Teenager

Die gesammelten Schätze des Monats der Musik

Ich dachte gerade ernsthaft, der Oktober sei bereits vorbei und war dezent irritiert. Nun gut, dem ist nicht so. Wobei mir jetzt einfällt, dass ich dringend unseren Tofuvorrat im Kühlschrank verspeisen sollte. Soja hält sich zwar, aber überstrapazieren will man die Pflanze ja auch nicht.

Das erste Wochenende des Septembers war ganz dem MPS gewidmet. Die ganze Aktion fing jedoch relativ hollprig an aufgrund von Verspätungen, Feierabendverkehr und einem Zeltaufbau, der eher einem Wir-halten-alles-fest-damit-nichts-zusamen-kracht erinnerte. Es blieb leider bei einem Zelt, denn das zweite war so Wacken geschädigt, dass wir es gleich entsorgten. Unsere Platznachbarn, waren auch ganz froh darüber hatten sie uns helfen müssen. Was lernen wir darauf, die Jungs sind absolut fit darin Soft sowie Hardware zu erneuern, aber ein Zelt aufstellen?

Schwierig…

Der Grill wurde dann gegen 22 Uhr angeschmissen, wir hatten also eine Verspätung von nur zwei Stunden. Ich memte mal wieder die Grillmeisterin (irgendwie ironisch so als Vegetarierin), aber das Fleisch wurde wohl erstaunlich gut. Es waren wohl alle überrascht, am meisten ich selbst. Anschließend unterhielten wir uns über Gott und die Welt, sangen Disneylieder und sämtliche Balladen aus naja Game of Thrones… Kommt schon, was habt ihr erwartet?!

Die Nacht war dementsprechend kurz und wir waren alle sehr erfreut über den morgendlichen Weckruf. Nicht. Neben unserem Zelt hauste der Timelord des Mittelalters. Sein Highlight zu jeder Stunde war es, sein Horn zu blasen und die Uhrzeit zu schreien. Wären die Bewohner des Campingplatzes nicht völlig im Eimer gewesen, wir hätten ihm die Gurgel umgedreht. Es war nämlich sieben Uhr morgens als er anfing. Es folgt die acht und um neun erbarmten wir uns schließlich aufzustehen, es nütze ja doch nichts. Wir wollten schließlich frühstücken, uns umziehen, mit den anderen noch shoppen gehen und das erste Konzert sollte bereits um 13 Uhr starten. Um neun Uhr, hat der Herr mit dem Horn dann übrigens ausgesetzt… Eine Welle aus unflätigen Wörtern folgte. Um zehn ertönte erneut sein Horn. Ich sehe, hier war man sich schnell einig.

Bin ich eigentlich die einzige Person, die das Wort „Gewandungen“ zwar episch findet, aber auch gleichzeitig sehr merkwürdig? Gegen dass sich nun vor uns erstreckende Meer aus Pfauenfedern, Rüstungen, Holzplatten, Stoffbergen, Flechtfrisuren und Make-Up konnten wir unmöglich ankommen. Zu uns gesellten sich Paladine, Samurais, Faune, Drachenblüter, Saurons, Gandalfs, Zwerge, Orks, Piraten und natürlich ein paar wunderbaren Elfen und wir alle pilgerten zur großen Wiese… So fing der Reigen an und die Eröffner waren Ye Banished Privateers. Eine Piraten(rock?)band, deren Musik uns ordentlich in Schwitzen gebracht hat. Piraten sind schon ein hartes Volk. Auf dieselbe Partyweise bestritten wir dann den Tag mit Waldkauz, Versengold, Saltatio Mortis, Knasterbard, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Fiddlers Green, und Faun.

Waldkauz wäre an dieser Stelle mein Geheimtipp. Eine Mischung aus Faun und Omnia, wobei sie musikalisch eher an Faun andocken und im Gegensatz zu Omnia, die englischen Texte singen können ohne dass es lächerlich wirkt.

