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Blogparade „starke“ Frauen in der Literatur

An dieser Stelle Danke ich der lieben Nomnivor, die diese herausragende Idee hatte…

Eigentlich hatte ich nie vor mich in dieses Thema starke Frauen einzumischen, das es jedes Mal ganz leicht in eine dieser Wir-sind-Feministinnen-ergo-wir-müssen-die Männer-unterdrücken- Diskussionen endet. Zumal war mir das Thema nie allzu wichtig, in der Realität gab es genug Beispiele und um ehrlich zu sein war ich mir immer mein besten Beispiel, denn ich bin ich und keine Judy Dench, Hannah Arendt, Frida Kahlo oder Katharine die Große. Was nützt es ein Vorbild zu haben, wenn man sich eh nicht an ihm orientiert und wenig später alles in den Wind schießt? Richtig gar nichts…

Wenn ich mal zu Jugendbüchern greife, dann meist zu Exemplaren der Jungenabteilung.

Ich kann euch sogar sagen weshalb: Betrachtet man heutzutage in den großen Buchhandlungen die Regale der Coming-Of Age Sparte so reihen sich Klischee an Klischee aneinander bis ins Nirvana. Boy meets Girl. Das Girl ist dabei stets entweder die Außenseiterin/ graue Maus und wird am Ende des Romans zur Ikone oder das Girl ist dumm, naiv, zu nichts zu gebrachen und wird vom Macho wie ein Stück Dreck behandelt und läuft ihm dennoch hinter. 50 Shades of Grey für fünfjährige quasi. Willkommen in der Restaurationspolitik der Jugendliteratur, in der sowohl Männer als auch Frauen stets Peach oder Hulk sein müssen.

Um ehrlich zu sein, habe ich beschlossen diese Werke aus meinem Leben zu sperren. Für solchen Kontext maße ich mir an zu reif, intelligent und stolz zu sein. Meine Alternative: Serien, Filme und sogar mittlerweile Videospiele. Ich kenne mehr starke weibliche Videospielcharaktere als weibliche Charaktere in der Literatur. Irgendwie traurig….

Dafür war ich umso neugieriger als ich auf Umwegen von Nomnivors Aufruf zu dieser Blogparade erfahren habe. Sucht euch zehn starke Frauen aus der Literatur heraus und stellt sie uns vor. Dass hörte sich doch nach einer angenehmen Herausforderung an, schließlich konnte ich daran nur wachsen und lernen… Oder nicht? Vielleicht ist ja auch alle Hoffnung bereits verloren.

Ich lese wohl die falschen Bücher, denn wie bereits erwähnt es ist mir echt schwer gefallen diese zehn Auserwählten zu finden. Dabei gibt es sicherlich genügend… Dabei fielen mir sofort ganze drei ein, sogar auf Anhieb doch nach meiner Definition sind sie nicht unbedingt stark sondern einfach nur unheimlich authentisch menschlich… Damit diese allerdings nicht verlorenen gehen, das es wirklich geniale Geschichten sowie Romane sind führe ich sie hier dennoch auf:

Sky aus Love Letters to the Death

Ghandhi/ Antonia aus Tage mit Leuchtkäfern

Eleanor aus Eleanor und Parks

Thursday Next aus Der Fall von Jane Eyre

Wenn ich gerade schon mal dabei bin, ich versichere euch in dieser Liste werdet ihr weder Katniss Everdeen noch Beatrice Prior finden, die beiden gingen mir mit Fortlaufender Handlung zusehends auf den Geist. Selbst Sarah J. Maas Charakter werden fehlen, allerdings eher aus dem Grund dass ich noch keinen Roman von ihr gelesen habe. Ob ich das jemals tun werde steht dabei auch noch in den Sternen.

Kommen wir nun zu den grundlegenden Dingen… Der Definition einer starken Frauen. Absolut trivial auch im Kontext, doch will ich eben meinen Send dazu geben. Nicht nur für die männlichen Bewohner des Planeten, sondern insbesondere für die weibliche Hälfte oder eben alles was dort sonst noch so zwischen liegt. Urban Dictionary hat übrigens hervorragende Vorarbeit geleistet.

Lasst mich das zusammenfassen, erweitern und verfeinern.

Kurz um: Ich bin eine bekennende Anhängerin des widerlichen Anglizismus: Bad ass. In aller Munde, von jedem genutzt, ein Bild assoziierend nur ohne Definition….

Wenn eine Frau ein Bad Ass ist….

Sie ist selbstbewusst. Sie weiß was sie will und was nicht, sie weiß was ihr gut tut und was nicht. Sie ist sich eben ihrer Selbst bewusst. Sie kennt ihre Stärken und Schwächen darüberhinaus weiß sie wie man sie einsetzt oder an ihnen arbeitet. Sich seiner selbst treu sein/ bleiben ist dabei besonders wichtig. Als Beispiel: Lasse Hilfe zu, beispielsweise beim Umzug, bei wichtigen Entscheidungen, beim Lernen etc. Niemand ist perfekt und es wird immer jemanden geben der besser ist als ihr. Nutzt es, zu eurem Vorteil.

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion kann dabei helfen. Zudem ist es eine Fähigkeit die man selbst braucht um sich selbst besser kennen zu lernen und sich zu verändern. Ins schlechte sowie ins gute, denn wenn es einem nicht passt kann sie es schließlich wieder verändern… Sie macht sich dessen eben bewusst. Für seine Fehler einzustehen ist ein Zeichen von Chuzpe sowie sich für schwächere einzusetzen oder gar selbst zu denken.

Darüber hinaus ist sie unabhänig/ selbstständig. Sie kann gut für sich alleine sorgen ohne die Hilfe anderer. Wie dies tut, solange es ihr gut dabei geht ist mir persönlich egal. Das heißt aber nicht, dass Frauen von nun an zu diesen männerphoben Feministinnen werden die verbittert ihre Brüste der Öffentlichkeit entgegenstrecken. Nein, eine Frau hat absolut das Recht auf einen Partner/ eine Partnerin. Schließlich kann sie sich selbst versorgen, doch ist es immer schon wenn jemand zu Hause auf einen wartet, man ein leckeres Essen serviert bekommt oder man einem Seelenverwandten schlichtweg alles erzählen kann.

Wer sich treu bleibt hört eben auf sich selbst und seine Gefühle. So gehören Stimmungsschwankungen genauso dazu wie Neid zuzulassen oder Leidenschaft, Wut etc. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Sich selbst zerfleischen gehört da eher weniger dazu.

Die wichtigste Lebensweisheit ist allerdings: Gib niemals auf! Sei ein Stehaufmännchen. Egal was geschieht, dein Leben geht weiter. Seien die Wunden noch so tief, mehrmals drüber geleckt geht es irgendwann wieder bergauf. Lebend kommt man aus dem Leben eh nicht wieder heraus, also was soll’s?

