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Die gesammelten Schätze des Monats, der geballten Vierbeinigkeit

Wieder ein Monat um und dieses Mal fast ohne Katastrophen, zumindest in meinem Mikro-Kosmos. Ich bin schwerst beeindruckt. In Großbritannien sah und sieht vielleicht noch die Sache dagegen ganz anders aus. Was lernen wir daraus? Aus der EU austreten zu wollen ist eine sehr schlechte Idee. Ich könnte mit den Cruise Days weiter machen, aber dass Kreuzfahrtschiffe ähnliche Umweltsünden wie Flugzeuge sind, dürfte jedem bekannt sein. Ich bin ja schon froh, dass ich zu dem Zeitpunkt irgendwo in der Heide saß und mir meinen Hintern am Lagerfeuer abfror. Große gusseiserne Töpfe mögen zwar ihren nutzen haben, aber in ihnen Wasser aufkochen zu wollen ohne Deckel ist eine ähnlich dämliche Idee wie der Brexit gewesen. Dennoch die zwei Uhr nachts Gespräche waren das Beste am diesjährigen Mittelalter Phantasie Spektakulum und die letztendlich ergatterte Wärmflasche. Dank professionellem Larper in unserer Gruppe hatten wir dieses Jahr zwar sehr viel mehr Flaire, aber die Nächte sind dennoch alles andere, als bequem, weshalb ich vermutlich, wenn überhaupt die nächsten Jahre nur eine Nacht dort Schlafen werde und nicht zwei. Dann wäre ich an einem Tag vollstens ausgeruht und bereit und nicht schon am morgen zu überreizt und zerknautscht, dass ich nahezu den gesamten Nachmittag verschlafe oder vielmehr verschlafen muss, weil ich ansonsten wahnsinnig geworden wäre.

Fazit: Die Atmosphäre dieser Sparte von Festivals ist eine ganz eigene, aber nichts geht über eine warme Dusche, vernünftiges Frühstück und einer anständigen Matratze, mit anständiger Bettdecke und gutem Espresso. Nennt mich alt und verwöhnt, ich stehe mittlerweile dazu. Jeder hat sein Laster, ich habe definitiv mehrere. Wobei gerade die Abendstunden vermutlich definitiv angenehmer geworden wären, hätte einer der beiden Verantwortlichen an diese eine Kiste gedacht. Zur Aufklärung, Proficamper wurde leider kurzfristig krank und abreisen. Er ließ uns aber eine Kiste dort, mit allem Campingluxus den wir uns hätten vorstellen können. Dumm nur, das genau zwei Menschen von dieser Kiste wussten und sie konsequent vergessen haben bis zu dem Zeitpunkt des Abbauens und Aufräumens. Es sei ihnen verziehen, wir haben es ja dennoch alle überlebt.

Es ist übrigens wahnsinnig amüsant zwei Menschen dabei zuzusehen wie sie sich betrunken versuchen sich gegenseitig etwas von ihrem jeweiligen Schwertshowkampfwissen beizubringen, mitten in der Nacht auf einem nahezu verlassenen Acker im Niemandsland. Noch witziger wird es wenn sie einem am nächsten Tag erzählen, dass sie dann auch noch weitergezogen sind zum Bällebad. Es hätte um diese Uhrzeit doch wirklich leer sein müssen… War es auch, auf den ersten Blick. Die zwei kletterten also auf die höchste Erhebung, die sie finden konnten und besprachen dann wie es weiter gehen sollte. Auf ihren Satz: „Eigentlich müssen wir dort jetzt reinspringen“, ertönte jedoch von unten aus den Untiefen des Bällebads eine leicht panische Stimme: „Ist besetzt“. Dank des Alkohols haben sich die zwei wohl ordentlich verjagt, denn seit wann können Bälle reden?! Die Frage wurde dann während des Frühstücks einige Stunden sehr schnell geklärt wie die zwei es jedoch heil zurück und darüber hinaus sogar noch in ihren eigenen Zelte geschafft haben weiß niemand von uns, am wenigsten sie selbst.

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Gesammelte Schätze des Monats des Arbeitskrieges

Erste Ankündigung am Ende des Monats: Ich habe wirklich richtige Semesterferien, was so viel bedeutet wie: Ich habe meine drei Leistungsnachweise fertig geschrieben. Zwei davon sind bereits abgeben und den dritten muss ich nun fertig formatieren. Das wird noch ein Spaß, Inhaltsverzeichnisse in Word sind wirklich nicht mein Steckenpferd. Ich bewundere die Menschen, die sich das jeden Tag erneut antun (müssen). Leider weiß ich auch, dass weder InDesign noch Latex die Lösung sind. Besonders letzteres nicht, ich habe es versucht und selbst der Versuch eines lieben Menschen hat mich davon überzeugt. Ein Programm in dem der Text programmiert wird, jedoch nur in Standardformaten ist absolut untauglich für kulturwissenschaftliche Texte. Ihr merkt, ich war vorher bereits ein wenig misstrauisch und wurde in meinen Vorurteilen nun wieder bestätigt und ich gebe gerne zu, dass ich es gerade ein wenig auskoste à la Das hätte ich dir auch schon vorhersagen können! Ebenso habe ich wieder demonstriert bekommen, dass keiner der Menschen bin, der andere Menschen um Hilfe bitten kann. Also schon, aber in alltäglichen Aufgaben erledige ich meinen Mist lieber selbst. Selbst wenn die besagten Menschen mir freiwillig zugesagt haben. Meine Verantwortung bleibt eben doch meine Verantwortung, was nicht heißt, dass ich die Verantwortung anderer gerne übernehme. Damit komme ich nämlich gleich zum nächsten Punkt:

