Art

Thy Art is murder #20

Menschen betreiben auf die unterschiedlichste Art und Weise Realitätsflucht. Die einen Lesen exzessiv bevorzugt Schi-Fi oder High-Fantasy, die anderen misbbrauchen gewisse (il-)legale Drogen, wiederum andere werden Extremsportler_innen. Ich lasse es ein wenig gemäßigter angehen, ich hole lediglich verpasste Popkultur nach. Gerne in Form von Pokémon oder anderen feel good Animes/ Cartoon Serien (ignoriert an dieser Stelle, bitte die Lore des Pokémon Mangas). Ich liebe die Vorstellung, dass ich wortwörtlich einen semi-zahmen Drachen in meiner Hosentasche mit mir herum tragen könnte oder ein Emolga oder Togepi mit mir herum tragen könnte. Zumal diese Welt oder Zivilisation so sicher und unbekümmert sein muss, dass 10-jährige Kinder einfach frei in der Welt herumreisen dürfen. Alleine, ohne Handy, Helikopterletern würden in unserer Welt nach ganzen fünf Minuten durchdrehen. Wie lange ist Ash dagegen unterwegs? Wie auch immer, eines Tages kam ich auf die glorreiche Idee meinen Freundeskreis als Pokémon zu zeichnen. Das Vorhaben ist im Verlauf ein wenig eskaliert.

Bevor ich mich jedoch ans Zeichnen machte brauchte ich ein Konzept und ich versuchte mich daran zu definieren, inwiefern sich die Typen der einzelnen Pokémons kategorisieren lassen und inwiefern sie die einzelnen Charaktere meiner Freunde repräsentieren könnten ohne verletzend zu wirken. Ich versucht es zuerst mit einer Internetvorlage, die nur so semi-gutes ausspuckte, dann mit einer Mischung aus Definitionen der Elemente aus anderen Kulturen in Verbindung mit DnD Klassen und letztendlich warf ich alle meine Ideen meinem Lieblingsmenschen an den Kopf, er setzte sich wiederum mit seinem Kumpel einen Nachmittag hin und am Ende lag eine fertige Tabelle aus Analogien bestehend Assoziationen vor uns. Demnach betitele ich das Projekt auch als Trio-Arbeit.

Fairy- Bug: charismatisch- faszinierend

Ice- Fire: introviertiert- extrovertiert

Dark- Water: proaktiv unkonfrontativ- reaktiv unkonfrontativ

Fighting- Ghost: handelnd- denkend

Steel- Gras: kameradschaftlich- animierend

Flying- Stone: spontan- methodisch

Psychic- Ground: zen- bodenständig

Electric- Dragon: wagemutig- besonnen

Wisst ihr eigentlich wie schwer es ist tatsächlich gute Pokémons zu designen? Stil, Konzept, Lore, alles muss irgendwie in die bereits vorgegebene Welt hineinpassen und doch so eigen sein, dass es nicht wie ein billiger Abklatsch wirkt. Ich hatte mich vorher noch nie wirklich mit Charakter-Design beschäftigt und dieses Video rette mir buchstäblich meinen Hintern.

Teilweise habe ich mich sehr von Mutternatur inspirieren lassen, aber so ähnlich erging es den Pokémons der ersten Generation ebenfalls. Ich sehe auch absolut nicht ein, was daran falsch sein soll. Überschneidungen zu bereits existierenden Pokémon waren manchmal unvermeidbar, sei es dass ich eine Idee oder Konzept so genial fand, ich den ein oder anderen Designaspekt mochte oder schlichtweg daran, dass bereits über 890 Pokémon gibt und es recht schwer ist etwas völlig individuelles und neues zu produzieren. Manchmal waren meine revolutionären Ideen gar nicht so revolutionär wie ich zuerst angenommen hätte. Shit happens, ich bekomme hierfür schließlich kein Geld und das Zeugs nicht studiert.

 

Typ: Fighting Ice

Attacks: Focus Punch, Avalanche

Z-Moves: Icicle Twister

Pokédexeintrag: Samsei does not like to be pushed around. But when left to it’s own, it’ll seek out interaction and companionship.

