Leben

Gesammelte Schätze des Monats der Arbeiteritis

Besser spät als nieund das Beste kommt bekanntermaßen eh immer zum Schluss. Unter diesen beiden Phrasen lasse ich den Beitrag hier mal stehen. Ich wäre gerne pünktlicher gewesen, doch Dinge wie Lebenund vor allem Universitätpassieren und dann gehöre ich ja auch noch zu der Sorte von Mensch, die sich zusätzlich Findlinge in den Weg räumen muss. Einerlei, ehe ich mich hier noch weiter einjammere lasse ich den Mai mal einfach ein wenig revue passieren. Zu erzählen gibt es nämlich wie immer viel zu viel:

Der Monat begann mit vielversprechendem Angrillen und anschließendem Karten spielen, Reden, Lachen, Kinderserienintros raten und dass alles bis spät in die Nacht hinein. Was Nerds eben alles so machen um die Walpurgisnacht gebührend zu feiern, ohne dabei im Auge des Sturmes zu sitzen. Weshalb ich dann mehr oder weniger spontan noch übernachtete, denn am ersten Mai alleine nachts mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein ist keine gute Idee. Zumal Aufräumen und Frühstücken als Doppeldate eh sehr viel mehr Spaß macht als alleine und wir unserem Grillmeister auch noch beim Beichten beistehen mussten, denn er hatte einen Blumentopf auf dem Gewissen. Feuer kann verdammt heiß werden…

Kleiner Fun Fact an dieser Stelle: Der 2. Mai ist Leonardo da Vincis offizieller Todestag, dieses Jahr war es sogar sein 500ster. Das ist irgendwie verdammt alt, auch wenn der Herr schon lange nicht mehr lebt. Auf seine Arbeiten wird dennoch fast jeden Tag bei mir im Studiengang referenziert. Ich gebe gerne zu, dass der Künstlerkult um ihn herum teilweise ein wenig anstrengend ist.

Wem die Gesellschaft gerne mehr Aufmerksamkeit schenken könnte wäre übrigens Fiddler’s Green. Die Jungs waren endlich mal so freundlich, in meiner Heimatstadt halt zu machen und uns ein Konzert zu kredenzen. Nach dem einmaligen Konzerterlebnis auf dem MPS letztes Jahr, war es folglich unsere Pflicht dem Ruf folge zu leisten. Zwei Stunden Irish Power Folk, was will Mensch mehr? Wobei ich das Power selbst hinzugedichtet habe… Recht habe ich wie immer trotzdem, denn das Konzert war quasi eine zweistündige Cardiosession bestehend aus Hüpfen, Springen und Tanzen. Die Wahnsinnigen hatten aber auch die Chuzpe gehabt ihre drei größten Hits (Rocky Road to Dublin, Yindy und Victor and his Demons) ganz am Ende des Konzertes zu spielen, alle hintereinander weg.

Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten meinen ersten Moshpit überlebt zu haben. Der Moshpit war eigentlich nicht als Moshpit angelegt gewesen sondern als Wall of Folk. Nur wurde das liebende aneinander vorbeigleiten dann doch zu einer Wall of Death. Dumm nur, dass ich es irgendwie geschafft habe stets in der ersten Reihe zu stehen und dafür waren es verhältnismäßig wenig Ellenbogen. Dementsprechend wenig blaue Flecke hatte ich am nächsten Tag und selbst mein T-Shirt habe ich heil wiederbekommen.

In den darauffolgenden Tagen wurde meine letzte Bewerbungsmappe für das Vorhaben Kunststudium auf den Weg gebracht. Dafür bekam ich gleich zwei wieder inklusive Absagen. Einen Punkt mehr und ich wäre bei der einen zur Aufnahmeprüfung zugelassen worden. Knapp daneben ist auch vorbei und das miese Gefühl mal wieder irgendwo nicht hinein zu passen bleibt.

Darauf folgte die Vorbereitsungsphase für meine zwei Referate und einer Klausur. Gute sechs Wochen purer Horror. Meine Freizeit implodierte und wich den Bibliotheken meines Campus, dem Kopier- sowie Druckerraum und mein Gehirn glich mal wieder einer gerade frisch eröffneten Nervenheilanstalt. Professoren, die nicht schreiben können machen mich fertig. Wer braucht schon klare Satzstrukturen, klar definierte Begriffe oder logisch aufgebaute Argumentationen? Anscheinend niemand, denn davon war zumindest im Bereich der Kunstgeschichte nichts zu spüren. Geschafft habe ich es dennoch allerdings auch nur, weil mir ein guter Freund geholfen hat ansonsten wäre ich mit leeren Händen am Tag der Präsentation aufgetaucht. Ein Hoch auf Lebkuchenhäuser! (mehr …)

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Salonfähig Stigmatisieren? Nichts da….

Misanthropenherz klärt auf, ein zweiter Versuch. Vielleicht hätte ich mit diesem Beitrag sogar anfangen sollen, um überhaupt so etwas wie ein Fundament zu legen. Aber ihr kennt mich und meinen Blog und schließlich funktioniert ein Iglu- oder Wigwam-Bau auch ohne ausbetonierten Hohlraum. Es lebe die natürliche Unordnung oder so ähnlich.

Heute geht es um das allgemeine Thema Labels. Also die Kategorisierung von romantischen sowie sexuellen Orientierungen und Gendern. Weshalb benötigen (manche) Menschen Labels? Inwiefern engen diese Definition das Denken ein? Verhindert es den Austausch? Sind diese ganzen Definitionen nicht schon hyper-Individualismus? Muss man sich selbst auf ein Label reduzieren, sind wir alle nicht einfach nur Menschen?

Bevor wir in den kontroversen Diskurs einstiegen, hier die grobe Vorgeschichte der LGBTQ+ Bewegung. In den 1980er Jahren erreichte die zivile Bürgerrechtsbewegung gerade in den USA eine Präsenz, die man nicht mehr leugnen oder unterdrückend konnte. Es war nicht mehr nur eine große Gruppe, die auf die Straße ging und sich öffentlich positionierte, viel mehr waren es mehrere hundert kleinere Grüppchen, die sich der Protestwelle anschlossen und so die Masse zum Wachsen brachte. Eine dieser kleineren Gruppen war die Gay-Rights Bewegung. Damals stand gay noch für alles und jeden auf der Welt, der sich nicht als heterosexuell bezeichnete. Die Definition ist jedoch ein wenig weit und dementsprechend recht sperrig. Daher etablierten sich im laufe der 80er Jahre Begriffe wie lesbisch oder bisexuell. Das Kürzel LGB war geboren und Mitte der 90er wurde es um das T für Transgender und später auch noch um das Q für Queer ergänzt. Mit dem Q nahm die Community eine andere Richtung. Sie wurde offener, löste Grenzen auf und die Abkürzung LGBTQ+ stand nun nicht mehr nur für die eigene sexuelle Orientierung, sondern für so viel mehr: Gender Identity, Gender Expression, non-monosexual Orientierungen (bi-, pansexuell), non-monogamy Beziehungen (Polyamorie). Im Großen und Ganzen eben alles, was nicht dem heteronormativen Gesellschaftsbild entsprach.

