Gesammelte Schätze des Monats der Bedrängnis

Ich gebe es gerne zu: ich bin ein bisschen später dran als sonst. Es lag aber nur indirekt an mir. Zumindest litt ich weder unter einer Schreibblockade noch unter Kreativitätsmangel…. Ich hatte lediglich Zeit sowie Konzentrationsmangel. Die letzten vier Wochen waren recht intensiv möchte ich sagen. Auf Gutdeutsch übersetzt: Die Kacke war nicht mehr am dampfen, sie hatte sich bereits hinfort sublimiert.

Eine Kiwi zwitscherte mir am Studienbeginn vor, dass das Studium ein Marathon sei kein Sprint und ich gar nicht erst auf den Zug aufspringen sollte. Keine knappen Dinger, kein Bulimielernen und sich nicht jedes Semester mit Vorlesungen oder lauter Aufbauseminaren voll packen. Das Ganze funktionierte zumindest die ersten drei Wochen in denen ich eh dreimal meinen gesamten Stundenplan ändern musste. Danach fand die Referatsvergabe statt und der Plan war hinfällig geworden. Ergebnis: Ich hatte zwei Referate, deren Vorbereitung parallel verliefen, an der Hacke. Insgesamt 120 Arbeitsstunden in guten zwei Wochen. On Top natürlich noch das gewöhnliche Unileben, Sport und so etwas wie Schlaf oder eine gewisse Freizeit, die man zumindest Mittwochs für genau vier Stunden beanspruchen möchte. Mein Vorsatz sauste von Och-wir-schauen-mal-und-gehen-das-alles-ganz-entspannt-an zu Wie-lege-ich-mir schnellst-möglichst- einen-Burn-Out-zu und dabei studiere ich Kunstgeschichte und nicht Medizin.

Ich war jedoch guter Hoffnung denn man sagte mir, dass unsere Fachbibliothek genug Literatur für zumindest eines meiner Themen haben würde. Der Satz entsprach sogar der Wahrheit, nur gab es auf meine Fragen immer höchstens eine drei Sätze lange Antwort. Wenn man Bandwurmsätze mal braucht, so sind sie natürlich nicht da. Ein Glück, dass es so viel Fachliteratur zu meinem Thema gab, so kam ich schließlich doch auf 15 Sätze und auf sehr viele Bücher. Glaubt mir manchmal wünschte ich mir Command+ F.

Thema Nummer zwei war jedoch trotzdem mein Highlight des Monats. Nicht, denn:

Wer musste feststellen, dass das gesamte Material für diesen Künstler ausgeliehen worden war? Wer stand lieb bettelnd vor der Professorin um nach Ersatzliteratur zu fragen? Wer musste sich letztendlich selbst bemühen, weil die Dozentin nichts gebacken bekam? Wer stand am Ende vor der Biografie des Künstlers, seinem Originaltraktat und einer Diplomarbeit die sich zwar alle mit dem Thema beschäftigt haben aber auf Englisch bzw. im Englisch des 17. Jahrhunderts geschrieben worden waren? Wer saß dann gut und gerne am Wochenende neun Stunden vor den zu übersetzenden Seiten und fluchte laut? Wer machte sich einen tierischen Stress und hatte mehrere Nervenzusammenbrüche täglich? Wer hatte am Ende drei Lektoren, weil er feststellen musste das auf englisch Lesen und das Gelesene dann akkurat zu übersetzen zwei völlig verschiedene Dinge sind? Wer nahm eine Doktorarbeit mit Hilfe von Photoshop so außeinander, so dass deren Bilder brauchbar waren, weil die übrigens nicht zum Thema passten? Ich stand am Ende vor meiner Hörerschaft und erschlug sie mit einem nahezu perfekten Referat… danach nahm ich mir die Professorin vor. Sie lebt noch und sie hat zumindest nicht in meiner Anwesenheit angefangen zu weinen, aber dass war es auch schon.

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Katastrophenloser zweiter Versuch

Das Ereignis ist jetzt auch schon wieder eine Weile. Weitaus über vier Wochen oder genau vier? Ich weiß ja noch nicht einmal wann der Beitrag hier erscheinen wird, denn zwischen den ersten Zeilen hier und den letzten liegt noch eine lange Zeit voll mit Konzerten und Referaten. All das macht mich übrigens jetzt schon nervös, vor allem die Referate. Deshalb, die Haare sitzen wohl nicht mehr so perfekt wie sie mal waren. Schon gar nicht bei mir, aber was ist schon perfekt.

