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Die gesammelten Schätze des Monats des elektronischen Wahnsinns

Nach ganzen drei Wochen Universität kann ich jetzt schon sagen, dass ich eine ambivalente Beziehung zu diesem Konstrukt haben werde. Übersetzt heißt es so viel wie, so lange ich mich nicht auf andere Menschen verlassen muss läuft alles topp. Dumm nur, dass es so etwas wie Termine, Absprachen und Gruppenarbeit gibt. Ich sehe „The lone Wolf“ wird hier zwar leichter als auf der Schule, aber immer noch schwerer als in der isländischen Einöde. Wir werden sehen…

Wenn ich jedenfalls weiterhin Babys um mich herumsitzen habe, die noch nicht einmal wissen wie man sich seine Fachliteratur zusammensucht oder korrekt seine Quellen angibt, dann werde ich schlicht weg durchdrehen. Oder diese neunzig Minuten einfach verschlafen. Alles ist sinnvoller sich dieses Gebrabbel anzuhören. Die Folien werden eh Internet hochgeladen. Was nicht heißen soll, dass wir ein Hightech Studiengang sind. Oh nein, eine Professorin musste erst kürzlich den Technischen Support kommen lassen, weil sie nicht wusste welcher Lichtschalter für welches Licht verantwortlich war.

Ein wirkliches Klientel haben wir tatsächlich nicht in unserem Studienfach. Wir haben diverse Rentner, die ihre Rente ein wenig spannender Gestalten wollen, Menschen die bereits eine Berufsausbildung hinter sich haben oder parallel noch arbeiten, Menschen, die bereits Kinder haben und meine Altersgruppe die sich dem spießigen Partyfolk zugehörig fühlt. Party machen wollen, aber konservativ oder noch schlimmer neoliberal sein. Bin gespannt wie lange es dauern wird bis die ersten Merken, dass mein Wille zu lernen nicht nur übermotivierte Erstsemestereuphorie ist. Selbst die Identitätskrise wird mich nicht umhauen können, dafür bin ich ein zu chronisch kriselndes Krisengebiet. 

Meine Tutorinnen für die Einführungswoche waren da übrigens nicht ganz unschuldig bei. Bekomme ich am Sonntagabend um 18 Uhr eine Mail mit der Nachricht, dass sich die Begrüßungsveranstaltung mal eben um vier Stunden nach vorne verschoben hat. Wie soll man Sonntagabends den eigenen Chef noch erreichen?! Richtig man setzt sich hin und betreibt Telefonterror und hängt gleich Messenger und Mail hinten dran. Doppelt hält bekanntlich besser und ich war bereits am Ende mit den Nerven. Bevor das Studium überhaupt angefangen hat lag mein Counter der Mails bereits bei 10 Stück und es sollten noch viele folgen. Sehr, sehr viele… Dass ich mit den Nerven bereits am Ende war, stimmt deshalb so nämlich auch nicht. Es geht immer schlimmer…

Die Kursvergabe läuft mittlerweile über digitalem Wege. Nur hat das System ein paar Defizite. Mit anderen Worten: Es ist unbrauchbar. Vorlesungen die im Verzeichnis angegeben werden, sind im System nicht an wählbar und anders herum. Es gibt Vorlesungen/ Seminare, die erfordern spezielle Qualifikationen was nicht kenntlich gemacht wurde und was ganz besonders genial gelöst ist die einmal fest gesetzte Teilnehmerzahl. Die sitzt dann bombenfest und selbst wenn sich der Professor dazu entschließt, sie hoch zu setzen wird es nicht funktionieren. Weil das System es so will! Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe ich mich gefragt wann wohl diese Sätze vom System ausgesprochen wird: I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that und dann Dave, this conversation can serve no purpose anymore. Goodbye.

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Die gesammelten Schätze des Monats der Musik

Ich dachte gerade ernsthaft, der Oktober sei bereits vorbei und war dezent irritiert. Nun gut, dem ist nicht so. Wobei mir jetzt einfällt, dass ich dringend unseren Tofuvorrat im Kühlschrank verspeisen sollte. Soja hält sich zwar, aber überstrapazieren will man die Pflanze ja auch nicht.

Das erste Wochenende des Septembers war ganz dem MPS gewidmet. Die ganze Aktion fing jedoch relativ hollprig an aufgrund von Verspätungen, Feierabendverkehr und einem Zeltaufbau, der eher einem Wir-halten-alles-fest-damit-nichts-zusamen-kracht erinnerte. Es blieb leider bei einem Zelt, denn das zweite war so Wacken geschädigt, dass wir es gleich entsorgten. Unsere Platznachbarn, waren auch ganz froh darüber hatten sie uns helfen müssen. Was lernen wir darauf, die Jungs sind absolut fit darin Soft sowie Hardware zu erneuern, aber ein Zelt aufstellen?

Schwierig…

Der Grill wurde dann gegen 22 Uhr angeschmissen, wir hatten also eine Verspätung von nur zwei Stunden. Ich memte mal wieder die Grillmeisterin (irgendwie ironisch so als Vegetarierin), aber das Fleisch wurde wohl erstaunlich gut. Es waren wohl alle überrascht, am meisten ich selbst. Anschließend unterhielten wir uns über Gott und die Welt, sangen Disneylieder und sämtliche Balladen aus naja Game of Thrones… Kommt schon, was habt ihr erwartet?!

Die Nacht war dementsprechend kurz und wir waren alle sehr erfreut über den morgendlichen Weckruf. Nicht. Neben unserem Zelt hauste der Timelord des Mittelalters. Sein Highlight zu jeder Stunde war es, sein Horn zu blasen und die Uhrzeit zu schreien. Wären die Bewohner des Campingplatzes nicht völlig im Eimer gewesen, wir hätten ihm die Gurgel umgedreht. Es war nämlich sieben Uhr morgens als er anfing. Es folgt die acht und um neun erbarmten wir uns schließlich aufzustehen, es nütze ja doch nichts. Wir wollten schließlich frühstücken, uns umziehen, mit den anderen noch shoppen gehen und das erste Konzert sollte bereits um 13 Uhr starten. Um neun Uhr, hat der Herr mit dem Horn dann übrigens ausgesetzt… Eine Welle aus unflätigen Wörtern folgte. Um zehn ertönte erneut sein Horn. Ich sehe, hier war man sich schnell einig.

