Realität

„Realistische“ Männer in der Literatur

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde der letzte Beitrag diesbezüglich starker Frauen in der Literatur wäre nicht eingeschlagen wie eine Bombe wiederhole ich das Ganze doch einfach. Nur nicht mehr mit Frauen, sondern mit Männern. Gleichberechtigung ist hierbei durchaus erwünscht, weshalb es hier weder um Hexer (Gerald von Riva), Zwerge oder den perfekten Schwiegersohn (Augustus Walters) gehen wird geschweige denn um die beliebten Bad Boys (Daemon Black), welche noch nicht einmal im Ansatz das Prädikat menschlich verdienen. Selbst Männer haben ein recht darauf sensibel, gefühlvoll, zickig, ängstlich zu sein. Dabei habe ich allerdings auch hier drauf geschaut, dass besagter Charakter nicht bloß in Selbstmitleid versinkt und als bloßer Sidekick dient (Peter Mellark). Der Umstand ist genauso schlimm die der perfekte Schwiegersohn oder das öberflächliche, naive Mädchen. Ich nenne diese Reihe also nicht  starke Männer in der Literatur sondern eben reale Männer/ Jungs. Denn stark finde ich in diesem Zusammenhang allzu missverständlich. Übrigens für alle Quellenangaben einfach auf das jeweilige Foto klicken….

 

  1. Dante

Der Titel ist scheiße, aber er vermittelt genau das was Jungs/ Männern heutzutage vermittelt wird. Sie dürfen um alles in der Welt nicht weinen jetzt frage ich mich allerdings weshalb? Wirkt das unmännlicher? Ich meine wenn Frauen weinen zeigt keiner mit dem Finger auf sie und ruft „schwul“ (den Zusammenhang habe ich auch noch nie verstanden) oder Pussy… Wenn Frauen weinen, wollen Menschen erst einmal helfen. Wieso denn zur Hölle nicht bei Männern? Können wir bitte auf die Steinzeitrollenverteilung verzichten? Das war vor gut 5500 Jahren….

Aber zurück zum Buch. Dante hat gerade mal mit 17 Jahren sein Abitur bestanden und gar nicht mal so schlecht. Was ihm vorschwebt? Ein Germanistikstudium und später den Beruf des Journalisten. Nur wäre da nicht seine Ex- Freundin, denn die steht eines Tages samt Baby vor der Tür drückt es ihm in die Hand und verschwindet dann. Schließlich ist er der Vater und nun ist er mit Kümmern an der Reihe. Sie verschwindet darauf hin spurlos und Dantes Träume zerplatzen.

Er hat ein Kind am hacken, eines was sich noch nicht selbst versorgen oder gar reden kann. Herzlichen Glückwunsch! Willkommen im Reality TV. Statt sich der Vaterrolle jedoch zu verweigern, reißt sich der Junge gehörig zusammen (sein Vater spielt dabei keine unerhebliche Rolle) und beginnt zu lernen, zu lieben und irgendwie sein gesamtes Leben mit Baby auf die Reihe zu bekommen. Es dauert, er macht Fehler, aber er lernt daraus. Der Leser bemerkt sehr wohl, dass er am Ende des Romans alles für seine Tochter tun würde und sie für nichts in der Welt abgeben möchte. Dies gilt übrigens auch für seinen Bruder… Der im Gegensatz zu seinem besten Freund mein persönlicher Held ist (neben Dante).

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Sie leben unter uns. Durchschnittliche Bürger, durchschnittliche Helden, die ruhig und anonym unsere Welt weiterhin vor Unheil schützen – The Incredibles

Ich weiß nicht was ich von diesem TAG halten soll, einerseits ist er eine wunderbare Idee vor allem in Beziehung mit Büchern und den herausragendsten Filmen aller Zeiten auf der anderen Seite hat er mich in den Wahnsinn getrieben, da ich mein Regal wirklich teilweise bis ins letzen Winkelchen umkrempeln musste. Staubwischen hat noch nie so nachdenklich gemacht wie gestern und vorgestern. Um kurz das Thema Film zu streifen bevor es mit dem geschrieben Wort weiter geht möchte ich natürlich noch einmal aus Disney eingehen….

Disney hat wundervolle Filme gemacht alt sowie neu. Man kann von ihm selbst halten was man will, doch seine Werke sollten dennoch in ehren gehalten werden. Was ich dennoch stark bedaure, sind die Veränderungen für die Massentauglichkeit. Massenware war wohl schon damals angesagt. Ein perfektes Beispiel dafür wäre (und ich reite immer darauf herum, weil es mich schlichtweg einfach ärgert/ zu Tode nervt) das Dschungelbuch.

