Leben

Die gesammelten Schätze des Monats, der nervigen zwei Punkte Klausur

Ja, ich lebe noch! Ja, der Beitrag ist definitiv überfällig und mich nervt es, dass ich nie die Zeit gefunden habe zu schreiben und nein, ich denke dieser Zustand wird sich auf Dauer leider vermutlich sogar noch verschlechtern. Studieren ist insbesondere in den Prüfungsphasen sehr anstrengend und wenn man dann von 6:00 bis 20:00 unterwegs ist, will man auch irgendwann nur noch ins Bett. Falls es euch tröstet mein gesamtes Leben kam die letzten Monate zu kurz, was jedoch an einer ganz bestimmten Professorin lag (ich hoffe inständigst, dass ich es mir nicht mit ihr verscherzt habe). Es ist eine der Professorinnen, die wollen dass man alle Werke der Literaturliste ließt um anschließend alles Zitieren und in den Kontext setzten zu können. Ich hatte den Fehler gemacht am Anfang des Semesters eine ihrer Vorlesungen zu belegen. Die Vorlesung war grandios nur eben nicht die Klausur zur Überprüfung am Ende. Rein rational gesehen hätte ich nicht mehr als 60 Arbeitsstunden in diese Überprüfung investieren müssen. Weit gefehlt… Glaubt mir mein Timer blieb kurz vor unendlich stehen und ich fühlte mich immer noch absolut ungebildet diesbezüglich der Themen. Wir werden sehen was daraus geworden ist. Meine ganze Situation wurde dadurch verschlimmbessert, dass die Professorin sehr wohl wusste wer ich war. Ich hatte ihr nämlich Rede und Antwort gestanden, weshalb viele ihre vorgeschlagene Fachliteratur nicht lesen würden. Erstens, dieses eine Buch war zwar thematisch großartig und interessant jedoch zu polarisierend und auch zu spezifisch für die ohnehin schon spezifischen Seminarsthemen. Den einzigen ausgebildeten Historiker, den wir in unserem Seminar hatten ließ sich nach an Mitte des Semesters nicht mehr blicken. Das will was heißen, schließlich kam Frau nie wirklich auf das Thema Hexen zu sprechend. Darüberhinaus war die Lektüre war verständlich geschrieben, dennoch steckte in jedem Satz so unfassbar viel komprimiertes Wissen dass es trotzdem Stunden gedauert hat gerade mal dreizig Seiten zu lesen gerade wenn sie digital auf dem Computer existieren, Ich stelle immer wieder fest, mein Gehirn ist absolut konservativ was das Lesen von Dingen angeht. Papier funktioniert eben immer noch um 100% besser.

Wie auch immer all diese Argumente fand sie natürlich absolut nicht lustig. Ehrlichkeit wird oft überbewertet, zumindest in der Öffentlichkeit. Jetzt zu erfreulicheren Dingen.

Das Jahr wurde mit Semesterferien und einer richtig fetten Erkältung eingeläutet. So viel zum Thema: Entspannung nach der Anspannung, aber was soll ich machen wenn es überall um mich herum schnieft, niest und fiebert. Vor allem, wenn es kleine Kinder sind. Ich schwöre euch, falls uns jemals ein Killervirus alle dahin raffen sollte, der wäre nicht aus dem Reagenzglas gekommen sondern aus einer Kita oder Grundschule. Knapp zwei Wochen war ich außer Gefecht gesetzt, die typische Berg und Talfahrt. Ich habe trotzdem die Füße still gehalten, denn etwas anderes ging irgendwie auch nicht. Gliederschmerzen? Knochenschmerzen? Hals und Kopfschmerzen? Alles in doppelter Portion zum Mitnehmen bitte. Darüberhinaus war am Wochenende eine Geburtstagsfeier geplant und da musste die physische Hülle zumindest wieder Bewegungsunfähig sein.

Es klappte, was weniger klappte war der Weg zu Party. Ich bin angekommen, nur eine Stunde später als geplant. Pendeln ist absolut bescheiden, erst recht wenn man währenddessen dreimal umsteigen muss und nur von zwei mal wusste. Vororte von Vororten können tatsächlich recht lauschig sein, vor allem wenn sie noch ne richtig funktionierende Dorfkneipe haben die sogar noch gemütlich aussieht.

Wir lagen schließlich um 4:00 morgens im Bett dazwischen lag viel Pizza, gute Gesprächsthemen (die dann zu drei Leute diskutieren, der Rest hört zu) eskalierten, noch besseren Gesprächen und jede Menge Gesellschaftsspielrunden: Stichwort Secret Hitler oder Cards against Humanities. Es sind die beiden einzigen Spiele, die vermutlich ein FSK ab 18 tragen würden oder sogar tragen.