Wie auch immer, ich war im Oktober das zweite Mal in meinem Leben beim Friseur und zwar ohne vorher eine mittelschwere Katastrophe verursacht zu haben. Kein Nervenzusammenbruch, keine Panikattacke lediglich das Gefühl am völlig falschen Ort zu sein, aber das zieht sich sowieso konsequent durch mein Leben. Weshalb war ich beim Friseur? Es liegt nahe: Sich die Haare selbst zu schneiden ist eine Kunst und die beherrsche ich bekanntermaßen definitiv nicht. Zumal mein Haar auch nicht so dankbar ist wie das Dackelhaar von P!nk. Von meinem Traumiro in weiß musste ich mich deshalb schon viel zu früh verabschieden.

Es sollte trotzdem etwas Neues werden. Es sollte einerseits den Geldbeutel schonen und auf der anderen Seite einigermaßen respektabel aussehen. Der oder diejenige sollte also Ahnung von seinem Handwerk haben und wir wissen alle wie das mit Friseuren ist. Die Definition von gekonntes Handwerk ist weit… Genauso wie die Preisliste, die meistens nicht wirklich das widerspiegelt was man letztendlich geboten bekommt.

Aus dem Grund habe ich Unterfangen Frisur auch immer gerne weit von mir geschoben, bis ich eines Tages am Haken hing. Der Haken hieß: Haarmodell werden. Klingt interessant, war es aber ehrlich gesagt nicht. Frau K. macht uns da allen etwas in ihrem Reality-TV vor. Man wird weder zu etwas gezwungen, noch ist es etwas völlig radikal Neues (was niemand mit einem abgesprochen hat) und man bricht auch nicht in Tränen aus. Zumindest ich bin es nicht, obwohl die Meisterin nachschneiden musste.

Damit das ganze Experiment sich auch wirklich lohnen würde, ging ich zu einem der teuersten Friseure unsere Stadt. Bei dem schlug sich das angebliche Können wirklich in den Preisen wieder, dass aber auch gerechtfertigt war (wenn man sich das Ergebnis dann so angesehen hat). Zumal Haarmodells eben weniger zahlen würden… Ich sah eben jenen Aushang der besagte: Schnittmodell gesucht. So ging ich in den Laden, meldete mich, mir wurde eine ungefähre Idee vorgelegt und bekam schließlich einen Termin. Besagte Idee ist übrigens geringfügig korrigierbar nach oben oder nach unten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit rosa-grün gepunktetem Haar herumspaziert wäre, war in dem Moment und auch später sehr, sehr, sehr gering. Das Einzige was ich nicht eingeplant hatte an Katastrophen war: die Zeit. Was ein Meister kann, kann der Lehrling noch lange nicht. Könnte man fast wortwörtlich nehmen, denn der Termin dauerte gute zweieinhalb Stunden… Gut Ding will eben Weile haben, aber dafür gab es Abhilfe. Ich war damals so verplant gewesen diesen Zeittraum doppelt zu belegen. Zum einem mit dem Friseurtermin zum anderen mit dem Treffen eines Freundes. Weshalb das Ganze also nicht ganz dreist kombinieren? Anscheinend habe ich mich dabei auch nicht ganz so blöd angestellt, denn er sagte zu und ich war erstaunt. Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als bei einem Friseur herum zu sitzen. Schon gar nicht mit jemandem, den ich bis dato fast nicht kannte. Derjenige war nämlich der Herr gewesen mit dem ich auf dem MPS unseren Zeltplatz hüten musste. Alle anderen waren nämlich auf Nahrungsjagd durch die norddeutschen Supermärkte kurzzeitig verschollen gewesen. Ich kann also nicht nur dreist sein, sondern Menschen auch noch adäquat und eloquent zulabern.

Was ich neben der Zeit nicht eingeplant hatte war, dass man sich als durchnächtigter semi-gutgelaunter hypernervöser Grottenolm vielleicht doch hätte ans Klientel anpassen sollen. Hohe Schuhe soll man schließlich vor DEM Abend ja auch erst einmal einlaufen und ein Hochzeitskleid trägt sich auch nicht einfach so, schon gar nicht wenn es eine Korsage oder einen Reifrock besitzt.