Das original Dschungelbuch besteht aus sieben Erzählungen wovon gerade mal drei von dem liebenswerten Mowgli handeln…. und die ist alles andere als amüsant. In der wird Mowgli erst einmal von seinem eigenen Wolfsrudel verstoßen, da Shir Khan die Macht übernimmt… Mogwli lebt weder glücklich bei den Dorfmenschen noch wird Shir Khan eingesperrt. Nachdem Mowgli sich mit dem Menschen im Dorf arrangieren musste wird er Büffelhirte und Büffel sind nun mal in der Herde sehr viel stärker als ein einzelner Tiger, sei er noch so böse. Statt Mowgli für seine Heldentat zu feiern, denn ein böser Tiger ist selbst für die ansäßigen Biomasse gefährlich sagen sie ihm Hexenkräfte nach und verstoßen sie. Shir Khans Fell und Kopf dient von dort an als Mowglis Trophäe für seine Rache gegen Shir Khan und der Menschen. Enttäuscht und bestätigt in seiner Abneigung gegen Menschen kehrt er zu Hause in den Dschungel zurück.

Soviel zum Friedefreudeeierkuchenfilm film… Das ironische daran ist, dass es Walt Disneys letzter Film war bevor er verstarb, aber jetzt etwas mehr positives…

Die böse Königin aus Schnewittchen und die sieben Zwerge (1937), hat tatsächlich einen Namen. Er lautet: Grimhilde. Darüberhinaus ist die junge Schönheiten zum Zeitpunkt des Dramas gerade mal 14. Wenn dieses Mädchen später mal nicht  an einer postraumatische Belastungstörung gelitten hat.

Eine weitere Verschönerung: Captain Hook wird in der wirklichen Geschichte dem Krokodil zum Fraß vor geworfen. Im Film (1953) wird er lediglich von ihm aus dem Film gejagt.

und zu guter letzt als großer Scar sowie Thomas Fritsch Fan:

Scars Geburtsname lautet Taka und das heißt auf Suaheli nichts anderes als Schund. Da ist Scar schon irgendwie netter…

Jetzt aber kommen wir zu den Büchern.

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Traumweh

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich. -Jean Luc Picard

Da sich der böse, böse 24te des Monats auf mehr oder weniger langsamen Pfoten nähert, hier eine womöglich letzte oder auch erste Empfehlung. Als last Minute Gift sozusagen, für die Liebsten oder einfach für sich selbst. Muss auch mal sein. Wie auch immer, in der Vergangenheit dieses Blogs habe ich ja schon öfters versucht euch bestimmte Lieblingsfolianten ans Herz zu legen, nur habe ich selbst gemerkt, dass es zum wirklich guten Rezensieren einiges mehr bedarf, als eine Tastatur und das Wissen wie man bestimmte Wörter schreibt.

Dennoch ein letztes Mal für dieses Jahr will ich es versuchen, denn dieses Buch ist ganz besonders wichtig und gehört für mich zu den besten Bücher die ich in 2015 lesen durfte. Vermacht wurde es mir durch eine Verlosen des winterfrostigen Blogs St. Bergweh. An dieser Stelle möchte ich gerne noch einmal dafür bedanken, denn es war das einzige Buch was mit nach Island auf den Trekkingtrip durfte. Ein leichtes, feines Taschenbuch was über das Reisen handelt und deshalb wohl das Recht besitzt gelesen, beschmutzt und herumgetragen zu werden. Behütet wurde es 7 Tage lang von einem Plastikbeutel und von meinen, vor Kälte angelaufenen Fingern.

Weshalb ist dieses Buch nun so unglaublich gut, dass man es einfach gelesen haben muss? Ich werde es euch verraten und zwar jetzt. Wie wäre es mit einer chronologischen Reinfolge? Zu langweilig? Lest das Buch, da wird euch die Langeweile schon noch vergehen, denn Traumweh ist ein Reisetagebuch der zwei Weltenwandler Tim Wohlfeil und Susan Döhring. Zusammen wohnen sie nun schon eine Weile glücklich zusammen und die Welt ist perfekt bis sie wohl der Punkt einholt, an dem das Glück nicht weiter zusteigern scheint. Der Arbeitsalltag wurde zum Trott das Leben birgt nur noch gähnende Langweile. Was also tun, wenn die jungfräuliche Seele weiß, dass es die nächsten sechszig Jahre so weiter gehen wird? Ganz einfach, sie selbst ziehen einen Schlußstrich. Einen gewaltigen, ganz dick. Mit wasserfestem Eding. Vorerst. Vielleicht ist dieser Schlussstrich gar keiner sondern nur eine Umleitung zu einer neuen Schiene des Lebens… Also in relativ kurzer Zeit verkaufen die Zwei ihre Wohnung, viele Dinge ihrer Habe, stellen den Rest bei guten Freunden unter und ziehen in die weite Welt hinaus. Ohne bestimmte, befristete Dauer und ohne ein wirkliches Vermögen. Vom Norden des Westens, auf den Spuren von Christopher McCandless, geht es hinunter gen Wärme, vorbei am Lake O’Hara nach Südamerika, dort werden durchwachte Nächte in Hostels verbracht schließlich gibt es einen Bogen hinweg über die Köpfe der Kängurus, mit einem Schlenk über das vermiente Paradies, über Angkor Watt mit einigen Umwegen zurück nach Hause. Dies alles dauert seine Zeit und während eben dieses ewigen Augenblickes haben Tim und Susan dieses Andenken entstehen lassen. Menschen wurden kennen gelernt wie ein hyperaktiver Nico, eine sehr nette amerikanische Familie, eine Vielzahl von unglaublich schrägen Fahrern der Trampertouren und ebenso einige unglaublich nette Landmenschen die denen in den Städten nicht im geringsten ähneln und niemals miteinander verglichen werden sollten. Eine exempelstatuierende Horrorbusfahrt, die ich so auch noch nicht erleben durfte darf natürlich auch nicht fehlen.