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Das erste und das letzte Wort des Jahres 2018

Jetzt sitzen wir hier, starren vermutlich gerade alle auf den eigenen Bildschirm (ihr lest meinen Beitrag, ich schreibe gerade Neujahrsglückwünsche) und wundern uns wie all die Jahre zuvor wie kurz doch 365 Tage sein können. Vermutlich ist das aber auch ganz gut so, wenn es eines git was weiter gehen muss dann ist es die Zeit ansonsten würden wir alle auf der stelle sterben (oder zumindest nicht leben) oder wir wären bereits tot. Wer will denn bitte auf ewig in einem Zeitabschnitt der menschlichen Geschichte herumhängen. Ich finde ja schon acht Stunden in der Universität anstrengend, da will ich nicht dass das Jahr plötzlich 1095 Tage dauert. Gerade wenn schlimme Dinge passiert sind, was sie nicht sind! 2018 war ein erstaunlich ruhiges Jahr. Fast schon zu ruhig und ich habe Angst, dass wenn ich den Beitrag jetzt am 28.12 zu ende schreibe morgen oder übermorgen oder an Silvester noch irgendetwas schlimmes passiert. 

Ich gehe gut und gerne zu das Jahr hatte Anlaufschwierigkeiten und Schlaglöcher… Ab November dann besonders viele Schlaglöcher, aber ich habe sie trotzdem überstanden. Schaue ich mir so Januar letzten Jahres an ist es erstaunlich wie viel und wie ich mich verändert habe. Januar letzten Jahres lag ich mehr oder weniger angeschlagen in Dublin in einem viel zu großen Bett in einem viel zu leeren Raum. Mag kitschig klingen, aber damals kam das meinem Gemütszustand schon verdammt nahe. Besonders wenn man durch die Fenster auf die gegenüberliegenden Straßenseite schaut und die fröhlichen Gesprächsrunden der Nachbarn beobachten kann. Irgendwie will ich Weihnachten dann doch nicht alleine verbringen. Schon gar nicht, wenn die Stadt in der man wohnt noch nicht einmal vernünftige Weihnachtsmärkte haben. Weihnachtsdeko hin oder her, aber an Marzipankartoffeln, gebrannten Mandeln, Lebkuchen oder Stollen und vor allem Weihnachtsmärkten müssen die Iren wirklich noch arbeiten… Ich meine, die sind doch so katholisch?! Ich würde trotzdem jederzeit wieder hinfahren (außer zu Weihnachten, da ist Deutschland schon ein ziemlich guter Ort) 

Desweiteren weiß ich nun, dass Island zwar ein famoses Reiseland ist und man gut und gerne dort Wandern kann (gerne auch länger), aber dort wohnen wollen würde ich dort nicht. Spezifiziere ich es würde ich sagen: Ich würde dort nicht arbeiten wollen. Isländer sind ware Arbeitstiere, was allerdings nicht okay ist dass eben von einem Praktikanten zu erwarten ohne ihn mit ins Boot zu holen. Wenn ich mir für euch den Hintern abarbeiten soll, dann sorgt dafür dass ich mich bei euch wohl fühle. Meine Chefinnen haben allesamt das Gegenteil bewirkt und man ist das ätzend. Zumal ich ja noch nicht einmal der einzige Mensch war, der sich gemobbt vor kam. Nicht gemobbt eher emotional ausgenutzt.

Nach recht unerfreulicher Praktikumstrennung und anschließendem Buchungsdrama kam ich trat ich die Rückreise an und mich empfing ein Sommer wie ich ihn seltenst erlebt habe und er machte mich wahnsinnig. Hätte ich die Wahl würde ich immer noch die 8°C wählen. Kaum dass ich zurück kam ging es auch schon ans Nebenjob suchen, Bewerbungen schreiben und eben dies kann ich gleich diesen Januar weiterführen. Nach zwei Wochen hatte mich der Alltag wieder und es stellte sich die nächste Frage: Was tun? Während des Studierens würde ich neue Leute kennen lernen, aber zwischen Ankunft und Studienbeginn lagen noch gut fünf Monate. Den wirklich einzigen Anknüpfungspunkt der mir blieb war somit meine Rollenspielrunde und obwohl ich zu spät für die Rundenvergabe kam wurde ich herzlichst aufgenommen.

Damit kann ich voll und ganz behaupten, dass 2018 besser war als 2017 und 2016 und 2015 zusammen. Ich würde sogar behaupten 2018 (war) mein Jahr. Zwar mit Anlaufschwierigkeiten, aber was ist schon perfekt. Ich habe in den letzten sieben Monaten so viel Spaß gehabt wie schon lange nicht mehr. Ich habe reichlich gelacht, gefeiert und teilweise die Nächte unfreiwillig durchgemacht, habe geschimpft, geflucht und mich tierisch gefreut. Dieses Jahr weiß ich endlich weshalb ich die letzten Jahre einfach so oft nur durchgehalten habe, weil mir eine ganz bestimmte Kiwi immer wieder gezwitschert hat dass es bald besser würde. 

Es gibt da draußen tatsächlich Menschen, die einen mögen so wie man ist, die für einen da sind und die mit einem auf einer Wellenlänge sind. Erwachsen werden und zu wachsen macht mit den richtigen Menschen doch Spaß. Dieses Jahr habe ich auch endlich eine konkrete Antwort darauf, weshalb ich keine trendige Bucket List mehr habe. Ich brauche keine, dass einzige was ich wirklich in meinem Leben sein möchte ist glücklich und zufrieden. Dafür brauche ich keine Bucket List, ich brauche nichts und niemanden der mir predigt was ich zu tun und zu lassen habe für mein eigenes Wohlbefinden oder wie ich mein Leben zu leben habe. Wenn es Dinge gibt, die ich tun möchte dann gerne. Wünsche die mir wirklich wichtig genug sind werden wohl ein paar Jahre bestehen bleiben bis ich sie mir erfüllen werde können (sofern es größere Wünsche sind). 