Konzept: In Anbetracht dessen, dass ich dieses Pokémon als letztes gezeichnet habe war ich mit meinen Ideen für den Typ Eis bereits ziemlich am Ende, was das ganze ein wenig schwieriger gestaltete als ich eigentlich wollte. Mein erster Gedanke einer Schneeflocke viel bereits weg, denn ein Schneeflocken Pokémon gab es bereits, genauso wie ein Eisgolem oder irgendwas anderes was den Kampfaspekt noch mit symbolisieren könnte. Eine Kiwi zwitscherte dann etwas von Wurfwaffen und am Ende landete ich dann bei Shurikens. Sie sehen mit etwas Fantasy aus wie Schneeflocken, sind assoziiert mit dem Aspekt Kampf und das Auge ist ein nettes Gegengewicht zu den äußeren Armen.

 

 

Typ: Ice-Ground

Attacks: Blizzard, High Horse Power

Z-Moves: Spectral Bite

Pokédexeintrag: Timdra can spend months on their own in the icy fields. Despite that, they enjoy and look forward to the occasional encounter with another living being.

Konzept: Ich gebe sofort zu, dieses Pokémon ist quasi ein Rip-off aller erster Güte. Allerdings bin ich ein wenig Stolz darauf, dass beide Konzeptanteile aus dem jeweiligen Avatar-Universum stammen. Ich wusste zunächst nicht wie ich den Aspekt Ground darstellen sollte. Ground klingt nach etwas massiven, stoischen, überdauernden. Soweit so gut, nur fielen erste Assoziationen in Form von Bergen, Gletschern oder Maulwürfen weg. Einen Eiswurm oder einen weiteren Käfer wollte ich mir ebenfalls ersparen und so musste Naga die Eisbärhündin von Avatar Korra herhalten. Die Eisbärhündin einfach so zu übernehmen war mir jedoch nicht spannend genug und so suchte ich nach wegen, die Eisbärhündin eben nicht mehr nach einer Eisbärhündin aussehen zu lassen. Da kam der Natterwolf aus Avatar- Aufbruch nach Pandora ins Spiel. Der Plot des Films ist schrecklich, ich kann James Cameron absolut nicht leiden, aber die Optik des Films und dass bisschen Worldbuilding ist bombe. So wurden es sechs Beine anstatt vier und die restlichen Extremitäten wurden vom Hammerkopf oder Triceratops ausgeliehen. Fertig ist, war ein weiteres Pokémon. Übrigens Extremitäten zu einem Körper hinzuzufügen, der eigentlich nicht darauf ausgelegt ist, ist anatomisch eine absolute Pest. Wollte es nur einmal gesagt haben.

 

Typ: Bug-Ice

Attacks: Sticky Web, Freeze Shock

Z-Moves: Gem Canon

Pokédexeintrag: Lukgog are highly curious. They can be found in the strangest places and are never quite where you expect them.

Konzept: Bug hießt so viel wie Käfer, aber eigentlich hätten sie es mit Insekten übersetzen müssen. Denn Bug Pokémon sind alles andere als nur Käfer, wo eigentlich mein Problem lag. Alles was an Insekten zu der Person passt, die ich portraitieren wollte war bereis vergeben und meine Kreativität hängte sich permanent an der Vorlage auf. Das war ein klein wenig nervig, denn ich wollte wirklich alles zeichnen nur keinen Käfer. Stellt sich heraus, dass mein Vorhaben nicht wirklich gut geklappt hat, ich aber rückwirkend doch sehr mit dem Output zufrieden bin. Ich meine, der Fellkragen (ich weiß, die Struktur ist ein wenig daneben gegangen) und die Eiskristalle an den Gelenken und am Hintern sind nette Accessoires.

 

 

Typ: Fairy-Steel

Attacks: Moonblast, Mirror Shot

Z-Moves: Arrow Storm

Pokédexeintrag: Fanfeis are empathic creatures with a strong desire to help. They are often found in dangerous territory, waiting to guide those in need.

