Monat: Oktober 2016

Gesammelte Schätze des Hochzeitsmonats

Wisst ihr viel wiele Überschriften mir zum Oktober eingefallen sind? Es ist der Wahnsinn da gibt des den Horroctober, die Jagd nach der roten Oktober, das Album von U2, der Nationalfeiertag Deutschlands sowie Österreichs und die Wiesen. Ich würde sagen der Oktober ist ein Event Monat.

Aber in Anbetracht dessen, dass ich einen Großenteil des Oktobers Ferien hatte oder ich mehr oder weniger neben mir stand habe ich auch nicht sonderlich viel zu berichten. Außer was ich alles gedacht habe, was an Konversation draußen fehlt findet eben  drinne statt. Eine nette Übergangslösung quasi…. Dürfte sich nur nicht häufen. Zuviel gedacht, kommen wir zu den Highlights des inneren Monologes oder Unterrichtsfetzen, die noch gerade so mitbekommen habe.

 

Erstens, Harry Potter rekrutierte seine Helden irgendwie freundlicher. Zweitens, ich bin schon älter also wurde ich wohl mal wieder vergessen… Hervorragend:

»Du wirst doch heute sechzehn, oder? Dann kommen sie, um dich umzubringen.“

S. 26- Magnus Chase Das Schwert des Sommers von Rick Riordan

 

Im Matheunterricht, wenn man mal kurz aus dem Fenster schaut anstatt die Aufgaben mit zu vergleichen:

»Ich habe selbst entschieden, ihr nicht zuzuhören. Ich wollte ihr nicht zuhören. Es war meine eigene Schuld.«

S. 70- Gläsernes Schwert von Victoria Aveyard

 

Im Anschluß gab es dann für mich diese Aufgabe zu lösen… Wie groß ist der Anteil der verschwendeten Lebenszeit mit Stochastik?

„(…), ein Achtel seiner bisherigen Lebenszeit.“ 

S. 3Leseprobe Der letze beste Ort von Callan Wink

 

Hal ist unsere Sportlehrerin, eindeutig:

»Wenn man sich Hal gegenüber zurückhält und versucht, ihn zu überlisten und zu manipulieren, dann jagt er einen in und her, zerkaut einen, spukt einen aus und zertritt die Reste.

S. 945- Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

 

Ich plane da schon seit längerem ein Projekt… und bei manchen Textstellen denke ich mir genau diesen Dialog:

„Wo hast du diese Textbausteine her? http://www.schnell-und-schlüpfrig-zum-Knutschdate.com? Oh Manm, echt.“

Ich lache. „Nee: www-Volltrottel-versucht-mit-wunderschöner-Fake-Freundin-zu-kommunizieren.com.“    

S. 176- Almost von Anne Eliot

 

Im Ernst, dass ist eine sehr unterschätze Marktlücke. Liebe Kickstarter rann da, sonst gebrauch ich Idee für mein Kunstprojekt zum Thema Alltagskultur:

Der frisch gewaschene Stoff riecht gut. Er riecht nach Sieg.

S. 2Leseprobe Blood& Ink Die Bücher von Timbuktu von Stephen Davis

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So lässt es sich am besten vor dem Lernen drücken…

Halleluja, der Fragenmarathon ist geschafft und jetzt haben meine rauchenden Gehirnzellen sowie Finger endlich Ruhe. Wobei ich diesen Fragebogen außer ordentlich genossen habe… Danke an die zauberhafte Blümchenfee

 

DAS Filmzitat, welches dich in die Knie zwingt?

“I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. Time to die.”

Zu deutsch und ein weniger episch wie ich finde:

„Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen. Zeit zu sterben.“

Ich bin zwar ein emotionaler Mensch, doch weine ich nicht allzu oft bei Filmen. Öfters als andere, aber nicht so oft als wiederum andere. Aber hier musste ich wirklich schlosshundisch Heulen und zwar länger als der Abspann dauerte…

Ihr müsst euch folgendes Szenario mal vorstellen:

Ihr lernt den Protagonisten als einen Menschen kennen, dessen Job es ist humanoide Wesen sogenannte Replikanten die auf die Erde gekommen sind zu töten. Schnell und so sauber wie möglich. Nachdem nun eine Gruppe von fünf Replikaten entgegen des Gesetzes mal wieder auf der Erde gelandet ist wird er mit diesem Auftrag beglückt, allerdings er st nachdem sein Kollege quasi zu menschlichem Gemüse verarbeitet wurde.

Nun wie es ein Job vorsieht spürt er sie einer nah dem anderen nach und beseitigt den einen oder anderen selbst. Dabei bemerkt er allerdings, dass das Ganze wohl nicht ganz so ethisch gerecht sein kann zumal er da jemand kennen lernt… Aber das ist ein anderer Handlungsstrang.

Im wesentlichen bleiben genau zwei Anroiden übrig, ein Pärchen um genau zu sein die sich mittlerweile bei einem von der Gesellschaft verstoßenen Robotor/ Puppenbauer verstecken, denn schließlich sind sie vogelfrei und mittlerweile ist die Wahrscheinlichkeit auch recht hoch getötet zu werden von wem auch immer.