Momentan bin ich da noch ein wenig zwiegespalten. Einerseits wünsche ich mir, dass ich hier in meiner Heimat bleiben kann bei meinen neu gewonnen Freunden, auf der anderen Seite will ich auch meinen Traum von einer so wunderbaren kreativen Karriere verfolgen, die vermutlich darin endet dass ich Pizzalieferant werde. Seit Monaten begleiten mich Fragen wie Lohnt es sich wirklich? Soll ich das durchziehen? Habe ich überhaupt Chancen? Will ich hier wirklich weg? Mit der Zeit wurmen einen diese Gedanken ziemlich arg und manchmal wünschte ich, ich könnte an zwei Orten gleichzeitig sein. Ich weiß, ich weiß, noch ist nichts geschrieben. Ich habe weder die Bewerbungen fertig, noch habe ich mich beworben, noch habe ich die Mappen eingereicht oder gar die Aufnahmeprüfung bestanden. Aber dieser konstante Zwiespalt mit dieser Konstanten Sorge. Welcome to the world of anxiety. Ich werde es dennoch durchziehen, wäre ja noch schöner würde ich mir dann mein ganzes Leben ein was wäre wenn gewesen vorwerfen.

Also zurück zur Retrospektive: Schaue ich mir da die letzten 365 Tage an, ist dass schon eine recht gute Grundlage auf die man aufbauen kann. Die Zeit von März bis Anfang Mai und den November kann man jedoch streichen. Ähnlich sieht es im Weltgeschehen aus, egal was die Medien uns vormachen wollen 2018 war friedlicher als letztes Jahr. Wenn die Welt jedoch so weiter gemacht hätte wie bisher, wäre ich vermutlich schon vorher aus allen Wolken gefallen. 

Ein Highlight wäre da beispielsweise die Rettung der thailändischen Jungen aus der Höhle oder dass das Münchner Oberlandesgericht endlich ein Mitglied der RAF verurteilt hat (wurde aber auch Zeit… da sind dennoch viele Dinge unberührt geblieben) und der (fantastische?) Sommer. Ich meine so wenig Regen hier oben im Norden hatten wir schon lange nicht mehr und meinem Vitamin D3 Haushalt hat es erheblich geholfen. Ansonsten kann ich nur sagen, der Hambi bleibt und es gibt mittlerweile Weihnachtsbäume die man für Weihnachten mieten kann damit man sich die Rodung solcher sparen kann. Ich sehe übrigens gerade, ich habe noch zu viele Punkte die ich euch mitteilen möchte als dass ich jetzt noch im geschlossenen Absatz weiterschreiben möchte. 

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Die gesammelten Schätze des Monats der kleinen Freuden

Ich dachte mir der Dezember wird ruhiger und siehe da, er wurde es. Zum Schreiben fehlt mir dennoch die Zeit und die Muse. Seien wir ehrlich, liegt vermutlich noch nicht einmal an den äußeren Umständen, sondern nur an mir Selbst. Wenn ich eins kann dann mich selbst zu überfordern mit allem was dazu gehört. Leben ist aber auch schwierig, wer hat sich dass eigentlich ausgedacht? Jetzt kommt mir nicht mit Gott. Ich weiß eine Nicht-Existenz kann man schwer beeisen, aber mir wäre es tatsächlich lieber wären wir die Herren unserer Schicksals. Zumal ich keine Lust habe mit 0,00000001% meiner Alltagsmenschen verwandt zu sein. Da gibt es nämlich verdammt große Idioten drunter. Ich verweise hier bewusst auf diesen einen ganz bestimmten Nachbarn und diverse Kommilitonen meines Studiengangs. Wenn ich es nicht live erleben würde würde ich nicht vermuten, dass es so unfassbar viele Spießer und selbstgerechte Pseudo-Linke in meinem Studiengang gibt. Vermutlich kommt zu einer der zwei Diskussionen sogar noch ein Sonderbeitrag, die zweite kann ich hier trotzdem noch einmal erwähnen.

Ich besuche ein Seminar, was sich konkret mit Bildern in verschiedensten Gewaltkontexten außeinander setzt. Keine Leichte kost, dafür aber oftmals sehr, sehr lehrreich und der Professor ist wirklich gut. In einer Stunde lauschte ich ich einem Referat, welche die Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte analysierte; Tatwaffe: LKWs. Dahinter stand die Frage im Raum inwiefern Journalisten mit ihrer oftmals nicht objektiven Berichterstattung dem Terror in die Hände spielen. Schließich tragen sie die Panik oftmals in den Raum weiter, ohne Medien würde es eben Monate dauern (oder Wochen) bis wir hier im Norden wüssten, was in Straßbourg geschehen ist. Am Ende des Referates zeigte uns die Referentin eine der Titelseiten der Tratsch und Klatsch Zeitung schlechthin. Sie sollte ein Beispiel sein, wie man auf keinen Fall Bericht erstatten sollte: (Anm. meinerseits: Wenn wir den Standard so niedrig setzen, wird das nie was mit dem anständigen Journalismus) Fette Buchstaben, negativ konnotierte Schlagwörter und eine Collage aus sämtlichen Gewaltbildern des Geschehenen. Dann zeigte uns unser Professor ein weiteres Bild einer anderen Zeitung. Zu sehen war: Das Brandenburger Tor, welches in den Farben der deutschen Flagge angestrahlt wurde, davor ein Christbaum und darunter der Ausspruch: Fürchtet euch nicht. Zu meinem Entsetzten bewerteten die Mehrheit diese Titelseite als sehr viel „differenzierter“ oder „distanzierter“. In den Moment bin ich schlichtweg aus den Wolken gefallen und verbrachte die nächsten Minuten mich über die Haltung meiner Mitstudenten zu empören. Der Professor war sowohl überrascht als auch erfreut. Ich hoffe es zumindest, er sah zumindest so aus.