Konzept: Rowlet und seine weiteren Evolutionsstufen lassen grüßen. In diesem Fall viel mir jedoch kein weiteres Tier ein was die zwei Typen Fairy und Steel so gut verkörpern könnte, gerade in Kombination mit Weisheit. Eulen sind gerade durch popkulturelle Werke wie Märchen und allen voran Harry Potter mit Magie, Mystik und Geheimnissen verbunden. Selbst Avatar wählte als Bibliothekshüter den Geist Wan Shi Tong, der die Gestalt einer Eule hat. Gleichzeitig wissen wir, spätestens aus dem Erdkundeunterricht: Eulen sind gemein gefährliche Jäger, spitze Krallen, quasi 360° Ansicht und Meister_innen der Tarnung. Da liegt die Prämisse der Buchreihe Guardians of Ga’Hoole nicht wirklich weit entfernt und so kam flux die Inspiration ins Hirn.

Thy Art is murder #19

Der Juni ist vorbei, der Juli ist angebrochen und ich bin immer noch abstinent. Beschwert euch bei der Universität meiner Heimatstadt… Zumindest das Referat werde ich dafür heute Nachmittag losgeworden sein, ein Hoch auf mich und hoffentlich auf meine Contenance. Aber davon mal abgesehen und was viel wichtiger ist als diese dämlichen Prüfungsleistungen: Happy Birthday to me und Happy Birthday to my Blog. Als Geschenk gibt es gleich noch mehr Blumenzeichnungen oben drauf. Dieses Mal die gelungeren schwarz-weiß Zeichnungen ohne Farbe.

 

Es war kein Fingerhut, so viel kann ich sagen auch wenn er so aussieht:

 

 

Der Versuch einer geschlossenen Rose:

 

 

Schmetterling (es war ein Zitronenfalter) auf und mit Blume:

 

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Thy Art is murder #18

Der Status Quo meines Lebens beläuft sich darauf, dass ich für den Juni wohl in die Bibliothek gezogen bin. Ich schwöre ich hatte den Verlauf des Junis anders geplant, aber ein Referat und zwei Klausuren sind recht Raum einnehmend. Sofern ich also nicht in in Seminaren, Vorlesungen oder eben in den Bibliotheken des Campus sitze, schlafe ich oder nutze das großartige Konzertangebot dieser Stadt. Hilft mir ein wenig, euch leider absolut nicht und gleichzeitig vermisse ich das Schreiben schmerzlichst… Die Beitragsliste wächst und wächst und ich weiß nicht wann und wie viel Senf ich noch zu verteilen habe. Glaubt mir, ihr müsst euch auf einige Out of date Themen einstellen schlichtweg aus dem Grund, dass ich all die Artikel begonnen habe und sie nun in der ewigen Warteschleife hängen. Deshalb hier ein kleines Amuse-Gueule bestehend aus meine Zeichnungen aus dem Mai für meine Kunstmappen. Dieses Mal eine kleine Galerie aus vorher/ nacheher Gegenüberstellungen. Koloriert wurden alle schwarz-weiß Zeichnungen, die entweder langweilig aussahen oder ein wenig verunglückt sind…. Es hat außerordentlich gut funktioniert wie ich finde.

Aus dem künstlerischen Nähkästchen geplaudert #2

Zu diesem Thema vielmehr Künstler hatte ich zwar nie ein Seminar, aber es ist mir ein persönliches Anliegen den Beitrag einfach mal in den Raum zu schupsen, um mal zu schauen was dann so passiert. Es geht um einen Künstler, der von meinen Freunden tendenziell mit: Die Tier von Kunst ist mir dann doch zu hoch oder Da geht es doch auch nur noch um den Prozess des Malens… beschrieben wird. Letztere Person hatte dabei zwar einen definitiv abwertenden Ton in der Stimme, aber gar nicht mal so unrecht. Ich rede von einem Künstler, der 1912 Wyoming auf dem platten Land geboren wurde und zurecht den Beinamen Jack the Dripper trug und dessen Werke sich heute für knapp 52 Millionen US-Dollar verkaufen lassen. Die Rede ist vom sowohl gefeierten als auch ebenso missverstandenen Jackson Pollock. Fangen wir also ganz am Anfang an.

