor wir hätten schockgefrostet werden können.

Um das Ersticken zu verhindern, müsste man zuerst den Stoffwechsel derart verlangsamen dass das Herz sehr viel weniger Sauerstoff trotz frieren benötigte. Die Lösung? Die Erhöhung der natürlichen Schwefelsulfidkonzentration im eigenen Blut, eine zu hohe Konzentration wäre allerdings wiederum tödlich. Die höhere Konzentration an Sulfidmolekülen würde das Binden von Sauerstoff im Körper verhindern und so länger verfügbar halten. Der Mensch müsste weniger aktiv Atmen und könnte schlafen geschickt werden… Dummerweise funktioniert das nur bei Lebewesen bis 30 Kilogramm, wer schwerer als ein Labrador ist den muss ich leider enttäuschen.

Frühlingsmoodbild

Übrigens sind Frühlingsgefühle gar nicht so uninteressant. Sie existieren nämlich wirklich und seine bloße Redensart. Damit diese wunderbaren Frühlingsgefühle entstehen müssen zwei besonders relevanten Faktoren gegeben sein. Licht und wärmere Temperaturen, als im Winter. Die wichtigste Rolle spielt allerdings das werte Licht selbst. Aufgrund der wieder länger werdenden Tage gelangt mehr Sonnenlicht an die Haut und der Körper schüttet ein vielfaches an dem muntermachenden Hormon Serotonin aus. Das müdemachende Melatonin wird vertrieben und das Ego fühlt sich fitter.

Ein netter Nebeneffekt der Wärme ist die leichter werdende Kleidung der Mitmenschen… Mehr nackte Haut für die Libido kann schließlich auch nicht schaden.

Den Geruch nach frischem Gras mögen wir übrigens deshalb so gerne, weil dies das Signal für die Steinzeitmenschen war dass der Schnee schmilzt und der elendige Winter vorbei war.

Übrigens erlebt jede Kultur der Erde den Frühling anders. Die Menschen am Äquator kennen beispielsweise den Frühling gar nicht und damit keine wirklichen Frühlingsgefühle. Das Emotionalewechselspiel der melancholischen Winterdepression und der anschließenden darauf folgenden euphorischen Frühlingsgefühlen fehlt.

Jetzt kam ich zum springenden Punkt meiner Präsentation, das Konzept der Kombikollektion fehlte schließlich noch. Das beste Konzept um Gegenteile miteinander zu verbinden und die beider Symbiose zu rechtfertigen wäre Yin und Yang. Das chinesisch, philosophische Weltbild stand quasi für mich Pate:

Das in sich gekehrte des Winterschlafes sowie dem später daraus resultierenden Extrovertiertem aufblühen. Bei der Betrachtung der kurz hintereinanderfolgenen Ereignisse viel mehr neben der Bipolarität die Koevolution beider auf. Beides kann ohne das Äquivalent nicht geschehen. Würden Tiere nicht in den Winterschlaf fallen würden sie die Kälte womöglich nicht überleben, gäbe es den Frühling mit seinem Licht nicht würden die Tiere ewig weiterschlafen und sterben. Könnten also nie wieder in den Winterschlaf verfallen. auf den ersten blick so unterschiedlich erscheinende Dinge bilden einen ewigen Kreis. Das philosophische Äquivalent lässt sich unter dem weltweiten Prinzip des Yin und Yang zusammenfassen. Dieser Dualismus der Natur dem sich kein Lebewesen entziehen kann ist das traditionelle Ordnungsprinzip der chinesischen Weltsicht. Es sind Polaritäten, die sich wechselseitig hervorbringen und gegenseitig bedingen. Das eine Prinzip kann ohne das andere nicht existieren.  

Yin oder auch die weibliche Seite gennant repräsentiert dabei die eher passive empfangende Seite, sie kühlt und lässt Energien eher absteigen als aufsteigen weshalb ich das Yin zu den Eigenschaften des Winterschlafs interpretiere und es sogar gleichsetze.

Die männliche Seite, Yang gennant entspricht dem genauen Gegenteil. Es wärmt, lässt Energien aktiv werden und baut sowie erhält den Organismus eines Lebewesens aufrecht.