Ihr seht die Labelfrage stieg mit den Jahren immer weiter in die Höhe und wird immer mehr präsenter. Weshalb ist das so?

Überraschung: Die Gesellschaft wird weder schwuler noch queerer. Sie war es schon immer. Es fehlte nur die Repräsentation von Vorbildern, Toleranz sowie Akzeptanz der Gesellschaft und letztendlich der Mut sowie die Vokabeln dazu. Leider sind wir eben nicht alle nur Menschen und die Bezeichnung der eigenen sexuellen Orientierung ist leider nicht einfach nur egal. Homo-, Queer-, und Trans- phobie sind heute aktueller als je zuvor. Dabei identifizieren sich ganze 7,4% der Bevölkerung in Deutschland als ein Part von der LGBTQIA+ Community, vermutlich sind es sogar weit aus mehr.

80% der LGBTQ+ Jugend in Deutschland erfährt noch heute auf regelmäßiger Basis Diskriminierung. Besonders in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder in einer (religiösen) Gemeinde. 55% der Erniedrigungen geschehen „lediglich“ auf verbaler Ebene, 10% dagegen leider sogar körperlich. Dabei sind auch schon Sätze wie Du bist doch noch viel zu jung um so etwas zu wissen..., Du siehst gar nicht so aus…, Du verhältst dich doch gar nicht so…/Du verhältst dich nicht wie (hier jeweiligen Stereotyp einfügen)…extrem verunsichernd und verletzend. Der Spitzenreiter bei solchen Kommentaren ist bis heute Labels sind unnötig, wir sind doch alle gleich. Dem ist nämlich leider nicht so oder wie erklärt ihr euch die antihomosexuellen Gesetzte in 72 Ländern dieser Welt. In 13 Ländern Asien sowie Afrikas steht darauf sogar die Todesstrafe. Sie wird im Iran zwar nicht mehr praktiziert, aber alleine, dass es noch offiziell im Gesetzesbuch steht ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Desweiteren gäbe keine (sexuellen) Übergriffe, keine Conversion-Therapys, lesbische Paare würden genauso viel im Durchschnitt verdienen wie ein schwules Pärchen, homosexuelle Männer dürften endlich Blut spenden, beide/alle Angehörigen einer homosexuellen/ polyamurösen Beziehung dürften das/die Kind/er adoptieren (nicht nur eine Person), trans Personen würden nicht mehr mit ihrem Deadname in der Geburtsurkunde ihres Kindes vermerkt werden, das schnelle und einfache Ändern des Namens sowie des Geschlechts sollte sowohl binären, als auch nicht binären trans Personen möglich sein (auch ohne Gerichtsbeschluss).

Labels diskriminieren nämlich keine Menschen, von der Norm abweichen, oder „anders sein“ stigmatisiert keine Menschen, Menschen diskriminieren Menschen. Labels bezeichnen lediglich die Bezeichnung des Andersseins. Es ist verlockend zu glauben, dass die Herabsetzung durch das Anderssein ausgelöst wird. Es ist ebenso verlockend zu glauben das Ignoranz des Problems bei der ganzen Sache hilft. Ein Großteil der Menschheit entspricht eben mit ihrer Heterosexualität sowie übereinstimmenden Geschlechtsidentität mit ihrem Geschlecht der Mehrheit und somit der vermeintlichen Norm. Was absolut falsch ist, denn wir wissen an sich gibt es keine Norm. Wer Mitglied der Mehrheitsgesellschaft ist, macht sich oftmals weniger Gedanken über die eigenen Privilegien als LGBTQ Menschen sich Gedanken über ihre Benachteiligung machen (müssen).

Jemanden den es nicht betrifft fühlt sich schuldig. Was ich nachvollziehen kann, denn oftmals hat man Dinge wie Menschrechte oder das Selbstbestimmungsrecht oder das Recht für uneingeschränkte Liebe als etwas völlig Natürliches wahrgenommen. Was es ja auch sein sollte, nur eben leider nicht ist. Natürlich sind Labels nicht immer nur positiv. Wie so ziemlich alles in der Welt gibt es auch hier Vor- sowie Nachteile. Denn selbst mit queeren Labels, die die Gesellschaft eigentlich aufbrechen sollen kommen gerne weitere Stigmatisierungen innerhalb der Community zum Vorschein. Deshalb, Labels bestimmen keine Menschen. Eine homosexuelle Frau darf genauso Männer attraktiv finden wie sie Frauen attraktiv findet. Wenn die Frau meint sie sei lesbisch dann ist sie lesbisch.

Ebenso sollten Labels uns nie als Person determinieren. Sich selbst zu labeln ist meist erst der Anfang von etwas viel Größerem und sollte nicht der gesamte Lebensinhalt eines Menschen sein. Schließlich hat jeder unfassbar viele Dinge mit denen er/sie/es sich bezeichnet. Dass sich gerade LGBTQ+ Mitglieder augenscheinlich auf ihr „Queer“ sein reduzieren liegt daran, dass sie viel im Alltag damit konfrontiert werden. Menschen, welche heterosexuell sind merken oftmals nicht wie verständlich sie von ihrer Partnerschaft oder Ehe erzählen können. Homosexuelle, bi-, pan-, poly oder a- romatisch/sexuelle Menschen laufen jedes Mal genervte Blicke oder private Fragen entgegen geschleudert zu bekommen sobald sie den Mund aufmachen und über sich reden (wollen). Vom Gefahrenpotenzial, was von Gästen ausgeht gar nicht erst angefangen. Menschen sieht man eben nicht an, was man über Nicht-Heterosexualität hält…

Gleichzeitig ist es genauso unangebracht, wenn LGBTQ+ Mitglieder sexistisch in die andere Richtung sind. Nur weil eine Person zufällig heterosexuell, weiß oder cis ist, hat sie nicht automatisch einen schlechten Charakter. Die Lebenserfahrungen sind nur ganz andere was (leider) häufig bedeutet, dass Menschen, die das Privileg besitzen sich mit dem Geschlecht zu identifizieren was ihnen bei der Geburt zugeteilt wurde Transgender häufig absolut nicht verstehen können. Wie auch? Ähnlich sieht es mit der Sexualität aus. Heterosexuelle Menschen werden vermutlich niemals in ihrem Leben aufgrund der Art und Weise wie sie Lieben diskriminiert werden. Erst recht nicht müssen sie Angst um ihr Leben oder ihre Familie haben. Gerade in jungen Jahren macht dies etwas mit einem.