Ganz wichtig: Spolier Warnung, es wird durchweg kalt, inbrünstig und unmoralisch gespoilert..

Wer die einzelnen Werke, also nocht nicht vollständig gelesen hat der möge diese bitte überspringen!

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Gesammelte Schätze des Monats der puren Freiheit

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Wie schnell so viele freie Wochen an einem vorbei ziehen, unglaublich. Wobei ich darf nicht meckern, mir bleiben noch gute zwei Wochen Freiheit… Insgesamt wären dass die längsten Sommerferien, die ich je gehabt habe. Merkwürdiges Gefühl nie wieder an Ferien denken zu müssen. Von nun an heißen die freien Tage Urlaubstage. Dabei empfinde ich auch nur zu einem sehr geringen Prozentsatz Schadenfreude, wenn ich morgens die noch verpflichteten Schüler sehe wie sie sich abhetzen um pünktlich zu kommen. Um ehrlich zu sein nimmt der Pünktlichkeitsfanatismus mit den Jahren ab meist nur in bestimmten Fächern. Irgendwie beginne ich jetzt die kinderlose Erwachsenen zu verstehen, die nie wussten ob und wann man Ferien bekam. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit, eine wahre Wissenslücke. Heute bin ich einer von Ihnen, ich weiß noch nicht einmal wann Pfingsten statt findet. Die Daten meiner drei relevantesten Termine der Schulzeit schlecht hin habe ich im Kopf und mehr muss ich auch nicht wissen.

Ich bin nämlich raus.

Es sei denn ich hätte alle Prüfungen so derartig in den Sand gesetzt, dass ich mich noch einmal nachprüfen müsste. Das Fach mit höchsten Fehlerquote wäre dann Mathe. Es ist unglaublich wie man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann, vor allem eigentlich sind es doch nur Zahlen. Warum fangen die an zu tanzen? Sie sind doch in dicke Papierfasern statisch festgestanzt worden. Nach 45 Minuten sah es für mich jedenfalls so aus als ob ich ein drittel des Abiturs leer hätte abgeben müssen. Mehrere Panikattacken später hatte ich gut 80% ausgefüllt, wenn die mal richtig sind…

Tut mir Leid für dich, dieses mal haben wir leider kein Abitur für dich. Mit Stil gescheitert, immerhin.

Wie ernst es allerdings wirklich um mich steht erfahre ich erst Ende Juni… Zwei Tage vor meiner Präsentation. Dieser Umstand lindert die Aufregung natürlich extrem.

Nichtsdestotrotz nutze ich die neu gewonnene Freizeit hauptsächlich zwar um mich abzulenken, aber wen stört es? Es wurde gezeichnet, gemalt, geschrieben, gesportelt und sogar geresozialisiert und zwar mit Gleichaltrigen.

Das passiert übrigens, wenn man seine Post-Abitur-Gothik-Phase auch beim Essengehen auslebt…

Selbst mein Thema Studienwahl und Auslandsjahr/ Praktikum bin ich weiter gekommen und zwar ein ganzes Stück. Im Glauben, dass sich die Iren nicht mehr melden würden habe ich mich vor gut einer Woche auch noch in Island beworben und ich schwöre euch ich habe am ein und dem selben Tag beide Zusagen bekommen. Irland sowie Island… Jetzt habe ich Anfang Juni mein erstes Bewerbungsgespräch in meinem Leben per Skype, auf Englisch und mit Zeitverschiebung. Entweder ganz oder gar nicht. Wenn alles klappt könnte ich Ende Juli/ Anfang August nach Irland und dann im Februar weiter nach Island, ebenfalls in eine moderne Kunstgalerie. Dabei habe ich gestern erst bemerkt, dass wenn ich zurückkomme, ich stein alt bin. Die Professoren an der Uni werden sich freuen. Übrigens drückt mir gefälligst die Daumen! Ich brauche den Freiraum ;D

So und nun zu einem weitaus mehr in der Ferne liegenden Thema: Das Studienfach.

Ursprünglich hatte ich geplant Freie Kunst zu studieren und begang dann den Fehler mir die Bewerbungsmappen anderer Bewerber anzuschauen. Tut. Dies. Nicht. Niemals! Eine längere Identitätskrise folgte und auch der Satz: „Professoren suchen Rohdiamanten und keine fertigen Künstler“, machte mir keinen Mut. Der Rohdiamant namens Moi müsste nämlich erst aus dem Berg gesprengt werden, bevor man überhaupt in die Gelegenheit käme ihn zu schleifen.

Mappenabgabe hin oder her, dass bei den wenigsten Hochschulen ein vorgegebenes Alter der Werke angeben wird macht mir wiederum Hoffnung. Zumal Freie Kunst auch nicht immer technisches Zeichnen bedeutet… Bitte nicht…

Eines der wenigen, brauchbaren Fotos vom Konzert

Ansonsten fällt der Master sowohl in Geschichte als auch in Kunstgeschichte flach, denn Voraussetzung für beide Studiengänge wäre das Latinum. Schön, dass ich genau zwei Wörter auf Latein kann und eins davon ein Fluch ist. Es gäbe zwar die Möglichkeit den Geschichtsmaster in Berlin zu machen, (dort könnte ich Französisch anstatt Latein angeben wenn ich die Moderne studieren würde), aber die Frage der Jobaussichten ohne Latein ist eben eine ganz Andere.

Für Kunstgeschichte spricht man übrigens am Besten nicht nur Latein, Englisch und Französisch sondern ebenso Russisch und Chinesisch. Je mehr Sprachen, desto besser die Jobaussichten. Wozu war noch einmal die Weltsprache Englisch gut? Richtig, dass man sie konsequent ignoriert…

Wer mir jetzt kommt mit, dann lern doch neben dem Studium Latein der kann gleich wieder gehen. Ich werde nämlich kein Latein lernen, aus dem einfachen Grund dass diese Sprache mausetot ist. In der Zeit, die ich für Latein benötigen würde könnte ich gleich die Sprache lernen für die man ursprünglich Latein lernt um besagt Zielsprache wesentlich schneller zu lernen. Zwei Sprachen lernen, um eine dann zu nutzen? Bin ich die Einzige die meint, dass das kein guter Deal ist wenn man Profit darauf schlagen möchte?

Zumal ich mir sicher bin, dass Latein außerhalb der romanischen Sprachen allzu effizient ist. Schaue ich mir nämlich die Struktur des Chinesischen oder des Farsi an schwinden die Gemeinsamkeiten mit Lichtgeschwindigkeit dahin.