Die große Aftershowparty gipfelte dann in einem Fiddlers Green Konzert und Holy Hell, die Jungs sind echte Rampensäue. Wurde vorher schon ordentlich getanzt wurde es hier auf die Spitze getrieben. Brüllen, Johlen, Grölen, Tanzen, Springen, Moshpid, Wall of Folk, alles inklusive und am Ende des Konzerts hatten 80% des Publikums keine Oberteile mehr an. Geschlechts und Gender unabhängig… Ein riesen Spaß! Ich merke an dieser Stelle an, die Band war keine Metalband sondern spielte irish Speedfolk.

Der Weg zum Zeltplatz war dagegen weniger amüsant. Zu wenig Licht und nun ja Winter is comming war plötzlich Gegenwart geworden. In dem Moment hätte ich gerne den schwarzen Ikeaflokati aka Mantel des Kommandanten der Nachtwache gehabt. Ein grobgewebtes Leinencape musste herhalten und unter jeder Menge Gegröle und Gehopse (Das Grölen war eher einem Röcheln und das Springen eher ein Humpeln) kamen wir zumindest beim Zelt an, ohne vorher zu Eis erstarrt zu sein.

Dumm nur, dass diese Nacht das Lagerfeuer nicht ganz so brennen wollte wie letzte Nacht. Plötzlich erschien uns die Nacht durchzumachen irgendwie doch nicht mehr so verführerisch wie am Tagesanfang und so wurde um kurz vor vier Uhr das letzte Handylicht ausgeknipst. Am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass es zwei von uns sogar nicht mehr in ihre Zelte geschafft hatten, sondern einfach draußen geblieben waren. Die beiden, wurden dann jeweils auch wirklich fies krank. Aber auch wir bekamen am nächsten Morgen die Quittung. Unser Hornbläser verschlief übrigens sowohl sechs, als auch sieben und acht Uhr. Kurz vor neun ertönten die ersten hämischen Rufe à la Na wie spät ist es denn jetzt?, Hat da jemand zu viel gesoffen? und natürlich kam auch der Wackeninsider wieder hoch, der ewige Ruf nach: HELGA!

(mehr …)

Advertisements

Heute hat meine Welt Geburtstag

Ich denke ich habe mich nun lange genug gedrückt, jetzt ist es soweit. Heute, morgen oder wann auch immer feiere ich klammheimlich und gar nicht groß das Jubiläum meines Blogs. Der Beitrag kommt zwar ein wenig verspätet (schließlich ist es schon Mitte August), aber ich habe ja gesagt ich habe mich lange gedrückt. Allerdings gab es noch nie einen solchen Beitrag, ich wollte immer Geburtstagsbeiträge schreiben wusste nur nicht wie. Wirklich was zu feiern gab es nicht, spannendes bezüglich meines Blogs auch nicht und irgendwie fand ich sowieso alles über bewertet. Bei fünf Jahren kann man dann schließlich mal eine Ausnahme machen.

Ich weiß übrigens immer noch nicht über was ich schreiben sollte. Fünf Jahre ist eine verdammt lange Zeit. Insbesondere für jemanden der mit 15 angefangen hat diesen Blog zu schreiben…

Damals war das Ganze ja mehr eine Schnapsidee oder Trotzreaktion auf unsere unfassbar schlechte Schülerzeitung und dann bin ich irgendwie kleben geblieben. Woche für Woche und Jahr für Jahr. Es verwundert mich übrigens heute noch, dass es damals wirklich Menschen gab, die sich für mein Geschreibsel interessiert haben.

Wenn ich mir meine ersten Beiträge so anschaue will ich eigentlich vor Scham im Boden versinken. Es sind quasi meine alten Tagebüchereinträge, faszinierend und wie gesagt ein wenig fremdschämend dabei weiß ich noch nicht einmal wirklich richtig warum.