Labels sind ebenso toxisch, wenn sie Personen von anderen aufgezwungen werden. Der Ursprung des Wortes Schwul ist eine Beleidigung, bis die homosexuellen Community es sich zu eigen gemacht hat. Heute ist es eine reguläre Bezeichnung für homosexuelle Männer. Gerade meiner Generation und die dort drunter benutzen schwul leider wieder als Schimpfwort. Dabei steht es oftmals für Dinge, die ein richtiger Junge nicht zeigen darf/ kann sollte. Dinge wie stereotypische feminine Ausdrucksweisen. Die Phrase NoHomo ergänzt das Bild perfekt. Homosexualität wird zu einem negativen Anders sein und Betroffene trauen sich Jahre lang nicht sich zu outen oder sich ihre Sexualität einzustehen weil sie in permanenter Angst leben geoutet zu werden. Depressionen, zunehmende Isolation und andere psychische Krankheiten sind die Folgen.

Es ist ebenso wenig okay, einen augenscheinlichen Stereotyp als etwas zu bezeichnen was er nicht ist. Männlich gelesene Person gibt sich feminin und tanz Ballett. Diese Person muss folglich homosexuell sein. Nein, muss sie nicht. Wenn diese Person meint hetero zu sein, dann ist sie hetero. Genauso wenig akzeptabel ist es Menschen, die sich bi/pan bezeichnen als heterosexuell zu bezeichnen sobald die Person mit dem andersgeschlechtlichen Partner zusammenlebt. Zu guter Letzt Bisexuelle, pansexuelle oder polysexuelle, a-romantische Menschen sind keine Schlampen oder Womanizer.

Labels habe ihre positiven Seiten. Feste Definitionen erleichtern nicht nur den Diskurs über die strukturelle Diskriminierung von LGBTQ Menschen, auch erleichtern sie die Communitybildung. Schließlich bieten feste Definition Grundsteine zu Identifikation. Je mehr Menschen sich mit der Definition identifizieren desto größer und stärker wird die Community. Im besten Falle entsteht ein sicheres Umfeld in denen Angehöriger der Gruppe sich gegenseitig unterstützen, austauschen, informieren können. All dies in einem Rahmen, in dem sie vor Diskriminierung keine Angst haben müssen.

Die gesammelten Schätze des Monats der falschen Grundsteinlegung

Feststellung des Tages am letzten Tag des Monats: Mit Pflastern an den Händen lässt es sich sehr schlecht tippen. Die beste Nachricht zu erst: Ich habe wieder ein funktionierendes Handy! Wer sich noch an den Totalschaden dank Wassers erinnern kann darf sich einmal fett auf die Schulter klopfen. Aus Mangel an Zeit sowie Nerven half ich mir mit einem alten Modell aus meiner Familie und war damals erst einmal im sicheren Hafen. Dachte ich, an dieser Stelle verweise ich auf mein neues Lebensmotto: Do not mess with life. Ich glaube übrigens nicht an vor determiniertes Schicksal, aber in dem Sinne… Keine drei Wochen später vergas ich nämlich den Pin für die Sim Karte sowie den Puk. Dementsprechende Unterlagen lagen bei mir nicht mehr herum, wurden also vermutlich mit anderen Papieren zerstört. Ich wurde also (un)freiwillig zu einem Mitstreiter in der Opposition gegen die Digitalisierung vor allem bei Kindern und Schülern. Zumindest funktionierte das Handy, selbst als es mir erneut herunterfiel und das Display komplett zerbrach. Ein sehr treues Teil, was definitiv zu wenig Speicherplatz hatte. Ich meine 8GB… Was soll ich denn mit 8GB?! Da passt noch nicht einmal meine gesamte Musik drauf. Willkommen in den frühen 90ern, in dem Jahrzehnt in dem man sich noch einfach so verabredet hat und wenn was dazwischenkam man ziemlich aufgeschmissen gewesen war. Ähnlich wie mit Wegen… Teils bin ich eine Stunde früher losgefahren und diese 60 Minuten Puffer habe ich jedes Mal gebraucht. Diesen Monat durfte ich 45 Minuten eine verdammte Hausnummer suchen. Fragt mich nicht, es war außerordentlich nervig und peinlich.

Zumindest lernt man so viele neue Menschen kennen, ich verzichte in Zukunft jedoch dankend. Was dagegen deutlich mehr vorkommen darf wären gute Bands. Es gab auf dem Festival, auf dem ich war eine. Eine ist zwar besser als keine, dennoch generischer Black beziehungsweise Death Metal ist eben nicht meins. Die Bands wären wirklich besser gewesen wären die Musiker einfach ohne ihren jeweiligen Sänger aufgetreten. An dieser Stelle war ich über die Begleitung meiner Freunde außerordentlich dankbar, zum einen hatten wir viel zu erzählen zum anderen habe ich nun definitiv einen wesentlich besser gefüllten Konzertkalender als vorher. (Mundpropaganda und Flyer sind eben doch zu etwas gut, vor allem unter Rollenspielern.)

Apropos Rollenspieler, bald ist das Semester vorbei. Unsere Kampagne dagegen noch lange und wir boulen bereits jetzt um außerplanmäßige Termine, um den Rest zu schaffen. Die Pause, die wir gezwungenermaßen Einlegen mussten, war dieses Mal leider erforderlich. Zumindest in unserer D&D Runde ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Man kann tatsächlich zu wenig Plan haben (für einen Gegner), selbst wenn der Standardsatz für Rollenspieler lautet: Der eigene Plan überlebt meist den Erstkontakt mit dem Spielleiter nicht. Im Großen und Ganzen sind drei unserer NPCs wegen uns über den Jordan gegangen und unsere Charaktere saßen quasi allesamt im Hochsicherheitsgefängnis der Nation (berechtigterweise). Ein Gefängnisausbruch ohne Magie ist gleichzeitig Nervenkitzel und wirklich ätzend. Fazit unseres letzten Treffen: Unsere Gruppenoral existiert förmlich nicht mehr (fragt sich ob wir überhaupt je eine hatten), doch stehen wir nun am Fuße des Gefängnis in Freiheit. Dafür haben wir allerdings auch alle Insassen des gesamten Gefängnisses befreit und das Anti-Magiefeld aufgehoben.

