Monat: März 2016

Gesammelte Schätze- Der Monat der Tagundnachtgleiche

An dieser Beitragsreihe erkenne ich immer wieder wie schnell die Zeit geradezu wegrennt. Früher dachte ich immer, dies wäre der Standart Spruch von alten Leuten, aber jetzt… Dabei habe ich noch so viel zu erledigen. Nun, aber für euch mal eine kleine Abwechslung. Ich denke ich sollte von nun an Mr. Foster Wallace etwas mischen, da ich erstens an dem Brocken noch etwas länger knabbern werde und zweitens ich wie mit unserern Lebenserhaltungsfunktionen halten möchte. Beispielweise essen, unsere Fett, Protein und Kohlenhydratquellen sollten möglichst komplex sowie abwechslungsreich sein. Nun hier habt ihr erstens eure Abwechslung und ich hoffe auch die Komplexität, trotz dezimierten Foster Wallace. Dennoch bleibt die Basis recht humorig, denn in all den Tagen der fucking-menschlichen Abgründe muss man auch mal Lachen dürfen, verdammt noch mal. Die Satanistin hat gesprochen!

 

Hm. trifft auf unsere gegenwärtige gesellschaftliche Struktur leider so ziemlich zu und zwar per Punktlandung:

Ich habe Menschen schon immer in zwei Kategorien eingeteilt: in die Gebenden, Großzügigen, die Verantwortung übernehmen und weder weltlichen noch geistigen Müll hinterlassen und dann die Anderen, die nie etwas hergeben, weil sie es aus irgendeinem Grund nicht können oder wollen, vielleicht weil sie finden, dass die Anderen ihnen etwas schuldig sind. Sie sind immer schnell dabei, fremde Hilfe anzunehmen, kommen aber nie auf die Idee, anderen Hilfe anzubieten. Geistige Blutsauger nennt man sowas.

S.13 – Hören Sie gut zu und wiederholen Sie von Jón Gnarr

 

Jetzt mal ehrlich… Wer von uns will heute kein orangener Engel sein und ich meine damit nicht die Müllmänner:

»Wenn du nichts lernst, dann wird auch nichts aus dir. was willst du denn überhaupt werden wenn du groß bist- Müllman vielleicht?«, sagten sie. Die Idee war zweifellos verlockend. Die Müllmänner waren die Seeräuber der Neuzeit. Sie kamen im Morgengrauen, sprangen lässig hinten auf ihre Müllautos, waren frei und unabhängig. mit pfiffen und munteren zurufen hechteten sie hinter den Mülltonnen her, um dann genauso plötzlich, wie sie aufgetaucht waren, wieder zu verschwinden. Für mich waren die Müllmänner eine Art Helden, und ich schaute voller Bewunderung zu ihnen auf.

S. 27- Hören Sie gut zu und wiederholen Sie von Jón Gnarr

 

Noch besser als der Auftakt. Wobei Gutenberg seine Doktorarbeit selbst verbockt hat. Wer ist so blöd und lässt sich auch noch beim schummeln erwischen?!

Wodurch sind unsere Politiker so geworden? Wer hat sie so gemacht? Die antwort lautet: Wir. Wir alle. Wir haben die Demokratie vernachlässigt, wir haben nicht aufgepasst und wurden in gewisser Weise auch verarscht.  

S. 55 – Hören Sie gut zu und wiederholen Sie von Jón Gnarr

 

So empfinde ich meist in sämtlichen Unterrichtsstunden sowie Pausengesprächen:

»Sjón und Óttar hatten heute ein Gespräch mit Dagur«, gab Heiða bekannt. »Hat er „The Wire“ gesehen?«,  fragte ich. »Wir haben das kurz angesprochen«, sagte Óttar. »Nein, er hat die serie nie gesehen und er wollte wissen, ob wir das allen Ernstes zur Bedingung für eine Zusammenarbeit machen.« » „The Wire“ muss er kennen!«, beharrte ich. »Über was soll ich denn sonst mit ihm reden – über Sozalismus vielleicht?«

S.91 – Hören Sie gut zu und wiederholen Sie von Jón Gnarr

 

Meines Erachtens reich da eine Reklamation bei der Fluggesellschaft nicht aus, eher zwei oder drei:

Da reist man auf die Malediven in Erwartung klaren blaugrünen Wassers, um festzustellen, dass man sich in Sülze aalt. Jeder Milimete birgt laut Azam eine Infrastruktur aus über 300 Kilometern Proteinen, mehr als fünfeinhalbtausend Kilometern Polysacchariden und zwei Kilometern DNS-Verbindungen. Dazwischen belauern einanander ganze Mikrobenheere, von denen einige aktiv auf die Jagd gehen.

