Monat: Mai 2015

Ich bin China…

Und weiter geht’s in Sachen Leipziger Rückblick, die ganzen Tage wieder aufzurollen wird wohl ein Dauerprojekt. Wobei ich glaube, dass ich schon am Sonntag angelangt bin… Wuhu!

Erlebt wurde dieses Abenteuer um 12:00Uhr irgendwo in der Halle 4 zwischen lauter Lesebühnen und einer Gesangsbühne (dazu komme ich später…).

Weshalb ich eine Vorlesungen ausgesucht habe, bei der es um eine Art Goodbye-Loveletter an die Volksrepublik China geht? Einfach:

1. Ich interessiere mich sehr für China, allerdings habe ich das Auswandern dorthin in den letzten Jahren gestrichen

2. Weil ich die Autoren sehr interessant fand bzw. ihre Beschreibung.

3. Politisch kritisch geht (fast) immer.

So so viel zum Vorwort. Jetzt komme ich zu der eigentlichen Vorlesung, wie immer ein Interview. Vorträge habe ich in der Schule schon genug. Ähnlich wie in meinem vorletzten Artikel über die Comic Szene in Israel verpacke ich, das Ganze in einen schönen Fließtext. Ließt sich besser, finde ich. Jetzt aber.

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„Wilkommen in der Todeszone!“ – Tomp Raider

31. „Wilkommen in der Todeszone!“ – Tomp Raider

„Sehr geehrte Fluggäste, wir bitten Sie ihre Sitze wieder in eine gerade Position zu bringen, die Tische hochzuklappen und alle elektronischen Geräte aus zu schalten. Wir befinden uns im Landeanflug. Vielen Dank“

Verschlafen sah ich aus dem Fenster, und reckte mich. Diese verdammten Ansagen, warum nur? Ich war mir sicher, jeder normale Mensch mit ein wenig Verstand wusste was man zu tun und vor allem zu lassen hatte während eines Landeanfluges. Warum konnte man die Passagiere nicht friedlich schlafen lassen? Ich reckte mich, sah ich doch aus dem Augenwinkel wie von hinten eine Stewardess die Reihen nach Übeltätern durchforstete, um sie etwas zu energisch auf ihre Fehler hin zu weisen. Das Letzte, was ich wollte war ein Streitgespräch um… Wie spät war es eigentlich? Ich hielt inne. Ging die Sonne gerade unter oder auf? „Excuse me…“, jemand lehnte sich über meinen Nachbarn und tippte mir auf die Schulter. „I know, I know…“, antworte ich verärgert und ließ schnell meinen Walkman verschwinden. Doch die das mitfliegende Sicherheitspersonal deutete unverholen auf meinen Tisch. Es knackte, nicht im Plastik sondern in mir. Jeder einzelne Knochen hatte sich anscheinend dazu entschieden während des Schlafes aus der Reihe zu tanzen und nun geschwind zurück an seine Position zu hüpfen. Große Menschen hatten viele Nachteile, irgendwo Schlaf zu finden war einer davon. Gäbe es nur mehr Notausgangsplätze. Die Stewardess war wohl inzwischen von mir als folgsamer Passagier überzeugt, denn sie wannte sich nun an meinen (noch) schlafenden Sitznachbarn. Gelangweilt wischte über das kleine Plexiglasfenster, und schielte nach draußen. Rechts von mir erstreckte sich ein wahres Lichtermeer. Blau, grün, rot alle Farbnuancen waren vertreten. Hätte auf meinem Ticket nicht mein Ziel gestanden, ich hätte auf Las Vegas getippt. Ein riesiger Organismus der lebte… Das war das einzige was ich am Fliegen liebte, die Landeanflüge, aber nur bei Nacht. Bei Nacht sah alles anders aus, aufregender, unbekannter, lebendiger. Diese Art der Vorfreude gab es nur bei Landeanflügen…

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9. Mai Comic-Day! Etwas verspätet…