Unsere Game of Thrones Runde dagegen läuft wie immer auf Messerschneide. Meine Ehefrau hat aufgrund von einem riesigen Familienzwist (wir erinnern uns an die Verlobte meines Adoptivbruder) sich das Leben genommen, mein Charakter dreht daher momentan ein wenig durch doch dem Rest geht es dafür ziemlich gut. Der Master of Spies wurde (mit der dämlichsten Falle aller Zeiten ins Jenseits geschickt), Tywin Lannister hasst uns weiterhin wohingegen der König uns weiterhin mag, der neue Master of Spies ist tatsächlich Varys (wir alt ist der Typ bitte in der Serie?) und mein Knappe ist mittlerweile ein Mitglied der Königsgarde und somit ein noch jüngeres Mitglied als Jaime Lannister. Unser Septon muss dagegen muss sich nun entscheiden ob er dem hohen Septon dienen will oder weiterhin unserem Haus und er schwitzt bereits jetzt. Die Black Fire Rebellion, die gerade vor den Toren des Reiches steht lasse ich hier mal unbeachtet.  Für den restlichen den Monat habe ich mich ausschließlich nur mit meiner ersten Hausarbeit beschäftigt und mit meinen weiteren fünf Bewerbungsmappen für die jeweiligen Kunsthochschulen.

Was soviel bedeutet wie, ich hatte genau 1,5 Semesterwochen wirklich Ferien von insgesamt acht Wochen. Wenn mir jemand sagt Studenten würden nur faul auf der Haut liegen, den hänge ich am nächsten Kleiderhaken auf. Auch wenn niemand mehr von euch studiert hier ein paar gelernte Weisheiten meinerseits: Schreibt euch die Fußnoten in euren Referatstext gleich mit hinein. Ihr könnt beides nämlich recht gut für die Hausarbeit recyceln und ihr spart euch damit eine Menge Zeit und Nerven. Sofern euer Referatsthema nämlich nicht allzu schrecklich war, dürft ihr nämlich auch das für eure Hausarbeit wiederverwenden. Eigentlich solltet ihr das sogar auch tun. So verlockend es auch ist fangt nichts neues an, es gibt nur Ärger. Egal mit welchem Textverarbeitungsprogramm ihr schreibt, kümmert euch als aller letztes um das Layout. Ansonsten schreibt euren Text am Stück im Blocksatz ohne jegliche Absätze herunter. Alles andere ergibt ähnlich viel Ärger wie ein völlig neues Thema für die Hausarbeit zu wählen. Layouts basteln ist in Word ein wirklicher Horror, zumindest wenn es genau fünf verschiedene Leitfäden für das Aussehen der Hauarbeit gibt und die auch noch Begriffe verwenden, die man erst nach einer Woche intensiven Bearbeiten er versteht, zumal man die Einstellungen dann auch erst einmal finden muss weil die Werkzeugleiste aus unerfindlichen Gründen nicht mehr funktioniert. Danke Computer…

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Gesammelte Schätze des Monats der „Freiheit“

Falls in dem letzten Monatsrückblick viele Fehler enthalten waren, tut es mir bereits jetzt leid. Nur schreibe ich den Beitrag meistens mit dem Verlauf des Monats und werde sozusagen betriebsblind. Irgendwann bin ich dann so genervt und ungeduldig davon dass der Text immer noch nicht fertig ist, dass es mir zu blöd wird. Nichtsdestotrotz geht es diesen Monat weiter und der Monat fing weit besser an, als ich es mir je erhoffen durfte. Die Belohnung nach der Klausurphase war ein Wochenende im Sauerland mit den besten Freunden, die man sich nur wünschen kann. Egal was schief lief, die Stimmung war konstant genial, keiner hat irgendjemanden ans Bein gepinkelt und wir waren alle ganz wundervoll fluffig.

Die Höhepunkte (im Guten wie im Schlechten und im Absurden) wären gewesen:

 

  1. Der Weg zum meinem Treffpunkt war schon eine Odyssee. Meine wehrte Öffi-App hat es nicht so mit genauen Angaben. Man braucht entweder die Hälfte der berechneten Zeit oder die Doppelte. In diesem Falle fuhr ich eigentlich viel zu früh los, wurde dann jedoch zur falschen Bushaltestelle geschickt, sah meinen eigentlichen Bus aus dem Augenwinkel wegfahren und stand dann dort. Der nächste Bus sollte nämlich nicht in 10 Minuten fahren wie die App es mir kundgetan hatte, nein das miese Ding fuhr gerade mal alle 20. Die Strecke konnte ich dann laufen, zu spät würde ich so oder so kommen. Ein Hoch auf meine grauen Zellen, welche den Weg aufgrund eines Festivals noch irgendwie zusammen bekamen. Ich brauchte trotzdem weitere 10 Minuten um diese Hausnummer zu suchen, an der wir uns treffen sollten. Ich und Hausnummern, wir stehen seit meiner Geburt irgendwie auf dem Kriegspfad. Wie auch immer, ich sah niemanden und so langsam beschlich mich das Gefühl, dass wir uns vielleicht am alternativen Treffpunkt treffen würden. Das alles wäre nicht so dramatisch gewesen, wenn mein Handy funktioniert hätte. Ich kann damit (aus Gründen) derzeit weder SMS verschicken, noch telefonieren, noch ins Internet. Was also tun, wenn man quasi nicht erreichbar ist? Richtig, man versetzt sich in die 90er Jahre zurück und sucht sich ein Festnetztelefon. Mir fielen zwei Architekten in ihrem Büro zum Opfer, die mich sichtlich irritiert anstarrten als ich dort mit Wanderrucksack, Isomatte, einem Jutebeutel und einer Nerdmütze im Türrahmen stand. Beide dachten allen ernstlich ich wollte das Telefon klauen. Es löste sich dann übrigens alles in Wohlgefallen auf. Die Gruppe fand sich zusammen und ab ging die Post. Fast…

 