Ihr habt einen Aushilfsjob, dessen Entlohnung gerade so über dem Minimum liegt. Soweit so gut. Den Arbeitsvertrag, den ihr damals vorgelegt bekommen habt sagt nichts über gewisse Schulungen oder Teamabende aus. Weshalb auch? Ihr arbeitet gerade Mal 10 Stunden pro Woche auf fünf Tage verteilt dort. Die zwei Teamabende, die mal angesetzt worden waren galten nie wirklich ausdrücklich für euch. Plötzlich hängt dort ein neuer Aushang im Pausenraum (normales Druckerpapier, kein offizieller Briefkopf!) für eine zweistünde , abendliche Besprechung an einem Samstag. Ihr wisst jetzt schon, dass ihr dort nicht könnt vergesst aber aufgrund der Klausurphase, Referatsstress, einem ignoranten Professor sowie Mitarbeiter, einer geballten Ladung Bürokratie und einer recht launischen Psyche der Chefin abzusagen. Irgendwann fällt es euch wieder ein, bekommt Angst da der Termin erheblich näher gerückt ist und verdrängt es wieder. Ihr wollt keine Umstände machen, wegen des Verschiebens und wenn ihr nicht auftaucht wird es wohl nicht so schlimm werden. Ihr seid ja schließlich nur eine Aushilfe. Dann hat die Chefin auch noch Urlaub und letztendlich sagt ihr zwei Tage vorher ab und die Welt explodiert. Die Weltexplodiert noch mehr, als die anderen zwei Aushilfen ebenfalls absagen. Natürlich bekommt ihr den Ärger ab, denn ihr wart an erster Stelle. Ein dreitägiges Drama inklusive Standpauken, passiv-agressive Kommentare und einem wirklich fiesen Arbeitsklima folgen.

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Gesammelte Schätze des Monats der Belastungsproben

Mein Dasein losgelöst von Zeit und Raum hat ein Ende! Wenn dieses Semester ein Marathon gewesen wäre, ich wäre angeschossen und in Zeitlupe humpelnd über die Ziellinie getaumelt. Überlebt ja, elegant? Auf keinen Fall. Ärgert mich es? Natürlich, aber ich habe momentan gerade nicht die Kraft mich darüber so wirklich aufzuregen, stattdessen schreibe ich diesen Beitrag hier. Wohin er führt, bleibt unabsehbar denn trotz Klausurphase ist eindeutig zu viel (?) passiert. Ich weiß mittlerweile, dass ich diesen Satz quasi jeden Monat schreibe aber irgendwie hört die Achterbahnfahrt in ungeahnte Höhen und Tiefen eben nicht mehr auf. Vielleicht ist der Clou auch, dass sie eben nie aufhört aber könnte die Strecke dann zumindest mal aufhören Loopings oder Haifischrollen hervorzuzaubern?

Fangen wir damit an, dass Anfang Juni endgültig alle Absagen der Kunstfachhochschulen eingetroffen sind und es mir unterbewusst wohl doch mehr Ärger bereitet als ich eigentlich wahrhaben wollte und immer noch will. Trotz drölfzigtausendmal durchkauen und therapeutischen Gesprächen mit der Mitbewohnerin bleibt momentan noch ein großes gähnendes, bedrohlich Aussehendes Fragezeichen zurück. Daran änderten die überstandenen zwei Referate auch nichts, denn es standen noch zwei Klausuren und ein drittes Referat. Klingt stressig und unter uns, Stress ist für die letzten vier Wochen meines Lebens gar kein Ausdruck. Sofern ich diesen Monat jetzt schildere, dürft ihr euch bitte vorstellen, dass ich in jeder freien Minute entweder Podcast zu den Klausurthemen gehört habe oder mich mit einer schicken Abfrageapp (die Dinger sind wahnsinnig praktisch!) abgefragt habe. Genützt hat es zumindest bei einem Thema recht viel möchte ich meinen, beim zweiten Thema absolut nichts denn 4000 Jahre in eine Klausur zu packen ist und bleibt utopisch. Gerade, wenn der Herr Professor noch nicht einmal im Ansatz artikulier was wichtig sein könnte. Das Ganze spitzte sich zu, als er die Klausur auch noch um eine Woche nach hinten verschob nur um noch eine weitere Vorlesung mit in die Klausur zu quetschen. An diesem Zeitpunkt schaltete mein Gehirn auf Tilt und wäre meine Mitbewohnerin nicht gewesen, ich wäre an dieser Stelle nicht mehr zurechnungsfähig gewesen. Es folgte ein Drama in fünf Akten, über mehrere Tage hinweg, dessen emotionale Aufarbeitung wortwörtlich ein Bühnendrama wert wäre. Das Studentenleben von heute sind nichts Gegen die Leiden des Jungen Werters. Und das ist absolut keine Übertreibung. Nach der Entscheidung, dieses Seminars übrigens zu verlassen und mir diese Prüfung zu sparen, ging es mir augenscheinlich besser. Ich schlief wieder durch, mein Reizdarm stellte sofort das Reizdarmdasein ein und ich habe mich heute tatsächlich wieder mal an rohe Möhren gewagt und es folgt kein Sodom und Gomorra.

Was ich aus der gesamten Miserie lerne?

Nächstes Semester penibel auf die Verteilung der Prüfungen achten, ich werde nie wieder so viel auf einmal in ein Zeitfenster packen. Vor allem die Kombination Referat und Klausur ist tödlich. Ergo so manches Referat möglichst früh im Semester halten und die Zeit nach hinten raus für das Lernen für Klausuren verwenden, sofern nötig.

Ich werde die Fachrichtung Islamwissenschaften/ Arabistik/Iranistik wie den Teufel meiden, denn beide Disziplinen haben ein absolut unfaires Leistungssystem. Das sage übrigens nicht nur ich, sondern ebenso zwei bis drei weitere Kommilitonen bei denen ich mal vorsichtig angeklopft habe wie sie das Ganze sehen.