S. 165-  Nachrichten aus dem unbekannten Universum von Frank Schätzling

 

Die Welt aus der Sicht von unseren irdischen Pflanzenfressern:

Was wäre die Serengeti ohne Löwen? Ein Paradies, rufen alle Gazellen im Chor. Antilopen, Gnus und Zebras fallen ein: Ein Paradies, ein Paradies! Selbst die Nashörne und Nilpferde wären nicht unglücklich, wenn der König abdanken würde, auch ihren Nachwuchs hat er schon zwischen den Klauen gehabt. Löwen, Geparden und Leoparden sind in der Serengeti dramatisch zurückgegangen, aber noch regilieren sie die Bestände der Huftiere. diese leiden allerdings weit mehr unter den Drahtschlingen und sonstigen fiesen Tricks der Wilderer. Die Großkatzen sorgen nur dafür, dass sich die Vegetarier nicht übermäßig ausbreiten und Unheilstiftn, aber erzähl‘ das mal einem Huftier.

S. 206- Nachrichten aus dem unbekannten Universum von Frank Schätzling

 

Bevor ich selbst dem Jugendslang und dem Fluchen verfiel dachte ich ähnlich. Wobei ich chillaxen nie in einen ernstahften Kontext mit eingebracht habe:

»Endlich wieder cillaxen«, raunte Mark. Ich kann nur erahnen, was er meint. Chillaxen. Dieses Verb ist nicht sehr dolfin.

S. 137- Planet Magnon von Leif Randt

 

So ganz ohne ihn geht es dann aber doch nicht. Jeder sündigt einmal irgendwie:

Ich wollte meinem Bett ein lautes Quietschen entlocken, was, wie ich wusste, im Fall meines Bettes von der lateralen Reibung zwischen Holzlatten und Lattenrostunterlagen innerhalb des Bettgestells verursacht würde. 

S. 725 Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

 

Aber beenden werde ich es mit einem dramatischen Tusch:

»Ich bin der einzig denkbare Spitzenfellow… ich bringe den Neubeginn.« Ich senke meine Stimme: »Aber von diesen Dingen verstehst du nichts.« Kristen versucht gegen die Härte in meinem Blick anzulächeln. Ich drehe mich um.

S. 197- Planet Magnon von Leif Randt

Advertisements

Eine kleine Reise durch die urbanen Gefilde der Welt

Nun… hier einer der Gründe weshalb ich in letzter Zeit mich etwas weniger zu Wort melde. Ich bin in den letzten Wochen, doch recht eingespannt gewesen und werde es weithin sein. Denn unsere Kunstlehrerin hatte die hervorragende Idee sich als nächstes dem Semesterthema der Fotographie zu widmen. Widererwartend macht es mir sogar außerordentlich viel Spaß, weshalb in meinem Urlaub doch recht viele Fotos für dieses Projekt entstanden sind. Der poetische Titel lautete: Bildersuche und beschäftigte sich mit verschiedenen Kategorien der fotographischen Gestaltungsmittel und hiermit möchte ich mit euch ganz still schweigend meine auserwählte Ausbeute teilen.

Licht und Schatten:

 

Suche nach Linien:

Spiegelung und Reflexion: 

 

Auf Augenhöhe:

Muster und Strukturen:

Fill the Frame:

Froschperspektive:

Natürliche Rahmen:

Ich bin ein Filius, Sohn…. (1)

Elatus, mein Name ist Aurelietta Sohn und seit dem gestrigen Tage im Januar bin ich Teil von Söhne&Söhne. Ich werde von nun an wachsen, beiwohnen und veredeln. Ich werde niemals aussprechen, was ich lieber verschweige, ich werde weder mir vorschnelle Urteile über andere Söhne anmaßen noch meine Arbeit unterbrechen und auch nichts davon übrig lassen. Von nun an wird meine gesamte Energie für die Ur-Filiale schlagen… Das geknüpfte Band wird niemals reißen und mich für ewig mit meinen anderen Söhnen verbinden…