ComicfreundeOk, schlechter Reim (wem es noch nicht aufgefallen ist: Mai und Day) Ich war noch nie eine Leute in Wortwitzen oder Reimen. Aber vielleicht würde es gehen, wenn ihr den Mai englisch aussprächt. Mai -> May. May würde sich auf Day reimen. Schon besser, nur mir fällt gerade auf, dass wenn ich May und Day hintereinander wegspreche das Wort Mayday ergibt. Eine Bruchlandung ist das letzte was ich im Moment brauche. Also lasse ich das Reimen doch lieber und komme mit etwas viel Wichtigerem. Dem Gratis Comic Tag! , den ich fast verpasst hätte. Hätte ich noch ein Geschenk kaufen gehen müssen. Nun hätte, hätte Fahrradkette. Letztendlich habe ich das Plakat für den 9. Mai an meinem lokalen Comic Laden entdeckt und habe mich gelinde gesagt sehr gefreut. Für mich wird es also auch noch ein Präsent geben. Oder sogar mehrere, denn laut der netten und sehr coolen Verkäufern durfte ich mir 3 Comics vorbestellen. Die alljährliche Überraschung meine Comics auswürfeln zu lassen, wollte ich mir ersparen… Dafür bekam ich zwar nur 3 Comics, aber schließlich wollte ich eigentlich nur zwei. Die Rechnung ging also hypo- 100% auf.

Also setzte ich von den 30 möglichen Kreuzen 3 und fühlte mich ein bisschen wie beim Lotto spielen. Nur das ich wusste, dass ich das große Los ziehen würde. Das große Comic-Los. Meiner Meinung nach ist, dass eigentlich sogar die beste Art von Glücksspielen. Du weißt welche Mini-Comics veröffentlicht werden, kennst aber den Inhalt noch nicht und musste dich sogar noch 24 Stunden gedulden bis du deine Antwort bekommst. Sehr Geld verträglich und da es nur einmal im Jahr statt findet, ist die Gefahr zur Sucht nicht wirklich hoch. Bevor sich nun jeder ausmalt, was ich mir genau bestellt habe: Eines vorweg. Ich bin in Sachen Comics eher ein ziemlicher Langweiler. Keine unbekannten, tiefphilosophischen, superseltenen, Geheimtipps sondern eher der pure Mainstream.

Die drei Kreuze gingen an:

Das Geheimnis der Marsupilamis

Die Peanuts

und

Der Erbe

Was mich bei dem Erben erwarten sollte wusste ich überhaupt nicht, denn das war das dritte Kreuzchen, das ich absolut wahllos setze. Wobei so ganz wahlos war es nicht, denn das Cover gefiel mir und erinnerte mich an den Comic Jo, den wir im Französischunterricht gelesen hatten (An dieser Stelle eine kleine Empfehlung: Die Geschichte war zwar nicht allzu positiv oder unterhaltsam, aber ich mochte den Zeichenstil) Ersteindruck: Wilkommen.

Nun konnte ich glüklich und zufrieden nach Hause traben, hatte ich sogar ein Geschenk für den Kumpel gefunden. Der morgige Tag würde sicherlich wunderbar werden. Etwas besseres, als gratis Comics gab es nicht. Bis 14.00 Uhr würden die Comics geserviert bleiben. Allerdings machte der Laden schon um 10.00Uhr auf und so war klar, wer pünktlich mit den Füßen scharrend vor der Tür stehen würde. Ich und hoffentlich mein Mitbewohner. Der hatte seine Comics nämlich nicht reservieren lassen, da er das alles nach Gefühl entscheiden wollte.

Aus dem frühen Dasein erhoffte ich mir folgendes:

-Ich wäre eh so früh wach, da könnte ich auch gleich Dinge erledigen

-Kein Ansturm

-Ich könnte gleich zum Bücherflohmarkt weiter fahren

Im ersten Punkt behielt ich recht. Ich wachte früh auf, Biorhythmusumstellung sei dank… und wartete schon ungeduldig auf 10.00 Uhr. Waren es doch nur noch 3 Stunden.