Verbunden mit der Sonne und der Helligkeit ist es eine hervorragende Äquivalenz zu den Frühlingsgefühlen, die ein Individuums nach der langen passiven Phase des Winterschlafes aktiviert und aus der höhle treibt um sich nur um potentielle Balzzpartner zu kümmern sondern ebenso die Nahrungsversorgung zu starten.

-Mein Konzepttext…

 

Aber es fehlte immer noch die beginnende Leitfrage für meinen Vortrag, die es dann galt zu beantworten. Halleluja… Man ist ja auch nicht in der Lage selbst zu denken und sich die Frage selbst zu beantworten, aber was tut man nicht alles für eine Klausurersatzleistung…

So half ich nicht nur der verrückten Hutmacherin mit ihrer Frage sondern mutierte gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin zu einem Esoterikpärchen…

Inwiefern hängt Yin und Yang mit unserem Biorhythmus zusammen und wie tragen wir unserem Biorhythmus nach außen?

Dieses Phänomen tragen wir mithilfe der Mode nach außen. Nicht umsonst gibt es wärmende Winterkollektionen in gedeckten Farben, mit langen Schnitten und Plüsch- oder Fellapplikationen. Das Ganze kann man mithilfe dickerem Papier, Papiermodifikationen sowie passende Farbgebung ebenfalls darstellen.

-Mein Konzepttext

Alles in allem wurde das Ganze aber wirklich knapp, ich wurde gerade am Vorabend der Präsentation fertig, aber dafür lief alles wie geschmiert. Das Einzige was mich ein wenig aus den Konzept brachte waren die Fragen meiner Lehrerin im anschließenden Prüfungsgespräch ich sollte auf einmal fotographische Inszenierungen beschreiben. In der Aufgabenstellung stand schließlich etwas von einer Fotoreihe. Ich hätte ihr lieben gerne die Meinung dazu gesagt, jedoch habe ich brav gelächelt und irgendwas von künstlerischerer Intuition geantwortet und von der jeweiligen Schnittform des Kleidungsstückes sowie dem jeweiligen Modeltypen. Kurz um was ich eigentlich meinte, Sie erwarten gerade von mir dass ich so viele unbekannten Parameter und Variablen festlege das ihre Aufgabenstellung völlig überflüssig ist das es zu einem beliebigen Fallbeispiel führt. Eine vollkommen ausgedachte Statistik ist schließlich auch nich relevant in der Weltgeschichte, es sei denn man fälscht sie und präsentiert sie dennoch in der Öffentlichkeit etc.

Nach gut 45 Minuten war der Spuk auch schon wieder vorbei inklusive durchgängigem Lob. Eine Freundin von mir fragte dagegen wie es denn sein könne, dass mein Konzept auf den ersten Blick völlig austauschbar aussähe aber bei näherer Erläuterung sich als absolut komplett logisch und passend ergab. Das bin eben ich… Ich kriege alles begründet.

Und da ich bekanntlich kein Unmensch bin gibt es hier natürlich auch die Kollektion…

Kollektion zum Thema Winterschlaf:

Frühlingskollektion:

  Und die endgültige Kombikollektion: 

 

 

Thy Art is murder….

Wer meint ein Kunstleistungskurs sei einfach, der besuche doch mal bitte einen. Wer meint, dass Künstler exzentrische Despoten wären die nichts tun müssen außer den einen oder anderen Strich auf eine Leinwand zu setzen, der liegt ebenfalls verdammt falsch.

Ja vielleicht ist der ein oder andere exzentrisch, manche vielleicht sogar despotisch, aber was auf jeden Fall nicht zutrifft ist das Vorteil des einen Striches. Es sind viele Striche, tausende und aber hunderttausende. Wenn nicht sogar unendlich viele und sie alle müssen perfekt sitzen, nicht als Individuum sondern als Schwarm. Wer kein Fan von Strichen ist, der nehme Punkte oder wahlweise: Zeitung, Pappe, Heftklammern, Kleber oder Fäden.

Viel Erfolg beim ersten Versuch des Nähens von Papierkleidung… Frei nachdem Motto Viel hilft Viel das Ganze noch unter erheblichem Zeitdruck ohne Fingerhut.

Ihr werdet nicht nur physisch bluten sondern auch psychisch. Der Seelenhöllentrip wenn man so sagen kann positiv wie negativ.