Bin ich eigentlich die einzige Person, die das Wort „Gewandungen“ zwar episch findet, aber auch gleichzeitig sehr merkwürdig? Gegen dass sich nun vor uns erstreckende Meer aus Pfauenfedern, Rüstungen, Holzplatten, Stoffbergen, Flechtfrisuren und Make-Up konnten wir unmöglich ankommen. Zu uns gesellten sich Paladine, Samurais, Faune, Drachenblüter, Saurons, Gandalfs, Zwerge, Orks, Piraten und natürlich ein paar wunderbaren Elfen und wir alle pilgerten zur großen Wiese… So fing der Reigen an und die Eröffner waren Ye Banished Privateers. Eine Piraten(rock?)band, deren Musik uns ordentlich in Schwitzen gebracht hat. Piraten sind schon ein hartes Volk. Auf dieselbe Partyweise bestritten wir dann den Tag mit Waldkauz, Versengold, Saltatio Mortis, Knasterbard, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Fiddlers Green, und Faun.

Waldkauz wäre an dieser Stelle mein Geheimtipp. Eine Mischung aus Faun und Omnia, wobei sie musikalisch eher an Faun andocken und im Gegensatz zu Omnia, die englischen Texte singen können ohne dass es lächerlich wirkt.

Die große Aftershowparty gipfelte dann in einem Fiddlers Green Konzert und Holy Hell, die Jungs sind echte Rampensäue. Wurde vorher schon ordentlich getanzt wurde es hier auf die Spitze getrieben. Brüllen, Johlen, Grölen, Tanzen, Springen, Moshpid, Wall of Folk, alles inklusive und am Ende des Konzerts hatten 80% des Publikums keine Oberteile mehr an. Geschlechts und Gender unabhängig… Ein riesen Spaß! Ich merke an dieser Stelle an, die Band war keine Metalband sondern spielte irish Speedfolk.

Der Weg zum Zeltplatz war dagegen weniger amüsant. Zu wenig Licht und nun ja Winter is comming war plötzlich Gegenwart geworden. In dem Moment hätte ich gerne den schwarzen Ikeaflokati aka Mantel des Kommandanten der Nachtwache gehabt. Ein grobgewebtes Leinencape musste herhalten und unter jeder Menge Gegröle und Gehopse (Das Grölen war eher einem Röcheln und das Springen eher ein Humpeln) kamen wir zumindest beim Zelt an, ohne vorher zu Eis erstarrt zu sein.

Dumm nur, dass diese Nacht das Lagerfeuer nicht ganz so brennen wollte wie letzte Nacht. Plötzlich erschien uns die Nacht durchzumachen irgendwie doch nicht mehr so verführerisch wie am Tagesanfang und so wurde um kurz vor vier Uhr das letzte Handylicht ausgeknipst. Am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass es zwei von uns sogar nicht mehr in ihre Zelte geschafft hatten, sondern einfach draußen geblieben waren. Die beiden, wurden dann jeweils auch wirklich fies krank. Aber auch wir bekamen am nächsten Morgen die Quittung. Unser Hornbläser verschlief übrigens sowohl sechs, als auch sieben und acht Uhr. Kurz vor neun ertönten die ersten hämischen Rufe à la Na wie spät ist es denn jetzt?, Hat da jemand zu viel gesoffen? und natürlich kam auch der Wackeninsider wieder hoch, der ewige Ruf nach: HELGA!

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Die Namenlosen, Teil III

Endgültig fassungslos und nichts Gutes ahnend stürzte ich aus der Höhle und rannte den steinernen Pfad entlang. Eine dumpfe Vorahnung machte sich in meiner Magengegend breit und sie verhieß absolut nichts Gutes.

Je länger ich rannte, desto mehr wuchs meine Sorge, irgendwann begann sie mein innerstes so stark zusammenzupressen, dass mir ganz flau wurde. In der Ferne glaubte ich Amons Rufe zu hören, aber ich wurde nicht langsamer. Es war mir egal, das einzige was zählte war so schnell wie möglich zum Plateau zu gelangen. Wenn der Weg leicht anstieg und ich meine Beine einen Teil in die Knie gezwungen wurden hörte ich Schritte. Schritte die nicht meine waren, gefolgt von schwerem Atem. Aber sie gingen in dem Geräusch von umherspritzendem Geröll und meinen Keuchen unter, als dass ich hätte feststellen können wessen Atmen es wirklich war. Amons oder der Atem einer Stadtwachen, die durch meine Unvorsicht mich schon längst entdeckt hatte. Falls es so wahr wäre ich fast froh gewesen. Auf der anderen Seite spürte ich, dass mein Körper dieses Tempo nicht mehr lange würde halten können. Meine Lungen brannten, meine Füße schmerzen und ich war immer noch geschwächt. Kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch sah ich den letzten Anstieg bevor sich vor mir das Tal auftuen würde. Das Tal in dem das Dorf lag. Wie auf Kommando rissen sich meine Beine noch einmal zusammen, trugen mich über die Schwelle hinweg nur um mich dann straucheln zu lassen. Gerade konnte ich mich noch fangen, bevor ich mich Hals über Kopf überschlagen hätte. Ich humpelte gen Kante und was ich sah verschlug mir die Sprache.

Das Tal, was einst die Stadt beherbergt hatte exestierte nicht mehr. Zumindest nicht mehr wie ich es in Erinnerung hatte. Vor mir lagen Ruinen: in Trümmern teils brennen teils bereits gelöscht und immer noch rauchend. So weit das Auge reichte erblickte ich nichts weiter als Trümmer und mir wurde schlecht… Menschen. In Mitten all dem Chaos lagen Teile von Menschen.