Ich habe übrigens mal vor zwei Jahren versucht sämtliche Rechtschreibfehler aus vorherigen Beiträgen zu korrigieren. Nette Vorstellung, aber ich bin haushoch gescheitert es waren schlichtweg zu viele zumal ich wirklich versucht war sie komplett neu zu schreiben. Das kam mir dann auch wieder falsch vor, deshalb habe ich es gelassen und danke noch einmal alle Menschen die mich früher gelesen und kommentiert haben, die gekommen sind um zu bleiben, die mich über all die Jahre mitverfolgt haben und natürlich will ich auch denen danken, die erst seit kurzem dabei sind. Was wäre ein Blog, ohne Leser? Ohne Leser, ist es doch arg einsam…

Wenn ich die Jahre zu Revue passieren lasse, ist es doch immer wieder erstaunlich was alles in einer solch „kurzen“ Zeit passieren kann. Nicht nur innerhalb des Bloglandes, besonders außerhalb des ganzen virtuellen Raumes. Als ich diesen Blog angefangen habe war ich erst in der 8.Klasse und heute fange ich im Oktober an zu studieren. Dazwischen gab es natürlich jede Menge Höhen, Tiefen, Dramen, Reisen, Praktika, Konzerte, Theaterstücke und vor allem neue Freundschaften. Manche hielten nur wenige Wochen, andere kommen so langsam in die Jahre.

Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass ich langsam erwachsen werde. Nicht wirklich klischeehaft erwachsen, eher reifer? Ich meine altklug und frech war ich schon immer, ich meine eher das Stadium sich selbst zu mögen. Mit all den Ecken und Kanten, die man eben so hat. Darüber hinaus fange ich so ganz langsam wirklich feste soziale Kontakte zu knüpfen. Ich bin kein Grottenolm Meer, eine Runde Applaus für mich bitte. Wenn du mich jedoch zur Zeiten der Rush Hour in ein öffentliches Verkehrsmittel steckt, relativiert sich alles ganz schnell wieder.

Kehren wir trotzdem zu einer Frage zurück, die mich schon etwas länger begleitet. Die Frage lautet: Welchen Rat würdest du deinem jüngeren- Ich erteilen, wenn du es jetzt könntest?

Mal abgesehen von der Wahrscheinlichkeit, wie wahrscheinlich es ist dass dieses Szenario eintrifft hätte ich auch absolut keine Antwort. Ich muss nichts mehr an meiner Vergangenheit verändern. Ich habe mit ihr abgeschlossen. Ich bin mir zu 95% immer selbst treu geblieben, ich habe immer an mich geglaubt (wenn ich es nicht getan habe, hatte ich Freunde die es für mich getan haben) und vor allem war ich meistens immer ehrlich. Die 5%, die ich dann abgewichen bin haben mich einiges gelehrt und das wars. Ich bin damit zufrieden nicht immer zu 100% zufrieden sein zu können. Manchmal muss man eben seine Suppe auslöffeln, und manchmal wird das äußerst fies, unangenehm und man fühlt sich allein, hoffnungslos, bescheiden, wertlos und ich kann euch sagen auch wenn ihr euch so fühlt, dass ihr es garantiert nicht seid. Weder wertlos, noch hoffnungslos, noch allein. Man muss zwar die Suppe allein auslöffeln, aber es gibt dort draußen ganz viele nette Menschen, de dir dabei gerne helfen. Selbst wenn du die Suppe mehrmals auslöffeln musst, denn das wirst du müssen glaub mir Ich habe das Gefühl, das Leben ist ein einziges Suppenbuffet bzw. ein You have to eat(mehr …)

Analyse der vier magischen Heime Teil I

Ehe man sich versieht läuft einem eines Tages der Gedanke über den Weg, sich doch mal wieder mit Harry Potter zu beschäftigen. Lesen wäre zu einfach und so wurde es der grafische Aspekt. Beschäftigen wir uns doch mal mit den Wappen und den Häusern. Hier habt ihr zumindest den ersten Teil.