Also warum nicht zusammen bluten? Ich meine für einen guten Zweck, Blutspenden zum Beispiel oder Blutplasma. Wäre mal ein sinnvoller Trend.

Beginnen wir doch mal mit etwas einfachem wie dem Anfang unseres Semesterthemas: Paper Dress.

Als Auftakt galt es verschiedene Kleidungstücke aus Papier her zustellen mit unterschiedlichen Arbeitstechniken. Walzen, Nähen, Falten, Knüller, Bemalen, Bekleben, Raffen alles durfte vertreten sein… Wie wir Dinge walzen sollten ohne Walzmaschine ist mir bis heue ein Rätsel aber gut… das war nicht das Einzige was ungelöst bleiben sollte…

Ihr seht:

Eine Tasche/ Korb aus Eierkarton (geklebt sowie zusammengenäht)

Eine Harlekin inspirierte Mütze, gerissen sowie zusammen geklebt

Eine schicke Hawaii- Blütenkette ohne Blüten, weil knüllen sowie viel schöner ist als Blümchen zu malen

Ein Cut-Out- Top, ein Muss für alle Nightmare before Christmas Fans

Ein schickes Abendkleid aus Modemagzinpapier, mal eben schnell zusammengeklebt (das Mal-eben-schnelle-Zusammenkleben kostete übrigens sehr viele Nerven…)

Ein gerafftes Schleifchenarmband was ich nie tragen würde, weil ich es absolut hässlich finde

Last but not least ein Rock aus einem Kaffeefilter und jede Menge gerissener Papierschichten obendrüber gehalten von jeder Menge miteinander vernähter Fäden (Sally lässt erneut grüßen)

Sowie einer weiteren Mütze, dies Malaus aus Backpapier geflochten mit Seidenpapiertentakeln. (An dieser Stelle: Danke an meine Mitbewohnerin)

Nachts, in kreativer Eile zu arbeiten empfehle ich übrigens nicht jedem… Es ist deutlich entspannter im Zeitplan zu bleiben, doch bei einer Probenwoche gestaltet sich dass als recht schwierig.

Ihr seht Kunstlehrer kennen kein Erbarmen, die kleinen Aufgaben gibt es stets in den freien Wochen, in denen weder Klausuren noch irgendwas anderes ansteht und die großen Projekte kommen dann als riesige Welle im Hafen angerollt. Ein Hoch auf Katsushika Hokusai.

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Sommerliche Pause mit Hilfe von unsommerlichen Kritzeleien

So meine Lieben, falls ihr das hier lest was ich ja wohl sehr stark hoffe heißt das für mich gerade: Wohlverdiente Sommerpause…

Das ist auch der Grund weshalb ich hier mehr halb stumm vor mich hinvegetiere, allerdings durchweg positiv denn die Ferien kommen bei mir auch endlich mal an… Keine Pflichten zu haben ist auch mal schön. Genauso wie Lesen, Schlafen, Spazierengehen, Zeichnen und Rezepte ausprobieren. Demnach habe ich für euch einen kleinen Museumsrundgang vorbereitet, der so ziemlich meine anfänglichen Aquarelle oder die Versuche zeigt. Angefangen habe ich letzes Jahr Ende Oktober nach meinem zugegeben etwas fehlgeschlagenen Filmpraktikum, dessen einziger Sinn es war mir zu zeigen dass Zeichnen für sich wirklich Spaß machen kann… Denn von meinem damaligen Chef habe ich als Hausaufgabe für mein restliches Leben einen kleinen Tuschkasten sowie ein Zeichenbuch bekommen welches ich mittlerweile zur Hälfte gefüllt habe. Die Prämisse sagt aus, nicht lange zeichnen sondern nur grob skizzieren… Habe ich bei einigen Bildern nicht einhalten können, sie sehen dafür trotzdem hübsch aus.

Nun habt Spaß, genießt den Sommer und betrachtet dabei gerne meine gemalten Kritzeleien… Die kennt übrigens außer euch und meine Mitbewohner niemand also psssssst.