Wenden wir uns den zwei anderen Prüfungsleistungen zu wie zum Beispiel dem Referat. Thema „Re-enactment der Ausstellung: When Attitudes become form“ von dem damaligen Kurator Harald Szeemann. Ein super interessantes Thema, leider habe ich es zu komplex umgesetzt und daher das Thema erfolgreich in den Sand gesetzt. Verstanden hat es niemand außer mir und die Dozentin und das beste Beispiel war diese Ausstellung für mein Thema eben auch nicht. Fachlich top, Thematik eher im verfehlt Bereich anzusiedeln. Aus einem Referat eine Bachleorarbeit machen zu wollen, ist immer eine schlechte Idee. Dabei möchte ich noch einmal anmerken, dass meine Dozentin mich absolut nicht blöd hat auffahren lassen. Ihre tatsächliche konstruktive Kritik war valide und teilweise habe ich auch wirklich strukturelle Fehler gemacht, ich versuche es als Wachstum an mir selbst zu sehen. Machen wir uns aber nichts vor, ich ärgere mich bis heute zu Tode, fühle mich wie ein Versager und kann natürlich nicht einfach loslassen. Meinen 21. Geburtstag habe ich mir anders vorgestellt…

Was mich vor allem fertig macht ist, dass ich für die Hausarbeit wieder von vorne anfangen muss und mich der Gedanke daran jetzt schon wieder überfordert, da ich diese Semesterferien eigentlich Zeit für mich eingeplant habe und die im Angesicht meiner Hausarbeit, Quelleninterpretation sowie Essay gerad ein weite Ferne verschwindet. Oder zu verschwinden droht und ich jetzt schon wieder innerlich panisch im Kreis renne. Die Rettung in der Not an dem Tag oder viel mehr die erste Hilfe, war übrigens meine Lieblingskomilitonin. Immer wieder schön Leute zu treffen (innerhalb der eigenen Fachdisziplin), die auf einer ähnlichen Wellenlänge reiten wie man selbst. Ohne sie hätte ich den Bubble Tea Laden, der gerade frisch eröffnet hatte nämlich vermutlich nie ausprobiert und ich gestehe ich habe das Zeug wirklich vermisst. Denn der damalige Hype dauerte in Deutschland damals vielleicht gerade mal sechs Monate und dann verschwand er wieder. Seitdem gibt es nur noch gefühlte zwei Länden in der Stadt, die dafür top sind aber der Besuch einem Tagesausflug gleichkommt da die Verbindung unfassbar schlecht ist.

Meine Lieblingskombi ist übrigens ganz klassisch reiner Grüner Tee, Azuki Bohnen, Tapioca Perlen (die weißen leider oftmals schwarzen klassischen) oder Pudding Jelly und 25% Sugar mit 50% Eis. Reicht völlig aus und ich finde den Umstand, dass ich einen Teil meines Tees kauen kann wahnsinnig faszinierend und witzig.

Was darauf folgte war die letzte Klausur des Semesters, die tatsächlich gut lief. Ob sich bestanden habe werde ich bald erfahren und ich würde es mir wünschen. Zumindest habe ich ein gutes Gefühl, was ich jedoch nicht beschreien will. Ich bin einer der Menschen, die sich ganz schlecht einschätzen können. Zu Oberstufenzeiten war ich immer einer der Personen, die meinte die gesamte Klausur in den Sand gesetzt zu haben und dann wurde es (gerade in Geschichte) eine Eins. In Mathe war es dann gegenläufig, ein einigermaßen gutes Gefühl gehabt und über die Ergebnisse muss man nicht großartig reden. In Deutsch lief es irgendwann ähnlich. Ich bin meinem Dozenten übrigens sehr dankbar, dass er weder die persischen Vokabeln abgefragt hat noch die acht bis zwölf Eheformen der Sassaniden. Ja, es gibt tatsächlich Völker die hatten acht bis zwölf verschiedene Eheformen. So wie ihr vermutlich gerade schaut, habe ich auch ausgesehen. Glaubt mir die heutigen revolutionären Ansätze von polyamoren Beziehungen oder Patchworkfamilien haben die perfektioniert.

Soviel zu meinem Semesterende. Auf in die vorlesungsfreie Zeit und auf erfolgreiche Hausarbeiten. Ich hoffe, dass es auch hier ein wenig lauter wird, jedoch bezweifle ich das leider stark denn bei dem Pensum was ich leider erledigen muss sieht es ein wenig schlecht aus. Finde ich außerordentlich bescheiden, aber ich kann nichts machen. Aber nun zu erfreulicheren Dingen.

Wie angekündigt war ich im Juni mal auf einem der kleineren Mittelalter Spektakel. Der Grund? Das ausgesprochen schöne Gelände (viel Wald!), aber leider eher mäßiger Musikauswahl. Viel zum zu Hören, sehr wenig um wirklich mit zu tanzen. Dafür gab es tatsächlich einen Tanzkurs, zu dessen Beisuchung ich förmlich gezwungen wurde. Immerhin weiß ich jetzt wieder wie man Shaba tanze. Habe den Tanz fast schon vermisst, sehr zum Leitwesen meiner andere Mittänzer denn scheinbar mag mein Freundeskreis den Tanz nicht. Vieleicht nicht mittelalterliche genug keine Ahnung. Dass ich Shaba übrigens gerne tanze, heißt noch lange nicht, dass ich ihn wirklich beherrsche. Das typisches Karaoke-Phänomen: viel Spaß, niedriges Niveau, leichter fremdschäm Charme, aber störten tat es keinen denn ich war bei weitem nicht die Katastrophe schlechthin. Es gab sehr viel Schlimmere. Ich würde auch noch (gern) erwähnen wollen, dass ich zum großen Teil das Festival letztendlich verschlafen habe. Viel Aktion war dort eben nicht und nach meinem ersten Referatsmarathon war mir das irgendwie Ganz recht. Die Krönung des Abends war wiedererwartend das große Saltatio Mortis Konzert. Im September letzten Jahres hatte ich es für Fiddler’s Green verpasst (absolut zurecht, ich bereue nichts!) und es sollte nun nachgeholt werden. Zu Beginn hatte ich meine Bedenken, ich bin ja kein wirklicher Fan von den neueren Songs (zu „poppige“ Texte), aber auf dem Konzert spielten sie eine bunte Mischung aus den Liedern, die ich noch am ehesten mochte weshalb das gar nicht so auffiel und wir absolut großen Spaß hatten. Ich meine drei Minuten und 45 Sekunden durchzuspringen ohne Pause muss man mal bringen und vor allem auch schaffen. Zwei Tage später bin ich fast an Wadenmuskelkater gestorben.