Das Hause Slytherin:

Das Haus, was sich selbst so erschaffen hat wie wir es heute kennen. Ich denke jeder kennt die weit verbreitetsten Vorurteile gegenüber Slytherin: böse, arrogant, hochnäsig sowohl feige als auch elitär. Kurz um, Mitglieder dieses Hauses sind die perfekten Antagonist von Harry und seinen Freunden. Leider, denn Slytherin ist mit Hufflepuff wohl eines der missverstandensten Häuser überhaupt. Das Problem liegt sehr viel tiefer als „alle Slytherin sind böse“.

Es fing damit an, dass der Gründer Salazar Slytherin nicht mit den Auswahlkriterien der anderen Hausgründer übereinstimmte. Er strebte nach größerem, besserem. Er wollte ein eindeutiges Indiz für die Identifizierung seiner Schüler, denn Leistung oder Charakterzüge konnten sich im Laufe eines Lebens ändern. Was sich jedoch nicht so leicht ändern ließ, war die eigene Blutlinie. Reinblut, Mischblut oder gar Schlammblut. In Salazars Augen war man nur dann ein echter Zauberer wenn auch eigenen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern schon welche gewesen waren. So kam Slytherin zu seinem zwiespältigen Ruf, der sich im Laufe der Geschichte noch verschlimmerte.

Es gibt unter den Slytherin-Potter-Fans übrigens zwei verschiedene Stellungsnahmen zu dieser Vorgeschichte. Die einen (und damit auch ein Großteil) schüttelt darüber nur den Kopf und entschuldigt sich inständigst für den Rassismus „ihres“ längst verstorbenen Hausherren.

Die andere Gruppe versucht das ganze historisch zu rechtfertigen (und entschuldigt sich danach, im besten Falle). Die Zaubererwelt war nicht immer so versteckt gewesen. Mensch und Zauberer sollen einst dicht nebeneinander gelebt haben bis es zu einer Zeit kam, in der die Menschen angefangen haben die Zauberer und ihre Kultur zu verteufeln, zu verbannen und zu hassen. Die Zauberer mussten fliehen, untertauchen und so verfrachteten sie ihre gesamte Welt mal eben ins Unsichtbare. In dieser Zeit der Verfolgung wurde anscheinend Hogwarts gegründet. Salazar wollte somit nur sicher gehen, dass weder Spione noch anderweitig manipulierte Schüler in sein Haus kommen könnten. Denn jeder Schüler, der mindestens ein menschliches Elternteil hatte war natürlich ein Spion oder geisteskrank oder ein Monster, am besten alles zusammen… Ihr seht Salazar war ein ganz klein wenig paranoid unterwegs.

Die Kammer des Schreckens unterstützt diesen Gründungsmythos auch noch hervorragend. Die einen meinen sie sei lediglich als Verteidigungsinstrument gegen den Feind gedacht, andere vermuten dass Salazar die Kammer des Schreckens als Folterkammer für muggelstämmige Schüler genutzt hat. Salazar war womöglich nicht nur rassistisch sondern auch noch verdammt rachsüchtig. Kein angenehmer Zeitgenosse. Biegen wir von den Mythen zurück auf den Pfad der Realität und stützen wir uns auf Dinge, die wir tatsächlich wissen.

