Autor: wordBUZZz

Mixtape des ewigen Schlafes

Eigentlich war dieser Beitrag für den 2. November gedacht auch bekannt als Día de los Muertos oder Allerseelen, jedoch waren meine Vorstellungen und Wünsche  wohl nicht ganz so kompatibel mit den Vorstellungen von WordPress. Wird er eben jetzt nachgereicht. Denkt euch einfach, heute sei der 2. November à la Back to the Future dann passt das schon.

Día de los Muertos ist einer der wichtigsten Feiertage Mexicos und wird jährlich vom Vorabend Allerheiligens bis zum Gedächtnis Allerseelens gefeiert. Diese Tradition stammt aus einer längst vergangenen Zeit und selbst die Azteken haben schon ihren Feinden einen Platz dafür zu gestanden einmal pro Jahr aus ihren Gräbern kommen zu dürfen. Der Día de los Muertos ist nämlich ein riesiges Wiedersehensfest zwischen den bereits Verstorbenen und den noch Lebenden. Begleitet wird das Spektakel von leckerem und vor allem viel Essen, Trinken, Musik und Tanz. Der Versuch der spanischen Missionare diese Feierlichkeiten viel gnadenlos fehl. Das höchste der Gefühle ist, dass die zwei Festtage, die es angeblich gegeben haben soll (einen an Allerheiligen den anderen dann an Allerseelen) auf einen zusammengelegt wurden. Da ich aber gerade weder Skelette aus Zucker, Gips oder Pappmaché zur Hand habe (trotz Halloween!) gibt es jetzt eben etwas auf die Ohren.

Es wird allerdings nur halb so farbenfroh und nur halb so fröhlich, denn ich habe mich an die europäische Fassung gehalten: Düsternis. Ich meine, wer hat nicht schon mal über die eigene Musikauswahl bei der eigenen Beerdigung nachgedacht. Bevor ihr euch Sorgen macht, mir geht’s gut, ich bin zwar erkältet und psychisch gings mir auch schon mal besser, aber ich hatte nicht vor sowohl in naher aIs auch in ferner Zukunft abzutreten. Dafür bin ich schlichtweg zu trotzig. Die Playlist stammt lediglich aus der Klausurphase von vor einem halben Jahr und unter Stress werde ich immer so schön Fatalistisch und entwickle einen sehr merkwürdigen Galgenhumor. Wenn ihr das Ganze zu makaber findet, müsst ihr euch das hier natürlich auch nicht anhören. Es ist in meinen Augen auch nicht wirklich deprimierend, ich wollte lediglich Vorsorge betreiben, um zu verhindern, dass irgendwelche Schlager ausgepackt werden oder schlimmeres… Denn da schwöre ich euch, würde ich wieder kommen. Der Poltergeist dessen letzte Aufgabe ist die Stereoanlage zu zerstören, wäre ein Gruselfilm wert. So Hui Boo mäßig. Ich würde übrigens auch wieder kommen, wenn mich jemand in einem Sarg unter die Erde befördert. Zu teuer und zu unökologisch.

 

Ich kann mich glücklich schätzen nicht wirklich zu wissen inwiefern eine Sitzordnung bei einer Trauerfeier eine Rolle spielt oder da sein sollte. Nichtsdestotrotz, die Leute müssen sich ja irgendwie arrangieren:

 

Ich glaube irgendein General im alten China meinte mal: Das Leben ist ein einziger Feldzug und mit dem Lied wäre er an dieser Stelle wohl zu Ende:

 

Und wir alle werden eines Tages wieder zu Sternenstaub oder Hummus:

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Königin Mutter, Iyoba Idia

Das Semester ist bereits in vollem Gange und ich sehe schon wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht, also alles wie immer. Trotzdem dachte ich mir mal, ich könnte noch eine Beitragsreihe anfangen (habe ja noch nicht genug). Eine Regelmäßigkeit kann ich dennoch leider nicht versprechen. Der Einstieg besteht aus einem Text, den ich bereits für eines meiner Seminare geschrieben habe. Ein Vorteil hat es, ihr werdet verdammt wenig Rechtschreibfehler finden. Ich verspreche euch im nächsten Beitrag wird es vermutlich wieder anders.

Die nahezu ausnahmslose patrilineare Gesellschaft Afrikas bot nicht viel Platz für Frauen außerhalb ihres sozialen Standes als Mutter. Ihr Beitrag zur Gemeinschaft bestand zum großen Teil aus dem Gebären und Erziehen von Kindern vor allem von Männern, die als mögliche Thronnachfolger oder Oberhäupter von Familien oder Stämmen dienen würden. Das Amt der Königin Mutter oder auch Iyoba genannt, boten daher Frauen eine Ausnahme, um zu Reichtum, Macht, Einfluss sowie einer gewissen historischen Unsterblichkeit zu gelangen. Dazu sollte erwähnt werden, dass dieses Amt vom Schicksal vorherbestimmt und noch vor der eigentlichen Geburt verliehen wird. Ebenso war es kein Phänomen, welches sich lediglich auf das Königreich Benin beschränkte. Einen ähnlichen Status gab es beim Volk der Yoruba, unter den Ashantis, oder im damaligen Reich Bornus. Nach dem Erlangen ihres Amtes als Iyoba Idia ließ sich ihr offizieller Machtanteil mit dem eines Senior Chiefs gleichsetzten. Das Amt selbst wird dadurch definiert, dass sie die Mutter des Erstgeborenen und somit Thronanwärters wurde. Ihre Aufgabe bestand, wie die einer gewöhnlichem Mutter darin, diesen großzuziehen. Nach dem Tod ihres Gatten (König von Benin oder auch Oba genannt) kam der Titel der Königswitwe hinzu. Entscheidend hierbei ist sowohl die Entstehungsgeschichte der Iyoba als auch die später archetypische Symbolik für jede nachfolgende Iyoba eines Königs von Benin sowie damalige künstlerische Darstellung in Statuen oder Schnitzereien.

