Monat: August 2019

Gesammelte Schätze des Monats des Arbeitskrieges

Erste Ankündigung am Ende des Monats: Ich habe wirklich richtige Semesterferien, was so viel bedeutet wie: Ich habe meine drei Leistungsnachweise fertig geschrieben. Zwei davon sind bereits abgeben und den dritten muss ich nun fertig formatieren. Das wird noch ein Spaß, Inhaltsverzeichnisse in Word sind wirklich nicht mein Steckenpferd. Ich bewundere die Menschen, die sich das jeden Tag erneut antun (müssen). Leider weiß ich auch, dass weder InDesign noch Latex die Lösung sind. Besonders letzteres nicht, ich habe es versucht und selbst der Versuch eines lieben Menschen hat mich davon überzeugt. Ein Programm in dem der Text programmiert wird, jedoch nur in Standardformaten ist absolut untauglich für kulturwissenschaftliche Texte. Ihr merkt, ich war vorher bereits ein wenig misstrauisch und wurde in meinen Vorurteilen nun wieder bestätigt und ich gebe gerne zu, dass ich es gerade ein wenig auskoste à la Das hätte ich dir auch schon vorhersagen können! Ebenso habe ich wieder demonstriert bekommen, dass keiner der Menschen bin, der andere Menschen um Hilfe bitten kann. Also schon, aber in alltäglichen Aufgaben erledige ich meinen Mist lieber selbst. Selbst wenn die besagten Menschen mir freiwillig zugesagt haben. Meine Verantwortung bleibt eben doch meine Verantwortung, was nicht heißt, dass ich die Verantwortung anderer gerne übernehme. Damit komme ich nämlich gleich zum nächsten Punkt:

Ihr habt einen Aushilfsjob, dessen Entlohnung gerade so über dem Minimum liegt. Soweit so gut. Den Arbeitsvertrag, den ihr damals vorgelegt bekommen habt sagt nichts über gewisse Schulungen oder Teamabende aus. Weshalb auch? Ihr arbeitet gerade Mal 10 Stunden pro Woche auf fünf Tage verteilt dort. Die zwei Teamabende, die mal angesetzt worden waren galten nie wirklich ausdrücklich für euch. Plötzlich hängt dort ein neuer Aushang im Pausenraum (normales Druckerpapier, kein offizieller Briefkopf!) für eine zweistünde , abendliche Besprechung an einem Samstag. Ihr wisst jetzt schon, dass ihr dort nicht könnt vergesst aber aufgrund der Klausurphase, Referatsstress, einem ignoranten Professor sowie Mitarbeiter, einer geballten Ladung Bürokratie und einer recht launischen Psyche der Chefin abzusagen. Irgendwann fällt es euch wieder ein, bekommt Angst da der Termin erheblich näher gerückt ist und verdrängt es wieder. Ihr wollt keine Umstände machen, wegen des Verschiebens und wenn ihr nicht auftaucht wird es wohl nicht so schlimm werden. Ihr seid ja schließlich nur eine Aushilfe. Dann hat die Chefin auch noch Urlaub und letztendlich sagt ihr zwei Tage vorher ab und die Welt explodiert. Die Weltexplodiert noch mehr, als die anderen zwei Aushilfen ebenfalls absagen. Natürlich bekommt ihr den Ärger ab, denn ihr wart an erster Stelle. Ein dreitägiges Drama inklusive Standpauken, passiv-agressive Kommentare und einem wirklich fiesen Arbeitsklima folgen.

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Regenbögen überall

Ich würde sagen, mehr Regenbogen geht nicht als an diesem Wochenende und mittlerweile finde ich meine Angabe zu meinen Lieblingsfarben: Schwarz und Regenbogen sehr akkurat. Eine bessere Farbkombination gibt es nicht, auch wenn es dieses Jahr nur für drei Stunden war. Ich hatte mich spontan dagegen entschieden mit meiner eigentlich ebenfalls dagewesenen Peer-Group zu treffen und habe mich für meine Freunde entschieden. Eine absolut richtige Entscheidung, auch wenn wir leider kurzfristig immer weniger wurden. Wir, die übrig geblieben waren, hatten trotzdem wahnsinnig viel Spaß und ich war nur halb so nervös. Bewaffnet mit Pride-Accessoires jeglicher Couleur ging es dann auch nur mit einer halben Stunde Verspätung los. Ich möchte bereits jetzt anmerken, dass ich ein wenig Stolz darauf bin, dass wir per Zufall am Ende quasi mit fünf verschiedenen Flaggen dort standen. Diversität ist doch gar nicht so schwer. Wir waren übrigens trotz Verspätung reichlich pünktlich. Denn trotz Hindurchschlängelns kamen wir noch nicht einmal in die Nähe des Startpunktes. Wann also welcher Wagen losfahren sollte, war uns völlig unbekannt. Wir wussten noch nicht einmal welche Wagen es überhaupt gab. Das würde ich gerne für nächstes Jahr ändern, das ganze ein wenig besser organisieren und mir eine bessere Sonnencreme besorgen. Keine Angst ich hatte weder den Ansatz eines Sonnenbrandes noch einen Sonnenbrand, aber die Konsistenz ließ arg zu Wünschen übrig. Sie ließ sich absolut nicht verreiben, weshalb ich noch drei Tage und zwei Duschen später immer noch weiße Schlieren auf meiner Haut hatte.