Ich wusste eigentlich sollte ich mich freuen, wir hatten unsere Rache schließlich bekommen. Oder sollte ich eher sagen Amon und was war mit den angrenzenden Landen? Eine fehlende Stadt würde doch bemerkt werden… Jeder würde wissen, wer es gewesen war und sie bräuchten nicht lange um uns zu finden, wenn sie sämtliche Truppen des Reiches nach uns schickten. Oder vielleicht doch? Mir wurde plötzlich eiskalt, immer noch keuchend, schwitzend und völlig fassungslos stand ich am Abgrund und starrte ins Leere. Hinter mir wurden die Schritte wieder lauter, das Keuchen blieb allerdings aus.

„Was- Was hast du getan?!“, flüsterte ich die Antwort bereits wissend trotzdem drehte ich mich nach ihm um. Mittlerweile kam es mir lächerlich vor, dass ich tatsächlich geglaubt haben könnte eine Stadtwache sei hinter mir her nicht nach Amon. Ich war froh, wenn es schnell gegangen war. „Ich sagte doch, wir hatten viel Spaß“, seine Stimme klang heiser. „Spaß?! Was, du meinst du hast…“ Meine Stimme überschlug sich, „Du kannst doch nicht eine ganze Stadt zerstö…“, abermals brach ich den Satz ab und setzte wieder neu an „Du glaubst, dass merkt keiner?“ Meine mittlerweile schrille Stimme verhallte über dem Tal. Man würde sieKilometer weit hören, aber das war mir ebenso gleich wie die fehlende Deckung. Mein Denken versagte und ich endete meine halbherzige Tirade nur noch mit „aber sie waren doch unschuldig…“

Ich zuckte bei meinen eigenen Worten zusammen. Hatte ich das wirklich gerade gesagt? Nein, dass durfte nicht wahr sein. Aber ich wusste, dass es wahr war und ich wusste ebenso, dass er es wusste. Nur würde er es niemals wahrhaben wollen. Ich stand im Schweiß, wusste ich doch dass es die falschen Worte zur falschen Zeit gewesen waren. Ehe ich mich verteidigen konnte kreuzte sich mein Blick mit Amons. Es würde kein Zurück geben, nicht für mich. War Amons Miene schon vorher grotesk gewesen blickte ich in das Gesicht eines nicht mehr menschlichen. Wobei wir noch nie menschlich gewesen waren, wir hatten es nur versucht und er war daran wohl zerbrochen.

„Unschuldig?“ zischte er ganz leise und fixierte mich dabei wie ein Raubtier. Dann hob sich ein Mundwinkel, sein grausamstes Lächeln kam zum Vorschein. „Wann hast du das erste Mal den Tod zu Gesicht bekommen?“ Ich öffnete den Mund, da sprach der einfach weiter. „Ich meine damit nicht nur einen toten Körper, sondern einen töten Körper von jemanden den du geliebt hast. Ich meine den Hunger in den Augen von deiner Familie, deinen Freunden, deinen Verwandten. Die ausgemergelten Körper, die aufgeblähten Bäuche. Offenen Wunden, die nicht versorgt werden können, die Maden die sich dort drin eingenistet haben, der Geruch von verwesendem Fleisch. Die Toten, die schon lange nicht mehr leben aber auch nicht bereits zum sterben sind, Mütter die ihr Frischgeborenes im Arm halten und im besten Falle gleich mit ihm zusammen sterben damit sie das Leben nicht ertragen müssen?“ Die letzten Worte spuckte er mir mit purer Verachtung in Gesicht. „Wann hast du dies jemals gesehen?!“, schrie er mir nun endgültig entgegen. Dann rissen seine Wunden wieder auf und er verstummte, sein Gesicht voller Schmerz.

Ich wollte den Mund au machen. Ihm antworten ihn abermals beruhigen und zur Vernunft bringen. Doch mir fehlten erneut die Worte das Geschick jemandem wieder Hoffnung zu schenken. Stattdessen schaute ich ihn einfach nur an und begann mich zu fragen, ob Amon jemals wieder zur Vernunft kam vielmehr kommen wollte.

„Wusste ich es doch… Falls du es nicht weißt oder vergessen hast ich konnte meine Eltern nicht mehr vergraben, weil ich keine Kraft mehr dazu hatte. Ich hatte die Wahl zwischen Chumur in Sicherheit bringen oder den Rest des Stammes in Stich lassen. Seitdem sehe ich sie jede Nacht, schreiend, wimmernd, langsam verwesend. Leben, was nie bereits war zu leben außer Chumur. Chumur, mein kleiner Bruder und Engel, ein Wunder. All die Jahre hat er es geschafft zu überleben. Ich weiß nicht wie und es ist mir bis heute egal. Wenn ich ihn sah, bekam ich erneut die Hoffnung auf ein neues, besseres Leben. Trotz Hunger, Tod und Schmerz war er nicht zu bändigen. Sein Blick strotze vor Trotz und Neugier und jedes Mal wenn ich aufgeben wollte half er mir wieder auf die Beine und brachte mich dazu weiter zu machen. Weiter zu jagen, weiter zu bauen, weiter uns davor zu bewahren entdeckt zu werden. Nur uns zwei, die anderen konnte ich schon nicht mehr retten. Weshalb also musste er sterben und ich nicht?!“