Die letzten Minuten des Films erlebt der Zuschauer den Eklar des Films. Die Freundin des Anführers der Androiden muss zunächst allein gegen den Blade Runner kämpfen und schafft es auch ihn fast zu besiegen nur in dem Moment bricht ihr System zusammen. Denn diese Replikanten besitzen eine eingebauten Todeszeitpunkt, den sie selbst aber nicht kennen und auch die Erbauer nicht. So überlebt Harrison Ford nur ganz knapp und stößt auf den letzten und wohl stärksten Replikanten.

Um es kurz zu halten beide treffen sich halbtod auf dem Dach eines Wolkenkratzers wieder auf dem Ford später stürzt und nur noch mit einer Hand an einem Stahlträger über dem Abgrund hängt. Roy steht über him und er hätte ihm eigentlich nur auf den Fuß treten müssen, dann wäre es vorbei gewesen, doch statt dessen rettet er ihn und hält diesen Monolog bevor er selbst stirbt.

Weshalb dieser Monolog so genial ist…. ist, dass Roy also ein humanoides, künstliches Wesen durch seine Erfahrungen eine gewisse Erkenntnis gewonnen hat. Rache ist sinnlos, denn schließlich merkt er selbst dass seine Kräfte schwinden was würde es ihm also nützen dass er diesen Menschen auch noch tötet? Richtig, nichts. Er würde doch selbst sterben und so bliebe die Rechnung eine Ungleichung. Er ist der Rache müde geworden, dass bedeutet ein künstliches Wesen ist emotional intelligenter als viele Menschen selbst. Er wächst über die Wut sein ganzes Leben als Kanonenfutter gedient zu haben hinaus. Das wirft nicht nur bioethische Fragen auf, sondern auch die Auseinandersetzung mit einem Gott-Komplex. Es werden Wesen erschaffen mit künstlichen Erinnerungen ausgestattet nur um als Soldaten der Menschheit zu dienen? Sie werden in ihrem Laufe ihres Lebens zu Menschen und deshalb müssen sie sterben… Jetzt denkt mal bitte nach wie krank, dass eigentlich ist. Zumal wie stark muss ein Geist sein um sich eben die Rache zu verkneifen. Ich wüsste nicht wie sehr ich ausrasten würde wenn ich herausfände das ich zu 99% fremdgesteuert bin?

Zumal zeigt das Zitat wie unwichtig wie wir eigentlich sind… Ich meine egal wie viel wir selbst gesehen haben, denn wir sind auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die einzigen die Ghandi, Kandinsky, Goethe heute bewundern oder Boko Haram fürchten sind wir Menschen. Die Erde interessiert es nicht, auch müssen wir nicht die Erde Retten sondern uns. Schaut man sich so die letzten 4,6 Milliarden Jahre an kam sie recht gut ohne uns klar und wird es auch in Zukunft.

Deshalb nicht nur ein genialer Monolog sondern auch einfach ein episches Meisterwerk. Wer braucht schon Michel Bay oder James Cameroon?

Wie verlief dein schönster Geburtstag?

Hilfe, es gab so viele schöne. Um mal den Fremden hier einen kleinen einen Überblick zu schaffen: Es gab einen Piratengeburtstag, einen an dem mich mein damaliger Comic-Held Petzi besuchen kam, einen indischen Geburtstag an dem nicht nur indisch gegessen wurde sondern wir auch indische Traditionen gepflegt erspielen durften, einen Dschungelgeburtstag im Garten inklusive selbstgebautem Kletterlianen-Gebilde aus einer Strickleiter, einen Indianer Geburtstag und zu guter letzt diverse coole wenn auch einfachere Übernachtungspartys wobei der dreizehnte ebenfalls wieder dschungelhaft war, denn eigentlich sollten wir draußen Zelten doch es regnete mal wieder und so wurde das Tipi für 10 Personen eben drinnen aufgebaut mit Lianen verziert, mit passendem Licht inszeniert und als i-Tüpfelchen gab es noch original Regenwäldergeräusche aus der CD-Box.

Zum 15ten. gab es dann eine Privatführung durch meine nun liebste Lieblingskirche meiner Heimatstadt und dann der 18te wurde dann der lieben Franzi verbracht. Hier meine gefühlt erste durchgemachte Nacht mit anschließender Heiserkeit, die ich immer noch in allen ehren halte also die Nacht nicht die Heiserkeit. In diesen Tagen habe ich mehr übers Leben gelernt als in den letzen Jahren wurde halt Zeit zum 18. Und ich will in Berlin studieren. Mich kriegt keiner nach Hildesheim verdammt noch mal….

So jetzt habe ich zwar die verschiedenen Geburtstagsarten beschrieben aber nicht den Ablauf. Das Schwierige dabei, ist dass ich sie eben jedes Mal genial fand. Ich wusste nicht ganz genau was passierte, aber dass es mir gefiel bemerkte ich zumindest. Das Wichtigste war eigentlich immer das gemeinsame morgendliche Geburtstagsfrühstück mit Geschenke auspacken am Geschenketisch. Idealerweise keine Schule, denn die hat mir den Tag immer meist verdorben. Besonders in den letzen Jahren, denn schließlich hatte ich ja gar keinen Geburtstag oder wenn es doch jemand mal bemerkte sollten alle singen, was an genau drei Leute taten und dann auch noch schief.

Ergo Ausschlafen, schmackhaftes Frühstück, wunderbares Zusammensein, und natürlich die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenheit, denn an diesem Tag bin ich die Prinzessin verstanden? Mit Flammenwerfer und dieser Geburtstagskrone.