Nähern wir uns dem Kern der Geschichte, der die Maske der Königin Mutter umgab. Weder Idias Eltern noch sie selbst wussten von ihrem späteren Schicksal als Königin Mutter. Ihre Eltern versuchten die Heirat zwischen ihrer Tochter und dem Oba Ozolua nach der Auserwählung seinerseits zu verhindern. Sie baten ein Orakel um Rat, welches ihnen riet ihre Tochter durch zwei vertikale Einschnitte über dem Nasenbügel zu verunstalten, damit der König sie verschmähte. Damit nicht genug, wurde in die zwei Einkerbungen auch noch abstoßend riechende Medizin geträufelt, falls die optische Verunstaltung nicht genügte. Jedoch spürte der Oba, dass jemand versuchte sein Vorhaben zu sabotieren und konsultierte daraufhin einen seiner Ärzte, um Idia dementsprechend zu behandeln. Die für Idia charakteristischen Narben sind heute noch auf der Maske wiederzufinden. Sie dienten damals als Aufbewahrungsorte für kleine Trankbehälter oder Heilkräuter aller Art.Schließlich wurde die Heirat zwischen Oba Ozolua und Idia dennoch vollzogen. Sie schenkte ihm mehrere Söhne darunter auch Esigie. Nach dem Tod des Obas entbrannte jedoch ein Konflikt zwischen Esigie und seinem Rivalen Arhuaran. Nach mehreren Auseinandersetzungen setzte sich schließlich Esigie gegen seinen Antagonisten durch. Inwiefern Idia als Witwe und Mutter Esigies an dem Machtkampf beteiligt war ist bis heute umstritten.

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Gesammelte Schätze des Monats der ausgehöhlten Kürbisse

Ein weiteres Monatsende, ein weiterer Feiertag und ein weiterer Tag an dem sich unsere Dozent_innen wohl dachten: Hey unsere Studis haben doch absolut nichts zu tun, geben wir ihnen doch einfach die doppelte Textmenge zu lesen. Ihr seht die Uni hat wieder angefangen und eigentlich bin ich darüber doch ganz froh, denn trotz allem macht mir studieren schon sehr viel Spaß. Ich ignoriere an dieser Stelle übrigens sehr bewusst das Planungsdisaster und das Drama am Ende des letzten Semesters. Dieses Jahr war ich sehr viel vorsichtiger und konsequenter, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Leben ist leider immer noch anstrengend und nervig, wie lang dieser Monatsrückblick tatsächlich wird kann ich derzeit gar nicht sagen. Meine Triefnase macht mir mal wieder einen fetten Strich durch die Schreibkarriere, aber bei dem Wetterwechsel ist es nicht wirklich verwunderlich. Warum es mal wieder ausgerechnet in meinem Urlaub von der Arbeit sein muss? 

Eine Seminarsbewerbung musste ich trotzdem schreiben, die dann auch noch abgelehnt worden ist obwohl meine Vorschläge und Begründungen absolut die Rahmenbedingungen des Seminars erfüllten. Vermutlich war ich mal wieder zu experimentell, aber ich bin mittlerweile weit über den Punkt hinaus mich für irgendetwas oder irgendjemanden anpassen zu wollen. Die Alternative ist sowieso viel spannender, denn ich darf mich jetzt einmal pro Woche mit koreanischen Filmen beschäftigen und sie analysieren. Das Seminar stammt übrigens nicht aus unserem Fachbereich, und die Dozentin war sehr erstaunt das gleich drei Personen aus der Kunstgeschichte bei ihr saßen. Wir übrigens auch, denn wir hatten uns vorher weder abgesprochen noch kannten wir uns. Den ersten Film gab es schon als Hausaufgabe, wer möchte.

Worüber mich niemand vorgewarnt hat ist, dass wir wohl in der Einführung der Christlichen Ikonografie das Alte Testament und das gesamte Lukas Evangelium lesen müssen. Meine liebsten Menschen haben bereits mitbekommen was ich davon halte: Nicht viel. Ich bin kein Fan von einem Märchenbuch, was so ziemlich alles ist wogegen heutzutage jede Menge Menschen kämpfen. Rassistisch, Sexistisch, ableistisch. Töchter werden zum Vergewaltigen weggegeben nur um eine Stadt zu retten, der andere hätte seinen Sohn einfach so für Gott geschlachtet und zwei Schwestern veranstalten einen Wettstreit im Kinderkriegen nur um die Hauptgeliebte ihres Mannes zu werden (diese präferiert sowieso die Jüngere). Da wir auch noch die Einheitsübersetzung lesen, gibt es nicht die Hoffnung auf eine modernisierte menschenfreundlichere Fassung. Worüber ich mich allerdings am meisten aufgeregt habe, war die Geschichte der Arche Noahs. Mir ist klar, dass sie Geschichte so oder so absolut erfunden ist, aber sie hätten sich doch wenigstens Mühe geben können. So haben wir uns durchs Alte Testament gequält und stießen auf das hier:

God gave Noah the dimensions for the Ark in cubits. “And this is how you shall make it: The length of the ark shall be three hundred cubits, its width fifty cubits, and its height thirty cubits.” (Genesis 6:15)

Ein Cubit ist übrigens das antike Äquivalent zu unserer Elle. Mit anderen Worten die Arche war viel zu klein. Zumindest für alle Tiere der Welt, denn in Theorie würden nur 3500 Arten auf das Schiff passen…. Von wegen Gott retten die Tiere. Himmel Hilf.