In dem Moment setzte sein Husten wieder ein. Er begann sich wieder vor Schmerzen zu krümmen und drohte erneut zusammen zu sacken. Ich war hin und her gerissen, hatte ich zwei Möglichkeiten Fliehen oder Kämpfen. Mir war klar ich müsste früher oder später sowieso gegen ihn antreten. Aber jetzt und hier? Er war so etwas wie mein Bruder, er hatte mir das Leben gerettet und wer wusste schon ob er sich nicht wieder beruhigte. Die Wahrscheinlichkeit, dass er von irgendeinem Menschen hier gefunden würde lag nicht einmal so niedrig, wenn ich Glück hatte würde sich das Problem von selbst erledigen. Langsam bewegte ich mich immer weiter vom Abgrund hinfort und dann fing ich wieder an zu rennen. Amon hatte wieder angefangen Blut zu spucken und lag auf allen vieren. Kurz bevor ich in ihn reingelaufen wäre setzte ich zum Sprung an und… Dann ging alles ganz schnell. Ich sah noch aus dem Augenwinkel wie Amons Arm hochschnellte meinen Fuß packte und sich dann in einer blitzschnellen Drehung aufrichtete. Ehe ich ausweichen konnte wurde ich durch die Luft geschleudert. Ich verlor jegliche Kontrolle und überschlug mich in der Luft und sah den großen Felsen zu spät. Brennender Schmerz durchfuhr zuerst meinen Kopf dann meinen Torso und schließlich mein Steißbein. Ich drohte nach vorne zu fallen, versuchte mich abzufangen aber vergeblich. Der Schmerz war zu groß, um meine Arme auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Amon hatte sich inzwischen wieder erholt, wankend kam er auf mich zu gehumpelt. „Dachtest du ernsthaft du könntest fliehen“, sein manischen Grinsen setzte wieder ein und ich Begriff, dass ich verloren hatte. Ich würde hier nicht mehr rauskommen, dass Einzige was ich tun konnte war ihn mit mir zu nehmen.

„Du hattest ernsthaft geglaubt ich hätte vergessen, dass du an dem Tag für die Schutzzauber verantwortlich gewesen bist? Du warst schon immer naiv gewesen aber für so dumm hätte ich dich wirklich nicht gehalten. Schade, ich hatte wirklich geglaubt, dass es sich lohnen könnte jemand anderem außer mir selbst zu vertrauen.“ Mich auf ihn konzentrierend

beobachtete ich ihn wie er näher kam. Ich musste bei Bewusstsein bleiben, andernfalls war meine Chance vertan. Die weißen Punkte vor meinen Augen wurden immer mehr, sie fingen an zu tanzen, zu kreiseln und schließlich hatte ich das Gefühl zu fallen. Mein Kopf drohte zu explodieren, mein Rücken fühlte sich so an als ob gerade jeder Wirbel einzeln gebrochen würde und meine Rippen lagen überall dort wo sie definitiv nicht hingehörten. Ich biss mir auf die Lippe. Überdecke ferneren Schmerz mit näherem, es war mein letzter Versuch bei Bewusstsein zu bleiben um Amon auch nur irgendwie zu stoppen. Die Menschen hatten bereits genug bezahlt… Ich musste nur den richtigen Moment abpassen dann könnte ich ihn packen und mit mir ziehen. Aus den Augenwinkeln nah ich gerade so den Klippenrand wahr.

Nur noch Umrisse erkennend bemerkte ich Amon wie er immer noch schwer atmend vor meinen Beinen Halt machte. Weshalb kam er nicht näher? Würde er mich hier liegen lassen? Über die Klippe ziehen würde er mich nicht, dafür war er zu schwach. Aber da stand er, Minute für Minute. Ich spürte wie er kämpfte nicht gegen sich, sondern gegen seinen Körper. Er war am Limit, soviel stand fest. Ich wollte etwas sagen, brachte aber gerade so ein Grunzen heraus.

Ich bemerkte wie nun nicht mehr nur aus meiner Lippe Blut lief, sondern sich ein kleines Rinnsal an meiner Schläfe gebildet hatte. Der Schmerz nah abermals zu und schlug in Wellen durch meinen gesamten Körper. Mein Geist wehrte sich, durfte ich noch nicht nachgeben aber mein Widerstand sank zusehends. So lange Amon außerhalb meiner Reichweite stand hätte ich keine Chance. Verzweifelt versuchte ich meine letzten Energiereserven zu mobiliseren, aber vergebens. Ich konnte weder nach rechts noch nach links geschweige den aufstehend.

Die Schwärze um mich herum wurde größer, Amons Keuchen dumpfer, meine Schmerzen schwächer, mein Blickfeld kleiner und mein Atmen schwächer.

Zuletzt setzte ihre Atmung aus. Eins musste man ihr lassen, sie war verdammt zäh gewesen. Zäh aber so unfassbar naiv. Ich machte einen Schritt nach vorne bis ich neben ihr stand und schaute auf sie herab. Wenn nicht die Knochenbrüche gewesen wären, hätte sie fast so ausgesehen als ob sie schlafen würde. So friedlich, so unschuldig wie mein kleiner Bruder. Beide hatten für ihre Fehler zahlen müssen, auf dass sie nun auf ewig i frieden Ruhen würden. Damit trat ich einmal fest gegen sie und sie rollt über die Kante. 

Die Namenlosen, Teil II

Nicht einmal geschrien hatte ich, dafür war in den Augen meiner Mutter zu viel Angst gewesen. Instinktiv war mir bewusst gewesen, dass es nicht nur um mein Leben ging. Sobald ich den Sack wieder geöffnet hatte sprang ich vom Wagen und rannte so schnell es ging davon. Vor der nächstbesten Taverne erfuhr ich aus einem Gespräch, dass meine Heimat bis auf die Erde abgebrannt worden war. Überlebende hatte es offenbar keine gegeben. Wer an dem Brand Schuld war wusste man noch nicht. Je länger ich dem Gespräch gelauscht hatte desto seltsamer war es mir vorgekommen. Meine Nackenhaare stellten sich auf, mein ganzer Körper weigerte sich diese Geschichte zu glauben. Geschweige denn mein Bewusstsein, da ich endlich erkannte was das für mich bedeutete. Nur hatte ich keine Zeit weinend zusammen zu brechen. Erstens würde ein weinendes Kind in dieser Gegend auffallen wie ein grünes Schwein und zweitens merkte ich wie meine Fingerspitzen wieder  zu kribbeln anfingen. Das bedeutete nie Gutes und ich suchte abermals das Weite. Wie durch ein Wunder traf ich auf Amon und seinen kleinen Bruder. Eigentlich trafen sie auf mich, weil ich in eine ihrer Hasenfallen getreten war. Amon war kurz davor mich zu verprügeln, aber Chumur beruhigte ihn wieder und nach längerem zögen und misstrauischen beäugen nahmen sie mich schließlich mit. Weshalb, sollte ich erst sehr viel später erfahren.

