Monat: Juli 2015

Unglaublich viele Arschkarten, ausgeteilt vom Schicksal höchstpersönlich

Krakau Polen, 760.000 Einwohner, ungefähr so groß wie Dresden, mehr Einwohner als Frankfurt am Main und unglaublich

Warum Krakau?

Wussten wir auch nicht. Eigentlich standen die verse Freizeitparks zur Auswahl und ein Ferienhaus im Umland zu Diskussion. Nur war das alles viel zu teuer und kurz bevor wir am verzweifeln waren kam unser Lehrer mit Sparpreisen nach Krakau… Schließlich wartete die Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau auf uns.

Völlig geschafft von der Theateraction stand wir dennoch alle mehr oder weniger pünktlich am ersten Terminal unseres örtlichen Flughafens, zum Abflug bereit. Die Fluglinie gehörte zu den Billiglinien weshalb jeder nur mit Not ein Handgepäckstück mit einer Größe von 56x45x25 cm zusammen gerafft hatte. Vor dem Start wurde sich wild beschwert wie klein dass doch sei und dass man unmöglich so wenig für drei Tage ein packen könne. Aber die Fluggesellschaften haben eben die Macht und so fügten sich trotz Protest alle. Ohne Koffer zu reisen ist übrigens sehr praktisch. Man kann sofort zur Security eilen und wenn man dann auch noch in die riesen Familienschlange kommt ist man innerhalb von 10 Minuten dadurch. Auf unsere ironische Bemerkung: Aber wir seien doch keine Familie. Antworte der Zollbeamte nur, dass es so für ihn und für uns doch wesentlich angenehmer wäre… In dem Moment erwartete ich merkwürdigerweise, dass er sich, sobald wir uns umdrehten, seine Maske hinunter ziehen würde und Joker persönlich vor uns stände. Der Gesichtsausdruck, die Stimmlage und das Lächeln hätten gepasst. Joker blieb aber aus, ebenso wie Harley Quinn. Unter uns, einige der Security Mitarbeiterinnen hätten sich nur noch Schminken müssen und schon hätte Mister J. eine Begleiterin gehabt.

Mr. Waschbär kommentierte nur: Jetzt haben die nicht nur Knarren und Schlagstöcke, nein jetzt sind die auch noch irre. Super… Dabei grinste er, rieb sich dabei die Hände und hüpfte dann in einer Art Hoppserlauf vorne weg. In dem Moment kam mir der Gedanke in den Sinn, dass ich auf keinen Fall wie Harley Quinn werden möchte. Nein, da konnte er sich jemand anderes aussuchen.

Bis zur Ankunft in Krakau passierte durch aus wenig, eigentlich nichts. Außer dass ich beim Start, wie jedes Mal, mich fast übergeben hätte. Das Sicherheitsballet wurde analog vorgeführt, was ich ziemlich schade fand, denn ich spekulierte immer noch auf einen Film. Während des Fluges wurden die sichersten Plätze des Flugzeugs diskutiert (in der Realität exestieren die leider nicht). In der Theorie müsste es so lauten: Vorne  65% Überlebenschancen und Hinten 53%. In der Mitte? Wollt ihr gar nicht wissen 😉 Natürlich wurden auch die berühmt, berüchtigten Flug-Horror-Stories erzählt. So macht man sich bei den Mitreisenden sehr beliebt, selbst die Crew sah nicht erfreut aus. Ermahnt hat mich aber keiner. Sobald ich meine gesammelten Horror-Stories erzählt habe geht’s mir immer viel besser. Wie gesagt, nur meinen Mitreisenden nicht. Was auch leider Ms. Sugarshypie betraf zu der ich ein unentspanntes Verhältnis pflege. Was ihr offensichtlich egal war, denn sie benutze mich für den Rest des Fluges als Seelentröster, Kuschelkugel und Mama in einem. Trotzdem eine kleine Kostprobe der Horror-Stories gefällig? Kennt ihr die Geschichte mit dem kaputten Autopilot? Nein? Cool. Hier kommt sie. Wer unter Aviophobie leidet, bitte überspringen.

Es gab auf dem Flug von  Sao Paolo  nach Porto Alegre einen Zwischeneinfall, dass die Crew ohne Co-pilot flog und der Pilot irgendwann den Autopiloten einschaltete um eine Tasse Kaffee zu trinken. Dann plötzlich rollte das Flugzeug über 90° nach rechts dann scharf zurück über die horizontale hinaus und dann wieder zruück. Der Autopilot schaffte es das Flugzeug zu stabiliesieren und der Kapitän konnte wieder ins Cockpit zurück…

So… fertig. (Wer noch mehr haben will)

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Vorstellung verfehlte… alles?!

Weiter geht’s mit dem Rückblick auf die Leipziger Buchmesse (ich schaffe den komplette Berichtserie… Wetten?! Ich glaube es fehlend nur noch fünf oder sechs Artikel) und zwar mit einem Roman von Alexander Neumeyer. Was mich neugierig gemacht hat, war der Name des Buches und der des Autors, denn ich hatte noch nie zu vor von beiden gehört. Selbst im Nachhinein blieb mir sein „Lebensepos“ verborgen, da weder Google noch Ecosia oder andere Suchmaschienen eine Antwort auf meine Frage hatten, aber zurück zum Titel.