Zurück zu erfreulicherem. Am Anfang des Monats war ich zusammen mit Lieblingsmensch bei unserem örtlichen Filmfestival. Gegeben wurde „Bombay Rose“ ein von Hand gezeichneter Animationsfilm von Gitanjali Rao. „Von Hand gezeichnet“, heißt hier übrigens tatsächlich von Hand gezeichnet, es kam kein einziges Computerprogramm zur Hilfe. Ich habe die genaue Rechnung vergessen, aber bei einer Länge von 90 Minuten sind das sehr viele einzelne Zeichnungen. Ich muss meinem Lieblingsmenschen übrigens hoch anrechnen, dass er nicht am Ende völlig verschreckt war vom Film und von mir… 

Der zweite Film folgte sogleich und bestand aus „Schaun das Schaf 2“. Nicht lachen dieser Film ist einer der besten Filme, die ich in den letzten Jahren sehen durfte. Wirklich gute Kinderfilme zu produzieren, bei die gesamte Familie Spaß hat ist nämlich gar nicht mal so leicht. Glaubt mir, ich hatte eine Menge Spaß. All die kleinen Anspielungen und Hommagen an die britische (Pop-)Kultur haben mir den Tag wahrlich versüßt und nicht nur mir, alle anderen im Kino ob jung oder alt hatten ebenfalls viel Spaß. Was dagegen weniger schön war, war das Ende unserer Rollenspielrunde. Alle halbe Jahre heißt es Neustart und da geht das Abenteuer schon mal den Bach herunter. Die heimische Stadt lag ja bereits unter Wasser, die noch lebenden Einheimischen sind im besten Falle geflohen und acht von zehn Charakteren sind dafür auf ewig in der Hölle gefangen. Ein Happy End geht anders. Wie auch immer das nächste halbe Jahr geht es für mich in eine komplett andere Richtung, statt Dungeons and Dragons wird Witchcraft gespielt. Meine Erwartungen sind zumindest Hoch. Die Veranstaltung, welche den Neustart begleitet lief dieses Mal besonders routiniert ab. Fast schon enttäuschend, das Chaos der letzten Jahre war schon immer sehr erheiternd. Ihr glaubt gar nicht wie aufgedreht mittelalte Nerd seien können, wir hätten durchaus als zwei Schulklassen durchgehen können.

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Misanthropenherz klärt auf, vierter Versuch (Studiumsedition II)

Hilfe

Ein Thema was immer mehr Aufmerksamkeit bekommt und vermutlich trotzdem nie genug bekommen wird. Es geht um Hilfe, nicht um die physische (hier gibt es genug Angebote der Uni), sondern um die psychische Komponente. Hilf-Hotlines sind zwar präsent und werden immer mehr propagiert, aber das Stigma um sie ist, glaube ich immer noch zu groß, als dass sich wirklich viele Studierende Vorstellen könnten dort anzurufen. Was nicht so sein sollte, denn Hilfe ist es etwas völlig Natürliches was jedem zugänglich sein sollte. Auch Nachteilsausgleiche können vom Vorteil sein, leider ist die Vergabe dieser oftmals immer noch sehr zwielichtig und undurchsichtig. Was dagegen klasse ist, sind bei größeren Universitäten die Fachbereiche der Psychologie, denn diese bieten meist eine Hochschulklinik. Oftmals leider nur für ein zwei Behandlungsschwerpunkte, sofern jemand dort allerdings hineinpasst geht dort hin. Die „Therapiezentren“ haben zwar einen Lehrauftrag (kann also sein, dass anonymisiert Studien erhoben werden in Form von Umfragebögen), allerdings kann jeder jederzeit ablehnen. Hier gibt es die Chance auf neuste Behandlungsmöglichkeiten und vor allem kurze Wege, den meist befinden sich diese Institutionen am Hauptcampus.

Regelstudienzeit

Auch wenn ich gerade eine wenig auf der relativ freien Studienstruktur der Geisteswissenschaften herumreite, jede studierende Person sollte (insofern sie es sich leisten kann) von der Regelstudienzeit verabschieden. Die Regelstudienzeit ist eine beliebige Vorgabe des Arbeitsmarktes, um möglichst viele junge Menschen genauso schnell durch die Uni zu hetzten wie durch die Schule mit G8. Es drohen Bafög-Kürzungen oder sogar Streichungen, was sehr großer Unfug ist, weshalb unsere Fakultät bereits Seminare dazu anbietet. Zur Not können jeder Zeit ältere Semester oder auch gerade die Tutor_innen gefragt werden, denn die können einem meistens weiterhelfen. Studieren ist ein Privileg, mehr als genießen und vor allem nutzen kann keiner. Denn letztendlich fließt die Zeit in die eigene Bildung und das ist immer der bessere Weg.

Scheißt auf Noten

Die Lektion meines Lebens, ich bin mir selbst genug. Denn den eigenen Fortschritt kann ich eigentlich nur an mir selbst messen und nicht in Form von Vergleichen bei anderen. Vielleicht wenn meine Ergebnisse häufig entweder extrem gut oder schlecht sind, sollte sich vielleicht jeder mit dem eigenen Arbeits- oder Lernsystem auseinandersetzen, aber um ehrlich zu sein ist Bestehen doch immer die Hauptsache. Wenn Menschen bereits bei 28 Leistungspunkten im Semester ausbrennen, obwohl 30 der Standard sind, ja dann ist das so. Menschen sind unterschiedlich mit Schwächen und Stärken. Noten zeigen nur einen Bruchteil dessen, sofern es sich jemand leisten kann verzichtet auf einen 1,0 oder meinetwegen auch auf einen 1,7 oder sogar 2,0 Schnitt oder noch darunter!