„Wo sollen wir denn noch hin?“, zerriss eine Stimme die Stille und mich somit aus meinen Gedanken. „Wohin verdammt?! Sie sind überall…“ Amon musste sich beruhigt haben, zumindest hatte er das Schluchzen gestoppt. Nur noch ein leichtes Zittern verriet wie ausgelaugt er war. Ich schwieg – wusste ich doch auch keine Antwort. Dann ein schlurfendes Geräusch. Ohne den Kopf zu drehen sprach ich in die mittlerweile aufgekommene Dunkelheit „Leg dich wieder hin. Nocheinmal verarzte ich dein Bein nicht.“ Als Antwort hörte ich lediglich etwas durch die Luft sirren, reflexartig rollte ich zur Seite ehe hinter mir die Steinwand splitterte.

Ich schluckte, hatte er gerade begriffen wessen Schuld Chumurs Tod gewesen war? Würde er mich töten? Nein, so dumm würde er nicht sein. Momentan konnte er nicht alleine überleben, mich umzubringen wäre sein Todesurteil. Ich war die Einzige, der er vertrauen konnte. Wobei vertrauen? Vielleicht kannte er so etwas nicht mehr. Vielleicht war in den letzten Nächten etwas in ihm zerbrochen, was nie wieder zusammengesetzt werden könnte.

„Du fragst mich, ob ich verrückt bin? Mein Bruder stirbt gerade und dass einzige an was du denken kannst ist mein verdammtes Bein?! Wenn ich dafür meinen Bruder wieder zurückbekommen würde, würde ich es mir bei vollem Bewusstsein abhaken.“, den letzten Satz knurrte er förmlich wie ein wildes Tier. Gern hätte ich ihm geholfen. Ihn aufgemuntert, dass alles gut werden würde. Aber ich wusste genauso gut wie er, dass dies eben nicht eintreten würde. Das was ich für ihn tun konnte war ihn in Ruhe zu lassen und zusehen, dass ich uns zwei irgendwie durchbrachte. „Tut mir Leid“, flüsterte ich statt dessen und verstummte dann wieder. Keine Reaktion. „Tut mir Leid“, wiederholte ich ein bisschen lauter. Wieder nichts, dann drehte ich ganz langsam meinen Kopf zur Seite. Was ich dort sah, erschreckte mich.

Der Amon den ich vor mir sah, war nicht mehr der Amon den ich vor wenigen Tagen zuvor gekannt hatte. Sein Haar hing strähnig herunter, sein Gesicht eingefallen und seine Augen immer noch genauso tot und leer wie vor ein paar Stunden. Ein Teil der fast verheilten Wunden waren wieder aufgerissen und bildeten blutige Rinnsale die sich nun langsam durch sein zerfurchtes Gesicht bahnten.

„Weißt du, wir müssen ihn auch gar nicht lebend retten.“, er legte den Kopf zur Seite und strich sich versonnen über die Stirn und dann durchs Haar. Dabei verschmierten seine Hände einige der noch frischen Blutspuren. Spätestens jetzt glich er einem Monster, einem kalten, grausamen Monster. Ob in diesem oder ob schon Jahre davor der Wahnsinn sein Gehirn zerfressen hatte –  eines konnte ich mit Sicherheit sagen. Amons Augen waren nun alles andere als leer. Sie waren erfüllt von blankem Hass, auf mich, auf Chumur, auf die Menschheit und die ganze Welt. Dieser Hass würde nicht eher ruhen bis er Genugtuung dafür bekommen hatte was ihn so hatte wachsen lassen. Dieser Hass war nichts anderes als die Gier nach vollkommener Rache, egal was kommen mochte. „Fangen wir mit dem Mädchen vom Fluss an…“, setzt er nach.

Ich stutzte, richtig das Mädchen vom Fluss. Das hatte ich schon ganz vergessen. Wir waren damals noch nicht lange in der Gegend gewesen und starben des Hungers. Seit Tagen war nichts mehr in unsere Fallen gegangen und wirklich Zeit die Gegend zu erkunden hatten wir ebenso wenig gehabt. Amon hatte damals den Vorschlag gemacht sie auszurauben und als Geisel mitzunehmen, für was auch immer. Doch Chumur hatte dagegen gestimmt, stattdessen hatte er den Vorschlag gemacht sie zu beobachten. Die Vorräte einer Familie oder vielleicht sogar eines ganzen Dorfes waren besser, als der läppische Haufen Algen, den sie gerade geerntet hatten.

Unsere Hoffnung wuchs je länger wir das Mädchen beim ernten beobachteten und sie wuchs weiter, als wir ihr folgten. Sie war so etwas wie ein Hoffnungsträger, mit ihrer Hilfe würden wir vielleicht einen Weg ins nächste Dorf finden. Es kam noch besser, sie führte uns nicht nur zu einem Dorf sondern sogar zu einer kleinen Stadt. Gerade groß genug um nicht aufzufallen, gerade klein genug damit nicht übermäßig viele Stadtwachen beschäftigt werden konnten.

Damals hatten wir Glück gehabt, dass der Händlerstrom so groß gewesen war und die Wachen offensichtlich betrunken. Ansonsten wären wir vermutlich sofort gejagt worden. Verdreckte, ausgezehrte Menschen wollte keiner in seiner Stadt haben, egal wie groß oder klein. Der einzige Ort wo wir nicht aufgefallen wären, wäre die nächtliche Parallelwelt unter den Brücken und Hafenvierteln gewesen. Der Wald blieb reizvoller, nur nicht unbedingt nahrhafter weshalb wir uns entgegen Chumurs Meinung griffen was wir tragen konnten und so schnell wieder verschwanden wie wir gekommen waren. Es war auch der erste Streit zwischen Amon und seinem kleinen Bruder gewesen, wir hatten nicht gewusst wie viele noch folgen würden.