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Halbgegarte Touri-Bergziegen

Aufgewacht bin ich sogar vor dem Wecker, nur leider nicht die berühmten zehn Sekunden des Triumphes um glorreich den Wecker vor Erschrillen zu erschlagen, nein meine Erweckungszeremonie fand ganze 60 Minuten vor Weckzeit statt. Einschlafen war also nicht mehr und die Ortszeit betrug 5.30, na wunderbar…

Wenn ich jetzt anfinge normal zu leben würde ich noch vor Sonnenaufgang gelyncht werden. Menschlich machen musste ich mich dennoch und so bin ich fast mit meinem gesamten Gepäck noch eher benommen ins heilige Bad getapert. Doch bevor ich auch nur irgendwie erfolgreich starten konnte landeten meine Füße zuerst in einer riesigen Wasserlache. Mein Bewusstsein hielt mir folgenden Monolog:

Erster Gedanke: Kalt!

Zweiter Gedanke: Verdammt wir hatten einen Rohrbruch!

Dritter Gedanke: Och nö, warum muss ich jetzt den Klempner rufen

Vierter Gedanke: Was heißt Rohrbruch auf Englisch?!

Meine erste Reaktion nach gut einer Minute des Noch-Nicht-Erfassens bestand dann erst einmal aus einem Check der Lage… gut es war kein Rohrbruch und es hatte auch nicht durchgeregnet, stattdessen war offenbar die Dusche undicht und die Mädels hatten diese anscheinend gestern Nacht noch bemüht. Ein Hoch auf die Körperhygiene ein Minus Punkt für das Vergessen der Badematte oder des Hinter-Sich-Aufräumens!

In diesem Moment war ich ernsthaft versucht die zwei Prinzessinnen aus ihrem Betten zu holen, damit sie ihren Mist aufwischten. Aber anstatt zu Mr. Hyde zu mutieren blieb ich still und benutze einfach ihre noch trockenen Handtücher zum aufwischen. Jetzt waren alle nass… Viel Spaß bei der Morgendusche.

Wie auf Wolken schweben wollte sich meine engelsgleiche Seele hinunter in die Küche schleichen, stolperte allerdings dabei über diesen bescheidenen Eisenbeschläge der Treppe und schlug mir fast die Lippe auf…. Geweckt dabei hatte ich wohl keinen.

Als Schreckerholung gab es dann ein fürstliches Frühstück im Bett. Konnte sich ja keiner über Krümel im Bett beschweren: Einzelzimmer ist klasse.

Übrigens mein Frühstück hatte ich am vorherigen Tage direkt nach dem Zug erlegt! Gejagt und erlegt und zwar mit meiner Hand und meinen Adleraugen, denn der einzige Supermarkt der anscheinend am Sonntag offen hat ist der Discounter am Hauptbahnhof.

Freud hätte einen heiden Spaß daran gehabt seine Studien über das Es im Menschen weiter empirisch auszubauen und zu belegen. Früher haben sich die Steinzeitmenschen zusammen getan um Mamuds über die Klippen zu jagend, heute tun sich Touristen zusammen um andere Touristen von den Regalen weg zu zerren. Da meckerte der Schwede den Engländer an, der Engländer trat wiederum dem Libanesen auf den Fuß und der libanesische Landsmann über rannte wiederum fast ältere Dame. Alles was kleiner als 170 Zentimeter war, war in der Gefahr übertrampelt zu werden. Wobei eigentlich war selbst dafür zu wenig Platz. Fast hätte ich das ganze ohne Blessuren überlebt doch kurz bevor ich an der Kasse ankam viel mir auf, dass man wie in Italien hier wohl seinen Kram selbst abwiegen durfte. Im Gegenzug bekam man so einen schicken Klebesticker für den Kassierer… Es hieß also noch einmal den ganzen Wahnsinn durchleben. Unter normalen Umständen völlig unmöglich aber wozu hat man denn einen riesen Rucksack mit schwerem Gerät? Bingo einmal um sich selbst gedreht und schon hatte ich einen wunderbaren wenn auch nur kleinen Freiraum.

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Ein alter Neuanfang

Eigentlich sollte es jetzt mit dem Reisebericht weiter gehen, aber gerade gibt es dringenderes. Ja es gibt tatsächlich etwas wichtigeres als Reisen und zwar Frustabbau und so werfe ich euch nun unfreiwillig zurück in die Zeit in der ihr selbst noch keinen Abschluss hatten, frustriert an euren Schreibtischen saßt und euch tausendmal vorgestellt habt welche Schwarzpulvermischung das hübscheste Feuerwerk zum Schulevernichten sein würde.

Zugegeben es ist nicht jeden Tag der Fall, aber so mancher und letztendlich möchte ich lediglich die kinderlosen unter euch erzählen was und ob sich überhaupt etwas in den letzten Jahren verschlimmbessert hat. Schließlich ist jetzt quasi die erste Hälfte auf dem Weg zur Halbzeit des ABIs vorbei und ich denke ihr habt ein gutes recht darauf auf dem laufenden gehalten zu werden.

Falls ihr euch nicht erinnert könnt, könnt ihr hier nochmal meine Wünsche und Hoffnungen für das neue Schuljahr Revue passieren lassen wer es nicht möchte oder braucht auch fein, dann lest einfach weiter.