Beispielsweise die Symbolik der Schlange. Da fällt mir besonders ein Wort ein: ambivalent. Selbst heute halten sich diverse Vorurteile gegenüber der bösen Schlange hartnäckig und lassen dieses Tier mehr als Mordmaschine als ein bloßes Reptil dastehen. Ganz anders sieht es dagegen in Ost-Asien (Indien) aus, wo noch heute die Schlange als Schutzpatronin verehrt wird. Auch im antiken Griechenland stand die Schlange für Heilung. Nicht umsonst haben wir das Ärztesymbol mit der Schlange des Asklepios über jeder Apotheke hängen. Ebenso war in Rom Asklepios einer der meist verehrtesten Götter und damit einhergehend das Symbol der Schlange. Wenn nicht die Bibel um die Ecke gerauscht wäre, würde die Schlange vermutlich nach wie vor ihr nobles Ansehen genießen können. Dann plötzlich wurde die Schlange zur „bösen“ Verführung Gottes der Adam und Eva nicht standhalten konnten. Zack, Bum wurden sie aus dem Paradies herausgeschmissen. Selbst Schuld…

Des weiteren gehören Eigenschaften wie Ehrgeiz, Willenskraft sowie List ebenfalls zur Schlange.

Erinnert irgendwie an das charakterliche Komplettpaketes eines Politikers, Hegemons, Waffenhändler, Lobbyist, Bänker oder Intrigants.

Sie alle haben eines gemeinsam sie wollen ihre Machtposition auf keinen Fall verlieren, ergo keine Veränderungen im System damit sie die Kontrolle behalten können. Vielleicht hatte Salazar auch nur vor Kindern Angst, die beide Seiten der Gesellschaftsmedallie kannten: Schlammblüter sind mit beiden Kulturen aufgewachsen, können sich in beiden womöglich bewegen und haben in beiden gute Beziehungen. Wenn es in einer der beiden Welten nicht klappt, dann passt es immer noch woanders. Schlammblüter sind nicht so einfach zu beeinflussen wie reine Zaubererkinder. Wer weiß, vielleicht ahnte Salazar auch dass sich manche Schlammblüter besonders beweisen wollen würden. Schaut man sich Hermine Granger an, weiß man plötzlich weshalb er auch soviel Angst hatte. Mit dem Mädchen will sich vermutlich keiner so schnell anlegen.

Wie bei so vielem, gibt es einen großen Haken: Die Zeit. Sie schreitet voran und Dinge, Werte etc. verändern sich und damit der Umgang oder Regeln für das zwischenmenschliche Miteinander. Wenn aus der Not irgendwann Tradition wird, da es als schicker Lebensstil gilt dann ist man irgendwo ganz falsch abgebogen. Das Streben nach Höherem, Wissen, Macht, Reichtum oder schlichtweg Ehrgeiz sind ganz besonders leicht zu instrumentalisieren, es braucht nur einen Tom Riddle.

Sowohl die Schlange als auch die Slytherin sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sieht man eindeutig die Bösen wie Bellatrix, Voldemort aber es gibt auch auf der anderen Seite graue Schatten wie Snape oder sogar Draco Malfoy. Snape als der Doppelagent schlechthin und Draco als ein hilfloser völlig verkorkster Teenager, der überhaupt so gar keine Ahnung hat was sein Platz in der Welt ist. Ich meine, er konnte/wollte Dumbledore nicht töten, er kann gar nicht so böse sein.

Zu aller letzt will ich hier auch noch Narzissa Malfoy erwähnen, die hat Harry letztendlich gerettet. Ich bezweifle allerdings stark, dass sie erleuchtet wurde. Ich glaube eher dass ihre Entscheidung bloßes Kalkül war. Ihr war Ehrverlust unter den Todessern lieber, als mit ihnen nach Askaban zu gehen. Ein wenig feige, vielmehr durchtrieben, berechnend und listig. Eine Slytherin durch und durch, was Harry jedoch geholfen hat.

Zum Schluss möchte ich noch einmal eine kleine Pointe in den Raum werfen, denn der sprechende Hut erwähnte in Buch Eins, dass man vielleicht in Slytherin seine wahren Freunde finden könnte…

Ob es heißt, dass wenn man weiß wie man ein zweischneidiges Schwert führt freundschaftlich ausgesorgt hat? Vielleicht.