Für alle zum Mitschreiben. Das Brandenburger Tor in den Farben der deutschen Nationalflagge anzustrahlen mit einem deutschen Christbaum davor und einem Satz aus dem Lukas Evangelium ist keine neutrale Berichtserstattung?! Hand aufs Herz, wer von euch ist noch praktizierender Christ (außerhalb von Ostern oder Weihnachten wohlgemerkt)? Ich bin mir sicher verdammt wenige. Weshalb zur Hölle ist also dieses Titelblatt so exkludierend? Welcher Depp hatte in dem Moment zu viel Glühwein intus? Falls der Vorfall noch nicht genug war, kann ich gleich mit meinem Chef weitermachen. Der hat sich nämlich mit seiner konsumorientierten Markthaltung mal wieder wahnsinnig beliebt gemacht. Mir erst mehrmals einprägen wann ich wo zu sein habe, aber dann keine weiteren Anweisungen geben oder erst gar nicht auftauchen um aufgetragenes gegenzuzeichnen… Dafür hetzte ich mich jedes Mal durch mein gesamtes Nervenkostüm. Vor einigen Tagen hat er dann die Quittung bekommen. Ich habe nicht umsonst eine Mütze zum Nikolaus bekommen auf der in großen, roten Lettern NO! geschrieben war. In dem Moment in dem ich den Pausenraum mit dieser Mütze betrat, hatte er die Quartalsbesprechung mit der Bezirkschefin. Passiv-Agressive Rache kann ich! Zu allem Überfluss kam noch, dass sie mir meinen im Januar versprochenen Urlaub wieder genommen und ihn auf andere umverteilt haben. Macht meine derzeitige Situation nicht unbedingt charmanter. Manchmal hätte ich wirklich nichts dagegen einfach als Einsiedler irgendwo im nirgendwo zu leben. Wobei ich dort keinen Zugang zur Weihnachtsschokolade hätte… und wer sagt, dass ich dort einen Ofen fürs Plätzchen backen hätte?

Seit langem gab es deshalb vier ganze Bleche voll, die aber nach Abzug für Freunde und Nachbarn sich recht schnell wieder relativiert hatten. Mir schmecken sie ja jedes Mal, aber ich habe immer Bedenken bei anderen. Glutenfrei heißt zwar nicht gleich gesund, aber die vergleichsweise Alternativen zu normalem Keksteig mussten dann immer drei Stunden ruhen. Wer zur Hölle wartet bitte drei Stunden auf einen Teig? Neben dem Plätzchen backen wurden dann noch gute Spiele spielt, das Blogland mal wieder etwas aufrollt und meine beiden Essays durften halt auch nicht fehlen. An dieser Stelle einen gut gemeinten Rat: Kriegsverbrechen sind kein gutes Essaythema. Also eigentlich schon, aber gerade in der Weihnachtszeit zieht einen so etwas wirklich runter. Beschäftigt euch stattdessen lieber mit schönen Sachen wie zum Beispiel Kurzbiografien. Was mir nur keiner gesagt hat war, dass der geniale Kopf der Ikonographie in seinen späteren Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Und was das für Probleme waren… Halleluja.

Da hilft dann immer nur der fensterlose Raum einmal pro Woche und egal welche Woche ich werde nächstes Mal vermutlich verdammt viel zu lachen haben. Falls alles gut geht, wovon ich eigentlich nicht mehr wirklich ausgehe. Dafür sind meine jeweiligen Gruppen zu chaotisch und betrachten wir es mal ganz objektiv… Einen Holzpalast zu brandschatzen, damit zumindest ein Teil der Königsfamilie aus der Septe rennt um nicht auch noch in die Luft zu gehen ist bis heute ein sehr interessanter Plan. Jetzt wissen wir zumindest auch, weshalb Summerhal abbrennt. Immerhin er ist nicht auf meinen Mist gewachsen. Ich halte den Plan zwar für die beste Alternative, aber immer noch nicht für eine Gute! In der anderen Woche sieht es allerdings auch nicht besser aus. Die Kampagnenprämisse einer Händlersfamilie zu helfen hatte sich mit dem Tod von vieren unserer Gruppe erledigt. Wunderbarerweise hat genau einer überlebt, weshalb wir wiederbelebt wurden. Ich betone hier übrigens das widerbelebt und nicht wiedererweckt, es war (hoffentlich?) keine Nekromantie im Spiel. Wir sind gerade dabei uns an unserem Täter zu rächen. Die Prämisse niemanden umzubringen konnten wir also gleich in die Tonne hinterher kippen.