Fangen wir ganz am Anfang an, denn im Gegensatz zu all den anderen Jahren in denen wir erst einmal eine Woche lang gemütlich im Schulstoff herum dümpelten und aller machten außer etwas zu lernen wurden wir dieses Jahr sofort ab der dritten Stunde in den Stoff hineingestoßen. Zuvor gab es aber tatsächlich noch den Versuch unserer Tutoren in einem gemeinsamen pädagogischen Gespräch sich für das Theater-Drama ihrerseits zu entschuldigen. Denn am letzten Tag sowie am besagten Schicksals- Zeitungs- Dramen-Tag hatte sie unsererseits beschimpft weshalb wir denn nicht zum Wandertag gekommen wären aber für unseren Lehrer nun doch in der schule auftauchten. Darüber hinaus beschwerte sie sich ebenso, dass unser Stück viel zu heftig gewesen wäre. Sie benutze noch nicht einmal Wörter wie anstößig, experimentell oder verstören nein nur heftig kam ihr in den sinn. viele hatten extrem auf ihre ebenso extreme Haltung reagiert, nämlich mit konsequenter Ablehnung.

In dem Gespräch jedenfalls sprach sie nun ihre 180° Wendung in Sachen Meinung über unser stück, denn sie habe am letzen Schultag mit einer Kollegin gesprochen de ihr noch einmal das gesamte Konzept des immersiven Theaters erklärt hatte und plötzlich schwärmte sie uns nur so vor wie toll unser stück gewesen sei… sie hatte es noch nicht einmal ganz zu Ende gesehen.

Es wäre schön gewesen, wenn ich ihr das hätte glauben können nur leider ist unsere Tutorin eine der Menschen, die an einem absoluten Helfersyndrom leidet plus an egomanischer Harmoniesucht. Alles was sie schlecht dastehen lässt muss beseitigt werden, ergo: Ich. Wenn Blicke töten könnten…. ich bin nicht umsonst mit einer Katze großgeworden. Menschen mit dem Allerwertesten nicht anzugucken beherrsche ich einwandfrei, so wurde ich gleich zweimal alleine zu ihr diktiert ohne Vorwarnung oder mit der Unterstützung meiner Freunde, denn ich hätte schließlich ein persönliches Problem mit hier und dass könne man ja ganz erwachsen regeln. Tatsächlich kann man als Erwachsener auch einfach mal akzeptieren, dass man es verbockt hat und seinen Fehler einsehen.

Das Gespräch verlief deshalb recht einseitig sie redete ich nickte lächelte und schaute sie beim hinaus gehen immer noch nicht mit meinem Allerwertesten an. Menschen die Schüler nur interessant finden wenn sie entweder schleimen oder bedürftig sind brauche ich nicht in meinem Leben. Genauso wenig wie Lehrer die Schülern weiß machen wollen sie würden ihre Schüler so unglaublich toll finden und wir seien ja alle eine große Familie mit rosa Wolken und Einhörnern. Meine Einhörner können übrigens Feuerspucken brennen und haben Laseraugen…

So wurde übrigens aus dem angestrebten Tutorenwechsel nichts oder dem englisch Kurswechsel, denn laut Lehrerin: Sei ja jetzt alles geklärt und wir wäre ja wieder ganz dicke. Hmmm…. Wo sind die Laseraugeneinhörner wenn mal sie mal braucht? Jetzt darf ich mich jeden Dienstag sowie Freitag auf ihre Stunden einlassen und muss jedes mal neunzig Minuten mich stark zusammen reißen um ein einigermaßen neutralen Gesichtsausdruck zu wahren und zu lächeln und zu winken. Manchmal beneide ich Menschen mit Tourette—Syndrom, eigentlich beneide ich sie nur um ihren Attest.

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Man muss Augenblicke gehen lassen können….

Ein Augenblick ist nicht messbar, Zeitpunkt den man per Selfie oder Fotofesthalten kann. Ein Augenblick ist etwas relatives. Er hat immer eine gewisse Dauer, also wäre wohl ein Video sinnvoller nur gibt es selbst dort ein Problem, dass der Augenblick ebenso zu kurz ist für ein voll vorzeigbares Video um Freunde neidisch zu machen. Die aktuelle wohl immer währende Definition der länge eines Augenblicks wird im allgemeinen als Länge zwischen zwei Augenblinzeln bezeichnet. Aber sie ist falsch, denn dieses Zeitphänomen bedarf keiner messbaren Zeit sondern ist vollkommen subjektiv und wie Einstein schon wusste besteht zwischen relativer und erlebter Zeit ein sehr, sehr großer Unterschied.

Dabei war ich früher genauso, ich gehörte zu den Menschen die dachten sie hätten die Weisheit mit Löffeln gegessen nur um sich einbilden zu können Zeit per Definitionen zu beherrschen. Alles genau benennen zu können gibt einem die das Gefühl von Macht und Sicherheit oder andersherum vollkommener Kontrolle. Nur hat sich meine Meinung geändert wie so vieles im Leben…

Von nun an ist ein Augenblick für mich etwas nicht messbares, nicht bestimmbar, nicht nachvollziehbar weil alles wie in dunklen Nebel getaucht ist was dennoch mein Leben in irgendeiner Form beeinflusst hat. Eben einen Moment den man weder vergessen möchte noch kann. Niemals um alles in der Welt egal wie dement ich einmal sein werde. Das Problem an diesen Augenblicken ist allerdings dass man erstens nicht weiß wann sie kommen und zweitens ob sie dein Leben in den Himmel befördern oder in den tiefsten Abgrund den du dir nur vorstellen kannst. Manchmal und das wäre der dritte Punkt realisiert man sogar erst Jahre später wie sehr einen dieses oder jenes beeinflusst hat.