  1. Die Autobahnfahrt sollte so fünf Stunden dauern, ohne Feierabendverkehr. Den wir am Ende tatsächlich auch nicht hatten, denn kurz nach dem wir losgefahren sind bewaffnet mit Snacks, Musik und guter Laune begann unser Fahrer Witze darüber zu machen wie toll sein Auto wäre und dass es noch nie Probleme gemacht hätte. Ihr wisst bereits worauf es hinaus laufen wird oder? Richtig: Zu erst viel die Servo-Lenkung aus, dann meckerte die Kühlwasseranzeige und auf der Auffahrt zu einer Tankstelle an der wir die zweite Gruppe treffen wollten rauchte das Auto komplett ab. Unsere Motorhaube glich dem Eyjafjallajökull, der 2010 mit seiner riesigen Aschewolke gesamt Europa in Atem gehalten hat. Während wir die Anderen benachrichtigten und unsere Sachen vor noch viel Schlimmeren in Sicherheit brachten, nahm sich ein russischer LKW-Fahrer dem Ganzen an und das Ergebnis war: Der Keilriemen war gerissen und ist anscheinend so heftig gegen den Kühlwasserschlauch geschlagen, dass dieser schließlich geplatzt ist. Es folgten Anrufe an den gelben Engel, die Familie des Fahrers, an diverse Autovermietungen sowie weitere Freunde. Während sich zwei bis drei Menschen damit beschäftigen ein neues Auto aufzutreiben, vertrieben wir uns die Zeit an der Tankstelle und amüsierten uns köstlich. Bereits nach 2,5 Stunden ging es weiter in Richtung Mitteldeutschland wobei der Neuwagen sehr schnicke aussah und dank mir einen doppelt so großen Kofferraum hatte wie unser Wagen davor. Kombis sind eben klasse, zumal wir dadurch endlich den Rückspiegel benutzen konnte. Während die Snacks gereicht wurden, wechselte die musikalische Untermalung von Queen über K-Pop durch bis wir abmachten nur noch Trash zu spielen. Bevorzugt aus den 80er oder 90ern und ab und zu gab es mal auch was aus den 2000ern. Kilometerlang dröhnte aus unserem Auto (bei geöffnetem Fenster) I would like to move it move it, Rasputin, Moskau, Ice Cube, Willst du mit mir Drogen nehmen?, Crazy Town, Captain Jack, Mambo No. 5, Hyper Hyper oder Mr. Vein, High Way to Hell sowie YMCA es endete schließlich in einem Potpourri aus Rammstein, Knorkator, Marylin Manson, Linkin Park, Green Day, und diversen Songs aus Tanz der Vampire. Nicht zu vergessen das Pokémon Theme. Ich bin mir sicher die Dörfer, die wir irgendwann passieren mussten haben sich über die 5 Sek. lange Beschallung gefreut.

 

  1. Hier übrigens ein kleiner Tipp für ein Partyspiel, welches man in großen Runden spielen kann, verdammt viel zu lachen hat und man sich weder blamiert noch fremdschämt. Es handelt sich um eine Stillepostvariante, nur zeichnet man das Wort, welches man bekommen hat. Das Ganze läuft so ab: Jeder Spieler bekommt einen Haufen von Post-Its oder Notizzetteln auf denen er bequem zeichnen kann. Die Anzahl der Zettel entspricht der jeweiligen Spieleranzahl. Jetzt schreibt jeder verdeckt einen Begriff auf seinen Zettel, um ihn dann verdeckt an den linken Nachbarn weiter zu geben. Der schaut sich verdeckt den Begriff an, packt diesen Zettel ganz nach hinten und zeichnet den Begriff auf das neue leere Blatt. Ist er fertig gibt er den gesamten Stapel abermals nach links weiter und der, der den Stapel bekommen hat muss anhand der zeichnen den Ursprungsbegriff erraten. Viel mehr schreibt er den begriff auf bei dem er denkt, dass die Zeichnung ihn darstellen soll. Wir haben Tränen gelacht, es kann und konnte übrigens keiner von uns wirklich Zeichnen. Das ist nämlich auch der Witz an der Sache. Es gibt dann sehr viele interessante Interpretationen an sich eigentlich sehr vielen Alltagsbegriffen. So wurde aus dem Fischbrötchen am Ende Nekrophilie, aus dem Kaiserschmarrn UV-Strahlungen und aus einem Dice20 ein Looping einer Achterbahn. Desweitern hielten sich ikonische Begriffe wie Gravitationswellen (recht lange) oder Fotosynthese. Was völlig schief ging war das Wort Ehre… Aber wie soll man Ehre auch Zeichnen? Ich habe es erstaunlich gut hinbekommen, wobei es dennoch falsch gelesen wurde. Immerhin die Intention war da…. Das Ganze wurde dann drei Wochen später erneut auf einem Geburtstag gespielt.

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Die gesammelten Schätze des Monats, der nervigen zwei Punkte Klausur

Ja, ich lebe noch! Ja, der Beitrag ist definitiv überfällig und mich nervt es, dass ich nie die Zeit gefunden habe zu schreiben und nein, ich denke dieser Zustand wird sich auf Dauer leider vermutlich sogar noch verschlechtern. Studieren ist insbesondere in den Prüfungsphasen sehr anstrengend und wenn man dann von 6:00 bis 20:00 unterwegs ist, will man auch irgendwann nur noch ins Bett. Falls es euch tröstet mein gesamtes Leben kam die letzten Monate zu kurz, was jedoch an einer ganz bestimmten Professorin lag (ich hoffe inständigst, dass ich es mir nicht mit ihr verscherzt habe). Es ist eine der Professorinnen, die wollen dass man alle Werke der Literaturliste ließt um anschließend alles Zitieren und in den Kontext setzten zu können. Ich hatte den Fehler gemacht am Anfang des Semesters eine ihrer Vorlesungen zu belegen. Die Vorlesung war grandios nur eben nicht die Klausur zur Überprüfung am Ende. Rein rational gesehen hätte ich nicht mehr als 60 Arbeitsstunden in diese Überprüfung investieren müssen. Weit gefehlt… Glaubt mir mein Timer blieb kurz vor unendlich stehen und ich fühlte mich immer noch absolut ungebildet diesbezüglich der Themen. Wir werden sehen was daraus geworden ist. Meine ganze Situation wurde dadurch verschlimmbessert, dass die Professorin sehr wohl wusste wer ich war. Ich hatte ihr nämlich Rede und Antwort gestanden, weshalb viele ihre vorgeschlagene Fachliteratur nicht lesen würden. Erstens, dieses eine Buch war zwar thematisch großartig und interessant jedoch zu polarisierend und auch zu spezifisch für die ohnehin schon spezifischen Seminarsthemen. Den einzigen ausgebildeten Historiker, den wir in unserem Seminar hatten ließ sich nach an Mitte des Semesters nicht mehr blicken. Das will was heißen, schließlich kam Frau nie wirklich auf das Thema Hexen zu sprechend. Darüberhinaus war die Lektüre war verständlich geschrieben, dennoch steckte in jedem Satz so unfassbar viel komprimiertes Wissen dass es trotzdem Stunden gedauert hat gerade mal dreizig Seiten zu lesen gerade wenn sie digital auf dem Computer existieren, Ich stelle immer wieder fest, mein Gehirn ist absolut konservativ was das Lesen von Dingen angeht. Papier funktioniert eben immer noch um 100% besser.