Fachtexte und Fachvokabular:

Mein Perfektionismus treibt mich teilweise selbst im reinen Alltag in den Wahnsinn, aber innerhalb des Studiums potenziert sich das Ganze gern einmal. Vor allem in den höheren Semestern wird es dahingehend schwierig, dass ich mir ständig Vorwürfe mache da ich dieses oder jenes noch nicht weiß. Dass sämtliche Semester egal, ob im Bachelor oder Master zusammen die Seminare besuchen macht die ganze Sache nicht besser. Allerdings haben mir diverse Gespräche mit höheren Fachsemestern geholfen. Denn die verzweifeln teilweise genauso an den Fragestellungen der Dozent_innen oder noch besser an der Fachlektüre, egal ob Englisch oder Deutsch manche Texte sind einfach kompliziert oder noch schlimmer bescheiden formuliert. Da darf jeder davor zusammenbrechen. Deshalb Googleübersetzer, Freunde oder (selten) andere Texte über dasselbe Thema sind manchmal eine großartige Hilfsstellung.

Kommilitonen, Sozialleben und AGs

Mitschüler sind gerade in der Mittelstufe alles andere als hilfreich, höflich oder überhaupt ertragbar. Hormone hier Hormone dort und als Krone die Gruppendynamik. Das wird in der Oberstufe oft mals besser und im Studium ist das Grauen nahezu verschwunden. Was nicht zuletzt daran liegt, das an der Uni definitiv die Alterspanne absolut weit gefächert ist. Da ein Großteil sich sogar für den Studiengang interessiert, den sie gewählt haben hat, jeder in der Theorie schon mal eine Grundlage, die dank der mehr als dämlichen Kennlernspiele der Tutor_innen unfreiwillig ausgebaut werden. Anhaltspunkte sind also gegeben, ansonsten bieten viele Einführungswochen noch gemeinsame Kneipenabende an oder gemeinsames Brunchen. Wer jeden und alles innerhalb seines Fachbereiches meiden möchte, es lohnt sich bei universitären Angeboten nachzuschauen. Es gibt eine uniinterne Theatergruppe, Gärtner AG, Hochschulsport, super viele soziale Projekte, selbst meine Pen and Paper Organisation ist eine studentische Vereinigung (es ist wirklich für jeden etwas dabei).

Sprachen und andere Anforderungen:

Über die Eckdaten sowie Anforderungen des vorschwebenden Studiengangs sich vorher zu informieren erscheint logisch oder? Dennoch ist mir im Vorwege tatsächlich so manches durch die Lappen gegangen, denn vieles erfahren Studierende erst in der Einführungswoche. Berauschend ist es auf keinen Fall, aber es kann passieren. So steht mir noch das (große) Latinum bevor. Überhaupt scheinen Sprachen ein Ding im Studium zu sein, denn Studierende müssen diverse Sprachen beherrschen. Deutsch und Englisch sind absolute Pflicht, sowie eine zweite und dritte Fremdsprache. Was so viel bedeutet wie: Schüler_innen die Latein als zweite Fremdsprache in der Schule hatten, müssen (sofern sie keine dritte Fremdsprache bereits können) noch eine während des Studiums lernen (meist Spanisch, Italienisch oder Französisch). Wer in der Schule dagegen Französisch hatte, muss das Latinum nachholen. Inwiefern Latein noch zeitgemäß ist, darüber möchte ich jetzt allerdings nicht streiten, es würde den Rahmen schlichtweg sprengen.

Nebenfach:

Es gibt Studienfächer wie Medizin, Jura, Physik oder Ingenieurswissenschaften, die bestehen lediglich aus ihrer eigenen Fachdisziplin. Alles andere wäre verständlicherweise auch zu viel. Ich weiß nicht, wer sich diese Regelung für Kunstgeschichte ausgedacht hat, aber dieser Mensch gehört auf den Scheiterhaufen. Ich verstehe die Intention/ Annahme, dass Kulturwissenschaftler vom Wissensaustausch und dem fächerübergreifenden Lernen profitieren, aber irgendwie hapert es an der Umsetzung oder an der Koordination beider Fachbereiche. Oftmals sind die Nebenfächer, nämlich alles andere als „Neben“-fächer. Weshalb man in beiden Fächern wenig lernt, weil das jeweilige andere mir zum Beispiel immer dazwischen funkt. (An dieser Stelle Kulturanthropologie soll das ultimative Nebenfach sein, aufgrund des wenigen Aufwands.)

Was viele leider nicht mitbedenken, unterschiedliche Fachbereiche besitzen unterschiedliche Anforderungen. Was so viel bedeutet wie die Biologen, Physiker oder Informatiker zitieren anders als die Soziologen und Erziehungswissenschaften und diese zitieren wieder rum anders als die Kunstgeschichte. Ihr merkt, es wird in Sachen Studienanforderungen und Bedingungen ein gehöriges Durcheinander geben so fern jemand den Fachbereich wechselt.

Misanthropenherz klärt auf, dritter Versuch (Studiumsedition I)

Ein Jahr Studium durchgehalten oder wie ich es gerne bezeichne: 365 dem ausbeuterischen Arbeitsmarkt näher. Heute ist der offizielle Start ins Wintersemester und ich dachte, das nehme ich, als Anlass um mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Klar tue ich das irgendwie jeden Monat, aber hier bekommt ihr noch einmal die gebündelte Packung. Vielleicht sind Dinge dabei, die bei euch anders waren, vielleicht nicht wir werden sehen.