Die Idee Kunst zu studieren kam von seinem großen Bruder, weshalb er 1930 nach New York zog um dort an der Art Students League zu studieren. Einer seiner Professoren war der damals sehr renommierte Thomas Hart Benton gewesen. Jahre später rebellierte Pollock zwar gegen den Stil seines Meisters, ließ es sich jedoch nicht nehmen die Gemäldestruktur und den Hell-Dunkel-Kontrast seiner Gemälde beizubehalten. Darüber hinaus entwickelte er ein Faible für den europäischen Modernismus. Künstler wie Miró oder Picasso (wie in Pollock beschrieben hat: That bastard misses nothing) sollten schon bald zu seiner Stilentwicklung beitragen ähnlich wie die beiden mexikanischen Künstler: José Orozco (Begründer der zeitgenössischen mexikanischen Malerei) und David Siqueiros. Besonders letzterer musste es Pollock angetan haben, denn 1936 besuchte er regelmäßig Siqueiros Workshops. Einer der Gründe, weshalb Pollock von seinem Kollegen so fasziniert gewesen sein könnte war dessen Einstellung zur damals zeitgenössischen Kunst. Seiner Meinung nach wäre der Pinsel nur ein Werkzeug aus Haar und Holz in einem Zeitalter von Stahl. Zeitgenössische Künstler müssten innovativer denken, ein neues Zeitalter erfordere auch neue Materialen und Denkrichtungen.

Neben der Farbe gesellten sich auf die Werke des Mexikaners Schichten aus Autolack oder Farbverdünner. Neue Techniken wie AirBrush, Malen mit Schablonen oder das Schleudern der Farbe auf die Leinwand kamen ebenfalls dazu. Der berühmte gelenkte Zufall bahnte sich seinen Weg in die Kunstwelt. Pollock (experimentierfreudig wie er war) klaute sich hier und da einige Inspiration und mischte die Ideen mit seinem eigenen Stil. Denn auch die Kunst der Native Americans hatte es ihm angetan und insbesondere in seinen frühen Schaffensjahren trotzten seine Bilder nur so von deren Mythen, Geschichten sowie Symboliken alles durchzogen von einem Hauch Surrealismus.

Trotz seines sehr coolen Spitznamens war er tatsächlich nicht der erste, der seine Farbe aufs Papier drippen ließ. Künstler wie Gorky oder Hoffman waren in aller Munde und demnach Wegbereiter gewesen. Seinen wirklichen Durchbruch dagegen erlebte Pollock erst 1942 dank Peggy Guggenheim, die eines seiner Gemälde mit in eine Gemeinschaftsausstellung nahm. Damals war Pollock noch meilenweit von seinen ikonischen Bildern entfernt, genauso wie von der Gunst der Ms. Guggenheim. Diese stand dem neuen Zögling noch sehr skeptisch gegenüber, aber ihr Assistent Putzel und Duchamp (der Mann mit dem Pissoir, ihr wisst schon) überredeten sie schließlich doch Pollock unter die Fittiche zu nehmen. Daraufhin sollte Pollock ihr ein Mural für ihr New Yorker Stadthaus malen. Der Auftrag kam mit einem Vertrag einher, welcher sich auf 150 US-Dollar im Monat belief. Damals eine Seltenheit zumal Pollock das Stipendium wirklich gebrauchen konnte..