Wie auch immer all diese Argumente fand sie natürlich absolut nicht lustig. Ehrlichkeit wird oft überbewertet, zumindest in der Öffentlichkeit. Jetzt zu erfreulicheren Dingen.

Das Jahr wurde mit Semesterferien und einer richtig fetten Erkältung eingeläutet. So viel zum Thema: Entspannung nach der Anspannung, aber was soll ich machen wenn es überall um mich herum schnieft, niest und fiebert. Vor allem, wenn es kleine Kinder sind. Ich schwöre euch, falls uns jemals ein Killervirus alle dahin raffen sollte, der wäre nicht aus dem Reagenzglas gekommen sondern aus einer Kita oder Grundschule. Knapp zwei Wochen war ich außer Gefecht gesetzt, die typische Berg und Talfahrt. Ich habe trotzdem die Füße still gehalten, denn etwas anderes ging irgendwie auch nicht. Gliederschmerzen? Knochenschmerzen? Hals und Kopfschmerzen? Alles in doppelter Portion zum Mitnehmen bitte. Darüberhinaus war am Wochenende eine Geburtstagsfeier geplant und da musste die physische Hülle zumindest wieder Bewegungsunfähig sein.

Es klappte, was weniger klappte war der Weg zu Party. Ich bin angekommen, nur eine Stunde später als geplant. Pendeln ist absolut bescheiden, erst recht wenn man währenddessen dreimal umsteigen muss und nur von zwei mal wusste. Vororte von Vororten können tatsächlich recht lauschig sein, vor allem wenn sie noch ne richtig funktionierende Dorfkneipe haben die sogar noch gemütlich aussieht.

Wir lagen schließlich um 4:00 morgens im Bett dazwischen lag viel Pizza, gute Gesprächsthemen (die dann zu drei Leute diskutieren, der Rest hört zu) eskalierten, noch besseren Gesprächen und jede Menge Gesellschaftsspielrunden: Stichwort Secret Hitler oder Cards against Humanities. Es sind die beiden einzigen Spiele, die vermutlich ein FSK ab 18 tragen würden oder sogar tragen.

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Das erste und das letzte Wort des Jahres 2018

Jetzt sitzen wir hier, starren vermutlich gerade alle auf den eigenen Bildschirm (ihr lest meinen Beitrag, ich schreibe gerade Neujahrsglückwünsche) und wundern uns wie all die Jahre zuvor wie kurz doch 365 Tage sein können. Vermutlich ist das aber auch ganz gut so, wenn es eines git was weiter gehen muss dann ist es die Zeit ansonsten würden wir alle auf der stelle sterben (oder zumindest nicht leben) oder wir wären bereits tot. Wer will denn bitte auf ewig in einem Zeitabschnitt der menschlichen Geschichte herumhängen. Ich finde ja schon acht Stunden in der Universität anstrengend, da will ich nicht dass das Jahr plötzlich 1095 Tage dauert. Gerade wenn schlimme Dinge passiert sind, was sie nicht sind! 2018 war ein erstaunlich ruhiges Jahr. Fast schon zu ruhig und ich habe Angst, dass wenn ich den Beitrag jetzt am 28.12 zu ende schreibe morgen oder übermorgen oder an Silvester noch irgendetwas schlimmes passiert. 

Ich gehe gut und gerne zu das Jahr hatte Anlaufschwierigkeiten und Schlaglöcher… Ab November dann besonders viele Schlaglöcher, aber ich habe sie trotzdem überstanden. Schaue ich mir so Januar letzten Jahres an ist es erstaunlich wie viel und wie ich mich verändert habe. Januar letzten Jahres lag ich mehr oder weniger angeschlagen in Dublin in einem viel zu großen Bett in einem viel zu leeren Raum. Mag kitschig klingen, aber damals kam das meinem Gemütszustand schon verdammt nahe. Besonders wenn man durch die Fenster auf die gegenüberliegenden Straßenseite schaut und die fröhlichen Gesprächsrunden der Nachbarn beobachten kann. Irgendwie will ich Weihnachten dann doch nicht alleine verbringen. Schon gar nicht, wenn die Stadt in der man wohnt noch nicht einmal vernünftige Weihnachtsmärkte haben. Weihnachtsdeko hin oder her, aber an Marzipankartoffeln, gebrannten Mandeln, Lebkuchen oder Stollen und vor allem Weihnachtsmärkten müssen die Iren wirklich noch arbeiten… Ich meine, die sind doch so katholisch?! Ich würde trotzdem jederzeit wieder hinfahren (außer zu Weihnachten, da ist Deutschland schon ein ziemlich guter Ort) 

Desweiteren weiß ich nun, dass Island zwar ein famoses Reiseland ist und man gut und gerne dort Wandern kann (gerne auch länger), aber dort wohnen wollen würde ich dort nicht. Spezifiziere ich es würde ich sagen: Ich würde dort nicht arbeiten wollen. Isländer sind ware Arbeitstiere, was allerdings nicht okay ist dass eben von einem Praktikanten zu erwarten ohne ihn mit ins Boot zu holen. Wenn ich mir für euch den Hintern abarbeiten soll, dann sorgt dafür dass ich mich bei euch wohl fühle. Meine Chefinnen haben allesamt das Gegenteil bewirkt und man ist das ätzend. Zumal ich ja noch nicht einmal der einzige Mensch war, der sich gemobbt vor kam. Nicht gemobbt eher emotional ausgenutzt.