Ähnlich wie nach der Nordcon, die dieses Jahr zum Glück nicht direkt mit der E3 kollidierte, weshalb ich nicht völlig dem absoluten Schlafentzug erlag. Auch dieses Jahr wieder tolle (neue) Crew-Mitglieder, die einem die Warte- sowie Wachzeit versüßen einhergehend mit tollen Gesprächen und sogar teils philosophischen Disputen. Ganz besonders genial war der Vortrag von Roll-Inclusive (sehr cooles Rollenspielprojekt, kann ich nur empfehlen sich mal zur Gemüte zu führen), der mir unfassbar viel Spaß gemacht hat und ich es gar nicht cool fand früher gehen zu müssen, weil meine nächste Schicht anfing.

An dieser Stelle jedoch noch mal einen kleinen Aufruf an den Dude, der neben meinem Lieblingsmenschen saß. Falls du dich jemals noch einmal trauen solltest zu fragen, wo in der Gesellschaft Frauen denn marginalisiert werden würden… Glaub mir, ich haue dir Paragraph 219a so um die Ohren, dass dir Hören und Sehen vergehen wird. Das wäre dann auch nur der Anfang.

Was leider meine Ent-Täuschung des Monats war, war das Alien Weaponry Konzert. Deren Bandprämisse schien absolut fantastisch, die Musik gefiel mir und selbst die Location war die letzte auf meiner Clubliste meiner Heimatstadt, die ich unbedingt mal besucht haben wollte. Was daraus wurde, war ein Konzert was ich aus Magenschmerzgründen vorzeitig verlassen musste, denn mein Kumpel musste mich am Ende fast nach Hause tragen, weil absolut nichts mehr ging. Darüber hinaus war ich ein wenig entzaubert, denn das Motiv der Band ist Maori-Metal. Meine Annahme bestand darin, dass tatsächlich echte Maori ihre Sprache sowie Kultur in Metalform den Menschen näherbringen wollten. Es wäre natürlich ein absolut großartiges Projekt, denn die Kolonialisierung hat ja sowohl in Australien als auch in Neuseeland deutliche Spuren im Leben der Natives hinterlassen. Selbst heute noch herrscht ein ähnlicher struktureller Rassismus wie in US-Amerika. Was am Ende statt fand, war alles nur nicht das. Ich weiß nicht inwiefern dass nun noch problematischer sein könnte, durch meine eigene Sichtweise aber die Band bestand aus drei männlichen, weißen, blond und blauäugigen Teenagern. Sie sangen zwar auf Maori, wobei ich mir selbst dort nicht mehr wirklich sicher bin. Denn schlechter Sound und eindeutig zu viele Trashmetal-Schreipassagen, machten das zu Hören zunehmend anstrengend. Worauf ich eigentlich hinaus wollte, war die mögliche Kulturelle Aneignung die, den Jungs vielleicht nicht zusteht. Man sein, dass sie Maori Vorfahren hatten aber… In welcher Generation?  Es tut mir leid, aber die drei sahen mir nicht so aus als ob sie zu den Native selbst gehören und dann sich der Kultur zu bedienen um eine Metalband zu gründen und die Kultur als cool und hip zu verkaufen. Schwierig. Was ich damit genauer meine, könntet ihr hier nachlesen. Damit ist der Monat endlich beendet und abgeschlossen, auf schönere Tage. Es kann nur besser werden.

 

Ich bei so ziemlich jedem Konzert:

Denn in diesem Augenblick begriff ich etwas, das mir bislang noch nicht klar gewesen war, dass Musik nicht einfach nur Musik ist, sondern auch Magie. Sie kann Empfindungen heraufbeschwören, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt, und sie kann Gefühle wieder zum Leben erwecken, die man für mausetot gehalten hatte.

S. 91ff. – Der nächstferne Ort von Hayley Long

 

Ergo Universitätsbibliotheken gleichzusetzen mit Elfenreichen? Merk ich mir…

Im Elfenreich gibt es keine Fischstäbchen, keinen Ketchup, kein Fernsehen.

S. 19- Elfenkrone von Holly Black

 

Ja. Nein. Der Vorsatz hat genau 90 Minuten gehalten:

Er hat recht. Es wäre besser. Den Mund zu halten, die Wut runterzuschlucken. Um den nächsten Tag zu erleben.

S. 20- Children of Blood and Bone von Toni Adeyemi

 

Damit lassen sich unseren neuen Nachbarn hervorragend beschreiben:

Die Familienvilla war zum kotzen.

S. 20- Magnus Chase von Rick Riordan

 

Vorsätze. So schön, so utopisch:

Der Vorsatz »das nächste Mal werde ich es besser machen« ist nicht viel mehr als die Selbsttäuschung, dass es auch ein «nächstes Mal» geben wird.

S. 6- Prophet der sechs Provinzen von Robin Hobb

 

Literally einer meiner Gedanken 24h pro Tag:

Wenigstens musste ich mich morgen Abend nicht verloben.

S. 15- Prophet der sechs Provinzen von Robin Hobb

Gesammelte Schätze des Monats der Arbeiteritis

Besser spät als nieund das Beste kommt bekanntermaßen eh immer zum Schluss. Unter diesen beiden Phrasen lasse ich den Beitrag hier mal stehen. Ich wäre gerne pünktlicher gewesen, doch Dinge wie Lebenund vor allem Universitätpassieren und dann gehöre ich ja auch noch zu der Sorte von Mensch, die sich zusätzlich Findlinge in den Weg räumen muss. Einerlei, ehe ich mich hier noch weiter einjammere lasse ich den Mai mal einfach ein wenig revue passieren. Zu erzählen gibt es nämlich wie immer viel zu viel:

Der Monat begann mit vielversprechendem Angrillen und anschließendem Karten spielen, Reden, Lachen, Kinderserienintros raten und dass alles bis spät in die Nacht hinein. Was Nerds eben alles so machen um die Walpurgisnacht gebührend zu feiern, ohne dabei im Auge des Sturmes zu sitzen. Weshalb ich dann mehr oder weniger spontan noch übernachtete, denn am ersten Mai alleine nachts mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein ist keine gute Idee. Zumal Aufräumen und Frühstücken als Doppeldate eh sehr viel mehr Spaß macht als alleine und wir unserem Grillmeister auch noch beim Beichten beistehen mussten, denn er hatte einen Blumentopf auf dem Gewissen. Feuer kann verdammt heiß werden…

Kleiner Fun Fact an dieser Stelle: Der 2. Mai ist Leonardo da Vincis offizieller Todestag, dieses Jahr war es sogar sein 500ster. Das ist irgendwie verdammt alt, auch wenn der Herr schon lange nicht mehr lebt. Auf seine Arbeiten wird dennoch fast jeden Tag bei mir im Studiengang referenziert. Ich gebe gerne zu, dass der Künstlerkult um ihn herum teilweise ein wenig anstrengend ist.

Wem die Gesellschaft gerne mehr Aufmerksamkeit schenken könnte wäre übrigens Fiddler’s Green. Die Jungs waren endlich mal so freundlich, in meiner Heimatstadt halt zu machen und uns ein Konzert zu kredenzen. Nach dem einmaligen Konzerterlebnis auf dem MPS letztes Jahr, war es folglich unsere Pflicht dem Ruf folge zu leisten. Zwei Stunden Irish Power Folk, was will Mensch mehr? Wobei ich das Power selbst hinzugedichtet habe… Recht habe ich wie immer trotzdem, denn das Konzert war quasi eine zweistündige Cardiosession bestehend aus Hüpfen, Springen und Tanzen. Die Wahnsinnigen hatten aber auch die Chuzpe gehabt ihre drei größten Hits (Rocky Road to Dublin, Yindy und Victor and his Demons) ganz am Ende des Konzertes zu spielen, alle hintereinander weg.

Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten meinen ersten Moshpit überlebt zu haben. Der Moshpit war eigentlich nicht als Moshpit angelegt gewesen sondern als Wall of Folk. Nur wurde das liebende aneinander vorbeigleiten dann doch zu einer Wall of Death. Dumm nur, dass ich es irgendwie geschafft habe stets in der ersten Reihe zu stehen und dafür waren es verhältnismäßig wenig Ellenbogen. Dementsprechend wenig blaue Flecke hatte ich am nächsten Tag und selbst mein T-Shirt habe ich heil wiederbekommen.

In den darauffolgenden Tagen wurde meine letzte Bewerbungsmappe für das Vorhaben Kunststudium auf den Weg gebracht. Dafür bekam ich gleich zwei wieder inklusive Absagen. Einen Punkt mehr und ich wäre bei der einen zur Aufnahmeprüfung zugelassen worden. Knapp daneben ist auch vorbei und das miese Gefühl mal wieder irgendwo nicht hinein zu passen bleibt.

Darauf folgte die Vorbereitsungsphase für meine zwei Referate und einer Klausur. Gute sechs Wochen purer Horror. Meine Freizeit implodierte und wich den Bibliotheken meines Campus, dem Kopier- sowie Druckerraum und mein Gehirn glich mal wieder einer gerade frisch eröffneten Nervenheilanstalt. Professoren, die nicht schreiben können machen mich fertig. Wer braucht schon klare Satzstrukturen, klar definierte Begriffe oder logisch aufgebaute Argumentationen? Anscheinend niemand, denn davon war zumindest im Bereich der Kunstgeschichte nichts zu spüren. Geschafft habe ich es dennoch allerdings auch nur, weil mir ein guter Freund geholfen hat ansonsten wäre ich mit leeren Händen am Tag der Präsentation aufgetaucht. Ein Hoch auf Lebkuchenhäuser! (mehr …)

Die gesammelten Schätze des Monats der unliebsamen Überraschungen

Der Monat startete wie eigentlich alle vier Wochen mit dem ersten des Monats. Für jeden eine unfassbare Überraschung, aber in anbetracht dessen, dass es tatsächlich der Tag der Scherze und Überraschungen fand ich es passend es mal erwähnt zu haben. Hält mich dennoch nicht davon ab besonders viel Abstand von dem Tag zu nehmen. Menschen reinlegen ist und bleibt einfach gemeine. Verarscht zu werden erst recht und da ich kein Mensch bin der Überraschungen mag ist der Tag absolut nicht meins. Weshalb ich froh war, an dem tag nicht in den April geschickt worden zu sein. Zumal ich mit der Zeitumstellung, dem Semesterneustart und neuem Stundenplan genug zu tun hatte. Ich freue mich ja wirklich schon auf 2021, endlich keine Zeitumstellung mehr. Mittlerweile bekomme ich schon zwei Wochen vorher Panik, dass ich sie verpasst haben könnte. Darüber hinaus stresse ich mich jedes Mal damit ob mein Handy sich nun von völlig alleine umstellt und wie sich dass dann auf den Wecker ausübt. Was macht mich wahnsinnig.

Ähnlich wahnsinnig haben mich die völlig überfüllten Unisäle gemacht. Eine überfüllte Vorlesung zu besuchen ist ja noch okay, aber dieses Semester sind sämtliche Vorlesungen in meinem Stundenplan überfüllt. So stark, dass es oftmals keine Sitzplätze mehr gibt und wir daher gerne Mal im Gang auf den Treppenabsätzen sitzen müssen oder gleichstehen. Wahnsinnig kuschelig. Dabei weiß ich noch nicht einmal weshalb die Vorlesungen plötzlich so überfüllt sind und erst die Seminare. Das ist das eigentliche Schlimme, denn sobald ich oder jemand anderen mit gerade Mal zwei Leistungspunkten in einer Veranstaltung saß waren wir sofort raus oder es wurde (un) fairerweise gelost. Problematisch wurde es dann für die Masterstudenten, deren zehn Leistungspunktseminar mal eben wegbrach. Das Beste an dem ganzen Drama ist, dass eben diese Professorin bereits letztes Semester dieses Problem hatte. Damals bin ich nämlich mit gut der Hälfte der anderen Studenten haushoch hinausgeflogen. Weshalb lernt eine erwachsene Frau, dessen Job es ist Seminare und Vorlesungen adäquatzu erstellen aus ihren Fehlern nicht? Ich merke, das Äquivalent zum völlig überbewerteten überalterten, unverbesserlichen, überprivilegiertenweißen Mann gibt es ebenso in der Version der Frau. Auf der anderen Seite wundere ich mich deutlich woher diese ganzen Menschenmassen kommen. Im Wintersemester waren die Vorlesungen überfüllt und teils die Seminare wirklich gut besucht, aber so voll wie es momentan ist habe ich es noch nie erlebt. Dabei ist noch nicht einmal neuer Semesterstart.