Aber wie bei allem im Leben gibt es immer wieder Dinge die herausfallen, die manchmal nicht ganz den eigenen Richtlinien und Leitsätzen, Wünschen entsprechen… Sie schraben grob daran vorbei wie bei mir damals… Ich wusste dieser Augenblick würde mich prägen in welcher Hinsicht auch immer auch wusste ich aber in einem Punkt stimmte er nicht zu und zwar kam er völlig unerwartet.

Erster Augenblick:

Ich war schon immer ein Tiermensch, ich bin mit einem Kater aufgewachsen und später gesellte sich ein gar nicht so kleiner Hund noch dazu. Mit diesem Hund verbrachte ich ganze sieben Jahre meines Lebens.Tag und Nacht und nie voneinander getrennt es sei denn es gab einen kurz Urlaub oder eine Klassenreise und selbst dann war ich spätestens nach 8 Tagen immer wieder froh zu Hause anzukommen und meinen riesigen herzallerliebsten Wolf in die Arme zu schließen.

Unzertrennlich obgleich es definitiv Momente gab in dem ich ihm den Hals hätte umdrehen können, bei Regen hinaus stapfen, seinen Sabber aufwischen und von seinem Fellausgeschüttle erneut trief nass zu werden nachdem ich mich gerade frisch umgezogen hatte.

Allerdings fallen all diese kleinen Augenblicke des Ärgers und der Wut von einem ab, wenn sich dein eigener Hund über alles geliebt plötzlich von hier auf jetzt übergibt. Du beginnst skeptisch  nach zu denken, was er gefressen haben könnte sowohl bei dir als auch bei deiner Mutter. Du kommst zum Schluss trotz all seiner Gerissenheit hast du weder heute noch gestern irgendetwas auf den Wegen herum liegen sehen und du deine Augen sind mittlerweile ein Radar für herumliegendes Essen. Etwas falsches gegessen haben kann er also nicht, leicht panisch fängst du deine Mutter an zu fragen wie es sich bei einer Magenumdrehung verhalten würde. War Marley dieser Retriever nicht daran gestorben? Deine Mama schüttelt bedächtig den Kopf dann hätte er sich nicht übergeben. Das beruhigte mich eine Gefahr weniger eine Möglichkeit des Ernstfalls konnte gestrichen wurden und sie musste es wissen. Nach knapp einem Jahrzehnt Tierdokumentationen hätte sie die Prüfung zur Tierärztin mit mindestens gut abgeschlossen. Mittlerweile wurde meine Mutter allerdings ebenso unruhig wie ich mittlerweile hatte sich unser Hund nochmals übergeben und sein Speichelfluss ähnelte eher den Niagara-Fällen als bloßem Futterappetit. War es nicht doch ein geheimer Snack gewesen, den er nicht vertragen hatte? Von hier auf gleich sackten im die Beine weg und mein Hund taumelte gerade so ins Körbchen in dass er eher fiel als legte. Jetzt schrillten die Alarmglocken nicht mehr auf Alarm Stufe Rot nur war es kein Himbeerrot mehr vielmehr war es ein tiefbedrohliches Blutrot. Du willst deinem Hund gut zu reden, ihn beruhigen ihm sagen dass alles gut wird und ihr ihm helfen könnt, doch statt sich zu beruhigen fängt er an wie Espenlaub zu zittern.

Endgültige Panik steigt in dir auf, dir wird kalt letztendlich sogar ein wenig übel. Scheiß Abendessen, du bist weiter ratlos kurz danach hängst du in den Tiefen des Internets denn Symptome beim Hund googeln dürfte nicht sofort Krebs ausspucken. Du hattest recht vielmehr deine Mutter weder Magenverstimmung, Magendrehung oder krebs, nein ein Schlaganfall. Ein Schlaganfall bei einem Hund, die Symptome passen alle ausgenommen das schnelle Hin und her huschen der Augen. Erneutes Übergeben diesmal ins Körbchen.

Moment der Erkenntnis:

Weder deine Mutter noch du wissen was zu tun ist. Natürlich muss der Hund in eine Klinik behandelt werden schnellst möglichst nur wie? Ein Auto ist nicht zur Verfügung es ist Samstagabend und ein kleinkindschwerer Hund den trägt man mal eben nicht in die nächste Klinik womöglich drei Stadtteile weiter. In dir brodelt es, schweiß bildet sich auf deiner Stirn und die Übelkeit ist nun all gegenwärtig. Dann ein Geistesblitz die mobile Notfall-Ambulanz. Google weiß die wie immer alles entscheidende Antwort: Die Rufnummer, deine Mutter wählt und jemand hebt ab. Sie haspelt drauf los nach einer knappen Minute wird sie offenbar unterbrochen und wird weiß um die Nase. Flasche Nummer. Du reißt ihr das Telefon aus der Hand und wählst selber. Dieses Mal scheint sie richtig zu sein, sobald deine Mutter wieder anfängt zu erklären befreist du das Hundekörbchen von Erbrochenem. Einen schlimmeren Abend hast du selten erlebt. Außer deinen einen Krankenhausaufenthalt sechs Tage vor Weihnachten. sechs ganze Tage. Du wusstest nicht ob du überlebst oder überhaupt nach hause darfst, aber in dem Moment war es dir egal weil du es selbst gar nicht realisiert hast. Aber jetzt in diesem sich schier endlosen Augenblicks ist weder die Zeit wirklich messbar noch geht es um dich. Es geht um dein Brüderchen, deinen besten Freund deinen Weggefährten seit ganzen sieben Jahren. Sieben Jahre, die magische Zahl. Ob das wohl damit zusammenhängt? Das verflixte siebte Jahr? Nur ein Weggefährte war kein Ehemann und falls es das magische Jahr sein sollte würde bestimmt alles wieder gut werden. Spätestens mit dem Eintreffen des Tierarztes. Apropos du fragst ganz vorsichtig deine Mutter, die immer noch aufs Telefon starrend. Der Mediziner befände sich in N.stedt. Ich stöhnte, wann würde er den kommen? Sie meinte lediglich in dem Augenblick in dem er dort fertig ist. Norderstedt, Gott verdammt wo lag N.stedt überhaupt. Rechts, Links, Oben, Unten? War N.stedt überhaupt noch in meiner Heimatstadt?

Außer warten könnt ihr nichts tun, euch sind die Hände gebunden. Bei einem Menschen könntet ihr Erste Hilfe Leisten, tausendmal habt ihr die Maßnahmen in diversen „Gesundheits-Tag- Stunden“ durchgekaut und jedes Mal hast du dir zu Tode gelangweilt gewünscht etwas sinnvolleres zu tun. Aber jetzt, jetzt stellst du fest dass sich ein Schlaganfall bei einem Menschen unterscheidet und du ihm weder wirklich helfen noch gut zu reden kannst. Reagieren tut er nicht mehr, trinken will er nicht und ihn regelmäßig wenden damit laut google sich die Lunge nicht entzünden kann ist ebenso unmöglich da sein Bewegungsapparat komplett außer Gefecht gesetzt ist und Arzneien kannst du ihm erst recht nicht verabreichen, da du eben kein verdammter Tierarzt bist.

Innerlich beginnst du zu fluchen, zu verwünschen, zu schimpfen und letztendlich mündet all dieses Gefühlschaos in einem Moment der Gefühlsexplosion in der sich alles entlädt was sich über die letzten Tage, Wochen vor allem Stunden angehäuft hat. Angefangen von dem kleine Zwist mit der besten Freunden bis eben hin zu diesem zähen Augenblick der Ungewissheit ob ein geliebtes Wesen nicht gerade zu deinen eigenen Füßen stirbt und du nichts anderes tun kannst als ihn zu streicheln und zu zusehen.

Du weißt nicht mehr wie viele Stunden auf auf den Retter in Not warten musstet. Ein zwei, drei Stunden? Irgendwann weißt du gar nichts mehr außer dass irgendjemand kommen muss um dich aus diesem zäh dahin tropfenden Zeitfluss zu retten.

Den Pfropfen lösen dir wieder Luft zum Sein und Atmen geben, aber erst nachdem der Hund gerettet wurde. Wie auch immer in den nächsten Augenblicken, Momenten oder Stunden der messbaren Zeit wurde der Hund beruhigt, gekrault, gehätschelt und getätschelt. Nicht mit Futter, vielmehr mit einer Art Dauerbeschallung der eigenen Stimme die hastig irgendwas vor sich hin brabbelte, nur dass dies einem viel mehr selbst half als dem Hund. Sein kopf hing schiefer als zuvor und langsam erinnerte er dich an den fast Kopflosen Nick aus Harry Potter, nur dass Hund eben noch lebte und es dabei auch gefälligst bleiben sollte. In solchen Momenten fängt man normalerweise an an einen Art Gott zu glauben, du ebenso allerdings auch irgendwie nicht. Schließlich warst du atheistisch erzogen worden und dass einzige was zählte war die Überwindung des Augenblicks des Wartens ohne medizinische Versorgung, nur brauchst man ebenso wie du irgendjemanden auf den du fluchen kannst. An dem du all deinen Hass, deine Wut, deine Rache ausüben kannst als Revanche für all die grausamen Augenblicke an diesem Abend.

Es klingelte, es war nicht der Doktor es war dein Vater der Heim kam. Erst später klingelte es ein weiteres Mal dann kam der Arzt, dann aber in voller Montur. Es wurde erst gar nicht erst geredet sondern sofort nicht nur ein Katheter gelegt sondern ebenso eine Nährlösung mit angeschlossen, Motorik- sowie Sehtests durchgeführt… Die endgültige Diagnose war euch zwar bereits bekannt aber erfasste euch dennoch wie ein Tsunami um euch in die tiefen des Schocks hinab zu ziehen.

Augenblick der Vergewissheit:

Ein schwerer Schlaganfall. Der Arzt meinte, er würde dem Hund Kochsalz gegen den Wasserverlust geben und es würde hoffentlich dementsprechend das Gerinnsel umspülen und auflösen, kurzerhand abschießen. Wenn dies nicht innerhalb weniger Stunden helfen würde, dann wäre Ende. Für immer. So wie die Lösung vom deinem Lieblingswesen aufgesaugt wurde bekamst du statt der Übelkeit nun erneut Schüttelfrost. Irgendwie hattest du im Gefühl, dass ihr nicht gerade die Verstopfung der Blutbahn abschosst sondern den Patienten selbst. Ein schwarzes Loch für Kochsalz.