Nach recht unerfreulicher Praktikumstrennung und anschließendem Buchungsdrama kam ich trat ich die Rückreise an und mich empfing ein Sommer wie ich ihn seltenst erlebt habe und er machte mich wahnsinnig. Hätte ich die Wahl würde ich immer noch die 8°C wählen. Kaum dass ich zurück kam ging es auch schon ans Nebenjob suchen, Bewerbungen schreiben und eben dies kann ich gleich diesen Januar weiterführen. Nach zwei Wochen hatte mich der Alltag wieder und es stellte sich die nächste Frage: Was tun? Während des Studierens würde ich neue Leute kennen lernen, aber zwischen Ankunft und Studienbeginn lagen noch gut fünf Monate. Den wirklich einzigen Anknüpfungspunkt der mir blieb war somit meine Rollenspielrunde und obwohl ich zu spät für die Rundenvergabe kam wurde ich herzlichst aufgenommen.

Damit kann ich voll und ganz behaupten, dass 2018 besser war als 2017 und 2016 und 2015 zusammen. Ich würde sogar behaupten 2018 (war) mein Jahr. Zwar mit Anlaufschwierigkeiten, aber was ist schon perfekt. Ich habe in den letzten sieben Monaten so viel Spaß gehabt wie schon lange nicht mehr. Ich habe reichlich gelacht, gefeiert und teilweise die Nächte unfreiwillig durchgemacht, habe geschimpft, geflucht und mich tierisch gefreut. Dieses Jahr weiß ich endlich weshalb ich die letzten Jahre einfach so oft nur durchgehalten habe, weil mir eine ganz bestimmte Kiwi immer wieder gezwitschert hat dass es bald besser würde. 

Es gibt da draußen tatsächlich Menschen, die einen mögen so wie man ist, die für einen da sind und die mit einem auf einer Wellenlänge sind. Erwachsen werden und zu wachsen macht mit den richtigen Menschen doch Spaß. Dieses Jahr habe ich auch endlich eine konkrete Antwort darauf, weshalb ich keine trendige Bucket List mehr habe. Ich brauche keine, dass einzige was ich wirklich in meinem Leben sein möchte ist glücklich und zufrieden. Dafür brauche ich keine Bucket List, ich brauche nichts und niemanden der mir predigt was ich zu tun und zu lassen habe für mein eigenes Wohlbefinden oder wie ich mein Leben zu leben habe. Wenn es Dinge gibt, die ich tun möchte dann gerne. Wünsche die mir wirklich wichtig genug sind werden wohl ein paar Jahre bestehen bleiben bis ich sie mir erfüllen werde können (sofern es größere Wünsche sind). 

Momentan bin ich da noch ein wenig zwiegespalten. Einerseits wünsche ich mir, dass ich hier in meiner Heimat bleiben kann bei meinen neu gewonnen Freunden, auf der anderen Seite will ich auch meinen Traum von einer so wunderbaren kreativen Karriere verfolgen, die vermutlich darin endet dass ich Pizzalieferant werde. Seit Monaten begleiten mich Fragen wie Lohnt es sich wirklich? Soll ich das durchziehen? Habe ich überhaupt Chancen? Will ich hier wirklich weg? Mit der Zeit wurmen einen diese Gedanken ziemlich arg und manchmal wünschte ich, ich könnte an zwei Orten gleichzeitig sein. Ich weiß, ich weiß, noch ist nichts geschrieben. Ich habe weder die Bewerbungen fertig, noch habe ich mich beworben, noch habe ich die Mappen eingereicht oder gar die Aufnahmeprüfung bestanden. Aber dieser konstante Zwiespalt mit dieser Konstanten Sorge. Welcome to the world of anxiety. Ich werde es dennoch durchziehen, wäre ja noch schöner würde ich mir dann mein ganzes Leben ein was wäre wenn gewesen vorwerfen.

Also zurück zur Retrospektive: Schaue ich mir da die letzten 365 Tage an, ist dass schon eine recht gute Grundlage auf die man aufbauen kann. Die Zeit von März bis Anfang Mai und den November kann man jedoch streichen. Ähnlich sieht es im Weltgeschehen aus, egal was die Medien uns vormachen wollen 2018 war friedlicher als letztes Jahr. Wenn die Welt jedoch so weiter gemacht hätte wie bisher, wäre ich vermutlich schon vorher aus allen Wolken gefallen. 

Ein Highlight wäre da beispielsweise die Rettung der thailändischen Jungen aus der Höhle oder dass das Münchner Oberlandesgericht endlich ein Mitglied der RAF verurteilt hat (wurde aber auch Zeit… da sind dennoch viele Dinge unberührt geblieben) und der (fantastische?) Sommer. Ich meine so wenig Regen hier oben im Norden hatten wir schon lange nicht mehr und meinem Vitamin D3 Haushalt hat es erheblich geholfen. Ansonsten kann ich nur sagen, der Hambi bleibt und es gibt mittlerweile Weihnachtsbäume die man für Weihnachten mieten kann damit man sich die Rodung solcher sparen kann. Ich sehe übrigens gerade, ich habe noch zu viele Punkte die ich euch mitteilen möchte als dass ich jetzt noch im geschlossenen Absatz weiterschreiben möchte. 

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Die gesammelten Schätze des Monats der kleinen Freuden

Ich dachte mir der Dezember wird ruhiger und siehe da, er wurde es. Zum Schreiben fehlt mir dennoch die Zeit und die Muse. Seien wir ehrlich, liegt vermutlich noch nicht einmal an den äußeren Umständen, sondern nur an mir Selbst. Wenn ich eins kann dann mich selbst zu überfordern mit allem was dazu gehört. Leben ist aber auch schwierig, wer hat sich dass eigentlich ausgedacht? Jetzt kommt mir nicht mit Gott. Ich weiß eine Nicht-Existenz kann man schwer beeisen, aber mir wäre es tatsächlich lieber wären wir die Herren unserer Schicksals. Zumal ich keine Lust habe mit 0,00000001% meiner Alltagsmenschen verwandt zu sein. Da gibt es nämlich verdammt große Idioten drunter. Ich verweise hier bewusst auf diesen einen ganz bestimmten Nachbarn und diverse Kommilitonen meines Studiengangs. Wenn ich es nicht live erleben würde würde ich nicht vermuten, dass es so unfassbar viele Spießer und selbstgerechte Pseudo-Linke in meinem Studiengang gibt. Vermutlich kommt zu einer der zwei Diskussionen sogar noch ein Sonderbeitrag, die zweite kann ich hier trotzdem noch einmal erwähnen.