Diese Stücke zusammengebundenesPapier enthalten nichts als die Realität. Eine gewaltige Wahrheit voller Hoffnung, Verzweiflung, Schmerz, Freude und immer wieder eine gewisse Naivität ohne die, dieses Buch vermutlich nie entstanden wäre.

Beschrieben werden einzigartige Momente einer brennenden Lunge beim Gipfelaufstieg, atemberaubende Augenblicke in denen man einen Sonnenuntergang betrachtet und Moemente der Freudentränen wie sie nur fallen wenn man sein Ziel erreicht, stets der Natur trotzend. Dennoch, diese Lektüre birgt auch: Gefühle des Neides um die Trekker, die die Annehmlichkeiten des Gepäcktransportes in Anspruch nehmen oder das All-You-Can-Eat-Buffet gebucht haben. Die in warmen Hütten schlafen dürfen oder einfach nur zur Richtigen Zeit am richtigen Ort wahren, wohingegen sich die Zwei durch knietiefen Schlamm kämpfen durfte. Ebenso wie Rückschläge und gezeigte Mittelfinger vom Schicksal höchstpersönlich, denn das unterschreiben sicherlich viele Menschen kann oft ein verdammt mieser Verräter sein.

Kurz um, dieses Buch ist so authentisch wie ich seit langem keines mehr gefunden habe. Self- published, weitestgehend unkorrigiert, ganz und gar nicht perfekt aber dafür 100%ig echt. Nicht jeder muss diesen Stil mögen, doch dank dieses Buches bin ich um 4 Uhr nachts nicht erfroren, bin manchmal um 2 Uhr nachts immer noch erschöpft weiter gewandert und habe müde meine letze Ration Müsliriegel mit meiner halbverhungerten Zeltkameradin geteilt und wir beide haben es irgendwie überlebt. Was einen nicht tötet macht einen härter und dank dieses Buches möchte ich solche Erlebnisse der Nahtoderfahrung nicht mehr missen, denn Trekking ist etwas Wundergefährliches und wer sich selbst als Naturhasser bezeichnet kann es dennoch genießen dank dieses Gemäldes des Reisens. Genauso wie viele andere Menschen, die es vielleicht aus allen möglichen Gründen leider nicht erleben dürfen, so treffend wurde Reisen noch nie beschrieben.

…und damit werde ich es weitergeben. Auch es soll reisen.

 

Traumweh ist kein Gefühl wie Heim- oder Fernweh.
Traumweh ist ein Antrieb, eine Idee, die sich von alleine entwickelt, bunt malt und alles überstrahlt.Traumweh ist der Sand im Getriebe der Gedankenmaschine.
Wenn Träume Stachel sind, die uns durch einen kleinen Schmerz wie Fernweh daran erinnern, dass es sie gibt oder wir sie mal hatten, dann ist Traumweh ein Dorn, der sich nur noch durch Amputation entfernen lässt. Ein Schmerz, der sich nicht einfach weglachen oder verleugnen lässt. Dieser Schmerz kommt von innen, sitzt tief im Hinterkopf, nistet in der Gedankenmaschine und lässt Träume Warteschleifen drehen.Traumweh ist eine Rekalibrierung der Gedanken, eine Neuausrichtung.Traumweh ist unser ganz persönlicher Triumph von Mut über Zweifel, Abenteuerlust über Sicherheit und Einmaligkeit über Alltag. 
Traumweh war die beste Entscheidung unseres Lebens.

Traumweh ist ein Reisebuch mit nur einem einzigen Tipp: Geh reisen.