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Katastrophenloser zweiter Versuch

Das Ereignis ist jetzt auch schon wieder eine Weile. Weitaus über vier Wochen oder genau vier? Ich weiß ja noch nicht einmal wann der Beitrag hier erscheinen wird, denn zwischen den ersten Zeilen hier und den letzten liegt noch eine lange Zeit voll mit Konzerten und Referaten. All das macht mich übrigens jetzt schon nervös, vor allem die Referate. Deshalb, die Haare sitzen wohl nicht mehr so perfekt wie sie mal waren. Schon gar nicht bei mir, aber was ist schon perfekt.

Wie auch immer, ich war im Oktober das zweite Mal in meinem Leben beim Friseur und zwar ohne vorher eine mittelschwere Katastrophe verursacht zu haben. Kein Nervenzusammenbruch, keine Panikattacke lediglich das Gefühl am völlig falschen Ort zu sein, aber das zieht sich sowieso konsequent durch mein Leben. Weshalb war ich beim Friseur? Es liegt nahe: Sich die Haare selbst zu schneiden ist eine Kunst und die beherrsche ich bekanntermaßen definitiv nicht. Zumal mein Haar auch nicht so dankbar ist wie das Dackelhaar von P!nk. Von meinem Traumiro in weiß musste ich mich deshalb schon viel zu früh verabschieden.

Es sollte trotzdem etwas Neues werden. Es sollte einerseits den Geldbeutel schonen und auf der anderen Seite einigermaßen respektabel aussehen. Der oder diejenige sollte also Ahnung von seinem Handwerk haben und wir wissen alle wie das mit Friseuren ist. Die Definition von gekonntes Handwerk ist weit… Genauso wie die Preisliste, die meistens nicht wirklich das widerspiegelt was man letztendlich geboten bekommt.

Aus dem Grund habe ich Unterfangen Frisur auch immer gerne weit von mir geschoben, bis ich eines Tages am Haken hing. Der Haken hieß: Haarmodell werden. Klingt interessant, war es aber ehrlich gesagt nicht. Frau K. macht uns da allen etwas in ihrem Reality-TV vor. Man wird weder zu etwas gezwungen, noch ist es etwas völlig radikal Neues (was niemand mit einem abgesprochen hat) und man bricht auch nicht in Tränen aus. Zumindest ich bin es nicht, obwohl die Meisterin nachschneiden musste.

Damit das ganze Experiment sich auch wirklich lohnen würde, ging ich zu einem der teuersten Friseure unsere Stadt. Bei dem schlug sich das angebliche Können wirklich in den Preisen wieder, dass aber auch gerechtfertigt war (wenn man sich das Ergebnis dann so angesehen hat). Zumal Haarmodells eben weniger zahlen würden… Ich sah eben jenen Aushang der besagte: Schnittmodell gesucht. So ging ich in den Laden, meldete mich, mir wurde eine ungefähre Idee vorgelegt und bekam schließlich einen Termin. Besagte Idee ist übrigens geringfügig korrigierbar nach oben oder nach unten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit rosa-grün gepunktetem Haar herumspaziert wäre, war in dem Moment und auch später sehr, sehr, sehr gering. Das Einzige was ich nicht eingeplant hatte an Katastrophen war: die Zeit. Was ein Meister kann, kann der Lehrling noch lange nicht. Könnte man fast wortwörtlich nehmen, denn der Termin dauerte gute zweieinhalb Stunden… Gut Ding will eben Weile haben, aber dafür gab es Abhilfe. Ich war damals so verplant gewesen diesen Zeittraum doppelt zu belegen. Zum einem mit dem Friseurtermin zum anderen mit dem Treffen eines Freundes. Weshalb das Ganze also nicht ganz dreist kombinieren? Anscheinend habe ich mich dabei auch nicht ganz so blöd angestellt, denn er sagte zu und ich war erstaunt. Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als bei einem Friseur herum zu sitzen. Schon gar nicht mit jemandem, den ich bis dato fast nicht kannte. Derjenige war nämlich der Herr gewesen mit dem ich auf dem MPS unseren Zeltplatz hüten musste. Alle anderen waren nämlich auf Nahrungsjagd durch die norddeutschen Supermärkte kurzzeitig verschollen gewesen. Ich kann also nicht nur dreist sein, sondern Menschen auch noch adäquat und eloquent zulabern.

Was ich neben der Zeit nicht eingeplant hatte war, dass man sich als durchnächtigter semi-gutgelaunter hypernervöser Grottenolm vielleicht doch hätte ans Klientel anpassen sollen. Hohe Schuhe soll man schließlich vor DEM Abend ja auch erst einmal einlaufen und ein Hochzeitskleid trägt sich auch nicht einfach so, schon gar nicht wenn es eine Korsage oder einen Reifrock besitzt.