Aber wenn die Kunstgeschichte fehlt so öffnen sich andere Türen, in meinem Falle: Kulturwissenschaften, Theaterwissenschaften, Regie/ Drehbuch, Journalismus/ Kreatives Schreiben. Ihr seht alles Fächer die brotlose Kunst nach sich ziehen und ich es dennoch durchziehen will. Beworben würde sich gefühlt in ganz Deutschland… Auch in den allerkleinsten Studentenkaffs. Ob allerdings überhaupt bei der Wahl bleibe dürfte sich gut erst in einem Jahr entscheiden. Gut Ding will eben Weile haben.

Ich bin übrigens ganz dezent begeistert über den Release der 2 Staffel von iZombie. Dagegen finde ich es ausgesprochen ärgerlich, dass Streaming in Deutschland endgültig verboten worden ist. Woher bekomme ich jetzt die restlichen Game of Thrones Folgen? Aus dem Orbit?

Ansonsten habe ich das endgültige Glück im Besitz von zwei Onigiriförmchen zu sein und sie sind die Erfindung meines Lebens! Zusammen mit den Natto-Bohnen sind eines meiner neuen Hauptnahrungsmittel (Haferbrei jetzt mal ausgeklammert, denn der geht immer und überall).

 

Wenn ich nicht jedes Mal erschossen oder aufgefressen würde:

»Wenn es so verdammt leicht ist, warum träumst du dann nicht mehr?«

S. 14- GoodDreams: Wir kaufen Träume von Claudia Pietschmann

 

Sein Abitur zu pokern ist etwas für Überlebenskünstler:

»Du hast unfassbares Glück gehabt«, sagte er. »Und du warst unausprchlich dumm, obwohl das bei dir ein und daselbe zu sein scheint.«

S. 151- Das dunkle Herz des Waldes von Naomi Novik

 

Unser gegenwärtiges Klima lässt sich Momentan leider eher so beschreiben….

Der Himmel ist hier ganz anders. In Norddeutschland ist der Himmel riesengroß und er erdrückt einen fast. Manchmal fällt es einem schwer, unter einem norddeutschen Himmel gescheit zu atmen. Dann steht man da, auf dem flachen Land, und diese großen dunkelgrauen Wolken ziehen über einen weg, und dann bekommt man keine Luft mehr, so, als ob die Lungen das kommende Gewitter nicht ertragen könnten. Aber hier unten im Süden ist alles anders. Hier ist der Himmel ein Teil des Landes, ein Teil der Welt. Wenn es hier gewittert, dann ist das eben eine ganz ruhige und milde Sache, und nicht so ein Wagner-Nazigewitter wie da oben im Norden.

S. 101- Faserland von Christian Kracht

 

Hätte ich den Ruf mal vor den Prüfungen empfangen:

Der Berg rief nach mir. Ich musste einfach weglaufen. Ich konnte nicht anders.

S. 9- Die wirkliche Wahrheit von Dan Gemeinhart

 

Glaubt mir ich Lächle mittlerweile jeden Morgen einfach nur aus Schadenfreude:

»Alle scheinen morgens immer mit einem Lächeln auf den Lippen aufzustehen… und du denkst, wieso kann ich das nicht? Wieso kann ich nicht ganz normal sein? Warum muss ich so anders sein als die anderen?« »Und das ist es am Ende, was dich fertigmacht, stimmt’s?«

S. 129- Jessicas Geist von Andrew Norriss

 

Mein derzeitiges Verhältnis zum Schreiben:

Früher war das alles so schön pubertär hingerotzt und jetzt ist es angestrengte Literatur.

S. 9- Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

 

Ich bin mittlerweile definitiv älter und es geht mir immer noch so?!

Ich bin sechzehn Jahre alt und momentan zu nichts anderem mehr in der Lage, als mich trotz kolossaler Erschöpfung in Zusammenhängen etablieren zu wollen, die nichts mit der Gesellschaft zu tun haben, in der ich zur Schule gehe und depressiv bin. Ich bin in Berlin.

S. 24- Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

 

Faust aufs Auge, mein Lieber. Faust aufs Auge…

Ich will nicht, dass man versucht zu verstehen, warum ich so bin, wie ich bin, weil ich die Erste sein möchte, die es versteht. Und ich verstehe es noch nicht. Ich will nicht, dass man sich einmischt. Ich will nicht, dass man in meinem Kopf herumstochert und meine kaputten Teile ausgräbt. Wenn Freunde so was tun, dann will ich keine. Er lächelt. Ein echtes Lächeln. Dann lacht er. »Du hast wirklich ein Riesenproblem damit zu akzeptieren, dass du anderen nicht egal bist!« Ich sage nichts dazu. Er hat recht.

S. 248- Solitaire von Alice Oseman

 

Haha und ehe ich es vergesse 😉 Teil 2 meiner Geschichte ist draußen, also als Hörbuch ebenso wie Teil 3, Teil 4 und Teil 5, Teil 6 und 7… Ich hab mir die Einteilung nicht ausgesucht^

 

Gesammelte Schätze des Monats der leeren Kugelschreiberpatronen

Hurra, ich lebe noch! Oder zumindest wieder. Ich hatte ja schon angekündigt, dass es ein wenig eng werden könnte und recht hatte ich gehabt, aber dazu in einem anderen Beitrag mehr… Um es kurz zu umreißen, ich habe es irgendwie geschafft alle drei Male ohne Pause durchzuschreiben und in Deutsch sowie Geschichte eine gesamte Kugelschreiberpatrone zu leeren…. Zumindest habe ich meine geistigen Ergüsse gut verpackt, jetzt muss nur noch der Inhalt tragen. Halleluja. Aber auch ohne Klausuren war der April voll genug: Beispielsweise mit unserer Motto-Woche oder auch Schüler-bekommen-provisirsch-Schuhlhofverbot-aufgrund-zu-hohem-Alkoholkonsum… Das „Provisorisch“ hat sich rentiert. Zumindest für die unteren Stufen obwohl einige den kleinen Aufklärungsunterricht erteilten in dem sie ihnen mehr oder weniger charmant beibrachten was es denn mit dem Thema Rotlichtviertel auf sich hat. Dass die meisten Jungs in String, Over-Kneestiefeln und BH auftauchten irritierte die Kleinen dennoch, weshalb die Themen Transvestieten und Transsexualität gleich hinter her geschoben wurden.

Es ist übrigens interessant wie unterschiedlich „detailreich“ bestimmte Themen umgesetzt wurden, der klare Trend der Zensur der freien Sexualität ist auf den allgemeinen-normalen Schulen wesentlich geringer als in den Vierteln der gut behüteten Kindheit durch Nannys anstatt von den eigenen Eltern. Diese tingeln aufgrund der vielen Arbeit gerne durch die Welt und sic der eigene Nachwuchs spätestens als Teenager fragt warum diese Menschen überhaupt einen gezeugt haben. Vermutlich nur als biologische/r Erbe/bin des Vermögens. Genug gelästert, kommen wir zum Eingemachten wie dass ich eine neue Runde Pen and Paper Spiele. Statt einem Feuerkugel-umher-werfenden Schmugglerboss bin ich jetzt eine Wikinderkönigin und Mutter von Loki, die zusammen mit ihrem Team durch die zeit reist. Ach ja und statt eines Langschwertes besitze ich natürlich ein Lichtschwert, was auch sonst.