So begann erneut der ewige Augenblick oder der Tsunami der Erschöpfung. Schwarz Denken war schon immer deine Stärke gewesen und jetzt schwankte dein Gemüt wie eine Sinuskurve von Leben hinunter zu Tod und all dass in minütigen Wechsel. Der Tiermediziner versuchte uns abzulenken stellte Fragen, erzählte viel und schaute sich irgendwann interessiert die Wohnung an denn wir zwei deine Mutter und du wart zu konstatiert und zu sehr mit dem Nicht-Ertrinken im Zeitozean beschäftigt.

Ein vollständiger Containerflüssigkeit verschwand in ihm, da gab es kein Halten mehr. Die Tränen bildeten sich du wischtest sie trotzig weg. Nein, du würdest nicht weinen. Du würdest stark bleiben für euch drei. Du würdest solange bei deinem Hund bleiben bis zum Ende egal wie es ausging. Du würdest tapfer diesen schreckens Augenblick meistern um noch stählerner daraus hinaus zu schreiten und tapfere Krieger weinten nicht. Aber es half nichts für eine weggewischte Träne kamen zwei neue bald drei und irgendwann ja irgendwann ließest du sie laufen. Wie wie sie liefen ganz still und leise ohne schluchzen ohne Zucken. Selbst wenn der Hund deinen Angstschweiß roch so sollte zumindest weder der Arzt noch deine Mutter mitbekommen wie viel Gänsehaut sch mittlerweile bei dir gebildet hatte. Stark sein.

Nachdem Container mit der Salzlösung folgte ein andere mit der Aufschrift RI- irgendetwas… Demnach sollte dieses Zeug deinem Hund imaginäre Raketen verschaffen. Wenn es ihm wieder gut ginge würde er damit wieder laufen können. Verheult schautest du in die Augen deines Hundes, der mittlerweile mehr apathisch als ängstlich da lag. Erst jetzt bemerktest du die sich hin und her bewegen Pupillen wie ein Zuschauer bei einem Tennismatch schoß es dir durch den Kopf und du wartest nun ebenso apathisch und völlig erschöpft auf das Signal der endgültigen Entscheidung. Doch bei den sich immer noch bewegenden Pupillen bildeten sich sofort wieder Tränen und dieses Mal wischtest du sie weder zu erst weg noch versuchtest du leise zu weinen.

Das Würgen hatte aufgehört, ebenso wie das Hecheln und die Funktion des Schließmuskels. Der Hund war zugleich voll und leer. Dann: ein kurzes Gerappel, Fallens gefolgt von einem sich Wiederaufrappelns wild um sich Taumelns gar Schlagens und letztendlich des völlig ausgezehrten Liegenbleibens. In derselben apathischen Haltung wie vorher. Der fast Kopflose Nick ließ grüßen.

Selbst der naivste Mensch der Welt musste nun auch einsehen, das die Chancen auf Besserung wohl eher im untersten viertel winselnd herumkroch. Verprügelt vom Schicksal höchstpersönlich.

In der erneuten Wartezeit zwischen Abrechnung wieder mobil machen der ärztlichen Ausrüstung sowie Abschließendes Gespräch brichst du die dritte Taschentücherpackung an und schwelgst in Erinnerungen. Wie viel Spaß hattet ihr gemeinsam gehabt, wie viel Freude hatte er dir bereitet trotz schlammverschmierten Fell aber vor allem wie viel Mist hattet ihr zusammen unternommen? Vom spontanen Gartenumgraben bis ihn zum ersten Nachtspaziergang, weil er selbst auf Toilette musste. Plötzlich schwappten immer mehr Erinnerungen über dich hin weg beseitigten den Zog des Tsunamis der Hoffnungslosigkeit und du gabst dich dem weichen, fast schon Zuckerwasser, hin.

Du wusstest nicht wann genau du eingeschlafen warst, fest stand nur dass du jetzt halb den Hund erdrückend halb unter dem Bett liegend erwachtest. Deine Mutter beobachtete dich sowie den immer noch unangerührten Wassernapf. Ihr würdet noch eine Stunde warten bevor ihr den Arzt anrufen würdet. Denn es gäbe dort eine Möglichkeit auf Heilung, da irgendein Syndrom existieren würde welches das Mittelohr befiele um genau zu sein das Innenohr störe und deshalb der Hund kein Gleichgewichtssinn habe. Ungerührt hörst du dir dass an und bist skeptisch… Das sogenannte Syndrom könnte bis zu einer Woche andauern. Eine Woche, eine Woche der Ungewissheit. Ganze sieben Tage ohne funktionierenden Bewegungsapparat? Ohne Schließmuskel ohne sich zu bewegen zu können? Wie sollten wir den Hund wenden, wie sollte er fressen? Wie würde dein Vater reagieren? Und letztendlich wäre es denn dass alles wert? Ganze 168 Stunden den Hund pflegen… Laut Doc. hatte er wohl keine Schmerzen und wenn sich sein Zustand nicht verschlechterte würde er auch keine bekommen… Aber eine Woche?