Er lautet: Wir Sternenkinder. Ein Roman ohne Helden. Zugegeben ein klein wenig dramatisch, aber vielleicht würde es ein gutes Jugendbuch werden wie: Es wird keine Helden geben, so meine Überlgegungen. Wenn nicht dieses Thema dort drin behandelt würde, dann doch sicher ein ähnliches. Beispielweise: Sternenkinder. Klingt jetzt sehr kreaktiv, aber tatsächlich heißen so frisch verstorbene Säuglinge (verstorben kurz nach oder während der Geburt). Wie man das Thema allerdings in einem Buch umsetzten wollte, wusste ich nicht, (da das wir sich ja wohl kaum auf die verstorbenen Kinder beziehen konnte), aber ich war schließlich nicht der Autor. Vielleicht würde es etwa so außsehen wie die Geschichte des Film Mondscheinkinder. Aber was wusste ich schon? Also stand ich pünktlich (ein Wunder) um 14.00Uhr in der Halle 5 an der entsprechenden Lesenische, um dort erst einmal festzustellen, dass die vorherige Vernstaltung überzogen hatte, sie also immer noch lief.  Wäre ich doch zu spät gekommen… Meine Begeisterung für indianische Kriegslieder hatte sich in der dritten Klasse erledigt. Allerdings dauerte die Begeisterung nur fünf Minuten an, dann erfolgte ein leicht hektischer Umbau und schon betrat Alexander Neumeyer das kleine Lespodest. Inzwischen kannte ich sogar den ungefähren Inhalt des Romans, dank eines Gespräches zwischen den kleineren Managern des Verlages.

Sternenkinder schien ein Familienroman zu sein. So weit so gut. Das hatte ich schon vermutet. Die nächsten Informationen verrieten auch leider nicht viel mehr. Der Roman spielte über 60-Jahre hinweg, während dieser Zeitspanne werden von Großmutter, Tochter und die dazu gehörigen Enkel verschiedene Lebensgeschichte und Schicksale (Hauptmerkmal: BRD-DDR) beschrieben, bis ins Jahre 2000. Trotz der Wissenserweiterung, hatte ich immer noch nicht den leisesten Schimmer, was mich erwartete. Eine Art Biographie sowie die des Finnen von gestern? Oder doch etwas ganz anderes? Herr Neumeyer räusperte sich, im Publikum fiel ein letztes Husten und dann wurde es still (So still wie es eben in einer Hangar großen Halle werden konnte). Beziehungsweise er hielt erst eine kleine Dankesrede an verschiedenste Personen und im Nachschub erwähnte er folgenden Satz ganz Beiläufig: Er wolle eine Passage direkt aus der Mitte vorlesen, bis dahin sei schon einiges passiert, doch wir wären in der Lage dem Geschehen trotzdem zu folgen.

Ehrlich gesagt, nein ich konnte nicht folgen. Ich kann bis heute noch nicht folgen, weil der Inhalt der Passage relativ unerwartet kam…

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Gepriesen sei der gute Mensch von Sezuan…

Disclaimer: Diser Artikel ist absolut ungeordenen und chaotisch. Wer Struktur sucht ist hier falsch. Dazu wird empfohlen das Stück: Der gute Mensch von Sezuan zu kennen. Wer nun Panik schiebt, ganz ruhig. Der klicke einmal bitte hier für eine Zusammenfassung und hier für eine Zusammenfassung als Video.Ich bin so etwas von überarbeitet und dem Schauspieler Burn-Out nahe, aber ich denke dass ist bei 2 Wochen Proben und eine Woche lang nur 5 Stunden Schlaf normal…

Während alle anderen Schüler in meinem Bundesland und Restdeutschland dass Näherkommen der großen Ferien feiern und eigentlich nur noch schwänzen oder Eis essen, durften mussten wir seit letzten Donnerstag von 8.30 bis 22.30 Uhr in der Aula hocken und proben. Unser Abschiedstheaterstück stand an und da unser Klassenlehrer leicht  größenwahnsinnig ist, fand er die Idee den Guten Menschen von Sezuan auf zu führen wunderbar… 142 Seiten Text von Brecht in genau 17 Tagen durchprügeln? Kein Problem… Ähm doch!

Wir hatten zwar ein Schuljahr lang Zeit, für dieses Stück, aber warum nicht das Schuljahr auf die letzen 17 verkürzen? Kann man doch viel intensiver Arbeiten… Kurz um, ich wollte eigentlich einen der Götter spielen. Ein wenig Text, ein wenig Theater spielen, aber nicht allzu viel Stress. Mein Plan ging aber leider nicht auf. Ich bekam zwar weder die Rolle der Shen Te oder Suns, dennoch ich wurde als Wang, der Wasserverkäufer zu geteilt. Nun musste aus meinem Plan A, ganz schnell ein Masterplan werden… Das ich diesen Charakter immer noch nicht verstehehe half mir nicht weiter. Ein armer Betrüger, der ständig den Sündenbock spielen muss und leider herzensgut ist? Na super… Meine Traumrolle.

Wie beginnt man also eine Rolle zu lernen, die das Stück eröffnet und zwar mit einem 2.34 minütigen langen Monolog, der über zwei Seiten geht? M kneift den Ars… zusammen und knüppelt sich den Text irgendwie ins Gehirn. Morgens, mittags, abends. Auch in den Schulstunden. Andere Lektüren schloss ich weg und die Noten standen fest. Die meisten Lehrer waren einfach nur froh, dass wir endlich einmal still waren und sie ihr Ich-tue-mal-so-als-ob-ich-alles-im-Griff-hätte-und-mache-Scheinunterricht-Ballet in Ruhe celebrieren konnten. Die Hauptrollen hatten in den letzen Wochen erstaunlich viele Arzttermine oder Familienfeiern. Wer leider weder Krankheiten noch eine Großfamilie aufweisen konnte, wurde kreativ im Textlernen.

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