Unser derzeitiges Problem besteht übrigens darin, dass Napoleon mal eben sechs Jahre zu früh gestorben ist und die Piraten der Karibik die AK-47 in die Hände bekommen haben so um 1800 herum. Hier könnt euch vorstellen, dass das Empire Nassau doch größer als historisch korrekt gewesen wäre geworden ist?

Viel mehr ist dann aber dennoch nicht passiert oder zumindest wäre es dann doch zu viel um es hier in aller Ausführlichkeit auszubreiten… Deshalb würde ich gleich mal sagen. Vorhang auf für die Schätze des Monats!

Und das Beste überhaupt, was ich jetzt gerade erst gelesen habe (ich habe seit gestern wieder so etwas dass man Privatleben nennen kann: Das Schloss der Träumenden Bücher soll im Herbst erscheinen. Im Herbst! 2017! Lang lebe der Schattenkönig!

 

Evolution in Biologie ist nicht witzig, vor allem wenn man Extremitäten vergleichen muss:

Scheiße, das müssen weitere Schmetterlingsschwärme sein. Monsterschmetterlinge.

S. 33- Almost von Anne Eliot

 

Warum hat Schulleben eigentlich keine Vorspultaste?

Aus Angst davor, depressiv zu werden, habe ich also in den ersten Kapiteln alles aneinandergereiht und mich schnell mal eben erwachsen werden lassen. Heutzutage liest man ein Buch doch sowieso erst ab Seite fünfzig. Es sei denn, es geht um Vampire.

S. 100- Splitterfasernackt von Lilly Lindner

 

Dass hätte ich dem freundlichen Herren gleich sagen können…

Wenn man auf die Erde kam, um nach logischem Sinn zu suchen, war man am falschen Ort.

S. 347- Ich und die Menschen von Matt Haig

 

Weil der Himmel doch alles andere als rosig ist…

Better to reign in Hell, than to serve in Heaven.

Buch 1. V. 262- Paradise Lost von John Milton

 

Gilt das auch für nicht- dreizehnjährige?

Es ist komisch, den Tag zu mögen, aber für mich – eine magere, exentrische, dreizehnjährige soziale Absurdität mit nur einem richtigen Freund – birgt er wahre Lichtblicke.

S. 5- Daniel is different von Wesley King

 

“The mind is its own place, and in itself can make a heaven of hell, a hell of heaven..”

Buch 1. V. 254- 55- Paradise Lost von John Milton

 

Wer redet denn hier von mittelmäßigen Büchern? Abiturklausuren sind das wahre Übel!

Das Problem ist: Um Geld zu verdienen – viel Geld! – brauchen wir keine grandiose, makellose Literatur. Was wir brauchen ist Mittelmaß. Ramsch, Schrott, Massenware. Mehr und immer mehr. Immer dickere, nichtssagendere Bücher. Was zählt ist das verkaufte Papier, nicht die Worte, die darauf stehen.

S. 352- Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers

 

Wenn man pokern kann, dann verliert man gefälligst alles mit Stil:

“Großer“, sagte sein Vater und beugte sich zu ihm vor. „Geschichten gehen nicht immer gut aus.“

S. 144- Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness, Siobhan Dowd

 

Demnach ich schaue mal was ich in nächste Zeit so alles niedergeschrieben bekomme 😉

Gesammelten Schätze des Monats des Lärms

Da ich quasi über die Hälfte diesen Monats Ferien hatte und deshalb nicht in die elendige StrafvollzugsBildungsanstalt musste, kann ich kaum von irgendwelchen verrückten oder gar vernünftigen Taten berichten. Ich selbst habe die ganzen vierzehn Tage (mit Ausnahme von 48 Stunden) an meinen beiden parallel laufenden Kunstprojekten gearbeitet und bin immer noch am Verzweifeln oder schon wieder? Zumindest war am Donnerstag der Abgabetag des einen Projektes. Das Papierkleid. Wobei ich sagen muss, dass die ehre nicht mir gebührt sondern meiner Mitbewohnerin. Ich habe lediglich Papier geknüllt und Rüschen zusammen getackert. Als Essstäbchen bin ich eben nur der Kleiderbügel für dieses Meisterwerk, aber immerhin mit Stolz.

Und während sämtliche Mitschüler sich fleißig ans Lernen fürs Abitur begaben saß ich zeichnend in meinem Kämmerlein und bastelte. Dabei brauche ich nun wirklich eine Punktmutation, die in mir irgendeine Aminosäure so verändert, dass ich auf einmal quasi das Superhirn für Mathematik würde. Dafür würde ich mich sogar von so nem Viech beißen lassen: Kakerlake, Spinne, Tausendfüssler völlig einerlei…

Dabei gibt es so viele schöne Dinge in meinem Leben, trotz Streß. Zum Beispiel endlich einen Ort, an dem ich mich wohl und vor allem akzeptiert fühle so wie ich bin ohne wenn und aber. Ich muss mich für nichts rechtfertigen. Zudem gibt es mittlerweile zwei Menschen mit denen ich wunderbare Gespräche führen kann, zwar nur über Sprachnachrichten dafür über mehrere hunderte bzw. tausende Kilometer hinweg. Gar kein schlechter Schnitt. Die Zeitverschiebung ist dabei allerdings irgendwie sehr gewöhnungsbedürftig.

Und hey, ich war sogar seit langem wieder im Kino, Gegen aller Vernunft und wie ihr bereits gelesen haben werdet, hat es sich wahrlich gelohnt. Ghost in the Shell wird dennoch verweigert. Nicht in diesem Aufzug, einfach Nein.

Dafür habe ich ein sehr exquisites Theaterstück sehen dürfen. Exquisit liegt dabei im Auge des Betrachters. Es lag allerdings nicht an dem Umstand, dass es sich mal wieder um den Zerbrochenen Krug handelte. Nein, vielmehr war es die Interpretation der Komödie/ des Lustspiels. Statt süfisant, satirisch und hämisch präsentierte sich das Werk als absurd und blutig.

Der Dorfrichter Adam war ohne ersichtliche Begründung, die ganze Spielzeit über nackt. Komplett… Soweit so gut, so theatralisch. Ich hätte dennoch gerne eine Begründung dafür gehabt. Ähnlich wie für folgende Interpretationen: Das über den gesamten Körper verteilte Blut, den cholerischen Veit der seinen Sohn verprügelt, die Liaison zwischen Licht und Adam (?!) und zu guter letzt Walters Kuss mit Evchen und dem darauf folgenden Missbrauch (?!). Bitte, wie Bitte?