Ein Jahr Studium durchgehalten oder wie ich es gerne bezeichne: 365 dem ausbeuterischen Arbeitsmarkt näher. Heute ist der offizielle Start ins Wintersemester und ich dachte, das nehme ich, als Anlass um mal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Klar tue ich das irgendwie jeden Monat, aber hier bekommt ihr noch einmal die gebündelte Packung. Vielleicht sind Dinge dabei, die bei euch anders waren, vielleicht nicht wir werden sehen.

Fragen über Fragen:

Jeder Mensch hat am Anfang des Studiums Fragen, so auch ich. Wieso, Weshalb, Warum, Wo, Wie, Wann und Was machten nur einen Bruchteil davon aus. Weshalb ich mich schon geistig darauf vorbereitet habe von einer Informationsauskunft zur anderen Informationsauskunft zu rennen, um diverse Grunddaten zu erfragen. Natürlich war ich auf der einen Seite erfreut, als ich erfuhr, dass es eine so genannte Einführungswoche geben würde, während der mir alles in Ruhe gezeigt werden würde. Auf der anderen Seite war ich sogar ein wenig enttäuscht denn: Wo blieb denn der euphorische Studienhorror, von dem alle redeten? Ich naives Ding, ich… Die Einführungswoche war und ist übrigens Pflicht, in ihr wird einem wirklich alles erklärt. Auch Dinge, die ich eigentlich gar nicht wissen wollte: Kennlernspiele, Führungen durch Gebäude und übers Gelände, Schnitzeljagden und Tutorien hingen an der Tagesordnung. Die meiste Zeit bestand jedoch aus unkoordiniertem Herumstehen, also quasi alles so wie immer. Das einzig nützliche war wohl die Einführung in die Erstellung eines eigenen Stundenplans, sich da durchzuwühlen ist nämlich gar nicht mal so einfach.

Weitere Fragen über Fragen (Tutorium):

War die Einführungswoche nur für den oberflächlichen Einstieg, so folgte darauf das jeweils wählbare Einführungsseminar mit anschließendem Tutorium. Beides war und ist ebenfalls Pflicht und soll die inhaltlichen sowie fachrelevanten Grundlagen vermitteln und vertiefen. Das Seminar wird dabei von einem_r Dozent_in gehalten und das Tutorium von einer studierenden Person eines höheren Fachsemesters. Soll wohl dazu dienen, den Anfänger_innen die Furcht vor möglicherweise doofen Fragen zu nehmen. Das Einführungsseminar ist absolut sinnvoll, denn ihr hat ein jeder Raum für sich und bekommt nicht sofort einen riesigen Minderwertigkeitskomplex, sobald jemand anfängt zu reden. Denn wir werden in unseren Seminaren, studiengangübergreifend unterrichtet. Es sitzen also Master Studierende zusammen mit Erstsemestern in einem Seminar. Pädagogisch nicht sinnvoll, denn statt sich gegenseitig zu befruchten bekommen die meisten Erst- sowie Zweitsemester wie gesagt aus Scham noch nicht einmal den Mund auf. Die Professor_innen beschweren sich natürlich dann über die mangelnde Mitarbeit wie sollte es auch anders sein. So gesehen mochte ich das Einführungsseminar sehr, denn hier hatte ich das Gefühl mal Sein zu dürfen.

Das Tutorium hat mir dagegen (außer vielleicht zwei Sitzungen?) absolut nichts gebracht. Denn alles, was wir dort durchgenommen haben, hätte jeder Mensch eigentlich schon in der Oberstufe lernen sollen. Wie schreibe ich eine Hausarbeit? Wie hat die aus zu sehen? Wie halte ich ein Referat? Was muss ich beim Zitieren beachten? Wann nutze ich Power Point? Was sind für uns die relevanten Plattformen auf denen wir uns bewegen? Etc. Selbstverständlich sollte so eine umfassende Einführung als Möglichkeit angeboten werden, gerade für Studierende, die wieder anfangen oder bereits mehrere Jahre gearbeitet haben oder aus dem Ausland kommen und völlig andere Richtlinien kennen, aber muss es denn wirklich für jeden pflicht sein? Kann sich nicht jeder, die Termine heraussuchen die, sie_er für sich als relevant empfindet?

Literaturlisten:

Was uns recht schnell klargemacht wurde: Die Anhäufung von Literatur im Anhang eines jeden Seminars im Vorlesungsverzeichnis, gilt lediglich als Empfehlung vielmehr als Quellenangabe für die Seminarinhalte. Bedeutete für uns: Auf keinen Fall versuchen jedes einzelne innerhalb eines Semesters zu lesen. Sehr vernünftig, wenn ich bedenke, dass 10 Seminare pro Woche keine Seltenheit sind und jedes Seminar mindestens sechs Literaturempfehlungen beinhaltet. Wie gesagt, sie dienen eben als Referenz falls eine Person sich so sehr für ein Thema interessiert, dass sie dazu unbedingt mehr lesen oder die eigene Hausarbeit darüber schreiben möchte.