All das hatte ich also weder bedacht oder verdrängt (sehr viel wahrscheinlicher) oder es war mir schlicht weg völlig egal (am wahrscheinlichsten). Es war mir dann aber doch nicht egal, als wir diesen Laden betraten. Einer der Nerds (meine Wenigkeit) hatte so absolut gar keine Ahnung wie man sich in so einem extravaganten Etablissement verhält und fand alles wahnsinnig peinlich. Mein Gehirn verfiel kurzeitig in den chronischen Modus: Warum sind die so höflich und zuvorkommend? Das kann ich doch auch alleine… oder Was? Ich muss mir nicht selbst die Haare waschen?! An dieser Stelle gibt mein dekadentes Ego sehr gerne zu, dass der Friseurkittel aus Satin schon was hatte. Fazit: Ich bin doch auch nur ein Opfer unserer konsumorientierten Welt. Die Haare waschen tue ich mir trotzdem lieber alleine… wie auch alles andere. Weshalb mein Gehirn dann im Stillen wieder anfing mit: Ihhh mach das weg, Lass mich in Ruhe, Ich kann das alleine zu schreien. Sehr erwachsen… Das ging die nächsten Stunden übrigens so weiter. Nach außen habe ich es hoffentlich ganz gut kaschiert auch wenn ich nie wusste mit wem ich jetzt reden soll. Mit meiner Begleitung, dem Friseur, mit mir selbst oder einfach gar nicht. Letzteres wäre aber gegenüber allen unfair gewesen, weshalb ich irgendeinen Mix aus allem versuchte. Ich habe es dann übrigens irgendwann aufgegeben. Die Situation blieb die selbe und ich war deutlich entspannter.

Zwischen drin, war ich dann aber doch interessiert was er mit meinen Haaren machte. Ich habe folgendes gelernt: Mann muss wohl bestimmte Linien im Haar erkennen, die bei jedem Menschen unterschiedlich sitzen. Diese Linienstruktur, von der die Meisterin ständig sprach ist wohl bei mir sehr schwach ausgeprägt, weshalb er sie übrigens auch krumm und schief geschnitten hatte. Sie korrigierte alles innerhalb von fünf Minuten und mir fehlte noch nicht einmal ein weiterer Zentimeter an Haar.

Der ursprüngliche Plan war ein Bob gewesen, aus dem wurde dann ein einfacher Stufenschnitt. Nicht wirklich pflegebedürftige und es steht mir scheinbar. Vielleicht wird es ja im neuen Jahr ein wenig experimenteller, wer weiß.

Die gesammelten Schätze des Monats des elektronischen Wahnsinns

Nach ganzen drei Wochen Universität kann ich jetzt schon sagen, dass ich eine ambivalente Beziehung zu diesem Konstrukt haben werde. Übersetzt heißt es so viel wie, so lange ich mich nicht auf andere Menschen verlassen muss läuft alles topp. Dumm nur, dass es so etwas wie Termine, Absprachen und Gruppenarbeit gibt. Ich sehe „The lone Wolf“ wird hier zwar leichter als auf der Schule, aber immer noch schwerer als in der isländischen Einöde. Wir werden sehen…

Wenn ich jedenfalls weiterhin Babys um mich herumsitzen habe, die noch nicht einmal wissen wie man sich seine Fachliteratur zusammensucht oder korrekt seine Quellen angibt, dann werde ich schlicht weg durchdrehen. Oder diese neunzig Minuten einfach verschlafen. Alles ist sinnvoller sich dieses Gebrabbel anzuhören. Die Folien werden eh Internet hochgeladen. Was nicht heißen soll, dass wir ein Hightech Studiengang sind. Oh nein, eine Professorin musste erst kürzlich den Technischen Support kommen lassen, weil sie nicht wusste welcher Lichtschalter für welches Licht verantwortlich war.

Ein wirkliches Klientel haben wir tatsächlich nicht in unserem Studienfach. Wir haben diverse Rentner, die ihre Rente ein wenig spannender Gestalten wollen, Menschen die bereits eine Berufsausbildung hinter sich haben oder parallel noch arbeiten, Menschen, die bereits Kinder haben und meine Altersgruppe die sich dem spießigen Partyfolk zugehörig fühlt. Party machen wollen, aber konservativ oder noch schlimmer neoliberal sein. Bin gespannt wie lange es dauern wird bis die ersten Merken, dass mein Wille zu lernen nicht nur übermotivierte Erstsemestereuphorie ist. Selbst die Identitätskrise wird mich nicht umhauen können, dafür bin ich ein zu chronisch kriselndes Krisengebiet. 

Meine Tutorinnen für die Einführungswoche waren da übrigens nicht ganz unschuldig bei. Bekomme ich am Sonntagabend um 18 Uhr eine Mail mit der Nachricht, dass sich die Begrüßungsveranstaltung mal eben um vier Stunden nach vorne verschoben hat. Wie soll man Sonntagabends den eigenen Chef noch erreichen?! Richtig man setzt sich hin und betreibt Telefonterror und hängt gleich Messenger und Mail hinten dran. Doppelt hält bekanntlich besser und ich war bereits am Ende mit den Nerven. Bevor das Studium überhaupt angefangen hat lag mein Counter der Mails bereits bei 10 Stück und es sollten noch viele folgen. Sehr, sehr viele… Dass ich mit den Nerven bereits am Ende war, stimmt deshalb so nämlich auch nicht. Es geht immer schlimmer…

Die Kursvergabe läuft mittlerweile über digitalem Wege. Nur hat das System ein paar Defizite. Mit anderen Worten: Es ist unbrauchbar. Vorlesungen die im Verzeichnis angegeben werden, sind im System nicht an wählbar und anders herum. Es gibt Vorlesungen/ Seminare, die erfordern spezielle Qualifikationen was nicht kenntlich gemacht wurde und was ganz besonders genial gelöst ist die einmal fest gesetzte Teilnehmerzahl. Die sitzt dann bombenfest und selbst wenn sich der Professor dazu entschließt, sie hoch zu setzen wird es nicht funktionieren. Weil das System es so will! Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe ich mich gefragt wann wohl diese Sätze vom System ausgesprochen wird: I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that und dann Dave, this conversation can serve no purpose anymore. Goodbye.