Ihr lest, eine wundervolle Abendbeschäftigung, zumal die ach so wundervolle Betonung nicht existierte. Für mich zumindest nicht, ich empfand es eher als monotones Heruntergerassel.

Unsere Fassung hat mir wesentlich besser gefallen. Humorvoller, mehr Elan und auch nicht ganz so Interpretationsfrei…. Um die Pressestimmen mal zu kommentieren: Ja, dieses Stück ist eine Farce nur keine geistreiche, bitterböse sondern lediglich eine gewalttätige sowie verstörende. Ich hätte genauso gut Mann gegen Mann oder Bück dich ansehen können. Es hätte keinen Unterschied gemacht….

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Das Herz des dunklen Waldes von Naomi Novik

Halleluja und noch eine Buchrezension, als ob es nicht schon genug davon gäbe. Dennoch irgendetwas will schließlich produziert werden und da sich meine geistlichen Ergüsse im Moment tendenziell eher auf die Geschichte der DDR sowie der reinen deutschen Nationalgeschichte sowie schicke Binomialkoeffizienten (langsam fange ich dieses Wort an zu lieben, obwohl die Sache an sich völlig irrational ist) Tabellen konzentrieren, gibt es noch einmal eine Rückmeldung zu einem literarischen Happen.

Ich hatte mir vor Jahren geschworen den Valentinstag nie zu zelebrieren, doch aus irgendeinem Grund gab es nicht nur einen Strauß weißer Rosen von meiner Mitbewohnerin (den ich vergeblich versucht habe schwarz zu färben), sondern ebenso ein unverhofftes Buchpaket der lieben Kathrin, dank meiner Reihe der gesammelten Schätze. Fortuna war mir so hold um mir die lang ersehnte Lektüre „Das Herz des dunklen Waldes“ zu bescheren (an dieser Stelle danke nochmals an die liebe Kathrin), was ich innerhalb von weniger als einer Woche verschlungen habe. Dieser Umstand ist deshalb so erwähnenswert, da dieses Phänomen des Sich-nicht-mehr-los-reißen-könnens vorher mir seit Jahren nicht mehr bekannt war. Ich habe sogar dafür eine Nacht quasi halb durchgelesen, denn einmal angefangen kann man das Ding nicht so einfach weglegen trotz einiger Macken. Aber kommen wir nun zum Wieso, Weshalb, und vor allem Warum:

Das Drumherum scheint auf den ersten Blick recht unscheinbar… Ein typisches Fantasysetting mit Fabelwesen, Magie, Königreichen und einem bösen Antagonisten. Was das ganze weit interessanter macht sind die Charaktere. Diese sind nämlich verdammt vielfältig und in den unterschiedlich, geschichtseigenen Konstellationen herrlich amüsant, grausam oder einfach nur irre. Nun kommen wir zum Plot:

Das Mädchen Agnieszka führt ein recht glückliches Leben zusammen mit ihrer Familien und besten Freundin in einem beschaulichen Dorf, dummerweise liegt jenes nur allzu nah am „Dunklen Wald“.

Denn der „dunkle Wald“, ist wie der Name schon vermuten lässt, kein gewöhnlicher Wald zum Pilze und Feuerholz vielmehr hat er die Eigenart unvorsichtige Bewohner, die sich in ihn hineinwagen zu verschlucken und nie wieder herausrücken oder wenn man Glück hat lediglich verstümmelt oder gar gleich getötet zu werden. Natürlich nicht ohne unmenschliche magische Quälereien durchzustehen. Um dieses Monstrum von schwarzer Zauberkraft sowie dessen Ausbreitung zu unterbinden haust seit Jahrzehnten ein angsteinflösender Magier in seinem Turm nahe des Waldes/ Dorfes.

Als Gegenleistung für seine Tat(en) fordert der Herr alle zehn Jahre ein Mädchen des Dorfes. Das jeweilige Mädchen wird dazu aufgefordert sofort das Dorf und Familie verlassen um dem Drachen zu dienen. Mehr ist nicht bekannt, außer dass nach diesen 10 Jahren das auserwählte Mädchen entlassen wird und reich bestückt in die nächst größeren Städte um dort ihr Leben weiter zu leben.

Als Voraussetzung um überhaupt erwählt zu werden muss dasjenige Mädchen entweder unbeschreiblich hübsch sein oder besonders begabt. Beides trifft auf Agnietzsckas beste Freundin zu und so wird dieses Kind von klein auf auf die Aufgabe vorbereitet ihrem spätere Herren zu dienen. Im Gegensatz zu Agnietschka, ihr Leben ist das genau Gegenteil. Der reinste Wildfang vom Charakter, tollpatschig und strohmt gerne in den umherliegenden Wäldern sowie an der Grenze zum Dunklen Wald herum. Zwischen den Zeilen, ließt man eindeutig die Schande für ihre Familie heraus, trotz ihrer Gabe ständig irgendwelche nützlichen Dinge zu finden wie beispielsweise tragende Beerensträucher im tiefsten Winter.

Und wie es die Geschichte so will, ist eben diese Gabe dafür zuständig das Agnietzscka an dem Tag der Entscheidung mit dem Drachen gehen muss. Nur gefällt ihm dies ebenso wenig wie ihr… Freiwillig ausgesucht hat er sie nicht, denn das oberste Gesetz der Magier ist es noch jüngere / noch unerkannte Novizen auszubilden.

Zuerst war ich recht skeptisch gegenüber dem Buch. Viele Stimmen vergötterten es, andere schrieben Verrisse am laufenden Band und nun hielt ich das Schätzchen in meinen Händen und begann zu lesen.

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Gesammelte Schätze eines Monat, der ständig macht was er will

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Hier dürft auch ruhig bei der Administratorin dieser „Challenge“ vorbeischauen, dazu einfach auf Bild klicken…

Der Februar steht bis jetzt dem Januar in Sachen Ereignissen im Nichts nach. Ich habe das Gefühl ich würde geradewegs nur so durch Zeit und Raum fliegen… Nichtsdestotrotz werde ich die Lernphase genießen, einfach mit dem Ziel dass das bald alles vorbei sein wird.

Mein erhofftes Metal-Shirt gab es natürlich nicht, dafür hatten wir zumindest eine Bühne bei unserem Theaterstück und es lief doch recht solide, trotz einer Vielzahl von Textaussetzern, falschen Standpunkten und falschen Handlungen. Ich fand für mich heraus: Drei Sätze zu sprechen in einem 90 Minuten langem Stück ist verdammt bescheiden. Der Schwierigkeitsgrad hebt sich deutlich, ernsthaft. Denn um seine Einsatzwörter nicht zu verpassen musste ich mich die ganze Zeit ungeheuer konzentrieren, zumal der Inhalt und diese Stichwörter sich stets ähnelten. Wenn dann jemand anderes seinen Satz nicht genauso zitierte wie er im Skript stand, stimmte zwar der ungefähre Rahmen aber mein Codewort fehlte.