Wir waren sogar so fast pünktlich. Nur fünf Minuten zu früh. Was nicht passte war, dass das Wetter. Es fing mitten drinn an zu niesel, fieseln. Ekelig und der Ansturm war leider doch höher als gedacht. Aber ich hatte ja vorbestellt. Dennoch musste ich mich wie in London brav in die Reihe stellen und warten, als wie von magischer Hand die Türe ins Fantasieland geöffnet wurde. Vor mir standen ein Marsupilami und ein rosa Einhorn. Hinter mir, ein drüner Dino und ein halbwegs nüchternder Gorilla. Im Gegensatz zum rosa Einhorn konnte der sogar halbwegs gerade stehen. Neben uns türmten sich Comic und Franchisestapel (inklusive Verpflegung) auf ebenso wie die schier endlose Wartezeit. Zugegeben, es wurde viel gelacht und mit bibbernden Zähnen gehofft, dass man seine Wunschwürfelzahl bekam. Ich weckte in der Zeit Herrn Waschbär und Mr. J per SMS:

Captain, Captain incomming message: Today is Comic-Day!

und

Hey Joker! Aufwachen, sonst wird das nichts mit deinem Lieblingscomic. 

Ich hatte mir überlegt, am ersten Ferientag wollen die garantiert um 10.15Uhr geweckt werden… Nicht! Sie hassen es, aber sie müssen ihre Handys ja auch nicht die ganze Zeit an haben.  Zurück kam: … Etwas

„Joker“ hat den Auftrag gerade erledigt und ist nun wieder zurück in der Bathöhle. PS: Ich bin Batman!

Soviel zur all nachmittäglichen Kommunikation und zum stabilen Zustand eines Freundes.

Vom anderen kam nichts gar nichts. Null, leider hatte er seinen Ton abgestellt. Aus reiner Vorsicht. Schade…

Was nicht schade war war, dass vor mir die Schlange immer und immer kleiner wurde, bis ich schließlich vorne stand und endlich meine Comics hatte. Yipehhh! Ich war die erste die vorbestellt hatte. Im Gegensatz zu dem halb schlafenden Einhorn, dass sich unter Seehundsgeheul wieder hinten anstellen durfte, da es eine Eins gewürfelt hatte. Nerds unter sich, herrlich.

Bevor ich es vergesse. Ja, die Comics wurden nach Augenzahlen ausgewürfelt. Je nach Anzahl der Augen durften sich die Wartenden in der Schlange, ihre heiß geliebten Favoriten aussuchen. Allerdings durften sie nur einmal würfeln. Es sei denn, sie hatten eine eins, dann durften sie sich ihren Comics aussuchen und wieder hinten anstellen. Und nochmal an den Getränken und Snacks vorbei trippeln. 30-mal hintereinander eine Eins gewürfelt, ergab also 30 Comics. 30 Cmoics beinhaltete die gesamte Kollektion dieses Jahres. Nicht schlecht. Ob das Einhorn tatsächlich 30-mal hintereinander eine Eins würfelte wusste ich nicht. Ich wollte nicht bis 14.00Uhr warten. Ich glaube so oft wie an diesem Tag, haben sich viele noch nie so gewünscht nur Einsen zu werfen. Der Gorilla und seine Kumpanen hatten sogar noch mehr Glück, sie durften aus einem anderen Lostopf eine Aufgabe ziehen und wenn sie diese erfüllten kamen sie als Kandidaten für die große Schussverlosung für alle Comics infrage.

Alle Comics, ja gerne; die dafür zu erledigende Aufgabe, nein Danke. Am Ende sollte ich vielleicht laut brüllend durch die Nachbarschaft rennen…

Fände mein Mitbewohner sicherlich auch nicht so witzig. Der war allerdings gerade mit würfeln beschäftigt und dass hieß… Er durfte sich drei Comics aussuchen. Leise wispernd lehnte er sich dann zu mir herrüber und fragte mich: Welche soll ich denn bitte nehmen?

Das fragte er mich? Ich hatte keine Ahnung, dass einzige was ich kannte war Batman. Aber mein Mitbewohner wollte keinen Fledermausmann und so entschied er für einen Comic mit sehr gutem Cover und für einen in dem Elfen mitspielten. Für mich sprang dann noch zusätzlich ein Comic raus: Übelblatt. Nie gesehen, nie gehört, aber das Cover sah cool aus. Ebenso wie der Protagonist.

Für ihn gab es Don Quichote und ElfQuest.

So endete also die erfolgreiche halbe Stunde, die allerdings wiederholt im Regen endete. Aber ich klammerte mich bockig an die schützende quietschbunte Plastiktüte und lief davon.