Feststeht, dass das gestrige geknüpfte Band sich vermutlich tatsächlich nicht so leicht von mir lösen lässt auch die daran geknüpften Erinnerungen. So ein Vorstellungsgespräch inklusive Assesmentzenter werde ich wohl nie wieder erleben, zumindest hoffe ich dies inständigst. Ich hatte nämlich nicht vor bei den Zeugen Jehovas etc. anzufangen. Deshalb werde ich mich wohl bei jedem zukünftigen Vorstellungsgespräch entspannt zurück lehnen können und beruhigt lächeln. So außergewöhnlich waren meine Freitagabende schon lange nicht mehr.

Im Rahmen unseres Profiles und Leistungskurses bekamen wir eines Tages zwei Faltblätter auf den Aula-Boden geknallt, auf denen es um eine geheimnisvolle Filialenkette ging namens Söhne? Söhne. Sie war die älteste Filiale und besteht nicht nur seit Anfang an sondern nimmt eine zentrale Stellung unseres heutigen Lebens ein.

und da diese Filalien eben expandieren wollen suchen sie UNS, die Auserwählten um bei ihnen vorstellig zu werden für einen lebenslangen Job.

So weit so gut, dass hieß für meinen Kurs und mich sich auf ein weiteres Theaterprojekt der Gruppe Signa einlassen, mittlerweile für mich das dritte Mal. Ein wenig nervös waren wir schon, unser Pädagoge machte sich nun seit einer Woche einen Spaß darüber gelegentlich merkwürdige Andeutungen zu machen und sein verdammtes Joker-Lächeln aufblitzen zu sehen. Einige Neulinge ließen sich davon arg einschüchtern, schließlich ist immersives Theater von SIGNA eigentlich immer FSK 18. Wenn wir Glück hätten und sich am ende des Abend noch keiner vor unseren Füßen übergeben hätte, hätten wir noch einen sehr ruhigen Abend gehabt. Man sollte niemals die Wirkung von Kunstblut und Platzpatronen unterschätzen.

Pünktlich um 18 Uhr sollten wir angehenden Söhne (ja liebe FeministenINNEN, es gab NUR Söhne) in der Filiale erscheinen. Kaum angekommen wurden wir auch schon zur Eile angetrieben, denn natürlich waren wir zu spät…. Wie das passieren konnte wussten wir selbst nicht, denn vor 2 Minuten war eigentlich noch reichlich Zeit gewesen, doch mit der Überschreitung der Schwelle ins Innere des Herzens wechselten anscheinend auch die Zeitdemensionen. Unsere Garderobe wurde uns gerade zu entrissen und ehe ich mich versah saß ich auch noch allein zwischen wildfremden Menschen in einem riesigen, sehr dreckigen Versammlungsraum. In die Handgedrückt bekam ich lediglich eine Nummer und ein Klemmbrett. Fragen wurden ignoriert, Schwindelgefühle unterdrückt und eine gerade Haltung war durch hundert starrende Augen plötzlich sehr essentiell geworden. Neben uns 50 Auserwählten trudelten alle Mitarbeiter der Filiale ein, selbst der merkwürdig hinkende Koch. 50 weitere Menschen in grauen Kostümen, Frags, Anzügen und Kitteln selbst der Firmenclown (Flavia Sohn) vergnügten sich am Rande stehend.

(mehr …)

25 ins WorldWideWeb gestanzte Bücherdoktrin

Während dieser Beitrag wohl hochfährt, glänze ich der Weil mal wieder durch Abwesenheit. Diesmal Ferienbedingt. Im Moment weiß ich nicht, falls ich in dieser Woche jemals Internet haben werde… Ich darf gespannt sein. Doch nun zu einem anderen Thema, das Thema des Beitrages. Die wunderbar belesene Itchy hatte mich vor gefühlten unzähligen Jahren einemal it diesem Stöckchen beworfen, was ich leider viel zu lange vernachlässigt habe… Hiermit hole ich es nun nach und hoffe, dass ich zumindest einigermaßen kreativ war. Denn bookish bin ich trotz Bücherliebe irgendwie doch nicht.