All das hatte ich also weder bedacht oder verdrängt (sehr viel wahrscheinlicher) oder es war mir schlicht weg völlig egal (am wahrscheinlichsten). Es war mir dann aber doch nicht egal, als wir diesen Laden betraten. Einer der Nerds (meine Wenigkeit) hatte so absolut gar keine Ahnung wie man sich in so einem extravaganten Etablissement verhält und fand alles wahnsinnig peinlich. Mein Gehirn verfiel kurzeitig in den chronischen Modus: Warum sind die so höflich und zuvorkommend? Das kann ich doch auch alleine… oder Was? Ich muss mir nicht selbst die Haare waschen?! An dieser Stelle gibt mein dekadentes Ego sehr gerne zu, dass der Friseurkittel aus Satin schon was hatte. Fazit: Ich bin doch auch nur ein Opfer unserer konsumorientierten Welt. Die Haare waschen tue ich mir trotzdem lieber alleine… wie auch alles andere. Weshalb mein Gehirn dann im Stillen wieder anfing mit: Ihhh mach das weg, Lass mich in Ruhe, Ich kann das alleine zu schreien. Sehr erwachsen… Das ging die nächsten Stunden übrigens so weiter. Nach außen habe ich es hoffentlich ganz gut kaschiert auch wenn ich nie wusste mit wem ich jetzt reden soll. Mit meiner Begleitung, dem Friseur, mit mir selbst oder einfach gar nicht. Letzteres wäre aber gegenüber allen unfair gewesen, weshalb ich irgendeinen Mix aus allem versuchte. Ich habe es dann übrigens irgendwann aufgegeben. Die Situation blieb die selbe und ich war deutlich entspannter.

Zwischen drin, war ich dann aber doch interessiert was er mit meinen Haaren machte. Ich habe folgendes gelernt: Mann muss wohl bestimmte Linien im Haar erkennen, die bei jedem Menschen unterschiedlich sitzen. Diese Linienstruktur, von der die Meisterin ständig sprach ist wohl bei mir sehr schwach ausgeprägt, weshalb er sie übrigens auch krumm und schief geschnitten hatte. Sie korrigierte alles innerhalb von fünf Minuten und mir fehlte noch nicht einmal ein weiterer Zentimeter an Haar.

Der ursprüngliche Plan war ein Bob gewesen, aus dem wurde dann ein einfacher Stufenschnitt. Nicht wirklich pflegebedürftige und es steht mir scheinbar. Vielleicht wird es ja im neuen Jahr ein wenig experimenteller, wer weiß.

Die gesammelten Schätze des Monats des elektronischen Wahnsinns

Nach ganzen drei Wochen Universität kann ich jetzt schon sagen, dass ich eine ambivalente Beziehung zu diesem Konstrukt haben werde. Übersetzt heißt es so viel wie, so lange ich mich nicht auf andere Menschen verlassen muss läuft alles topp. Dumm nur, dass es so etwas wie Termine, Absprachen und Gruppenarbeit gibt. Ich sehe „The lone Wolf“ wird hier zwar leichter als auf der Schule, aber immer noch schwerer als in der isländischen Einöde. Wir werden sehen…

Wenn ich jedenfalls weiterhin Babys um mich herumsitzen habe, die noch nicht einmal wissen wie man sich seine Fachliteratur zusammensucht oder korrekt seine Quellen angibt, dann werde ich schlicht weg durchdrehen. Oder diese neunzig Minuten einfach verschlafen. Alles ist sinnvoller sich dieses Gebrabbel anzuhören. Die Folien werden eh Internet hochgeladen. Was nicht heißen soll, dass wir ein Hightech Studiengang sind. Oh nein, eine Professorin musste erst kürzlich den Technischen Support kommen lassen, weil sie nicht wusste welcher Lichtschalter für welches Licht verantwortlich war.

Ein wirkliches Klientel haben wir tatsächlich nicht in unserem Studienfach. Wir haben diverse Rentner, die ihre Rente ein wenig spannender Gestalten wollen, Menschen die bereits eine Berufsausbildung hinter sich haben oder parallel noch arbeiten, Menschen, die bereits Kinder haben und meine Altersgruppe die sich dem spießigen Partyfolk zugehörig fühlt. Party machen wollen, aber konservativ oder noch schlimmer neoliberal sein. Bin gespannt wie lange es dauern wird bis die ersten Merken, dass mein Wille zu lernen nicht nur übermotivierte Erstsemestereuphorie ist. Selbst die Identitätskrise wird mich nicht umhauen können, dafür bin ich ein zu chronisch kriselndes Krisengebiet. 