Ps: Wer errät die beiden Städte? Zugegeben Stadt Nummer eins ist recht einfach… Stadt Nummer Zwei dagegen nicht mehr so

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Die Wahrscheinlichkeit der Inszenierungen…

Aus Ermangelung der Dichkichte des Lebens namens Zeit, Kraft sowie Kreativität gibt es diese Woche leider noch einmal eher die sporadische Ausbeute eines Beitrages… Weitere Fotographien aus meinen Kunstprojekten. Ich gelobe ab nächster Woche Besserung, doch der Gedanke an die emotionale sowie logische Hölle kommenden Donnerstag wird mich bis dato ersteinmal 24 Stunden pro Tag begleiten.

Ich weiß nicht, wer sich die Berechnung von Kombinationen oder Wahrscheinlichkeiten ausgedacht hat, aber diese gewissen Mathematiker (dessen Namen ich sehr wohl kenne, dank ihrer verstandzerreißenden Formeln) sind nach ihrer Erlöschung ihres geistigen Lichtes hoffentlich nicht neben Gott erwacht.

Letzendlich herrscht doch eh nur 50%- 50%. Es sei denn man spielt Lotto, da steht die Wahrscheinlichkeit, dass genau DU gewinnst bei 0%… Es gewinnen immer die Anderen! Andere empirisch nachweisbare Beispiele wären diese hier: Flugzeug stürtzt ab oder nicht ab; du schaffst es heil über die Straße… oder eben nicht. Fest steht ich denke gerade wieder schwarz-weiß und so setze ich nun trotzig noch obendrauf. Die Wahrscheinlichkeit, die Klausur in den astreinen Vulkansandstrand zu setzten liegt bei 100%.

Jetzt genießt einfach die herrlichen Bilder… Ich geh derweil mein Selbstwertgefühl wieder aufpumpen.

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Unendliche Sonne…

Ich hatte hier und auch mal hier ganz am Anfang meiner geplanten Grafitti-karriere Wildystyle ausprobiert. Damals eher mit mäßigem Erfolg, aber vor einem halben Jahr habe ich es noch einmal versuchte. Die Hoffnung stirbt schließlich als letztes. Inspiriert von Fisek began ich nun zu zeichnen an. Nur kam ich nicht so wirklich auf einen grünen Zweig. Der Schwierigkeitsgrad lag immens hoch wie mein Anspruch an mich selbst. Ergo, Anspruch zurückschrauben auch wenn es schwer viel.Ich wollte zumindest irgendetwas schaffen. Eine Vorstellung von den Buchstaben hatte ich schon, die ungefähre Form auch. Aber wie verband ich diese entfremdeten Schriftzeichen? Letztendlich entdeckte ich aber dope87. Dope87 mein Retter. Mit seiner Schrift konnte ich etwas anfangen. Mehr noch, ich mocht sie viel, viel mehr. Ich konnte mich besser in die Formen eindenken und die Verbindungen der einzelnen Buchstaben waren ebenfalls mehr mein Stil. Schnell war ein Wort gefunden. Es sollte bloß nicht zu lang werden, dass würde wieder meine Anfängergene schon wieder überfordern. Drei Letters sollten ersteinmal genügen. So kam ich auf den Namen: Sol. Lateinisch für Sonne.

Die Verbindungsstellen der Drei waren aber immer noch fraglich. Wie bekam man diese Formen hin? Ich suchte, probierte, radierte, bekam Tobsuchtsanfälle, aber ich fand keine Lösung. Nichts gefiel mir vor allem passte nichts zueinander. Alles war eine Katastrophe, bis mir meine Hose half. Ja, richtig gelesen. Ich entdeckte nämlich, dass der Gürtel meiner Jeans auf meiner Haut am Bund diese weniger schönen Abdrücke hinterlassen hatte. Jedoch repräsentierten diese Abdrücke genau die Formen die ich brauchte. Manche mahlte ich direkt ab andere Formen holte ich mir noch aus einer anderen Formenquelle: Platinen. Glaubt aber ja nicht, dass ich das sofort aufmalen konnte, bis diese Endversion fertig war dauerte es Tage. Ich pauste durch, zeichnete sauberer, änderte immer wieder einzelne Linien, pauste noch mehr durch.

Heilige Mutter Sonne!

Heilige Mutter Sonne!

Ganz zum Schluss änderte ich wiederholt den Schriftzug um es dem T-Shirtdrucker zu erleichtern, denn das Motiv sollte auch noch gedruckt werden und das Motiv oben war definitiv viel zu kompliziert dafür.