Der Grund: Die wenig variierenden Gesprächsthemen während des Gerichtsprozesses entweder geht es um Eve, um Adam oder um den Krug selbst und das über 70 Minuten… Sich zu konzentrieren, wenn mir das Thema nicht am Herzen liegt ist quälend.

Zudem durfte ich als eher schlechtgelaunter Bauer den Hot Curves Kalender meines Sohn Ruprecht vorführen und ich darf definitiv behaupten der Pirelli Kalender entspricht mehr meinem Geschmack. Zumal mich mein Lehrer an wies bloß nicht jedes Bild zu zeigen, da manche zu explizit seien. Ich merke an: Man sah ähnlich wie beim Playboy nie irgendwelche relevanten Körperpartien! Aber gut genug der Fotogenität von Frauen. Kommen wir zu Emanzipation meinerseits… Mein introvertiertes Haifischmadenbaby- Dasein habe ich ab Ende Januar endgültig abgelegt und mich zu einem feschen Wolpertinger geoutet. Gemerkt habe ich es an meiner plötzlichen Courage für mich selbst. Ich schlucke nicht mehr jeden Satz gegenüber Lehrern herunter, nur weil sie Lehrer sind… Ebenso demonstrierte ich meinen inneren Protest gegen ein solches Wesen deutlich.

Will heißen: Neben unserer wunderbaren Mathelehrerin durfte ich mal wieder einen grauenvollen Matheleerer kennen lernen. Dank des unglaublich gut ausgefallenen Mathematikvorabiturs hat sich unser Bildungsminister dazu durchgerungen uns Zusatzstunden anzubieten, um den Stoff noch einmal zu vertiefen und zu wiederholen parallel zum normalen Unterricht. Dies ist eine sehr noble Geste und viele von uns haben diese überaus erfreut war genommen trotz Wochenende, nur war da eben dieser neue Leerer. Uralt, schwerhörig und absolut unerfahren im Umgang mit moderner Technik. Das waren nicht allzu gute Voraussetzungen, doch man will ja keine Vorurteile haben… Die Vorurteile bestätigten sich spätestens bei folgendem Dialog:

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Ich, als was-auch-immer

Soso… meine liebe Franzi hat mich mal wieder im Nacken gepackt und jetzt hast den Salat bzw. den Liebsten Award 😉 Ich habe mich tierisch gefreut! (Wir erinnern uns, ich liebe Fragebögen, danke dafür…) Manche Fragen haben mich sogar richtig ins Schwitzen gebracht, so hoffe ich einfachmal dass du dich mit meinen Antworten zufrieden gibst und auf so manche erlesene Kreativität verzichten kannst. Die liegt im Moment wieder bei Zeichnen und beim Lesen… Kollidiert gerade mit der Klausurenphase ganz schlechte Kombi. Wie auch immer, allzeit Vorhang auf und los geht’s….

In welcher Situation hast du dich das letzte Mal so richtig typisch deutsch gefühlt?

Um ehrlich zu sein, sobald ich aus der Tür trete und feststelle das der Bus mal wieder eine Minute zu spät ist oder das sämtliche Menschen wohl zu undiszipliniert sind um ihre Jobs richtig ausführen zu können. Insbesondere Menschen und E-Mailverkehr bzw. Beratungsgespräche sind mir inzwischen ein Graus. Da bereitet man sich extra vor, geht alle Unterlagen noch einmal durch, überfliegt die Notizen und der Gesprächspartner am anderen Ende hat eine Ahnung von? Richtig: Nichts. Man darf ihm alles noch einmal doppelt und dreifach vorkauen, weil der oder diejenige es nicht gebacken bekommt mit zuschreiben.

Warum zur Hölle können nicht alle Menschen den Calvinismus gefressen haben? Ich meine von der angeblichen Leistungsgesellschaft bekomme ich jedenfalls nichts mit. Sorry… Ihr seht… Ich bin so Erz- Deutsch, dass es fast schon wieder undeutsch ist…

Meine liebe zu Kartoffeln zählt übrigens nicht, denn diese stammen nämlich aus Südamerika.

Hattest du eine Eigenart als Kind, die dir jetzt im Nachhinein doch recht exzentrisch vorkommt?

Eine? Ähm… Ich glaube ich war als Kind etwas mehr als exzentrisch… Siehe die Weigerung weder Kleid noch Rock anzuziehen, selbst für Strumpfhosen war eine große Überredungskunst nötig, die auch genau drei mal erfolgreich gewirkt hat. Ansonsten konnte ich eben nur schlafen wenn ich schaukelnd herumgetragen zu werden. Eine Schunkelwiege war ebenso wenig ein Ersatz, es musste schon schön menschenwarm sein.

Das Beste war allerdings meine einzigartige Neinphase. Alles war ein Nein ohne wenn und aber… Der Gipfel des Ganzen war, dass ich meine Mitbewohnerin dazu bewegte mir ein riesen Schild zu basteln auf dem Nein geschrieben stand und dies wurde auch überall mit hin genommen. Befestigt an einer Schnur wurde es quasi mein neues Accessoire und dazu auf längere Zeit.

Tja andere kaufen sich Handtaschen, mir wird ein großes NEIN gebastelt.

In welchen Filmwelten/Serienwelten fühltest du dich als Kind zuhause? Was hast du mit Freunden oder auf dem Schulhof nachgespielt?

Am Anfang war es Petzi, und Petzi war fantastisch und abenteuerlich, aber irgendwann war Petzi nicht mehr genug und ich schwebte hinüber zu Muriel. Und ich sprach: Ich will eine größere Familie! Und Anton und Franz nahmen mich in ihren Reigen auf. Und Ich sah, daß Weihnachten sowie Fehler machen an einem Tag gut war. Da schied ich mich von der Familie Tümpel hinüber dem Bär im blauen Haus. Ich nannte Luna meine Tante und Shadow meine Schwester. Da ward aus Neugier, Wissbegier geworden und Morgen sollte die erste Unterhaltung mit einem Schatten statt finden…. Und nach der Entäuschung,dass mein Schatten nicht antowrtete sprach ich: Es werde ein Held geboren zwischen Grünland und Arktos’s Eispalast und so schied ich gemeinsam mit dem grünen Drachen in Gedanken Grünland von der Eisdecke.