Meine Tutorinnen für die Einführungswoche waren da übrigens nicht ganz unschuldig bei. Bekomme ich am Sonntagabend um 18 Uhr eine Mail mit der Nachricht, dass sich die Begrüßungsveranstaltung mal eben um vier Stunden nach vorne verschoben hat. Wie soll man Sonntagabends den eigenen Chef noch erreichen?! Richtig man setzt sich hin und betreibt Telefonterror und hängt gleich Messenger und Mail hinten dran. Doppelt hält bekanntlich besser und ich war bereits am Ende mit den Nerven. Bevor das Studium überhaupt angefangen hat lag mein Counter der Mails bereits bei 10 Stück und es sollten noch viele folgen. Sehr, sehr viele… Dass ich mit den Nerven bereits am Ende war, stimmt deshalb so nämlich auch nicht. Es geht immer schlimmer…

Die Kursvergabe läuft mittlerweile über digitalem Wege. Nur hat das System ein paar Defizite. Mit anderen Worten: Es ist unbrauchbar. Vorlesungen die im Verzeichnis angegeben werden, sind im System nicht an wählbar und anders herum. Es gibt Vorlesungen/ Seminare, die erfordern spezielle Qualifikationen was nicht kenntlich gemacht wurde und was ganz besonders genial gelöst ist die einmal fest gesetzte Teilnehmerzahl. Die sitzt dann bombenfest und selbst wenn sich der Professor dazu entschließt, sie hoch zu setzen wird es nicht funktionieren. Weil das System es so will! Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe ich mich gefragt wann wohl diese Sätze vom System ausgesprochen wird: I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that und dann Dave, this conversation can serve no purpose anymore. Goodbye.

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Thy Art is murder #17

Kaum zu fassen, dass es schon Beitrag Nummer 17 ist. Freut mich, auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass das schreiben definitiv zu kurz kommt. Gut, mein Blog kommt zu kurz das schreiben an sich nicht wenn ich mir die Notizen aus Vorlesungen, Seminaren und meinen Referats Vorbereitungen so anschaue. Wisst ihr wie sinnvoll es ist Referate im Fließtext zu halten? Richtig gar nicht… Was man nicht alles für den Bildungsweg tut. Ich sitze übrigens immer noch an den Referaten und ich bin froh so früh angefangen zu haben. Ottonische Buchmalerei hat es hin sich und das sage ich jetzt auch nicht einfach so… aber zumindest ist es interessanter als ich dachte. Genug Statusmeldungen, jetzt kommt hier mal ein bisschen Farbe.

Endlich mal ein Selbstportrait, was mir ähnlich sieht. Ich gebe zu auf Instagram gibt es noch ein besseres, allerdings liegt das schon brav in einer der Kunstmappen für die Hochschulbewerbung und das nun daraus zu kramen. Nicht mehr heute…. Außerdem kann ich gerade so schamlose Eigenwerbung betreiben ;)

 

Letzte Woche war Asexuality Awareness Week, da musste das mal eben herhalten und ich meine wer kann Kuchen schon widerstehen?

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Thy Art is murder #16

Es ist Sonntagabend und ich bin immer noch am… machen. Die Uni hat angefangen und ich laufe mal wieder die Wände hoch. So manche Referatsthemen sollten von der Dozentin mal vor-recherchiert werden oder vorgeplant. Ich steh nämlich mal wieder auf nem Sonderposten, auf dem ich eigentlich gar nicht stehen möchte. Dazu später mehr, demnach wurde auch aus meinem Vorsatz jeden Tag zu zeichnen nichts. Aber zumindest habe ich noch ein paar Reserven gehabt und in der ersten Woche doch relativ viel geschafft und deshalb gibt es jetzt mal wieder ein wenig Gekrakel.

Pen and Paper Charakter

 

Wappen der Blackbloods

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Mixtape des International Comming Out Days

So, ich war und bin diese Woche ein wenig beschäftigt gewesen. Ein wenig sehr, Einführungswoche der Uni… und ich hatte viel Zeit für Musik. Deshalb gibt es heute eine kleine Auswahl zum International Comming Out Day, auf dass alle Menschen sich heute wohl fühlen und freuen können. Letztendlich sind wir nämlich alle im gleichen Boot und alle gleich angeschmiert wenn wir uns weiter so hassen. Ich würde sagen, Spread the Love mit Einhornregenbogenkotze.

 

Was hält schon ewig?

 

Ich finde, dieses Lied sollte jede Frau(*) auf ihrem Handy haben. Nur für den Fall…

 

Für alle Frauen(*) dort draußen:

 

Wenn ich den Song gekannt hätte, wenn ich sechzehn gewesen wäre. Besser später als nie!