Deadlines:

Deadlines, der Horror vieler Studierenden. Nachtschichten scheint hier wohl das A und O zu sein und wie immer falle ich heraus, weil ich meist die Person bin, die bereits vier Wochen vor Deadline abgibt. Die Gründe dahinter sind nicht weniger gesünder, als die konstante Prokrastination von anderen. Unsere Professor_innen sind in Sachen Deadline jedoch sehr kulant. Bis zu zwei Wochen vorher darf ein jeder um Verlängerung bitten. Alles darunter ist nur mit ärztlichem Attest möglich. Dennoch die Hausarbeit sollte innerhalb der vorlesungsfreien Zeit fertig werden, ansonsten zieht sich der Prozess deutlich. Denn schließlich nimmt das neue Semester keine Rücksicht auf die alte Hausarbeit. Mir wurde schon von Fällen erzählt, welche ihre Hausarbeit noch vor drei Semestern abgegeben haben. Löblich, jedoch beträgt die Korrekturzeit der Dozentinnen ebenfalls ein bis zwei Semester und wenn jemand anderes dann zum Bachelor zugelassen werden möchte aber noch auf eine Note von vor fünf Semestern warten muss. Ganz großes Drama.

Die Deadlines für An- und Ummeldephasen zu Lehrveranstaltungen gibt es immer noch und wie es die gibt. So prügeln wir uns dank digitalem Zeitalter zwar nicht mehr vor Papierlisten dafür im virtuellen Raum. Gerade in Geschichte sehe ich zu, dass ich mich innerhalb der ersten fünf Minuten in alle meine Seminare eintrage. Alles Spätere hat keine freie Auswahl mehr und wer langsames Internet hat… Gute Nacht. Die einzige Chance besteht darin, am ersten Termin dennoch aufzutauchen und zu hoffen das gewisse Personen nicht erscheinen. Die fallen dann nämlich automatisch raus und es wird nachgerückt. Aus Lehrveranstaltungen abmelden geht jedoch immer, bis vor zwei Wochen vor der eigentlichen Endklausur oder dem Semesterende. Ansonsten wird es selbst mit ärztlichem Attest schwierig.

Das System

Wie alles hat die jeweilige Studienstruktur seine Vor- Nachteile. Vorgelagerte Studiengänge sind gerne mit Naturwissenschaften, Wirtschaft, Lehramt, Sprachen oder auch Jura verbunden. Feste Pläne, gute Lernstruktur und der Inhalt sowie Ende des Studiums sind ungefähr absehbar.

Dass irgendjemand mal jemanden getroffen hat, der im 15. Fachsemester Kunstgeschichte saß ist dagegen sogar recht wahrscheinlich. Ich spreche dort aus Erfahrung und ganz ehrlich ich hätte zukünftig kein Problem damit diese Person selbst zu sein. Studieren ist toll, lesen und lernen ist toll. Weshalb das nicht ein Leben lang tun? Gut, vielleicht nicht ein Leben lang aber eine stressige 40 Stunden Woche kann auch nicht die Lösung sein. Denn seien wir mal ehrlich, eine 40 Stunden Woche ist ein Relikt aus der Nachkriegszeit und die Gesellschaft baute auf eine aufgeteilte Rollenvergabe im Alltag auf. Für allein lebende Menschen ist demnach die Work-Live-Balance nahezu unmöglich einzuhalten. Denn gerade in Geisteswissenschaftlichen Fächern ist Lesen, Lehren und sich selbst weiterbilden oft der Schlüssel am Spaß an der Freude.

Ich bin mir allerdings darüber bewusst, dass es nicht für jeden Menschen möglich ist. Trotzdem ich wollte nur mal ein vorsichtiges Signal setzen in dem Sturm aus Konkurrenz und Klassendenken innerhalb des Systems. Ein gut dotierte Arbeit ist für viele etwas essentielles (auch für mich keine Frage), ich möchte ihn dennoch nicht 40 Jahre lang machen müssen. 40 Jahre sind eine lange Zeit…

Bafög

Bafög, ein Fluch und Segen zu gleich. Gerade der Papierkram und der ständige „Druck“ von eigentlich jeder erdenklichen Seite Behörden, Eltern, Dozentinnen und im schlimmsten Fall sogar den Freund_innen. Gerade Behörden oder auch das Amt sind meist gar nicht so schlimm, Beamten haben eines Gemeinsam sie arbeiten nach Schema F und dann wird das auch so gemacht. Sofern ihr dieses Schema F bedient ist alles gut und dafür lieben Studierende das Internet, es gibt hier und dort nämlich sehr geniale Menschen die einem Schlupflöcher, und ander Tipps und Tricks diesbezüglich Bafög zeigen. Paragrafenlisten ihr kommet und jeder ist gewappnet. So ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß auch noch außerhalb der Regelstudienzeit Bafög zu beantragen. Wir haben hier das Glück, dass die Universität selbst solche Veranstaltungen anbietet, selbstverständlich werden hier jedoch nur die absolut legalen Basics geklärt. Zur Not fragt jeder höhere Fachsemester (die sind gar nicht so böse) oder Tutor_innen (ebenfalls sehr hilfreich)

Strukturen

Das A und O des Studiums wäre wohl Struktur, Struktur und noch einmal Struktur. Egal ob es während einer akuten Klausurphase ist oder im normalen Alltag To-Do Listen oder ein Terminkalender sind wunderbare Erfindungen des Menschen. Auch hier hilft die Uni aus und bietet Seminare an extra für die Menschen an, die damit Probleme haben oder Hilfe brauchen. Darüber hinaus gibt es sogar weitere Veranstaltungen zu Schreibblockaden, Probleme mit dem Anfangen von Recherche etc. Wie viel die Studierende nun nützen, kann ich leider nicht sagen ich musste sie zum Glück nie besuchen.