Beim Thema Überfüllung zu bleiben, es blieb nicht das letzte Mal. In einem zweiten Seminar kam es zu dem selben Sachverhalt. Hier wurden wir jedoch nicht sofort herausgeschmissen, sondern es gab eine dieser berühmten Ansagen à la: Lesen Sie die drei Texte, fassen Sie sie bitte zusammen und dies bitte bis heute Nacht um 0.00. Wer bis dahin noch nicht abgegeben hat ist raus. Viel Erfolg. Ich sage euch, den Lesemarathon hätte ich mir gerne erspart, nur ging es an dieser Stelle um mein Hauptseminar. Den Verlust von sechs Leistungspunkten konnte ich mir daher nicht leisten. An dieser Stelle war ich ausgesprochen froh, nicht abends arbeiten zu müssen… Die achte Todsünde für Professoren und Studenten oder Tutoren lautet übrigens: Kennlernspiele. Ich fand sie in der Grundschule bereits ätzend und der Status Quo hat sich nicht verändert. Wenn Wenn ich mit Menschen reden will, dann gehe ich auf sie zu und frage sie. Ich will absolut nicht dazu genötigt werden irgendjemanden, der mich eh nicht interessiert irgendetwas von mir erzählen zu müssen. Weshalb auch? Sie haben es spätestens nach zehn Minuten eh wieder vergessen und die 90 Minuten, die wir damit Zeit verschwenden könnten wir bereits für den Semesterstoff verwenden damit es vor der Klausur nicht so hektisch wird. Lustige Momente gab es natürlich trotzdem hier einige Auszüge:

Prof: Wenn Sie bereits im sechsten Semester sind, weshalb sind Sie dann hier im Einführungsseminar?

Student: Hab letztes Semester die die Einführung verkackt, weil ich vergessen habe die Hausarbeit abzugeben… Gut ich war zu faul…

Prof: Herrlich diese Selbsterkenntnis. Es kann nur besser werden oder auch nicht…

oder auch:

Studentin: Geschichte ist objektiv.

Prof: …und jetzt weiß ich wieder, weshalb Sie letztes Jahr durchgefallen sind.

Glaubt mir, es geht nur so. Man möchte ja meinen, dass Schüler einer deutschen Schule den Nationalsozialismus immer noch rauf und runter lernen? Vergesst es, der Großteil meines Seminares hat absolut keine Ahnung und es ist ernsthaft erschütternd. Selbst einfache Logikfragen werden haushoch in den Wind gepfeffert. Unfassbar. Wobei ich zugeben muss, dass ich als ich mal wieder erkältet war ebenso mächtig auf dem Schlauch stand.

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Die gesammelten Schätze des Monats der falschen Grundsteinlegung

Feststellung des Tages am letzten Tag des Monats: Mit Pflastern an den Händen lässt es sich sehr schlecht tippen. Die beste Nachricht zu erst: Ich habe wieder ein funktionierendes Handy! Wer sich noch an den Totalschaden dank Wassers erinnern kann darf sich einmal fett auf die Schulter klopfen. Aus Mangel an Zeit sowie Nerven half ich mir mit einem alten Modell aus meiner Familie und war damals erst einmal im sicheren Hafen. Dachte ich, an dieser Stelle verweise ich auf mein neues Lebensmotto: Do not mess with life. Ich glaube übrigens nicht an vor determiniertes Schicksal, aber in dem Sinne… Keine drei Wochen später vergas ich nämlich den Pin für die Sim Karte sowie den Puk. Dementsprechende Unterlagen lagen bei mir nicht mehr herum, wurden also vermutlich mit anderen Papieren zerstört. Ich wurde also (un)freiwillig zu einem Mitstreiter in der Opposition gegen die Digitalisierung vor allem bei Kindern und Schülern. Zumindest funktionierte das Handy, selbst als es mir erneut herunterfiel und das Display komplett zerbrach. Ein sehr treues Teil, was definitiv zu wenig Speicherplatz hatte. Ich meine 8GB… Was soll ich denn mit 8GB?! Da passt noch nicht einmal meine gesamte Musik drauf. Willkommen in den frühen 90ern, in dem Jahrzehnt in dem man sich noch einfach so verabredet hat und wenn was dazwischenkam man ziemlich aufgeschmissen gewesen war. Ähnlich wie mit Wegen… Teils bin ich eine Stunde früher losgefahren und diese 60 Minuten Puffer habe ich jedes Mal gebraucht. Diesen Monat durfte ich 45 Minuten eine verdammte Hausnummer suchen. Fragt mich nicht, es war außerordentlich nervig und peinlich.

Zumindest lernt man so viele neue Menschen kennen, ich verzichte in Zukunft jedoch dankend. Was dagegen deutlich mehr vorkommen darf wären gute Bands. Es gab auf dem Festival, auf dem ich war eine. Eine ist zwar besser als keine, dennoch generischer Black beziehungsweise Death Metal ist eben nicht meins. Die Bands wären wirklich besser gewesen wären die Musiker einfach ohne ihren jeweiligen Sänger aufgetreten. An dieser Stelle war ich über die Begleitung meiner Freunde außerordentlich dankbar, zum einen hatten wir viel zu erzählen zum anderen habe ich nun definitiv einen wesentlich besser gefüllten Konzertkalender als vorher. (Mundpropaganda und Flyer sind eben doch zu etwas gut, vor allem unter Rollenspielern.)