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„Realistische“ Männer in Videospielen

Habt ihr eigentlich eine Ahnung wie schwer es ist auch nur ansatzweise Männer in Videospielen zu finden, die kein zweiter Hulk oder Serious Sam sind?! Soviel zum Thema Frauen seien unter repräsentiert. Sind sie sicherlich, realistische Männerbilder aber ebenso. Ich habe mein möglichstes getan und hoffe, dass sie Liste einigermaßen der Realität nahe kommt. Los geht’s:

Warren aus Life is Strange 

Warren ist der Junge, der einen egal wie betrunken man sein mag sicher nach hause bringt, er wäre derjenige der einem dem Kopf hält während man die Klobrille knutsch und er wäre derjenige, der einem die Hausarbeit schreiben würde oder still schweigend für sich behält, wo man sich die letzten Nächte so herum getrieben hat wenn die Eltern oder Lehrer fragen würden. Der perfekte Kompagnon eben und vermutlich der ewige beste Freund. Nerdig, sympathisch, zuvorkommen und loyal. Das will man eben nicht auf Spiel setzen und ich weiß nicht wie oft Warren bereits von Mädchen einen Korb bekommen hat verbittert er nicht. Er bleibt sympathisch, er ist weiterhin zuvorkommend und ehrlich. Vermutlich macht er sich als kleiner Romantiker immer noch Hoffnung, aber vielleicht klappt es ja eines Tages. Ich würde es ihm wirklich wünschen, denn man findet nicht alle Tage einen Freund der sich als geborener Nicht-Kämpfer vor einen stellt, damit man selbst nicht verprügelt wird.

Garrus, The Vakarian aus Mass Effekt 1, 2 & 3

Was wäre Shepard ohne Garrus? Richtig, gar nichts. Ich meine er ist der Sidekick schlecht hin. Eine coolere Sau findet man schlichtweg nicht in diesem Universum. Er ist nicht nur „einfacher“ Soldat, sondern gleichzeitig Agent, Ermittler, Scharfschütze und bedient sich gerne Mal der Selbstjustiz. „Do things right or don’t do them at all.“, ist sein Standardsatz und darauf lässt er nichts kommen. Egal wer vor ihm steht, Garrus macht ihn platt. Sofern sein Gegenüber keine edlen Motive vorweisen kann. Mag der Leitsatz noch so ehrenvoll und Garrus noch so taktisch erhaben sein, manchmal kostet sein Glauben an das Gute eben doch einen saftigen Preis. Getrieben von seinem Durst nach Gerechtigkeit verliert er zehn seiner Männer und vom elften wurde er vorher verraten. Noch Jahre danach nagt es an ihm…  Ein fast schon zu perfekter Charakter, mit einem enormen Hang zur Selbstjustiz und Glauben an das Gute im Menschen. Stellt sich nur die Frage wer oder was das Gute bestimmt.

Meat Boy aus Super Meat Boy

Meat Boy ist ein kleiner junge, der ohne Haut geboren wurde. Ergo ein Köttbullar in Rohform, dessen Freundin Bandage Girl vom bösen Dr. Fetus entführt worden ist. So überwindet der Spieler in Form eines Fleischhaufens die wahnwitzigsten und grausamsten Hindernisse, nur um der eigenen Freundin zu helfen. So einen Freundschaftsdienst sieht man selten. Jedoch wird die Story wesentlich bedrückender, wenn man den Hintergrund dieses Spieles kennt. Es war eine Art Therapie für den Programmierer, der wurde in der Schule nämlich regelmäßig gemobbt und hat bis heute noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen. An dieser Stelle würde ich den Entwickler mal ganz stark paraphrasieren: Für ihn sei Meat Boy ein Junge der ohne Haut/ Panzer/ Schutz geboren wurde. Er trägt seine Gefühle und sein Herz eben auf der Zunge. Deshalb mache er sich auch extrem angreifbar, aber in dem er seine Freundin rettet steht er dazu und fasst Selbstvertrauen in sich, dass er etwas schaffen kann. Wie Zucker ist das denn bitte…

Rufus aus Deponia 1, 2, 3 & 4

Ich halte ja absolut nichts von dem Twitter Hashtag MenareTrash, aber bei Rufus… Einen so selbstgerechten Mann habe ich selten treffen dürfen. Er ist kindisch, wie gesagt sehr aufgeblasen, anmaßend, gerne narzisstisch, besitzt vor allem hat eine verdammt große Klappe und hat sadistische Tendenzen. Definitiv kein Traummann, noch nicht einmal ein bester Freund. Trotz allem hängt er an ganz genau einer Person, eine wunderhübsche Mitbewohnerin des Schrottplaneten Deponais und somit der Lichtblick in der trostlosen Welt. Im Laufe der Spiele versucht Rufus alles mögliche, um sie zu beeindrucken. Nur ist gut gemeint, nicht immer gleich die romantischste Darbietung, die Goal haben möchte. Weshalb sie eher eine Hass-Liebe miteinander führen. So blöd er sich aber auch anstellt, im entscheidenen Moment opfert er sich sogar für sie. Das traurigere daran sie bemerkt es noch nicht einmal….

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