Das Hause Hufflepuff: 

Im Gegensatz zum Hause Slytherin findet man hier sehr viele „nette“ Leute. Sympathisch, lustig, loyal, treu und womöglich auch gerne ein wenig treudoof bzw. naiv. Es war das Haus, was ich von Anfang an nicht mochte und völlig unterschätzt habe. Vermutlich wäre ich trotz heutigem Wissensstand persönlich beleidigt, würde man mich als Hufflepuff bezeichnen. Trotzdem sind sie so viel mehr als die augenscheinlich netten Ottonormalverbraucher der Zaubererwelt.

Wie sooft ist die Geschichte des Hauses nicht ganz unschuldig an der gegenwärtigen Darstellung des Hauses. Der Legende nach soll Helga Hufflepuff geäußert haben „sie nähme auch den Rest, der in kein anderes Haus passe.“ Auf der einen Seite sticht das Wort „Rest“ schon sehr penetrant ins Herz. „Rest“ bezeichnet normalerweise Dinge, die oftmals verschmäht werden oder schlichtweg übrig bleiben. Von einer ganz anderen Seite betrachtet ergibt sich durch den „verschmähten Rest“ die größte Vielfalt an Menschen auf relativ engem Raum. Es besteht aus Menschen, die sich womöglich nicht richtig einordnen lassen können, die vielleicht sogar zu sehr Freigeist sind um feste Charakterzüge oder Denkweisen zu besitzen. Sie selbst könnten schlichtweg schwerer zu beeinflussen sein als die restlichen Mitglieder der anderen Häuser. Da fällt die Wahrscheinlichkeit von Gegnern instrumentalisiert zu werden beträchtlich.

Gerne wird den Hufflepuffs ebenso vorgeworfen, dass sie faul sein. Zwar sieht oder vielmehr liesst man von

ihnen recht selten, dass sie entweder in der Bibliothek lernen oder sich gar an irgendwelchen anderen Orten der geistigen Horizonterweiterung aufhalten. Jedoch betonte Helga, dass für sie nicht anderes als harte Arbeit zählt, ob an sich, an der Umwelt oder sonst wo im Harry Potter Universum wird offen gelassen.

Im Laufe der Bücher und der Jahre gewinnt Hufflepuff ein wenig mehr an Plastizität. Es werden immer mehr Anforderungen für die Hausmitglieder bekannt und seien wir ehrlich, Sie sind keineswegs un-anspruchsvoll. Ein guter Hufflepuff sollte folgende Werte in sich tragen: Treue, Loyalität, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit sowie Aufrichtigkeit. Das ist eine ganze Menge und gleichzeitig kenne ich sehr wenig Menschen, auf die diese Eigenschaften zutreffen. Wer von euch kennt denn einen Menschen, dem er blind alles erzählt oder ihm sein Leben anvertrauen würde. Im besten Falle maximal zwei oder? (Falls nicht… Was hast du bitte für geniale Freunde/Familie?!)

Um das ganze noch ein wenig salonfähiger zu machen präsentiere ich euch an dieser Stelle mal den beispielhaftesten Hufflepuff, den wir in Harry Potter treffen: Cedric Digory. Ich weiß nicht mehr in welchem Band Harry und Cedric gleichzeitig (während des Quidditschspiels) den Schnatz jagen, aber am Ende gewinnt Cedric. Allerdings nicht ganz fair, denn Harry wäre schneller gewesen wäre er nicht urplötzlich und uneigenverschuldet vom Besen gefallen. Cedric hätte die Situation so hin nehmen können und sich freuen können gegen Harry Potter gewonnen zu haben, jedoch bietet er Harry an das Spiel zu wiederholen. Der Moment sei so unfair gewesen. Wie oft hört man diesen Satz in unserer Welt?