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Die gesammelten Schätze des Monats der Musik

Ich dachte gerade ernsthaft, der Oktober sei bereits vorbei und war dezent irritiert. Nun gut, dem ist nicht so. Wobei mir jetzt einfällt, dass ich dringend unseren Tofuvorrat im Kühlschrank verspeisen sollte. Soja hält sich zwar, aber überstrapazieren will man die Pflanze ja auch nicht.

Das erste Wochenende des Septembers war ganz dem MPS gewidmet. Die ganze Aktion fing jedoch relativ hollprig an aufgrund von Verspätungen, Feierabendverkehr und einem Zeltaufbau, der eher einem Wir-halten-alles-fest-damit-nichts-zusamen-kracht erinnerte. Es blieb leider bei einem Zelt, denn das zweite war so Wacken geschädigt, dass wir es gleich entsorgten. Unsere Platznachbarn, waren auch ganz froh darüber hatten sie uns helfen müssen. Was lernen wir darauf, die Jungs sind absolut fit darin Soft sowie Hardware zu erneuern, aber ein Zelt aufstellen?

Schwierig…

Der Grill wurde dann gegen 22 Uhr angeschmissen, wir hatten also eine Verspätung von nur zwei Stunden. Ich memte mal wieder die Grillmeisterin (irgendwie ironisch so als Vegetarierin), aber das Fleisch wurde wohl erstaunlich gut. Es waren wohl alle überrascht, am meisten ich selbst. Anschließend unterhielten wir uns über Gott und die Welt, sangen Disneylieder und sämtliche Balladen aus naja Game of Thrones… Kommt schon, was habt ihr erwartet?!

Die Nacht war dementsprechend kurz und wir waren alle sehr erfreut über den morgendlichen Weckruf. Nicht. Neben unserem Zelt hauste der Timelord des Mittelalters. Sein Highlight zu jeder Stunde war es, sein Horn zu blasen und die Uhrzeit zu schreien. Wären die Bewohner des Campingplatzes nicht völlig im Eimer gewesen, wir hätten ihm die Gurgel umgedreht. Es war nämlich sieben Uhr morgens als er anfing. Es folgt die acht und um neun erbarmten wir uns schließlich aufzustehen, es nütze ja doch nichts. Wir wollten schließlich frühstücken, uns umziehen, mit den anderen noch shoppen gehen und das erste Konzert sollte bereits um 13 Uhr starten. Um neun Uhr, hat der Herr mit dem Horn dann übrigens ausgesetzt… Eine Welle aus unflätigen Wörtern folgte. Um zehn ertönte erneut sein Horn. Ich sehe, hier war man sich schnell einig.

Bin ich eigentlich die einzige Person, die das Wort „Gewandungen“ zwar episch findet, aber auch gleichzeitig sehr merkwürdig? Gegen dass sich nun vor uns erstreckende Meer aus Pfauenfedern, Rüstungen, Holzplatten, Stoffbergen, Flechtfrisuren und Make-Up konnten wir unmöglich ankommen. Zu uns gesellten sich Paladine, Samurais, Faune, Drachenblüter, Saurons, Gandalfs, Zwerge, Orks, Piraten und natürlich ein paar wunderbaren Elfen und wir alle pilgerten zur großen Wiese… So fing der Reigen an und die Eröffner waren Ye Banished Privateers. Eine Piraten(rock?)band, deren Musik uns ordentlich in Schwitzen gebracht hat. Piraten sind schon ein hartes Volk. Auf dieselbe Partyweise bestritten wir dann den Tag mit Waldkauz, Versengold, Saltatio Mortis, Knasterbard, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Fiddlers Green, und Faun.

Waldkauz wäre an dieser Stelle mein Geheimtipp. Eine Mischung aus Faun und Omnia, wobei sie musikalisch eher an Faun andocken und im Gegensatz zu Omnia, die englischen Texte singen können ohne dass es lächerlich wirkt.

Die große Aftershowparty gipfelte dann in einem Fiddlers Green Konzert und Holy Hell, die Jungs sind echte Rampensäue. Wurde vorher schon ordentlich getanzt wurde es hier auf die Spitze getrieben. Brüllen, Johlen, Grölen, Tanzen, Springen, Moshpid, Wall of Folk, alles inklusive und am Ende des Konzerts hatten 80% des Publikums keine Oberteile mehr an. Geschlechts und Gender unabhängig… Ein riesen Spaß! Ich merke an dieser Stelle an, die Band war keine Metalband sondern spielte irish Speedfolk.

Der Weg zum Zeltplatz war dagegen weniger amüsant. Zu wenig Licht und nun ja Winter is comming war plötzlich Gegenwart geworden. In dem Moment hätte ich gerne den schwarzen Ikeaflokati aka Mantel des Kommandanten der Nachtwache gehabt. Ein grobgewebtes Leinencape musste herhalten und unter jeder Menge Gegröle und Gehopse (Das Grölen war eher einem Röcheln und das Springen eher ein Humpeln) kamen wir zumindest beim Zelt an, ohne vorher zu Eis erstarrt zu sein.