Ich besuche ein Seminar, was sich konkret mit Bildern in verschiedensten Gewaltkontexten außeinander setzt. Keine Leichte kost, dafür aber oftmals sehr, sehr lehrreich und der Professor ist wirklich gut. In einer Stunde lauschte ich ich einem Referat, welche die Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte analysierte; Tatwaffe: LKWs. Dahinter stand die Frage im Raum inwiefern Journalisten mit ihrer oftmals nicht objektiven Berichterstattung dem Terror in die Hände spielen. Schließich tragen sie die Panik oftmals in den Raum weiter, ohne Medien würde es eben Monate dauern (oder Wochen) bis wir hier im Norden wüssten, was in Straßbourg geschehen ist. Am Ende des Referates zeigte uns die Referentin eine der Titelseiten der Tratsch und Klatsch Zeitung schlechthin. Sie sollte ein Beispiel sein, wie man auf keinen Fall Bericht erstatten sollte: (Anm. meinerseits: Wenn wir den Standard so niedrig setzen, wird das nie was mit dem anständigen Journalismus) Fette Buchstaben, negativ konnotierte Schlagwörter und eine Collage aus sämtlichen Gewaltbildern des Geschehenen. Dann zeigte uns unser Professor ein weiteres Bild einer anderen Zeitung. Zu sehen war: Das Brandenburger Tor, welches in den Farben der deutschen Flagge angestrahlt wurde, davor ein Christbaum und darunter der Ausspruch: Fürchtet euch nicht. Zu meinem Entsetzten bewerteten die Mehrheit diese Titelseite als sehr viel „differenzierter“ oder „distanzierter“. In den Moment bin ich schlichtweg aus den Wolken gefallen und verbrachte die nächsten Minuten mich über die Haltung meiner Mitstudenten zu empören. Der Professor war sowohl überrascht als auch erfreut. Ich hoffe es zumindest, er sah zumindest so aus.

Für alle zum Mitschreiben. Das Brandenburger Tor in den Farben der deutschen Nationalflagge anzustrahlen mit einem deutschen Christbaum davor und einem Satz aus dem Lukas Evangelium ist keine neutrale Berichtserstattung?! Hand aufs Herz, wer von euch ist noch praktizierender Christ (außerhalb von Ostern oder Weihnachten wohlgemerkt)? Ich bin mir sicher verdammt wenige. Weshalb zur Hölle ist also dieses Titelblatt so exkludierend? Welcher Depp hatte in dem Moment zu viel Glühwein intus? Falls der Vorfall noch nicht genug war, kann ich gleich mit meinem Chef weitermachen. Der hat sich nämlich mit seiner konsumorientierten Markthaltung mal wieder wahnsinnig beliebt gemacht. Mir erst mehrmals einprägen wann ich wo zu sein habe, aber dann keine weiteren Anweisungen geben oder erst gar nicht auftauchen um aufgetragenes gegenzuzeichnen… Dafür hetzte ich mich jedes Mal durch mein gesamtes Nervenkostüm. Vor einigen Tagen hat er dann die Quittung bekommen. Ich habe nicht umsonst eine Mütze zum Nikolaus bekommen auf der in großen, roten Lettern NO! geschrieben war. In dem Moment in dem ich den Pausenraum mit dieser Mütze betrat, hatte er die Quartalsbesprechung mit der Bezirkschefin. Passiv-Agressive Rache kann ich! Zu allem Überfluss kam noch, dass sie mir meinen im Januar versprochenen Urlaub wieder genommen und ihn auf andere umverteilt haben. Macht meine derzeitige Situation nicht unbedingt charmanter. Manchmal hätte ich wirklich nichts dagegen einfach als Einsiedler irgendwo im nirgendwo zu leben. Wobei ich dort keinen Zugang zur Weihnachtsschokolade hätte… und wer sagt, dass ich dort einen Ofen fürs Plätzchen backen hätte?

Seit langem gab es deshalb vier ganze Bleche voll, die aber nach Abzug für Freunde und Nachbarn sich recht schnell wieder relativiert hatten. Mir schmecken sie ja jedes Mal, aber ich habe immer Bedenken bei anderen. Glutenfrei heißt zwar nicht gleich gesund, aber die vergleichsweise Alternativen zu normalem Keksteig mussten dann immer drei Stunden ruhen. Wer zur Hölle wartet bitte drei Stunden auf einen Teig? Neben dem Plätzchen backen wurden dann noch gute Spiele spielt, das Blogland mal wieder etwas aufrollt und meine beiden Essays durften halt auch nicht fehlen. An dieser Stelle einen gut gemeinten Rat: Kriegsverbrechen sind kein gutes Essaythema. Also eigentlich schon, aber gerade in der Weihnachtszeit zieht einen so etwas wirklich runter. Beschäftigt euch stattdessen lieber mit schönen Sachen wie zum Beispiel Kurzbiografien. Was mir nur keiner gesagt hat war, dass der geniale Kopf der Ikonographie in seinen späteren Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Und was das für Probleme waren… Halleluja.

Da hilft dann immer nur der fensterlose Raum einmal pro Woche und egal welche Woche ich werde nächstes Mal vermutlich verdammt viel zu lachen haben. Falls alles gut geht, wovon ich eigentlich nicht mehr wirklich ausgehe. Dafür sind meine jeweiligen Gruppen zu chaotisch und betrachten wir es mal ganz objektiv… Einen Holzpalast zu brandschatzen, damit zumindest ein Teil der Königsfamilie aus der Septe rennt um nicht auch noch in die Luft zu gehen ist bis heute ein sehr interessanter Plan. Jetzt wissen wir zumindest auch, weshalb Summerhal abbrennt. Immerhin er ist nicht auf meinen Mist gewachsen. Ich halte den Plan zwar für die beste Alternative, aber immer noch nicht für eine Gute! In der anderen Woche sieht es allerdings auch nicht besser aus. Die Kampagnenprämisse einer Händlersfamilie zu helfen hatte sich mit dem Tod von vieren unserer Gruppe erledigt. Wunderbarerweise hat genau einer überlebt, weshalb wir wiederbelebt wurden. Ich betone hier übrigens das widerbelebt und nicht wiedererweckt, es war (hoffentlich?) keine Nekromantie im Spiel. Wir sind gerade dabei uns an unserem Täter zu rächen. Die Prämisse niemanden umzubringen konnten wir also gleich in die Tonne hinterher kippen.

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