Apropos Rollenspieler, bald ist das Semester vorbei. Unsere Kampagne dagegen noch lange und wir boulen bereits jetzt um außerplanmäßige Termine, um den Rest zu schaffen. Die Pause, die wir gezwungenermaßen Einlegen mussten, war dieses Mal leider erforderlich. Zumindest in unserer D&D Runde ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Man kann tatsächlich zu wenig Plan haben (für einen Gegner), selbst wenn der Standardsatz für Rollenspieler lautet: Der eigene Plan überlebt meist den Erstkontakt mit dem Spielleiter nicht. Im Großen und Ganzen sind drei unserer NPCs wegen uns über den Jordan gegangen und unsere Charaktere saßen quasi allesamt im Hochsicherheitsgefängnis der Nation (berechtigterweise). Ein Gefängnisausbruch ohne Magie ist gleichzeitig Nervenkitzel und wirklich ätzend. Fazit unseres letzten Treffen: Unsere Gruppenoral existiert förmlich nicht mehr (fragt sich ob wir überhaupt je eine hatten), doch stehen wir nun am Fuße des Gefängnis in Freiheit. Dafür haben wir allerdings auch alle Insassen des gesamten Gefängnisses befreit und das Anti-Magiefeld aufgehoben.

Unsere Game of Thrones Runde dagegen läuft wie immer auf Messerschneide. Meine Ehefrau hat aufgrund von einem riesigen Familienzwist (wir erinnern uns an die Verlobte meines Adoptivbruder) sich das Leben genommen, mein Charakter dreht daher momentan ein wenig durch doch dem Rest geht es dafür ziemlich gut. Der Master of Spies wurde (mit der dämlichsten Falle aller Zeiten ins Jenseits geschickt), Tywin Lannister hasst uns weiterhin wohingegen der König uns weiterhin mag, der neue Master of Spies ist tatsächlich Varys (wir alt ist der Typ bitte in der Serie?) und mein Knappe ist mittlerweile ein Mitglied der Königsgarde und somit ein noch jüngeres Mitglied als Jaime Lannister. Unser Septon muss dagegen muss sich nun entscheiden ob er dem hohen Septon dienen will oder weiterhin unserem Haus und er schwitzt bereits jetzt. Die Black Fire Rebellion, die gerade vor den Toren des Reiches steht lasse ich hier mal unbeachtet.  Für den restlichen den Monat habe ich mich ausschließlich nur mit meiner ersten Hausarbeit beschäftigt und mit meinen weiteren fünf Bewerbungsmappen für die jeweiligen Kunsthochschulen.

Was soviel bedeutet wie, ich hatte genau 1,5 Semesterwochen wirklich Ferien von insgesamt acht Wochen. Wenn mir jemand sagt Studenten würden nur faul auf der Haut liegen, den hänge ich am nächsten Kleiderhaken auf. Auch wenn niemand mehr von euch studiert hier ein paar gelernte Weisheiten meinerseits: Schreibt euch die Fußnoten in euren Referatstext gleich mit hinein. Ihr könnt beides nämlich recht gut für die Hausarbeit recyceln und ihr spart euch damit eine Menge Zeit und Nerven. Sofern euer Referatsthema nämlich nicht allzu schrecklich war, dürft ihr nämlich auch das für eure Hausarbeit wiederverwenden. Eigentlich solltet ihr das sogar auch tun. So verlockend es auch ist fangt nichts neues an, es gibt nur Ärger. Egal mit welchem Textverarbeitungsprogramm ihr schreibt, kümmert euch als aller letztes um das Layout. Ansonsten schreibt euren Text am Stück im Blocksatz ohne jegliche Absätze herunter. Alles andere ergibt ähnlich viel Ärger wie ein völlig neues Thema für die Hausarbeit zu wählen. Layouts basteln ist in Word ein wirklicher Horror, zumindest wenn es genau fünf verschiedene Leitfäden für das Aussehen der Hauarbeit gibt und die auch noch Begriffe verwenden, die man erst nach einer Woche intensiven Bearbeiten er versteht, zumal man die Einstellungen dann auch erst einmal finden muss weil die Werkzeugleiste aus unerfindlichen Gründen nicht mehr funktioniert. Danke Computer…

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Die gesammelten Schätze des Monats der kleinen Freuden

Ich dachte mir der Dezember wird ruhiger und siehe da, er wurde es. Zum Schreiben fehlt mir dennoch die Zeit und die Muse. Seien wir ehrlich, liegt vermutlich noch nicht einmal an den äußeren Umständen, sondern nur an mir Selbst. Wenn ich eins kann dann mich selbst zu überfordern mit allem was dazu gehört. Leben ist aber auch schwierig, wer hat sich dass eigentlich ausgedacht? Jetzt kommt mir nicht mit Gott. Ich weiß eine Nicht-Existenz kann man schwer beeisen, aber mir wäre es tatsächlich lieber wären wir die Herren unserer Schicksals. Zumal ich keine Lust habe mit 0,00000001% meiner Alltagsmenschen verwandt zu sein. Da gibt es nämlich verdammt große Idioten drunter. Ich verweise hier bewusst auf diesen einen ganz bestimmten Nachbarn und diverse Kommilitonen meines Studiengangs. Wenn ich es nicht live erleben würde würde ich nicht vermuten, dass es so unfassbar viele Spießer und selbstgerechte Pseudo-Linke in meinem Studiengang gibt. Vermutlich kommt zu einer der zwei Diskussionen sogar noch ein Sonderbeitrag, die zweite kann ich hier trotzdem noch einmal erwähnen.