Die Legende besagt, dass der Künstler das Mural in nur einer einzigen Nacht (die Nacht direkt vor Abgabetermin) gemalt haben soll. Diese Geschichte ist allerdings eine reichliche Übertreibung, wenn auch nicht völlig falsch. Die Grundlage des Murals entstand nämlich über Wochen, die wirklich finale Farbschicht dagegen stammt wirklich nur aus einer einzigen Nacht. Der finale Anstrich der Leinwand enthielt und enthält heute noch Wandfarbe und die Maltechnik ist mit der Ich-schmeiße-Farbe-an die-Wand nahezu identisch. Die Besucher der Vernisage waren begeistert und Jahre später spendete es Guggenheim an die Universität of Iowa, wo es bis heute hängt. Der heutige Wert beläuft sich ca. auf 140 Mio. Us-Dollar. Zurück zu Gemeinschaftsausstellung in Guggenheims Räumen. Pollocks Durchbruch lag nämlich nicht zu letzt daran, dass Mondrian selbst Pollocks Werk als das Interessanteste, was der amerikanische Kunstmarkt jeh gesehen habe bezeichnete. Ein solches Lob musste natürlich Folgen nach sich ziehen. Sein erste Solo-Show ließ nicht lange auf sich warten, der Erfolg ebenso wenig.

Archaisch, künstlerisch, wild, feurig, unberechenbar. All diese Ausdrücke fielen im Zusammenhang mit Pollocks damaligen Werken. Dann hieß es, dass sich die jungen Leute von heute sich ein Beispiel am impulsiven Malen nehmen sollten. 1945 zog er zusammen mit seiner frischen verheirateten Frau und richtete sich auf dem Land neben dem Haus sein Studio ein. 1947 begann er schließlich seine Leinwände einfach auf den Boden zu legen und die Farbe drauftropfen zu lassen. Sein Stil entfernte sich von seinen narrativen Elementen und wandte sich immer mehr dem Experimentellen und Archaischen zu. Immer mehr Wandfarbe tauchte in seinen Bildern auf ähnlich wie Lack, Öl, Sand, Nägel oder Schnüre. Irgendwann hörte er auf seinen Gemälden einen sinngemäßen Titel zu geben, mit anderen Worten: Er nummerierte sich einfach durch wie ein Komponist seine Kompositionen. Bezeichnungen wie Action-Painting oder abstrakter Expressionismus wurden zusammen mit Pollock groß, viele folgten… Alle Beteiligten nutzen nämlich die Abstraktion ihrer Kunstwerke um Gefühle zu transportieren. Vermutlich ein weiterer Grund, weshalb die Stilrichtung so schnell wuchs. Schließlich bedingt diese Stilrichtung die beste Theraphiemethode überhaupt zu sein, zumindest unter kunstafinen Soldaten oder deren Angehörigen.

Pollocks Zitat: New needs need new techniques erinnert zwar stark an Sequiros Statement war aber zu dem Zeitpunkt die beste Beschreibung die man für die Weltordnung im Zusammenhang mit dem Kunstmarkt abgeben konnte. In den folgenden Jahren der 50er setzte Pollock seinen Siegesritt weiter fort. Er produzierte unfassbar viele Kunstwerke, stellte aus, gab sogar einige Interviews. Ab 1954 dagegen fiel sein Schaffenstrieb drastisch ab und er selbst malte nie wieder so viel wie vorher. Pollock gab dazu nur den Kommentar ab, dass er nichts mehr zu sagen habe. Er trennte sich von seiner Frau, unterlag endgültig dem Alkoholismus und starb schließlich bei einem selbst verursachten Autounfall, bei der seine damalige Freundin schwer verletzt wurde und deren beste Freundin starb. Er war damals gerade mal 44 Jahre alt. Nach seinem Tod kam so wie es kommen musste. Die amerikanische Kunstwelt stilisierte ihn zu einem der Künstler schlechthin. Vor allem während des Kalten Krieges galten seine Werke als ein Symbol für das was in einer Demokratie möglich wäre. Darüber hinaus stand er stellvertretend für die landesweite Freiheit und die Furchtlosigkeit des Volkes. Das die damit angesprochene Bevölkerung weiß, hetero, männlich und außerordentlich gut situiert war, wurde wie immer außer Acht gelassen. Genauso wie den Umstand, dass Pollock eigentlich Mitglied in der kommunistischen Partei gewesen war.