Augenblick der Sterbebegleitung:

Wenig später riefen wir den Doc an. Wann er denn kommen könne… Frühestens morgen. Die Tierbestattung könne erst ab Vormittag. Es folgte erneut: weinen, warten, kraulen. Der Zog hatte uns alle wieder und zog uns immer weiter mit sich hinaus ins offene Meer und schließlich hinab in die Tiefen der Angst. Deine Mitbewohnerin hält tapfer Nachtwache du versuchst zu schlafen und tatsächlich gelingt es dir irgendwie unter unruhigen Minuten zumindest etwas Erlösung zu finden.

Noch halb in der Nacht stehst du völlig benommen auf und möchtest alles nur nicht den Hund sehen, denn der Anblick würde dich bis ins Mark zerstören, dich mitten ins Herz treffen und du wolltest schließlich stark bleiben bis zum Ende. Dass hieß keine einzige Träne, wenn der Vorsatz schon gestern nicht geklappt hatte dann wenigstens heute im wichtigsten Moment.  Du dachtest weiter, du konntest nicht aufhören an heute Mittag zu denken. Dein Gehirn kreiste und kreiste befand sich im Landeanflug und sekundenspäter wieder im Start. Du ohne deinen Hund. Du. ohne. Hund. für. immer.

Mit allem Mut gingst du ins Wohnzimmer und dort lagen sie deine Mama und dein Hund aneinander gekuschelt auf dem Boden. Der Hund schlafend deine Mutter dahin vegetierend im Halbschlaf. Stark sein hieß durch alle Momente zu gehen. Gute wie Schlechte, auch wenn es das Ende bedeutete. Einen größeren Gefallen hättest du ihm nicht tun können, meinte deine Mutter später.

Denn sein Zustand hatte sich verschlechtert…. Seine Zunge hing nicht mehr feucht, fröhlich, rosa aus seinem Maul sondern eher trocken und lilafarben. Du weißt nicht was du getan hättest wenn wach geworden wäre, so waren zumindest die ersten Stunden ertragbar allerdings schon bald erneut von dem altbekannten Tsunami, den Wasserfällen, Übermüdung, Hoffnungslosigkeit, Trauer und des Zeitsirups heimgesucht werden. Wie war das nochmal mit dem Augenblick gewesen? Er sehr nicht messbar… Dass traf es ganz gut die vergangene Zeit ist noch heute nicht messbar denn keiner von euch wusste wann es angefangen hat. Du weißt nur wann es zu Ende war. Um 12.33… Überraschend und ohne wirkliche Ankündigung war er da gewesen. Dummerweise warst du in dem Moment nicht im Zimmer sondern musstest kurz nach der Ankunft erst hinein sprinten noch klatsch nass von der Dusche sahst du also dort. Mit deiner Mutter und deinem Vater. Schnell merktest du, die Dusche hatte kaum etwas gebracht das Leid klebte immer noch an dir wie das zähflüssige Blut deines Hundes welches einfach nicht das Schlafmittel einfach nicht aufnehmen wollte und der Arzt schließlich direkt in eine Vene stechen musste. Wer denkt ein Tier stirbt schnell, der täuscht sich Minuten saßen wir da. Minuten kraulten wir ihn wie die letzten Stunden über Stunden. Und dann war er da der Augenblick des Todes mit all seinen Nebenwirkungen, der in einer Kinderwelt gar nicht vorkommt, selbst im Erwachsenenleben hoffentlich sehr selten. Aber Dinge die geschehen sind zu akzeptieren, weil sie nicht mehr rückgängig gemacht werden können heißt wohl auch Momente akzeptieren zu können. Mit ihnen abzuschließen, sie aufzuräumen und zu guter Letzt damit umgehen zu lernen.

Genauso wie er heute Morgen dort gelegen hatte genauso verließ er euch. Euer liebenswerter und bester Hauswolf aller Zeiten.

Du hast diese Geschichte jetzt gelesen und was auch immer du sein magst ich hoffe ich könnte dir helfen mich zu verstehen. Denn selbst noch nach sieben Tagen denke ich ich muss mit meinem Wolf raus, noch heute suche ich seine Leine, noch heute finde ich überall in jeder meiner Taschen mindestens einen Gassibeutel… Die Liste geht endlos so weiter und ich denke ich werde wohl noch viele Male in der Nacht aufwachen merken das das Schnarchen fehlt und mich wundern bis mir wieder einfällt was passiert ist.

Ich. hasse. diese. Augenblicke.

 

 

Wer Fehler findet, grammatikalische Ungereimtheiten oder logische Verwirrung behaltet sie bitte nicht für euch sondern sagt es mir. Ich würde hier gerne einen Erinnerung hinterlassen die meinem Wolf gerecht wird, obwohl das quasi unmöglich ist…. Denn er ist einfach zu genial gewesen um ihn beschreiben zu können. Sieben Mal wurde dieser Text korrigiert, aber ich kann trotzdem für nichts garantieren. Irgendwann möchte man die voll geheulte Tastatur seines Laptops eben nicht all zu strapazieren. Übrigens der Spaß und die Zeit mit meinem Waren ebenfalls unmöglich messbar. Ich würde sie gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen. 

Und aus irgendeinem Grund muss ich euch jetzt noch was sagen: Ich hab euch lieb.

Keine Ahnung woher dass kam… Gewöhnt euch nicht dran kapiert?!