Spinnen wir das Rad noch weiter, man sagt dass ein Hufflepuff jedem hilft sofern er sich dazu berufen fühlt. Cedric hätte Harry nicht während des trimagischen Turniers helfen müssen und dennoch hat er es gleich zwei Mal getan (zum einen mit dem Drachen und zum anderen Mal mit der Spinne). Wer hätte denn das Turnier am Ende gewonnen? Richtig Cedric, nicht Harry….

Hat J. K. Rowling eigentlich auch die Wappentiere zu den Häusern gezeichnet? Sie wird sie sich zwar grob ausgedacht haben, aber so genau konzipiert? Es bedarf Nachforschungen. Schaut man sich das Hausemblem erneut genauer an, sollten nach meiner Erläuterung bitte ein paar magisch erhellende „Ahhhhs“ und „Ohhs“ durch die Luft fliegen.

Der Dachs ist auf den ersten Blick kein besonders beliebtes/populäres Tier. Das einzige was ihm Wiedererkennungswert gäbe, wäre sein schicker schwarz-weißer Streifen auf dem Rücken. Doch das erste Erscheinungsbild des Dachses täuscht gewaltig. Er ist ein verdammt fleißiges Tier, seine Tunnelsysteme erstrecken sich häufig über hunderte von Metern darüber hinaus sagen die Ureinwohner Nordamerikas ihm heilende Kräfte nach. Ob die Huffplepuffs besonders medizinisch bewandert sind sei mal dahin gestellt, jedoch sind sie ähnlich unbeliebt wie die Dachse aber eben auch genauso fleißig. Cedric wäre nicht soweit gekommen, wenn er so faul gewesen wäre wie alle es den Hufflepuffs immer unterstellen würden.

Anderes Beispiel: Nymphadora Tonks. Ich denke da sind keine weiteren Erklärungen mehr nötig. Sie ist alles nur nicht faul, beschränkt oder gar etwas langsamer.

Vorurteile hin oder her die meisten Hufflepuffs arbeiten hart, sie sind die Helden der zweiten Reihe. Sie sind die Menschen, die eine Stadt/ Zivilisation am Laufen halten ohne groß in der Öffentlichkeit zu stehen. Sie brauchen weder besonders viel Aufmerksamkeit noch Ruhm oder Skandale um sich wertgeschätzt zu fühlen. Ein Danke, Nicken oder einfaches Lächeln reicht bereits, denn sie tun diese Dinge um ihren Selbstwert. Krankenpfleger, Pädagogen, Erzieher möglicherweise auch Handwerker wären ihre bevorzugten Berufe, vielleicht auch Straßenkehrer oder Pfleger von magischen Geschöpfen. Interessant dabei ist, dass viele Menschen (ja du und ich) Hufflepuffs als den idealen Freundestyp ansehen und sie liebend gerne hätten, nur möchte gleichzeitig niemand ein Hufflepuff sein eben aufgrund der Vorurteile.

Es kommt sogar noch besser, Hufflepuff ist wohl eines der loyalsten Häuser schlecht hin. Selbst ein größerer Unsympath wie Zacharias Smith (Quidditsch- Jäger der Hufflepuffs, Kommentator, Jenny fliegt in seine Sprecherkabine) würde niemals jemanden hinters Licht führen. Auch wenn Smith niemals von Harry oder gar Dumbledors Armee begeistert war.

Ich spanne mal den Faden weiter zu den Wappenfarben: Schwarz, Gelb. Geld ist eine der Primärfarben und steht für folgende Attribute: Freundlich, glücklich, optimistisch. Schwarz dagegen bedeutet selten etwas gutes, es kann jedoch in der richtigen Kombination die andere Farbe zusätzlich hervorheben. So wie bei dem Wappen, das Schwarz ist mehr funktional als wirklich symbolisch.