Trotz oder gerade wegen seines frühen, dramatischen Todes schaffte er es den amerikanischen Kunstmarkt des 20 Jahrhunderts in zwei Hälften zu teilen. Die erste Hälfte bezieht sich dabei auf die 20er Jahre sowie 30er in denen Pollock wenig bis gar nicht aktiv war und die Zeit nach und während seiner Karriere. Manche schrieben ihm zu, er habe sogar ganze Kunstrichtungen zerstört. Was absolut nicht stimmt, Pollock hat nie irgendetwas zerstört, er hat lediglich das Verständnis von Kunst aufgebrochen, verändert und umgedeutet. Das allerdings wesentlich früher, denn abermals sollten viele Künstler in den 60er Jahren folgen.

Kommen wir zu dem Punkt, den ich euch eigentlich mitteilen wollte. Nämlich weshalb ich Pollock so liebe, obwohl er heutzutage recht unterpräsentiert ist in meiner Generation (will nicht viel heißen, weiter als da Vinci reicht der geistige Horizont meist nicht). Pollocks Gemälde ist für mich optische Musik. Man erkennt den Flow, die Takte, die Intonation anhand der verschiedenen Farbschichten. Man sieht sowohl den Anfang als auch das Ende und beides ist auf keinen Fall perfekt. Muss es auch gar nicht, denn Pollocks Werke sind tatsächlich ein Symbol des Lebens. Mehr Energie sowie Emotionen in einem Gemälde gibt es nicht. Ich brauche keine in Reihe schwimmenden Seerosen in der Abendsonne, ich brauche ein Zeichen wofür es sich zu leben lohnt und dass man es überhaupt kann: dieses Leben. Da kommt jemand mit dem man auf einer emotionalen Welle schwimmt gerade richtig.

Mixtape der besten Videospielsoundtracks aus 2018

Es hat ja auch nur gute 12 Wochen gedauert bis ich alles beisammen hatte, aber Soundtracks benötigen eben ihre Zeit um sie vollends zelebrieren zu können. Zumal diese Auswahl nur ein Bruchteil vom Eisberg ist, der im Internet schlummert und ich rede tatsächlich nur vom Jahr 2018. Dennoch der Weg ist das Ziel und falls jemand noch etwas hinzuzufügen hat, der möge sich bitte zu Wort melden. Ich bin auf jeden Fall zufrieden was das letzte Soundtrackjahr angeht, auch wenn viele elektronische Stücke mich irgendwie nicht packen konnten. Vielleicht dieses Jahr, wer weiß.

 

Man kann ja über World of Warcraft sagen was man will, aber die Soundtracks sind immer noch unübertroffen

 

Ranger muss man einfach lieben…

 

Drama Baby, Drama

 

Falls jemand noch die musikalische Untermalung für das nächste Halloween sucht

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Aus dem künstlerischen Nähkästchen geplaudert #1

Wo zieht Kunst die Grenzen? Oder auch, wenn ich schon mal Kunstgeschichte studiere kann ich euch gleich mal teilhaben lassen. Das erste Fachsemester in der Kunstgeschichte ist fast überstanden und endlich schreibe ich mal über ein Thema, welches ich mal hier irgendwo angekündigt habe. Der Rahmen, in dem die interessantesten Sachverhalte meines Studiums aufgeworfen wurden wäre wohl ein Seminar gewesen, welches sich mit der Bedeutung von Hexendarstellungen vom Altertum bis in die Neuzeit beschäftigt. Von Goja, Waterhouse über Kenneth Anger, W.I.T.C.H, bis zu LaVeys war alles dabei. Schließlich kamen wir zu einer bis dato mir restlos unbekannten Dame namens Ana Mendieta. Das Referat offenbarte folgendes: 

Im Jahre 1972 stand die Studentin Ana Mendieta nackt vor einer weißen Wand in einem der Räume der Intermedia Studios und sah zu wie ein Huhn von ihrem Professor mit Hilfe eines anderen Studenten enthauptet wurde. Anschließend greift sie das (immer noch zappelnde Huhn) an den Füßen und hält es nun mühsam vor ihrem Körper fest. Die Flügel des kopflosen Huhns schlagen immer noch, das Blut verteilt sich in alle Richtungen.