Vorsichtig schielten meine Augen nach links. Er schien sich beruhigt zu haben, zumindest hatte er bisher keinen weiteren Ton von sich gegeben und so wie es aussah war er wohl vor Erschöpfung eingeschlafen. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen – erst jetzt bemerkte ich wie angespannt ich gewesen war. Meine Arme und Beine schmerzten und mein Nacken brannte. Mit der Entspannung kamen allerdings auch wieder die Gedanken, die Vorwürfe, die Ängste.

Hätte ich etwas ändern können? Hätte ich Amon von dem Mädchen erzählen sollen? Hätte er mir überhaupt zugehört? Wohl kaum, vor allem was hätte er mit Chumur getan? Im besten Falle wohl eingesperrt… Und mit dem Mädchen…? Obwohl ich mich versuchte so gut es ging abzulenken, blieb ich in meinen Gedanken und den ewigen Fragen gefangen…

Ein Scharren holte ich mich in die Realität zurück. Was war das gewesen? Schlagartig schlug ich meine Augen auf und verharrte in einer Art Schreckensstarre. »Versteck dich« zischte es durch meinen Kopf, doch bevor ich aufspringen wollte lauschte ich noch einmal genauer.

Das Scharren hatte aufgehört, stattdessen keuchte jemand so als ob derjenige entweder gejagt worden wäre oder sehr lang gerannt war. Vorsichtig hob ich den Kopf, wenn ich mich nicht allzu dumm anstellte konnte ich den Überraschungsmoment nutzen, aber dazu musste ich erst einmal feststellen wie viele es waren. Draußen dämmerte es bereits, demnach war ich eingeschlafen, meine Aufgabe war die Wache gewesen. Ich hatte ein weiteres Mal versagt, wenn uns was passierte war ich Schuld. Wobei ich das so oder so war, viel zu verlieren hatte ich nicht. Wie waren die hier hineingekommen?! Egal, ich rechnete mindestens mit zwei Wachen, Männern, Plünderen wer auch immer sie waren… sie mussten sterben. Ich rollte mich zur Seite und sprang mit einem Satz auf die Beine, noch im Sprung drehte ich mich in die vermeintliche Richtung und setzte zum Angriff an.

Nur waren dort keine Männer, zumindest nicht dort wo ich hinzielen wollte. Der Einzige, der dort stand war Amon. Stehen war jedoch arg übertrieben, er konnte sich kaum auf den Beinen halten. Das Keuchen stammte offensichtlich von ihm. Inzwischen war es mehr ein Röcheln geworden, dann plötzlich sackten ihm die Beine weg und er fiel auf die Knie. Immer noch röchelnd, sich an die Kehle fassend und immer noch nach Luft schnappend.

Mein Adrenalin nahm überhand und eilte zu ihm, wollte ihm helfen und wusste abermals nicht wie. Ich fluchte, ich konnte zwar heilen nur beschränkte sich das auf Schnittwunden und einfache Knochenbrüche. Die Rede war nie von halbtot gewesen… Wenn ich ihm nicht half würde er so oder so ersticken, ich ging das Risiko ein ihm das Brustbein zu brechen und trat dagegen, gleichzeitig packte ich ihn an den Schultern, sodass er nicht nach hinten fiel. Ich hatte den Fuß noch nicht zurück gezogen da übergab er sich. Schlagartig färbte sich alles rot, mein Fuß, mein Schienbein, seine Knie und der Boden um uns herum.

Als ich begriff was es war wurde mir schwindelig, dann schlecht und zuletzt schwindelig. Trotzdem hielt ich Amon irgendwie immer noch in meinen Armen. Sein Röcheln war mittlerweile in Husten übergegangen. Nein warte, das war kein Husten Amon lachte. Was zur Hölle… „Was hast du getan“, flüsterte ich… Sich immer noch auf mich stützend richtete er sich nun auf. Ich wusste nicht was schlimmer war, sein Gesichtsausdruck oder der Umstand, dass er immer noch stehen konnte.

„Sagen wir… Ich habe ein kleines Fest veranstaltet, zu Ehren vo….“ Er stockte als suche er nach den passenden Worten… „Zu ehren meines kleinen Bruders.“, beendete er den Satz.  „Wir hatten viel Spaß“, ergänzte er schnell. War mir vorher schon flau im Magen gewesen, war mir jetzt endgütig schlecht. „Was meinst du damit?“ Er legte den Kopf schief und sah mich durchdrungen an, dann bewegte er den Kopf zur anderen Seite der Schulter. Es knackte. „Weiß du nicht was Spaß haben bedeutet?“, sein grinsen wurde breiter. „Siehst du, deshalb habe ich dich nicht geweckt. Ich wusste du würdest etwas dagegen haben“ Er stoß sich von der Wand und ging leicht schwankend in Richtung Schlafplatz. Erst jetzt schaute ich an ihm runter. Seine Kleidung sah nicht besser aus als der Rest. Dann bemerkte ich den Sack, der am Höhleneingang stand. Meine Augen weiteten sich langsam vor Schreck als ich zu ahnen begann, was er getan hatte. Langsam drehte ich mich zu ihm um „Woher hast du das“ und deutete mit dem Kopf gen Leinenhaufen. Amon schaute zu mir auf und zog abermals die Schultern hoch und bedeutete mir, dass er keine Ahnung hätte. „Gewonnen schätze ich? Schau nicht so“. er grinste wieder und begann fröhlich zu pfeifen.

Was ich so höre #2

Teil zwei, der Reihe die wohl noch ein ganzes Weilchen länger gehen wird als gedacht. Gut für mich, gut für euch und deshalb legen wir auch gleich los. Als erstes kommen natürlich wieder die englischsprachigen Runden, denn irgendwie will ich mein gutes Hörverstehen ja beibehalten. Lesen will ich es nämlich nicht, denn da harpert es dann doch noch manchmal bei mir.