Ich kam mir übrigens ein wenig merkwürdig vor, die einzige Person in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sein die in voller Montur dort steht und merkt, dass es zwei Arten von Personen gibt. Die, die einen völlig ignorieren oder die, die völlig irritiert meine Flagge anstarrten. Regenbogen kennt die Allgemeinheit ja und ist ein klares Zeichen für CSD, aber den Rest? Wir sind aber auch die Minderheit, der Minderheit auf unserem Planeten ergo Pride-Ninjas. Aus Zeitgründen und mangelnder Organisation wurde sich dann gleich hinter dem ersten Wagen eingereiht, der wieder rum von den Dykes on Bikes, Lesben gegen Rechts und den Fahnenträgern eskortiert wurde. Ich war übrigens verwundert, weshalb so viele Leute am Rand standen? Ich meine, wozu geht man den zum CSD, wenn nicht um mitzulaufen? Was ist den sonst der Sinn der ganzen Sache dabei? Schließlich ist es immer noch eine Demonstration, wobei ich auf diese Definition noch später eingehen werde….

Wie auch immer, trotz so manchem leider verpassten Highlight (was ich erst hinterher rausgefunden habe) nahm der spätestens dann zu, als einer unserer Gruppe sich eines der schicken rosafarbenen Schilder schnappte und wir mit zwei Sprüchen nun durch die Gegend marschierten. Auf der einen Seite stand: Händeweg von meiner Seifenblase, auf der anderen Seite dagegen: Wir sind schwul und wollten mal Hallo sagen. Auch wenn es witzigerweise seine einzige homosexuelle Person unter uns gab, wurden wir plötzlich zu dem gaysten Priderudel, was es gab. Die Schamgrenze sank gewaltig. Unterwegs begegneten uns weitere Schilder und weitere grandiose Sprüche, meine Favoriten wären ja: Mann?, Frau? Fuck Off; Trump is the only dick that I can’t handle; Homophobia sucks, but I suck better; Statt Konfetti einfach mal den Locher werfen (Familienspezialität) und I would choose hell over a homophobic heaven.

Ich war übrigens gespannt, wenn ich dort alles aus meiner Vergangenheit antreffen würde. Überraschenderweise gab es keine Überraschungen, es gab niemanden den ich dort nicht vermutet hätte. Menschen sind teilweise so herrlich durchschaubar und obwohl wir viel Spaß hatten, leider viel zu früh gehen mussten und ich am Ende des Tages trotzdem tot müde ins Bett gefallen bin (es war nachmittags, ich gebe es gerne zu) sind mir doch irgendwie ein paar Sachen aufgefallen, die ich gerne anmerken würde.

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Mixtapes des bedeutungsschwangeren Wortes

Ich habe mir zwar schon früh geschworen mich nie auf den goldenen Käfig einzulassen, aber natürlich habe ich mir in so einigen einsamen Stunden meine völlig hypothetische Hochzeit ausgemalt. Was vermutlich gar nicht so schlecht ist, denn die Umsetzung würde mich sämtliche Nerven und ein Vermögen kosten. Aus Jux und Tollerei habe ich mich dazu entschlossen sowohl meine Musikwünsche als auch Musikvorschläge für andere in die Welt hinaus zu werfen. Ich bin gespannt, was ihr zu meiner kleinen aber feinen Auswahl sagen werdet. Eins kann ich schon vorwegnehmen, der Hochzeitsmarsch hat sowas von ausgedient.