So viel zum Performanceablauf. Die Aktion der Künstlerin wird gerne mit dem Glauben der Santería in Verbindung gebracht. Dies ist zwar nicht falsch, aber auch nicht wirklich richtig. In erster Linie wollte die Studentin die Gewalt, die sowohl von der Gesellschaft als auch von den Männern ausging aufzeichnen. Gleichzeitig wollte sie sich gegenüber ihren männlichen Seminarsteilnehmern beweisen, denn sie war damals die einzige Frau.

Das Motiv des Tieropfers hat Ana Mendieta wie bereits erwähnt aus der ethischen Religion namens Santería. Santería ist afrikanischen Ursprungs und kam sowohl im 18. Jahr als auch im 19. Jhr aufgrund des spanischen Sklavenhandels nach Kuba rüber geschippert. 

Darüber waren die Spanier damals auch noch so freundlich gewesen ihr menschliches Eigentum zu zwangschristianisieren. Die frisch gebackenen nicht ganz freiwilligen neuen Gläubigen wurden zu regelmäßigen Gottesdienste gezwungen, was ihnen allerdings gar nicht so unrecht kam. Unter dem Mantel des Katholizismus gelang es den Sklaven ihre ursprüngliche Religion weiterhin zu praktizieren. Das Fehlen ihrer heiligen Statuen revidierten sie durch die Umdeutung der katholischen Ikonen. 

Aufgrund der vielen verschiedenen Plantagen auf denen die Sklaven mehr oder weniger abgeschottet lebten entwickelten sich im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Nuancen der Santería. Begünstigt wurde die rasche Differenzierung, durch das Fehlen (bis heutige Fehlen) einer einheitlichen Heiligen Schrift wie wir und eigentlich alle großen Weltreligionen kennen. Damals sowie heute gab es schlichtweg niemanden, der sich dazu ermächtigt genug sah zu bestimmten was allgemeiner Konsens werden sollte und was nicht.

Essentiell an dieser Religion ist (wie bei allen anderen Religionen) die Huldigung ihrer Ikonen. Mit der Opferung des Huhnes soll einem der vermenschlichten Geistwesen/Götter (Orishas) gehuldigt werden. Das Blut dient dabei als Symbol der Eigenermächtigung der Frau gegenüber des Mannes, der Welt und der Gesellschaft. In unserem Seminar kam nach der Vorstellung des Projektes dann im Laufe der Diskussion, die Frage nach der Ethik hoch und die Gesprächsrunde endete (leider) in einer Grundsatzdiskussion. Meine persönliche Meinung ist dazu übrigens recht eindeutig, aber dröseln wir das Thema einfach mal auf. Mit Fragen wie: 

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Thy Art is murder #17

Kaum zu fassen, dass es schon Beitrag Nummer 17 ist. Freut mich, auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass das schreiben definitiv zu kurz kommt. Gut, mein Blog kommt zu kurz das schreiben an sich nicht wenn ich mir die Notizen aus Vorlesungen, Seminaren und meinen Referats Vorbereitungen so anschaue. Wisst ihr wie sinnvoll es ist Referate im Fließtext zu halten? Richtig gar nicht… Was man nicht alles für den Bildungsweg tut. Ich sitze übrigens immer noch an den Referaten und ich bin froh so früh angefangen zu haben. Ottonische Buchmalerei hat es hin sich und das sage ich jetzt auch nicht einfach so… aber zumindest ist es interessanter als ich dachte. Genug Statusmeldungen, jetzt kommt hier mal ein bisschen Farbe.

Endlich mal ein Selbstportrait, was mir ähnlich sieht. Ich gebe zu auf Instagram gibt es noch ein besseres, allerdings liegt das schon brav in einer der Kunstmappen für die Hochschulbewerbung und das nun daraus zu kramen. Nicht mehr heute…. Außerdem kann ich gerade so schamlose Eigenwerbung betreiben ;)

 

Letzte Woche war Asexuality Awareness Week, da musste das mal eben herhalten und ich meine wer kann Kuchen schon widerstehen?

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