Mapping the modern World...

Ich hasse Buchcover, die Menschenabbilder aufgedruckt haben. Weshalb? Es exstieren sieben Milliarden von uns, da brauche ich uns nicht auch noch in meinen Bücherregalen zu Hause. Mein zu Hause ist der einzige Ort, an dem ich mal Menschenfrei habe.

Mir rollen sich die Zehennägel hoch wenn es innerhalb einer Buchreihe zu einem Coverdesignwechsel kommt. Warum tun uns das diese Verlage an? Besitzen die kein optisches Herz? Folgendes Problem ist mir schon dreimal unterfahren… Zu meinem lezten Geburstag hatte ich mir Die Bestimmung-  Letzte Entscheidung gewünscht und was bekam ich? Allegiant, die amerikanischen Taschenbuchversion zum Film. Ich besitze/ besaß voher die deutsche Taschenbuchversion. Dieser Bruch ruft heute noch Augenkrebs bei mir hervor. Vor allem weil auf dem Cover eine menschliche Silouette zu sehen ist und zwar deutlich. Ich will die grüne deutsche Version!

Wobei das Schlimmste für mich immer noch bis heute der Wechsel von Hörbuch auf Roman… weil das Hörbuch nicht mehr prodziert werden konnte.

Im allgemeinen finde ich das Deutschland die schönsten Buchillustratoren sowie Coverillustrationen führt.

(mehr …)

Wer will mit nach Shangri- La?

Nachdem klitzekleinenJapanausflug steigen wir nun wieder ins imaginäre Flugzeug und überwinden die 4.552 Kilometer Luftlinie in gute fünf einhalb Stunden oder eben innerhalb von 60 Sekunden wenn es lediglich in den Nebenraum geht. Das Publikum schrumpfte von guten 100 Zuhörern auf höchstens 20 und weshalb? Vermutlich an der Bekanntheit des Faches. Tibetologie ist ähnlich wie Uralistik oder Finnougristik eher weniger populär.

Dort wird sich das sprachliche Glück finden...

Dort wird sich das sprachliche Glück finden

Auf dem Campus gehören Indologen und Tibetologen zusammen in eine Studiengruppe. Während Indologie noch 2 Professoren und einen Lektor besitzt, bedient Tibetologie genau einen Professor (oder eine Professorin? Der Name war herrlich neutral) und einen Lektor. Recht familiär…

Somit startete die Vorlesung mit einer Einführung für uns Ahnungslose auf engstem, kuscheligen Raum. Das Thema möchte ich euch jeden Falls nicht vorenthalten, denn Tibet ist nicht gleich Tibet.

Es gibt das allgemeine Tibet, dies bezeichnet das tibetische Hochland, ergo die Qinghai-Tibet-Hochebene bzw. Hochasien… Die Hochebene beinhaltet nicht nur den Lebensraum aller tibetisch sprachiger Völker sondern auch das historische Tibet. Dies wieder rum schließt das heutige Autonome Gebiet der Volksrepublik Chinas ein sowie die Gebirgszüge des Himalayas, Kunlun, Shan, Qilian- Shan usw.

Die heutige Autonome Republik zählt ungefähr 6 Millionen Tibeter auf 1,2 mio. Quadratkilometer. Diese Quadratkilometer mache allein schon 12,5 % der Gesamtfläche Chinas aus… Drei mal größer als Deutschland.

Das Tibet vor 50 Jahren betrug 2,5 Millionen Quadratkilometer was ganze 25% ausmachte. Ein Viertel der Gesamtfläche Chinas… Sieben mal größer als Deutschland. Die chinesische Verwaltungsgliederung des größten Teils des historischen Großraums Tibet umfasst heute das autonome Gebiet (neues Tibet) sowie weitere unabhängige Bezirke und Kreise.

Das historische Tibet hat sich nicht nur innerhalb Chinas aufgespalten sondern zerteilte sich unfreiwillig in Teilregionen Pakistans, Indiens, Nepals, Bhutans und Myanmars.

Soweit so kompliziert… es wird noch weit aus komplexer.

(mehr …)