Englischsprachig:

 

Crazy; in Bed:

Dieser Podcast ist eine einzige Selbsthilfegruppe für mich und vermutlich auch für andere. Bestehend aus zwei jungen Frauen, manchmal auch mit Gast und auf der anderen Seite der Erde. Rückblickend war es eine wundervolle Entdeckung, denn endlich versteht jemand mal wie es einem geht/ ging und vor allem bekommt jeder hier seine Tagespackung an schwarzen Humor ab.

Nein es geht nicht um Sex oder Geschlechtsverkehr, sondern viel mehr um die eigene Mentale Gesundheit, die bei den beiden eher in der Größe eines Tennisballs vorhanden ist. Das Beste irgendwie daran ist, dass Alyssa und Mai sind keine ausgebildeten Psychologinnen sind die eben versuchen aufzuklären sondern eben ihr Leid mit eine Teilen und man gemeinsam mit ihnen sich die Wunden lecken kann, eben weil man keiner Lust mehr hat auf den hunderttausendsten Selbsthilfepodcast. Die zwar alle ihre Berechtigung haben, aber irgendwann will man dann mal frei haben vom jeweils eigenen Laser, egal ob: PTBS, Suchterkrankungen, Ess-, Zwangs-, Angststörungen oder schlichtweg Depressionen.

 

Stuff Mom never told you:

Der Name ist Programm, hier wird alles Thematisiert was man zumindest nicht in der Schule lernt und vermutlich auch eher weniger von seinen Eltern. Zumindest wenn wir jetzt als Beispiel, die durchschnittliche gut situierte, weiße Mittelstandsfamilie aus einem US-amerikanischen Vorort nehmen. Alle Themen sind auf eine Art und Weise feministische angehaucht, aber nichtdestotrotz für jeden hörenswert. Dank ihnen kenne ich jetzt die berühmt und berüchtigten (im guten Sinne) schwarzen Frauen im Punk-Rock. Vorher kannte ich noch nicht einmal weiße Frauen im Punk-Rock. Ebenso sehr empfehlenswert wäre die Dilogie über das Thema Fan Fiktion. Ihr seht jedes Thema von B-W ist vertreten.

 

History of Westeros:

Fansein ist tatsächlich aufwendiger als man denkt. Schließlich will man ja über alles und jeden Bescheid wissen und da mich das Privatleben von anderen Leuten eher selten juckt, müssen eben fiktive Charaktere her. Dumm nur, dass die Hörbücher (insbesondere die deutschen) eher weniger gut sein sollen und mir die sechs Originalausgaben zu holen ist zeitlich gerade nicht drin. Dieser Podcast bietet sofortige Abhilfe. Alleine zur Blackfire Rebellion existieren acht- Podcastepisoden, die länger sind als zwei Stunden. Ihr wird eben alles diskutiert, was es zu diskutieren gibt und alles erzählt, was Mr. Martin eben so her gibt. Neben den Hintergrundinfos, zu Westeros besprechen die zwei Herren auch noch die jeweiligen neuen Game of Thrones Episoden, wobei es dort erst 2019 wohl oder übel weitergeht.

Die Tonqualität macht mir manchmal zu schaffen oder das Englisch, denn ich muss mich teilweise schon ziemlich konzentrieren um bei all den Informationen und Zusammenhängen mit zu kommen. Vor allem bei der Thronfolge der Targaryens, weshalb müssen die quasi ständig dieselben Namen geben.

Deutschsprachig:

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Die gesammelten Schätze des Monats der (Ent-)Spannungen

Es wird wieder Zeit für die Zitatelite oder für meinen viel längeren Monatsrückblick. Der August war zumindest aufgrund von Krankheit anderer und allgemeiner Ferienstimmung wesentlich ruhiger als der Juli. Ich habe es sehr begrüßt auch wenn ich mit der plötzlich vorhandenen Freizeit, schon manchmal ein wenig überfordert war. Das angenehmste sind allerdings die allmählich abkühlenden Temperaturen und die ebenso ausdünnenden Events in der Stadt. Denn jedes Wochenende musste dementsprechend abgesperrt werden. Die Straßen waren dicht, die Metrolinien erst recht und als Cocktailkirsche kamen dann noch die zigtausend Baustellen. Kurz um, man hat in dieser Stadt nur noch eine Chance, wenn man Fahrrad fährst.

Da lobe ich mir doch den norddeutschen Herbst inklusive Hoddiewetter. Perfektes Lesewetter, was ich endlich mal mehr machen müsste. Dafür habe ich endlich alle Game of Thrones Folgen geschaut. Inklusive Nachbereitung via Podcast. Ich bin mir mittlerweile mit recht vielen einig, dass die Serie ab Staffel fünf zu schwächeln anfängt. Teile der Handlungsstränge ergeben keinen Sinn mehr, die Geschwindigkeit der Truppenbewegungen wird immer absurder und es sterben keine Charaktere, wo sie eigentlich wirklich hätten sterben müssen. Ab Staffel sechs steht dann fest, gut HBO kann Game of Thrones nicht wirklich ohne Vorlage adäquat weiterführen. Für mich bleibt jetzt nur noch die gesamte Vorgeschichte durchzuarbeiten und dass müsste ich doch bis April 2019 geschafft haben.

Parallel steht noch eine Lektüre über Anarchie auf dem Plan. Schuld daran ist hauptsächlich ein weiterer Pen and Paper Charakter: das anarchistische-barbarische Eichhörnchen. Wir haben mit unserer Gruppe endlich mal angefangen Konferenz der Tiere zu spielen. Unsere Aufklärungstruppe besteht aus einem uralten kommunistischen Panther, einem existentiellen Papageien, einer faschistischen Krähe, einer feministischen Arbeiterbiene, einem Hamster der als ultimativer Mitläufer geboren wurde, meiner Wenigkeit und einem Goldfisch als General.