T-Shirt Version

Ende gut, Platinen gut…

Tunnelblick

Im Anschluss an den Brief für Mr. Salinger ist hinterher auch noch eine Zeichnung entstanden. Meine Lieblingsszene…

Es war allerdings relativ schwierig eine Szene zu finden, denn a. das Buch ist durchgehend so genial, dass man das gesamte Buch zeichnen könnte und b. ich hasste damals Zeichnen. Deshalb viel ein Großteil der Personen bzw. Szenen einfach weg. Also was tun wenn man eigentlich Personen zeichnen müsste, aber beides nicht kann oder einfach sehr, sehr uninspirierend findet. Man sucht und sucht nach einer Lösung, ich habe das Buch durchgeblättert inklusive sämtlicher Museumsführer die meine Mitbewohner und ich besitzen… So ganz half mir das immer noch nicht weiter, bis sich anscheinend einer meiner Neuronen dazu bequemte durch mein Hirn zu sausen an die passenden Nerv anzudocken und eine Idee ausspuckte. Wieso es einfach nicht abstrahieren und mehr symbolisch arbeiten? Gefühl anstatt Objektivität. Expressionismus anstatt Impressionismus oder neue Sachlichkeit. Die Idee wurde geskribbelt und das Perspektiven Buch fand seine wiederholte Verwendung. Zumindest Perspektive kann ich einigermaßen, das müsste klappen. Nach 3 Tagen war ich dann auch fertig und einigermaßen zufrieden.

Wer Lust hat sich mit der Interpretation auszutoben, kann dies nu gerne tun. Für alle anderen geht es unten weiter…

Tunnelblick

 

Die erste Frage, die ich euch nun stelle: Seid ihr neugierig auf meine Interpretation oder einfach nur unheimlich unkreativ? Wie auch immer… Wer das Buch gelesen hat ist allerdings auch dieses Mal wieder klar im Vorteil. Denn im Verlauf lässt sich sagen, dass Holden nun ja… Geistig etwas speziell wird oder wie heute private Ärzte sagen würden: Er erkrankt an dem behrühmt-berüchtigten Burnout-Snydrom. Zumindest an einer Form… Ich bin mir nicht sicher, ob man mit 16 schon so ausgebrannt sein kann wie eine Adventskerze an Silvester. Ich würde deshalb die Bezeichnung hoffnungslos Überfordert gepaart mit Leistungsdruckdepressionen bevorzugen. Aber weiter im Text. Der Auslöser für Holdens nun geistige Abstinenz ist wohl der Besuch bei seinem ehemaligen Englischlehrer. Nachdem er völlig verstört aus der Wohnung von Mr. Antolini flüchtet und halb wahsinnig die Nacht in der Grand Central Station verbracht hat fast er einen Entschluss: Er wird niemals nach Hause zurück zu kehren. Lieber trampt er gen Westen und schlägt sich als taubstummer Tankwart durch, als noch einmal in diese Familienhölle zurück zukehren. Doch bevor er seine endgültige Entscheidung in die tat umsetzt Möchte er sich zumindest ein letztes mal seine kleine Schwester Phoebe sehen, die ihm mehr als alles andere bedeutet. Getroffen werden soll sich am Naturkundemuseum an der Sixth Avenue und eben diese Warteszene habe ich gezeichnet. Das wäre die kleine Zusammenfassung… jetzt kommen wir zur Interpretation.

 

Sicherlich kennt ihr das psychische Phänomen des Tunnelblicks oder lieber doch nicht? Also ich hoffe stark, dass ihr nie so gestresst oder reizüberflutet wart, dass ihr dieses Phänomen selbst durchleben durftet. Doch statt aus dem Affekt einen Mord zu begehen wie es uns im Abendprogramm meist dargelegt wird, abstrahiert sich lediglich sein Blickfeld. Dabei schaut der die Sixth Avenue herunter und hofft dabei auf Phoebe, die sogleich um die Ecke biegen müsste. Der Lichtschein und der blaue Himmel kündigen sie nämlich als Rettung an. Sie allein ist der letze Lichtstrahl oder Hoffnungsschimmer in seiner jetzigen Lebenssituation und das Einzige was ihm hilft nicht die Haftung an der Realität zu verlieren und völlig abzudriften, in seinen mittlerweile völlig vernebelten, abgrundtiefen Geist.