Dumm nur, dass diese Nacht das Lagerfeuer nicht ganz so brennen wollte wie letzte Nacht. Plötzlich erschien uns die Nacht durchzumachen irgendwie doch nicht mehr so verführerisch wie am Tagesanfang und so wurde um kurz vor vier Uhr das letzte Handylicht ausgeknipst. Am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass es zwei von uns sogar nicht mehr in ihre Zelte geschafft hatten, sondern einfach draußen geblieben waren. Die beiden, wurden dann jeweils auch wirklich fies krank. Aber auch wir bekamen am nächsten Morgen die Quittung. Unser Hornbläser verschlief übrigens sowohl sechs, als auch sieben und acht Uhr. Kurz vor neun ertönten die ersten hämischen Rufe à la Na wie spät ist es denn jetzt?, Hat da jemand zu viel gesoffen? und natürlich kam auch der Wackeninsider wieder hoch, der ewige Ruf nach: HELGA!

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Die gesammelten Schätze des Monats der (Ent-)Spannungen

Es wird wieder Zeit für die Zitatelite oder für meinen viel längeren Monatsrückblick. Der August war zumindest aufgrund von Krankheit anderer und allgemeiner Ferienstimmung wesentlich ruhiger als der Juli. Ich habe es sehr begrüßt auch wenn ich mit der plötzlich vorhandenen Freizeit, schon manchmal ein wenig überfordert war. Das angenehmste sind allerdings die allmählich abkühlenden Temperaturen und die ebenso ausdünnenden Events in der Stadt. Denn jedes Wochenende musste dementsprechend abgesperrt werden. Die Straßen waren dicht, die Metrolinien erst recht und als Cocktailkirsche kamen dann noch die zigtausend Baustellen. Kurz um, man hat in dieser Stadt nur noch eine Chance, wenn man Fahrrad fährst.

Da lobe ich mir doch den norddeutschen Herbst inklusive Hoddiewetter. Perfektes Lesewetter, was ich endlich mal mehr machen müsste. Dafür habe ich endlich alle Game of Thrones Folgen geschaut. Inklusive Nachbereitung via Podcast. Ich bin mir mittlerweile mit recht vielen einig, dass die Serie ab Staffel fünf zu schwächeln anfängt. Teile der Handlungsstränge ergeben keinen Sinn mehr, die Geschwindigkeit der Truppenbewegungen wird immer absurder und es sterben keine Charaktere, wo sie eigentlich wirklich hätten sterben müssen. Ab Staffel sechs steht dann fest, gut HBO kann Game of Thrones nicht wirklich ohne Vorlage adäquat weiterführen. Für mich bleibt jetzt nur noch die gesamte Vorgeschichte durchzuarbeiten und dass müsste ich doch bis April 2019 geschafft haben.

Parallel steht noch eine Lektüre über Anarchie auf dem Plan. Schuld daran ist hauptsächlich ein weiterer Pen and Paper Charakter: das anarchistische-barbarische Eichhörnchen. Wir haben mit unserer Gruppe endlich mal angefangen Konferenz der Tiere zu spielen. Unsere Aufklärungstruppe besteht aus einem uralten kommunistischen Panther, einem existentiellen Papageien, einer faschistischen Krähe, einer feministischen Arbeiterbiene, einem Hamster der als ultimativer Mitläufer geboren wurde, meiner Wenigkeit und einem Goldfisch als General.

Ich muss euch nicht sagen, dass unser Papagei die Hälfte der Zeit unseren General im Schnabel tragen musste, weil wir ansonsten absolut nicht vorangekommen wären? Besonders schön war es, als der Papagei außer Gefecht gesetzt wurde und wir beide reanimieren mussten. Goldfisch und Papagei. Jetzt stellt euch bitte ein wildgewordenes Eichhörnchen vor, was wie geistesgestört auf einem Papageienbauch zu Stayin’ Alive von den Bee Gees herumspringt. Einen besseren Reanimator gibt es auf der gesamten Welt nicht.

Beim Spiel um den eisernen Thron gibt es nicht sonderlich viele Neuigkeiten, da einmal ein Totalausfall stattfand, aber was wir erfahren und vor allem geplant haben hat sich gewaschen. Stichwort: Ankunft in Kingslanding. Wobei ich bereits vor Kingslanding meinen ersten Ehekrach hatte, immerhin wir haben knapp 14 Tage durchgehalten. Ich war nicht ganz unfroh, denn dass hieß für mich ich würde höchstwahrscheinlich Ruhe in der Hauptstadt haben. Es kam dann auch so. Wer dagegen richtig Stress bekam, war mein Adoptivbruder. Ein kleiner Auszug:

Er: Ich leg die Rüstung nicht ab. Nicht im Thronsaal, ich war im Wald. Ich weiß, was passiert ist…

Sie: Du ziehst die Rüstung aus!

Er: Nein!

Sie: Doch, musst du sonst… *böser Blick und drohender Unterton*

Er: Ist mir egal, ich habe keine Lust von hintern erstochen zu werden

Sie: Das ist Kingslanding, hier wirst du nicht erstochen, hier wirst du vergiftet!

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