Ich besuche ein Seminar, was sich konkret mit Bildern in verschiedensten Gewaltkontexten außeinander setzt. Keine Leichte kost, dafür aber oftmals sehr, sehr lehrreich und der Professor ist wirklich gut. In einer Stunde lauschte ich ich einem Referat, welche die Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte analysierte; Tatwaffe: LKWs. Dahinter stand die Frage im Raum inwiefern Journalisten mit ihrer oftmals nicht objektiven Berichterstattung dem Terror in die Hände spielen. Schließich tragen sie die Panik oftmals in den Raum weiter, ohne Medien würde es eben Monate dauern (oder Wochen) bis wir hier im Norden wüssten, was in Straßbourg geschehen ist. Am Ende des Referates zeigte uns die Referentin eine der Titelseiten der Tratsch und Klatsch Zeitung schlechthin. Sie sollte ein Beispiel sein, wie man auf keinen Fall Bericht erstatten sollte: (Anm. meinerseits: Wenn wir den Standard so niedrig setzen, wird das nie was mit dem anständigen Journalismus) Fette Buchstaben, negativ konnotierte Schlagwörter und eine Collage aus sämtlichen Gewaltbildern des Geschehenen. Dann zeigte uns unser Professor ein weiteres Bild einer anderen Zeitung. Zu sehen war: Das Brandenburger Tor, welches in den Farben der deutschen Flagge angestrahlt wurde, davor ein Christbaum und darunter der Ausspruch: Fürchtet euch nicht. Zu meinem Entsetzten bewerteten die Mehrheit diese Titelseite als sehr viel „differenzierter“ oder „distanzierter“. In den Moment bin ich schlichtweg aus den Wolken gefallen und verbrachte die nächsten Minuten mich über die Haltung meiner Mitstudenten zu empören. Der Professor war sowohl überrascht als auch erfreut. Ich hoffe es zumindest, er sah zumindest so aus.

Für alle zum Mitschreiben. Das Brandenburger Tor in den Farben der deutschen Nationalflagge anzustrahlen mit einem deutschen Christbaum davor und einem Satz aus dem Lukas Evangelium ist keine neutrale Berichtserstattung?! Hand aufs Herz, wer von euch ist noch praktizierender Christ (außerhalb von Ostern oder Weihnachten wohlgemerkt)? Ich bin mir sicher verdammt wenige. Weshalb zur Hölle ist also dieses Titelblatt so exkludierend? Welcher Depp hatte in dem Moment zu viel Glühwein intus? Falls der Vorfall noch nicht genug war, kann ich gleich mit meinem Chef weitermachen. Der hat sich nämlich mit seiner konsumorientierten Markthaltung mal wieder wahnsinnig beliebt gemacht. Mir erst mehrmals einprägen wann ich wo zu sein habe, aber dann keine weiteren Anweisungen geben oder erst gar nicht auftauchen um aufgetragenes gegenzuzeichnen… Dafür hetzte ich mich jedes Mal durch mein gesamtes Nervenkostüm. Vor einigen Tagen hat er dann die Quittung bekommen. Ich habe nicht umsonst eine Mütze zum Nikolaus bekommen auf der in großen, roten Lettern NO! geschrieben war. In dem Moment in dem ich den Pausenraum mit dieser Mütze betrat, hatte er die Quartalsbesprechung mit der Bezirkschefin. Passiv-Agressive Rache kann ich! Zu allem Überfluss kam noch, dass sie mir meinen im Januar versprochenen Urlaub wieder genommen und ihn auf andere umverteilt haben. Macht meine derzeitige Situation nicht unbedingt charmanter. Manchmal hätte ich wirklich nichts dagegen einfach als Einsiedler irgendwo im nirgendwo zu leben. Wobei ich dort keinen Zugang zur Weihnachtsschokolade hätte… und wer sagt, dass ich dort einen Ofen fürs Plätzchen backen hätte?

Seit langem gab es deshalb vier ganze Bleche voll, die aber nach Abzug für Freunde und Nachbarn sich recht schnell wieder relativiert hatten. Mir schmecken sie ja jedes Mal, aber ich habe immer Bedenken bei anderen. Glutenfrei heißt zwar nicht gleich gesund, aber die vergleichsweise Alternativen zu normalem Keksteig mussten dann immer drei Stunden ruhen. Wer zur Hölle wartet bitte drei Stunden auf einen Teig? Neben dem Plätzchen backen wurden dann noch gute Spiele spielt, das Blogland mal wieder etwas aufrollt und meine beiden Essays durften halt auch nicht fehlen. An dieser Stelle einen gut gemeinten Rat: Kriegsverbrechen sind kein gutes Essaythema. Also eigentlich schon, aber gerade in der Weihnachtszeit zieht einen so etwas wirklich runter. Beschäftigt euch stattdessen lieber mit schönen Sachen wie zum Beispiel Kurzbiografien. Was mir nur keiner gesagt hat war, dass der geniale Kopf der Ikonographie in seinen späteren Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Und was das für Probleme waren… Halleluja.

Da hilft dann immer nur der fensterlose Raum einmal pro Woche und egal welche Woche ich werde nächstes Mal vermutlich verdammt viel zu lachen haben. Falls alles gut geht, wovon ich eigentlich nicht mehr wirklich ausgehe. Dafür sind meine jeweiligen Gruppen zu chaotisch und betrachten wir es mal ganz objektiv… Einen Holzpalast zu brandschatzen, damit zumindest ein Teil der Königsfamilie aus der Septe rennt um nicht auch noch in die Luft zu gehen ist bis heute ein sehr interessanter Plan. Jetzt wissen wir zumindest auch, weshalb Summerhal abbrennt. Immerhin er ist nicht auf meinen Mist gewachsen. Ich halte den Plan zwar für die beste Alternative, aber immer noch nicht für eine Gute! In der anderen Woche sieht es allerdings auch nicht besser aus. Die Kampagnenprämisse einer Händlersfamilie zu helfen hatte sich mit dem Tod von vieren unserer Gruppe erledigt. Wunderbarerweise hat genau einer überlebt, weshalb wir wiederbelebt wurden. Ich betone hier übrigens das widerbelebt und nicht wiedererweckt, es war (hoffentlich?) keine Nekromantie im Spiel. Wir sind gerade dabei uns an unserem Täter zu rächen. Die Prämisse niemanden umzubringen konnten wir also gleich in die Tonne hinterher kippen.

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