Was ich persönlich bis heute ziemlich genial finde, ist der Modulplan in denen wir manuell und völlig analog unsere Leistungspunkte eintragen dürfen oder eher müssen (was wieder rum weniger cool ist). Unsere elektronische Studienplattform zeichnet beinhaltet zwar einen Leistungspunktestand, jedoch zeigt es mir nicht an zu welchem Modul die genau gehören und genau diese Tatsache ist oftmals entscheidungsgebend für die Zulassung zum Bachelor oder Master. Weshalb uns eingeimpft wurde, diesen Plan stets sorgfältig zu pflegen, ansonsten verliert ein jeder sehr schnell den Überblick und das Chaos will niemand wieder ordnen.

Das Mindset des „Ich möchte alles lernen, habe aber nur so und so viel Kapazität“ wird leider alltäglich, gleich gefolgt von meinem derzeitigen Zustand: Mit diesem unnützem Wissen kann ich zwar sehr interessante Vorträge vorbereiten, werde damit aber absolut keinen Job finden. Letzteres ist übrigens absichtlich und betrifft alle Beteiligten meines Fachbereiches, denn unsere Studienstruktur zielt darauf hab, dass wir erst im dritten bis fünften Fachsemester sich uns langsam das Big Picture der Kunstgeschichte offenbart. Auch hier führt Listen oder Notizbücher meinetwegen für jede Vorlesung ein anderes. Ich bleibe bei den guten, alten Schnellheftern.

Ein weiterer netter Hinweis ist, bei uns an der Uni finden die Prüfungen meist am Ende eines Semesters statt meist Februar/März oder Juni/Juli. Sofern jemand Referate hält, auf keinen Fall in diesen Zeitraum legen es kann einem durchaus das Genick brechen.

Was ich so höre #4

Das letzte Update ist zwar noch gar nicht so lange her, aber weg sagt denn dass die einzelnen Beiträge immer meilenweit auseinanderliegen müssen? Aus heutigem Anlass, mal wieder etwas Regenbogenfarbener denn heute ist der International Comming Out Day. Ob die Menschheit nun einen solchen Tag braucht ist eine eigene Diskussion wert. Fakt ist vielen hilft es vielleicht so eine Art festen Termin für sich auszusuchen wann sie sich outen wollen, sofern sie sich outen wollen oder möchten. Darüber hinaus und was eigentlich viel wichtiger ist, gibt es heutzutage leider immer noch Menschen in bestimmten Ländern, die sich immer noch nicht outen können, weil beispielsweise Homosexualität immer noch im Gesetz als illegal behandelt wird. Dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, da sind wir uns glaube ich alle einig. Betrachten wir den Tag heute eher als Anreiz, die Welt wie auch immer eben für diese Menschen ein klein bisschen besser zu machen. Mein Beitrag ist vielleicht ein mü- großer Schritt in diese Richtung. Viel Spaß beim Lesen!

Busenfreundin- der Podcast (deutschsprachig)

Es ist nicht alles gay, was glänzt!, ist die Prämisse des Podcasts und trifft den Nagel auf den Kopf. Hier wird mit Klischees nur so um sich geworfen, nur um sie gleich wieder zu hinterfragen, es werden Busenfreundinnen (der Begriff Lesbe ist ja sowas von 2000er) unterstützt/vorgestellt, Vor- Nachteile des Gayseins abgewogen und wer mit dem ganzen immer noch nicht so wirklich was anfangen kann, der lauscht einfach der wahnsinnig sympathisch klingenden Hostin und lässt sich auf eine Welt ein, die der eigenen vielleicht so gar nicht gleicht.

Whats in your pants? (deutschsprachig)

Whats in your pants oder auch: Die Suche nach dem heiligen Penis. Klingt merkwürdig, ist es aber nicht. Nur ein bisschen, manchmal. Der Protagonist dieses Podcasts ist Tobi und Tobi ist trans. Die aller erste Aufnahme wurde gestartet kurz bevor Tobi sein erstes Mal Testosteron gespritzt bekommen hat und seitdem ist unfassbar viel passiert. Am besten hier hört euch diesen Podcast von Anfang an (ja ganz am Anfang!) an und dann der Reihe nach durch. 

Denn sowohl Tobi als auch sein Begleiter Jörn nehmen kein Blatt vor den Mund, was die Wahrheit rund um das Thema trans Sein angeht. Jede Folge ist ein Wechselbad der Gefühle und scheint es auf den ersten Blick meist unfassbar komisch absurd zu sein, so ist die Transition (selbst hier in Deutschland) eigentlich noch eine sehr kraftraubende Angelegenheit. Dabei ist dies nur die bürokratische Seite, die eigene emotionale Reise ist meist viel intensiver. Ich empfehle diesen Podcast wirklich jedem, weil es mittlerweile ne kleine Herzensangelegenheit geworden ist. 

Diaspor.Asia (deutschsprachig)

Ein Podcast über die panasiatische-queere Identität im Hier und Jetzt. Mit allem was dazu gehört:  Vor- Nachteile, Eigenheiten und Probleme. All dies wird mit einer ordentlichen Prise Empowerment gekoppelt und damit erst ja nicht die Gefahr besteht, dass es zu einseitig werden könnte finden sich regelmäßig Gäste auf der Tonspur wieder. Ein tolles Projekt, bei dem ich auch schon eine ganze Menge lernen durfte.

Rice and Shine Podcast (deutschsprachig)

Ich liebe die beiden Gastgeberinnen schon für den Namen ihre Podcasts. Minh Thu Tran & Vanessa Vu haben sich auf einer Schule für Journalismus kennen gelernt und beschlossen. Wir brauchen mehr Repräsentation der vietnamesischen Menschen in Deutschland. Gesagt getan, hier ist der wunderbare Podcast über vietnamesischen Identität einhergeht, dem teils vorhandenen inneren Zwiespalt zwischen zwei Kulturen zu stehen, Elternliebe, Kulturclash, Politik und natürlich auch mal übers Essen.