Und dann nannte ich das nun freundliche Eisland Altenberg, da ward aus Fantasie Realität geworden und wir begeben uns in die mehr menschlichere Welt.  Und ich sprach: Es sammle sich das Magische unter dem Himmel an besonderem Orte, daß man gegen Mulgarath kämpfen könne. Und es geschah so. Und ich sprach mit dem Phooka, und verhandelte mit den Elfen. Und ich merkte, daß es gut war.

Und ich sprach: Lauf wie der Fluss, Ripred und die Ratte lief. Lasse die Pest untergehen, die Gesundheit bringen und die Menschen genesen, die im Kampf gegen die grausamen Ratten bestanden haben. Und es geschah so. Und ich sah, daß es gut war. Da ward aus Unterland und New York City die Welt der vier Nationen geworden.

Und ich sprach: Es werden Feuerbändiger an der Feste des Felsens, Erfolg verzeichnen, Zeiten, Tage und Jahre werden vergehen und ein größenwahnsinniger Satan wird erscheinen um Diskriminierung, Zwietracht und Ungerechtigkeit zu sähen. Und es geschah so. Und ich befreite zwei große Lichter: ein großes Licht, das mit über und über mit Fell bedeckt war und ein kleines Licht, das über die vier Elemente herrschen sollte, dazu auch über die Energie. Und das kleine Licht hütete nun das friedliche Reich mit seinen Freunden bis ans Ende seiner Tage.

So wurden vollendet meine kindliche Entwicklung und die heutige begann mit ihrem ganzen Heer an Erinnerungen. Und so vollendete ich meine Reise, die ich unternahm und freue mich noch heute was ich so alles erlebt und mitbewirkt habe.

Welche Legende werden wir in 20, 30 Jahren betrauern? Oder gibt es dann nur noch Youtube- und Realtity-TV-Stars und musikalische Eintagsfliegen?

Um ehrlich zu sein finde ich ziehmt sich die Frage nicht so richtig, ich finde sie impliziert indirekt dass ich nun dazu genötigt werde niederzuschreiben welche genialen Genies die 120 nicht erreichten werden… Deshalb: Für mich werden gewisse Menschen (auch wenn sie mir persönlich gänzlich unbekannt sind) stets weiter leben.

Klischeehafterweise eben in meinem schwarzen Herzen und auf gigantischen Postern. Ich hoffe ganz stark, dass YouTube sowie Reality TV-Stars ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwinden… Denn, dass diese Eintagsfliegen überdauern welche sich wirklich für alles kaufen lassen brauche ich in meinen Erinnerungen und Heldenepen für die Nachwelt nicht. Höchstens als Kanonenfutter.

Was ist dein Lieblingsgericht? Und warum?

Ich muss mich für eins Entscheiden?! Bist du irre? Was sind deine Lieblingsgericht? Und warum? Klingt doch gleich viel besser… Hier nun eine chronologische Reinfolge.

PuddingOats 

Haferbrei mit Pudding, kaltgestellt. Eine genauere Erklärung dieser genialen Schöpfung wird es nächste Woche geben. So lange müsst ihr euch also noch gedulden. Ich sage euch gleich googeln hilft nichts, denn es gibt mehrere Fassungen und nur die eine ist so genial wie schmackhaft.

Haferschleim mit Jogurt

Eigentlich kann man als den besten Jogurt nur dieses eine isländische Milchprodukt anprangern, aber Sojajogurth hat ebenfalls seine Vorteile. Dafür lässt man es dann länger einkochen, ansonsten wird es eher weniger cremig sondern eben nur matschig. Ein sehr leckerer Matsch der getoppt mit Früchten und Nüssen auch noch mal ohnehin schmackhafter wird.

Bananeneis 

Die ganzen hipster Instagrambezechnungen lasse ich hier bewusst außen vor, denn mir geht es eher um den einfachen wie geialen Aspekt einfach Obst in die Tiefkhltruhe zu hauen. Über nacht dort liegen zu lassen um die am nächsten Morgen mit dem Pürierstab/ Mixer zu zerrkleinern und so ein sauleckeres Eis herauszu bekommen. Je nach geschmack dann dort ebenfalls wieder alles mögliche ergänzt werden. Kurkuma, Kakao, Puddingpulver etc. Ein kalter Gaumenschmaus, der mit Erdnüssen einfach der Oberkiller ist.

Sommerollen

Nicht frittierte Frühlingsrollen, die man mit allem füllen kann was der Herr/ die Frau gerade braucht. Süß oder herzhaft beides ist möglich. Herrlich vielseitig, und igiotensicher. Genau das richtige für einen Snack oder leichtes Abendessen. Wer sich nun fragt, was dies für allseits köstliche Kreationen sind der muss sich entweder auf nächste Woche gedulden oder fragt mal eben ganz schnell den allwissenden Gott Google.

Sushi

Gehört mittlerweilezum Mainstreamsortiment eines jeden Foodie, doch ich bin damit quasigroß geworden. Wenn es nicht so kompliziert zu machen wäre… Wobei kompliziert realtiv gesehen werden muss. Eigentlich dauert es nur lange, besonders das Aufräumen hinterher… Die bereits zubereiteten Häppchen sind allerdings zu teuer, als dass man sie jeden Tag schnabulieren könnte.

Hältst du dich für einen intelligenten Menschen? Warum?

Es gibt sicherlich intelligentere Menschen als mich, aber auch weniger intelligentere. Außerdem muss man differenzieren zwischen schlau, intelligent, klug… Man könnte auch noch weise dazu zählen doch das bin ich definitiv nicht (höchstens altklug) somit können wir diesen Charakterzug gleich abhacken. Was bleibt also übrig… Früher inhalierte ich gerade zu jedes Buch, es ist zwar nich alles hängen geblieben aber doch recht viel sodass ich mich durchaus als klug bezeichnen würde. Oberes Mittelmaß, vor jeder Klassenarbeit rette ich jedem dem Arsch bin aber noch menschlich genug um nicht als Stufenstreber abgestempelt zu werden.

Ich besitze zwar ein überdurchschnittlich hohes logisches Denkvermögen, allerdings zweifle ich daran mittlerweile denn so manche Logikrätsel verstehe ich selbst mit Musterlösung nicht, da sie stets unlogisch sind. An Transferaufgaben scheitere ich zudem genauso weshalb ich manchmal an meiner Intelligenz zweifle. Ich denke, dass ist menschlich. Hochbegabt bin ich (zum Glück/leider?) nicht.

Und klug…? Laut Pottermore habe ich einen gehörigen Slytherin mir und solange ich gewisse Menschen nicht mag habe ich kein Problem die mal zur Rate zu ziehen. Mathe bringt sich nicht von alleine bei…

Was mir am meisten zu schaffen macht ist die digitale Demenz… Ich habe das Gefühl, dass ich mit Zugang des Internets nicht mehr so viel weiß wie früher. Ich sauge weniger Wissen auf, bzw. brauche dafür wesentlich länger was mich sehr, sehr nervt.