 

Während die Gäste die Plätze suchen

 

Ich meine es wäre ein Statement, welches müsste dann jeder selbst interpretieren:

 

Wobei diese weniger skandalöse Version, ebenso ihren Charme hat:

 

For walking down the aisle

 

Die länger anhaltene Gothphase lässt grüßen:

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Gesammelte Schätze des Monats der Torschlusspanik

Ein leises Hallo, hier bin ich wieder (vermeintlich, ich glaube es kaum) aus dem Leben hinter dem Bildschirm. Oder wie sollte ich das Leben außerhalb des Blogs nenne? Real Life ist bereits so abgegriffen zumal die Bedeutung absolut keinen Sinn ergibt. Ich meine Real Life impliziert, dass dieses Leben hier nicht real ist und spätestens jetzt müsste ich mir arge Sorgen machen und zwar um uns alle. Ihr kommt mir doch alle recht real vor, trotz gegebener Telepräsenz. Aber vielleicht ist das auch nur so eine Generationen-Z Eigenart, da wir angeblich mit Internet groß geworden sind. Stimmt nicht meine Kindheit habe ich weder vor dem Fernseher noch vor dem Computer verbracht. Wobei ich gerade überlege ob ich überhaupt zu Generation Z… Ich zähle tatsächlich dazu, anscheinend wurde ich digital nachsozialisiert. Zumal es eigentlich die falsche Definition impliziert, ich bin kein Mensch der die Technik versteht. Ich benutze sie, dass ist aber schon alles. Was so viel bedeutet wie Klick, Doppelklick, E-Mails empfangen und Löschen. Ich kenne lediglich Menschen, die wissen wie der heiße Kram funktioniert.

Einerlei (eines meiner Lieblingswörter, aber wie soll ich denn wieder auf den eigentlichen Kern kommen, wenn ich doch so gerne abschweife), ich habe Semesterferien! Wobei ich Vorlesungsfreizeit wesentlich passender finde. Eigentlich wollte ich den Essay für meine Geschichtsvorlesung einfach herunter schreiben und dann las ich, dass wir die Quellen in Fußnoten mit angeben sollen und nur spezielle Fachliteratur benutzen durften und diese Fachliteratur nichts mit dem Essaythema zu tun hatte oder nur indirekt. Ab dem Moment hatte ich Fragen, sehr viele Fragen. Sie wurden übrigens absolut unzulänglich beantwortet. Manchmal würde ich Professor_innen schon gerne den Hals umdrehen. Denn diese bunkern derzeit auch noch meine Fachliteratur für meine dritte Hausarbeit, mal schauen wann sie damit rausrückt. Ja es ist eine sie und nein eigentlich dürfte ich das gar nicht wissen wer es ist, nur kenne ich bereits nach zwei Semestern die Pappenheimer für bestimmte Themen.

Die Austragung oder vielmehr Inaktivsetzung meinerseits ging übrigens trotz des Dramas in drei Akten in die zweite Runde. Eine E-Mail meines Professors, der entweder betrunken oder völlig übermüdet war sei Dank. Ich will ihm nichts unterstellen (doch eigentlich schon den ich habe ihn hassen gelernt), aber er sollte die nächsten Jahre zusehen, dass er seine Mails an die richtigen Personen schreibt und dann auch in verständlichem Deutsch mit anständigem Syntax und keinem Buchstabenkauderweltsch. Ich saß deshalb nämlich nach einer Woche händeringender Panik bei meinem Studienkoordinator und war bereits sämtliche juristische Register zu ziehen… Brauchte ich dann gar nicht, denn es war alles wunderbar. Weshalb nichtgleich so, weshalb unnötig Panik machen lieber Professor? Studienkoordinator war übrigens sehr erleichtert darüber, dass er scheinbar einem Drama entgangen war seine Kollegin sah dagegen wahrlich enttäuscht aus. Möchte auch nicht wissen wie viel psychologische Hilfsarbeit die in den Semestern jeweils leisten müssen…. Akute Ersthilfe von völlig verzweifelten Studierenden. Die Odyssee diesbezüglich des Nebenfachwechsels hatte ich erwähnt? Nein? Kurzfassung: Er entsprach dem klischeehaften Amtsbesuch. Bitte wenden sie sich an Person X, dieses leiteten einen dann weiter an Person Y, diese wiederum wieder zurück an Person X und darüber hinaus noch an Person Z und M weiter… Die Koordination meiner Studienkoordination ist absolut nicht gegeben und ich frage mich ernsthaft weshalb meine Uni das Exzellenzcluster verliehen bekommen hat. Wobei Kunstgeschichte nicht unter die Disziplinen fällt dafür die Indo- bzw. Tibetologie. Zugegeben, das ist cool. Der Rest… verständlich aber die Physik hat eh schon so viel Geld und die Information habe ich von den besagten Physikern. Es ist also kein Vorurteil!

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