Ich muss euch nicht sagen, dass unser Papagei die Hälfte der Zeit unseren General im Schnabel tragen musste, weil wir ansonsten absolut nicht vorangekommen wären? Besonders schön war es, als der Papagei außer Gefecht gesetzt wurde und wir beide reanimieren mussten. Goldfisch und Papagei. Jetzt stellt euch bitte ein wildgewordenes Eichhörnchen vor, was wie geistesgestört auf einem Papageienbauch zu Stayin’ Alive von den Bee Gees herumspringt. Einen besseren Reanimator gibt es auf der gesamten Welt nicht.

Beim Spiel um den eisernen Thron gibt es nicht sonderlich viele Neuigkeiten, da einmal ein Totalausfall stattfand, aber was wir erfahren und vor allem geplant haben hat sich gewaschen. Stichwort: Ankunft in Kingslanding. Wobei ich bereits vor Kingslanding meinen ersten Ehekrach hatte, immerhin wir haben knapp 14 Tage durchgehalten. Ich war nicht ganz unfroh, denn dass hieß für mich ich würde höchstwahrscheinlich Ruhe in der Hauptstadt haben. Es kam dann auch so. Wer dagegen richtig Stress bekam, war mein Adoptivbruder. Ein kleiner Auszug:

Er: Ich leg die Rüstung nicht ab. Nicht im Thronsaal, ich war im Wald. Ich weiß, was passiert ist…

Sie: Du ziehst die Rüstung aus!

Er: Nein!

Sie: Doch, musst du sonst… *böser Blick und drohender Unterton*

Er: Ist mir egal, ich habe keine Lust von hintern erstochen zu werden

Sie: Das ist Kingslanding, hier wirst du nicht erstochen, hier wirst du vergiftet!

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Die gesammelten Schätze des Monats der Feuerwelle

Die erste Amtshandlung des Monats war die Beweihräucherung meinerseits, denn ich hatte Geburtstag. Hipp, Hipp, Hurray! Wieder ein Jahr älter, und wieder ein Jahr voller Erfahrungen etc. etc. Ich kürze den klischeehaften Geburtstagsschmonz einfachhalber ab und umfahre die Dankesrede großzügig. Über welchen Geburtstag ich mich noch viel mehr gefreut habe, war der meines Blogs. Wir haben nämlich immer am selben Tag Geburtstag, was ich ungelogen jedes Jahr wieder aufs Neue vergesse und mich dann am besagten Tag dementsprechend freue. Zahlen waren wirklich noch nie mein Ding… Genauso wie der Geschenkkorb, der mir dann am nächsten Morgen von meinen Kollegen auf der Arbeit überreicht wurde. Auch wenn sie es vermutlich niemals lesen werden, möchte ich, dass nur mal für die Zukunft festhalten: Make-Up ist nicht, gebt mir Essen! Meine Mitbewohnerin hat sich dafür umso mehr gefreut, was mich wiederrum gefreut hat. Eine optimale Win Win Situation sozusagen. Ich sollte einfach das Fach „wichteln“ oder „Beschenken“ studieren, ich wäre bestimmt erste Klasse.

Ich weiß übrigens noch nicht einmal, was dieser Korb beinhaltet hat. Ich konnte zwar diverse Nagellacke identifizieren, aber davon mal abgesehen… Es gab noch eine sehr interessante Sprühdose mit der Aufschrift „Körperschaum, Geruch: Tasty Donut“ und ich sage euch das Zeug stank. Es war eine Mischung aus dem künstlichen Geruch von diesen Harribo Beeries und ner merkwürdigen Eigennote. Es erinnerte vielleicht nach Donut? Ich hatte noch nie einen, deshalb ist die Einordnung vielleicht jetzt nicht wirklich aussagekräftig. Auf jeden Fall bekommt man Wiedererkennungswert bzw. geruchswert.

Nebenjob macht es möglich, weshalb ich mich dann noch einmal selbst beschenkt habe. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt mir ein Paar Zughilfen zu zulegen. Für die Tage, an denen meine Finger mal wieder so gar keine Lust haben auch nur irgendetwas länger als drei Sekunden festzuhalten. Ein zweites Paar bzw. mein erstes richtiges Paar Kniebandagen durfte natürlich auch nicht fehlen. Fazit der Anschaffung: Ich liebe meine neuen Bandagen, dank des Design sehe ich jetzt zwar aus wie ein BVB Fan, aber davon mal gesehen redern die Dinger wundervoll. Sie sind nur nicht für den Alltag geeignet, denn man kann mit den Teilen weder vernünftig knien noch sitzen. Mit den Zughilfen muss ich dagegen noch üben, aber es wird.

Der erste Gau des Monats war übrigens mein neuer Chef. Unser vorheriger ist wohl Rente gegangen und dann kam er. Man könnte ihn perfekt beschreiben mit: „Er ist wieder da“… Jung, vermutlich frisch aus der Ausbildung, lediglich am Profit und an der Effizienz der Mitarbeiter interessiert, inklusive einer Prise allround-Blödmanndasein. Ich durfte ihn übrigens ganz alleine kennen lernen, da der Rest des Teams entweder krank oder im Urlaub war. Endete damit, dass ich fast den gesamten Laden alleine einräumen durfte, Überstunden geschoben habe ohne Ende und dann auch noch mit einem dämlichen Kommentar entlassen wurde. Ich verbeiße mir jetzt auch jeden weiteren Vergleich, da der absolut böse enden könnte.

Zumal ich am Anfang wirklich dachte, es würde an mir liegen. Schließlich reagiere ich gerne mal etwas über. Der nächste Tag schuf allerdings Klarheit und während ich die Seife einräumte belauschte ich im Laufe des Morgens ganze drei Mitarbeitergespräche, die alle nicht glimpflich für unseren neuen Chef ausfielen. Wenige Wochen später, waren wir ganze drei Mitarbeiter weniger. Seitdem bekommen wir regelmäßig gesagt wie langsam wir doch arbeiten würden… (mehr …)