Fazit: Recht schlau, intelligent und klug aber für die Superlative reicht es noch lange nicht 😉

Wann hat dich das letzte Mal ein Mensch durch sein Verhalten etc. überrascht?

Ich gestehe, im Moment überraschen mich so einige Menschen mit ihrem Verhalten und zwar im positiven Sinne, diese sind allerdings nicht in meiner Stufe anzufinden. Es hat den Anschein, dass sich in mein Leben immer mehr sympathische Menschen einfinden. Gruselig…  Weshalb sind Menschen plötzlich so freundlich, eloquent und lustig?! (Ihr seid mitschuldig!) Meine Misanthropie muss ich demnächst womöglich im Schrank einsperren…

Gibt es etwas (ein Gedicht, ein Zitat etc.), was du jederzeit aufsagen kannst?

Ja sogar mehrere… Okay es sind lediglich zwei…  (Den Erlkönig schaffe ich auch noch!)

Ich bleibe jetzt auch nur bei Gedichten, denn meine geistige Zitatesammlung würde hier den Rahmen sprengen…

Das erste Gedicht kenne ich mittlerweile seit gut zehn Jahren. Im zarten Alter von 2920 Tagen (ohne Schaltjahre) bekam ich eine HörprobenCD von meinem Mitbewohner geschenkt, welche anschließend bis zum Umfallen gespielt wurde. Dabei war auch diese eine Rezitation von Paul Maars Meisterwerk aus seinem damaligen brandneuen Gedichtsband. Nach mehrmaligem Vernehmen begann ich die Verse und Strophen aufzusaugen um nach dem gefühlten hundertsten Mal festzustellen, dass sie dort geblieben waren. Bis heute in diesem Moment an dem du mir diese Frage stelltest.

Ich kann dafür allerdings nicht so ganz bestimmen was genau mir an diesem Gedicht so zusagt… Vielleicht finde ich es lustig, vielleicht ist es vielmehr das Spiel zwischen Ja und Nein oder lediglich die Liebe zu einer neologistisch geschaffene Raubkatze.

Jaguar und Neinguar,
die treffen auf ein Schwein.
Das sagt: „Ich lad euch beide
in meine Stallung ein!“
Der Jaguar sagt: „Ja!“
Der Neinguar sagt: „Nein!“
Der Neinguar bleibt draußen,
der Jaguar geht rein.

Jaguar und Neinguar
besuchen einen Stier.
Der Stier ist hocherfreut und fragt:
„Bleibt ihr heut Abend hier?“
Der Neinguar sagt: „Nein!“
Der Jaguar sagt: „Ja!“
Der Neinguar geht fort,
der Jaguar bleibt da.

Jaguar und Neinguar,
die treffen auf drei Finken.
Die fragen: Wollen wir uns mal
ganz fürchterlich betrinken?“
Der Jaguar sagt: „Ja!“
Der Neinguar sagt: „Nein!“
Der Neinguar trinkt Himbeersaft,
der Jaguar trinkt Wein.

Jaguar und Neinguar,
die treffen auf ein Huhn.
Das sagt: „Wir sollten alle mehr
für die Gesundheit tun!“
Der Jaguar sagt: „Ja!“
Der Neinguar sagt: „Nein!“
Der Jaguar lernt schwimmen,
der Neinguar Latein.

Das Gedicht hier, durfte ich vor einigen Wochen im Deutschunterricht präsentieren. Im Rahmen des Thema Lyrik sollte jeder ein Gedicht vorlegen, welches ihm besonders viel bedeutet oder er es einfach mag. Nun schätze ich mehrere Gedichte, die meisten davon sind allerdings ziemlich Gassenhauer wie Paul Celans Todesfuge, Goethes Erlkönig oder News von Barbara Köhler. Also musste etwas Frisches her, etwas was nicht jeder kannte und dazu noch einigermaßen witzig war. Denn tiefsinnig und deprimierend würde die Stunde definitiv werden…

So schmökerte ich mich so durch die lyrischen Archive meiner heimischen sowie der heimischen Bibliothek meiner Mitbewohner. Nur fand ich leider nie wirklich das passende Stück zum Problemanteil, bis mir einfiel dass einer meiner liebsten Sänger ja den einen oder anderen Gedichtband veröffentlich hat… Folgendes Werk ist so ehrlich, klar, einfach wie genial. Kurz, humorvoll und wie gesagt unheimlich ehrlich. Zumal ich das lyrische Ich eins zu eins nachvollziehen kann. Hier ist es:

Fleisch

Ich fand Fleisch im Garten
War doch nur ein Stein
Konnte man nicht essen
Warf Scheibe ein

Ich fand Fleisch im Hof
Das wälzte dich im Dreck
Wollte darauf schlagen
Lief schnell weg

Ich fand Fleisch am Bett
Das hatte ein Gesicht
Ich dacht es wäre Liebe
War es aber nicht.

–Till Lindemann: In stillen Nächten
Welche Themen des unnützen Wissens haben sich den größten Platz in deinem Hirn verschafft?

Kein Wissen ist unnütz, aber zum Thema große Interessensgebiete wäre da wohl die Geographie bzw. Topografie. Beispielsweise ist der höchste Berg Sloweniens der Triglav. Bhutans Hauptstadt Timpuh ist die einzige Hauptstadt ohne Ampeln, zumal kann ich sämtliche Hauptstädte der Welt sowie Nationalflaggen aus dem FF. Eine kleine Kostprobe?

Madagaskar: Antananrivo

Burkina Faso: Wagadougou

Myanmar (Burma): Naypyidaw

Liechtenstein: Vaduz

Venezuela: Caracas

Uruguay: Montevideo

Trinidad und Tobago: Port of Spain

Ich sage euch es ist alles zu 100% richtig….

Woher das kommt? Ich weiß es nicht, mein erstes Puzzle war ein Flaggenpuzzle mit den Mitglieds- Beitrittstaaten der EU und irgendwann hat sich das Interesse dann verselbstständigt.

In welche Richtung soll die Unterhaltungsindustrie in Zukunft gehen?

Eine ohne Reality TV, ohne sich verkaufende Jugendvorbilder, ohne Propagandaserien, ohne Unterhaltungsmonopole… Ich denke dass reicht jetzt schon. Wir wollen die liebe Menschheit ja nicht allzu überfordern.

Wann und durch was hat dich das letzte Mal ein Medium deiner Wahl (oder medienrelevante Person) richtig in Rage gebracht?

Zu guter letzt, nominiert euch einfach selbst! Das meine ich völlig ehrlich, denn ich habe versäumt mir eine Strichliste anzulegen wenn ich bereits wie oft nominiert habe und wer dabei überhaupt mitmacht… Also falls euch die Fragen zusagen, ich freue mich aufs Stalken!