Genderswapped Podcast (deutschsprachig)

Bereits nach dem ersten Male angefixt gewesen. Aber wie kann es auch anders sein, wenn Rollenspiel oder Pen and Paper in der Beschreibung steht. Geleitet wird das Projekt von zwei Roll-Inclusive Mitgliedern, die sich mit Emanzipation im Pen and Paper beschäftigen. Denn noch in den 70ern gab es unterschiedliche Charakterfähigkeiten abhängig vom binären Geschlecht. Frauen bekamen einen Bonus auf Beauty/ Charisma, Männer auf Stärke. Was heute völlig antiquiert wirkt, ist leider noch spielmechanisch in vielen Regelsystemen verankert. Dies gilt es zu ändern und die beiden Powerfrauen haben es sich zur Aufgabe gemacht in dem Bereich mal richtig aufzuräumen. Für jeden rollenspielliebenden Menschen ein absolutes Muss. 

Darf sie das? (deutschsprachig)

Die Beschreibung: Albtraum alter, weißer Männer oder trinkt zum Kaffee am Morgen gerne ein Glas Männertränen nehme ich dieser Gastgeberin sofort ab. Ihr habt einen frauenfeindlichen Chef, glaubt mir er dir nach so mancher Podcastfolge weinend in der Ecke sitzen. Denn hier bekommt jeder Mensch mit einem toxischen, konservativen, rassistischen und sexistischen Weltbild sein Fett weg. Systematisch belegt, Stück für Stück in eiskaltem Tom. Nichts für schwache Gemüter.

Die gesammelten Schätze des Monats, der geballten Vierbeinigkeit

Wieder ein Monat um und dieses Mal fast ohne Katastrophen, zumindest in meinem Mikro-Kosmos. Ich bin schwerst beeindruckt. In Großbritannien sah und sieht vielleicht noch die Sache dagegen ganz anders aus. Was lernen wir daraus? Aus der EU austreten zu wollen ist eine sehr schlechte Idee. Ich könnte mit den Cruise Days weiter machen, aber dass Kreuzfahrtschiffe ähnliche Umweltsünden wie Flugzeuge sind, dürfte jedem bekannt sein. Ich bin ja schon froh, dass ich zu dem Zeitpunkt irgendwo in der Heide saß und mir meinen Hintern am Lagerfeuer abfror. Große gusseiserne Töpfe mögen zwar ihren nutzen haben, aber in ihnen Wasser aufkochen zu wollen ohne Deckel ist eine ähnlich dämliche Idee wie der Brexit gewesen. Dennoch die zwei Uhr nachts Gespräche waren das Beste am diesjährigen Mittelalter Phantasie Spektakulum und die letztendlich ergatterte Wärmflasche. Dank professionellem Larper in unserer Gruppe hatten wir dieses Jahr zwar sehr viel mehr Flaire, aber die Nächte sind dennoch alles andere, als bequem, weshalb ich vermutlich, wenn überhaupt die nächsten Jahre nur eine Nacht dort Schlafen werde und nicht zwei. Dann wäre ich an einem Tag vollstens ausgeruht und bereit und nicht schon am morgen zu überreizt und zerknautscht, dass ich nahezu den gesamten Nachmittag verschlafe oder vielmehr verschlafen muss, weil ich ansonsten wahnsinnig geworden wäre.

Fazit: Die Atmosphäre dieser Sparte von Festivals ist eine ganz eigene, aber nichts geht über eine warme Dusche, vernünftiges Frühstück und einer anständigen Matratze, mit anständiger Bettdecke und gutem Espresso. Nennt mich alt und verwöhnt, ich stehe mittlerweile dazu. Jeder hat sein Laster, ich habe definitiv mehrere. Wobei gerade die Abendstunden vermutlich definitiv angenehmer geworden wären, hätte einer der beiden Verantwortlichen an diese eine Kiste gedacht. Zur Aufklärung, Proficamper wurde leider kurzfristig krank und abreisen. Er ließ uns aber eine Kiste dort, mit allem Campingluxus den wir uns hätten vorstellen können. Dumm nur, das genau zwei Menschen von dieser Kiste wussten und sie konsequent vergessen haben bis zu dem Zeitpunkt des Abbauens und Aufräumens. Es sei ihnen verziehen, wir haben es ja dennoch alle überlebt.

Es ist übrigens wahnsinnig amüsant zwei Menschen dabei zuzusehen wie sie sich betrunken versuchen sich gegenseitig etwas von ihrem jeweiligen Schwertshowkampfwissen beizubringen, mitten in der Nacht auf einem nahezu verlassenen Acker im Niemandsland. Noch witziger wird es wenn sie einem am nächsten Tag erzählen, dass sie dann auch noch weitergezogen sind zum Bällebad. Es hätte um diese Uhrzeit doch wirklich leer sein müssen… War es auch, auf den ersten Blick. Die zwei kletterten also auf die höchste Erhebung, die sie finden konnten und besprachen dann wie es weiter gehen sollte. Auf ihren Satz: „Eigentlich müssen wir dort jetzt reinspringen“, ertönte jedoch von unten aus den Untiefen des Bällebads eine leicht panische Stimme: „Ist besetzt“. Dank des Alkohols haben sich die zwei wohl ordentlich verjagt, denn seit wann können Bälle reden?! Die Frage wurde dann während des Frühstücks einige Stunden sehr schnell geklärt wie die zwei es jedoch heil zurück und darüber hinaus sogar noch in ihren eigenen Zelte geschafft haben weiß niemand von uns, am wenigsten sie selbst.

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