Starke Frauen in Videospielen

Die Reihe, sie lebt wieder! Gut, sie war eigentlich nie tot. Ich brauchte nur eine kleine Verschnaufpause, die sich mächtig in die Länge zog aufgrund ellenlager Recherche. Ich möchte eins sagen, es gibt verdammt viele starke Frauen in Videospielen nur muss man diese eben erst einmal finden. Ihr wisst ich bin kein Freund von Mainstream. Zumindest nicht in dem Sinne, dass man populäre Charaktere nicht noch breiter treten muss als sie schon sind. Ihr versteht? Nahezu jeder Gamer kennt Ellie aus The Last of Us, Samus Aran aus Metroit, Bayonetta oder Claire Redfield aus Resident Evil, aber was nützt uns dass? Die kennen wir, sie sind auf ihre eigene Art wunderbar ber wir wollen noch Neues. Also hier kommt das Futter. Übrigens möchte ich anmerken, dass ich noch gerne so viel mehr Charaktere hier eingebaut hätte, aber wirklich stark wären diese nicht gewesen. Eher gebrochen oder einfach nur Bad-Ass. Die zwei Eigenschaften tauchen hier auch hin und wieder auf (zwei bekannte Charaktere musste ich hier auch einfach einbauen), jedoch soll es ja nicht das Haupkriterium werden. Übrigens wer wissen will wie alles angefangen hat, der darf hier klicken… und wer dann noch Lust hat auf Film sowie Serien, der ist herzlichst eingeladen sich das ebenso zu Gemüte zu führen.

Nariko aus Heavenly Sword

Narikos Geburt stand eigentlich unter einem perfekten Stern. Im Jahre des Feuerpferdes, sollte ein göttlicher, junger Krieger geboren werden, der später die Gottesklinge beherrschen konnte und Frieden sollte einkehren. Aus dem jungen Krieger wurde jedoch eine junge Kriegerin und ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Der Vater war außer sich, seine Tochter umbringen konnte er jedoch auch nicht. Von dort an lebte das Volk in dem Glauben, dass die Prophezeiung vielleicht etwas ungenau gewesen war.

Das Böse ließ nicht lange auf sich warten und so forderte eines Tages der machthungrige König Bohan das heilige Schwert. Sein Ziel? Natürlich die Weltherrschaft. Wieder Nariko noch ein anderer Angehöriger ihres Stammes kann dies zulassen und so kommt es zur Schlacht. In der bekommt sie die berühmt berüchtigte Gottesklinge in die Hand gedrückt, zusammen mit dem Auftrag so ziemlich alles und jeden damit einmal zu Schaschlik zu verarbeiten. Nur besitzt dieses Schwert einen großen Haken, das Schwert zu führen kostet enorme Kraft. Lebenskraft. Ist man kein göttlich Auserwählter, sieht es damit irgendwann verdammt schlecht aus und in diesem Moment soll sich das Schwert gegen den Träger richten.

Den Haken ignorierend kämpft Nariko wie eine Furie. Sie wird entführt, besiegt und traumatisiert. Dennoch rappelt sie sich immer wieder auf, woran ihr Vater und ihre Schwester (?) nicht ganz unschuldig sind. Zum Schluss jedoch nützt es alles nichts und sie stirbt. Doch selbst dann ist es für sie noch nicht ganz zu Ende, denn sie schließt einen Pakt mit dem Schwert. Sie darf noch einmal wiederkehren, um König Bohan zu besiegen, sich an ihm zu rächen und ihr Volk zu retten. Als Gegenzug muss sie dann endgültig sterben.

Traurig und doch irgendwie wundervoll. Ich meine, es gibt wohl keinen größeren Einsatz als das eigene Leben. Zumal Nariko sich erst einmal eingestehen musste, dass sie eben nicht der göttliche Krieger ist für den sie immer alle gehalten haben. Wenn das eigene Lebensbild mal eben flöten geht… Und trotzdem opfert sie sich für ihre Familie und ihren Stamm. Die emotionale Bindung war mir ein Erwähnen wert. Seien wir ehrlich wie wahrscheinlich ist es, dass von dort an ihr Volk auf ewig friedlich weiterleben wird?

Terra Branford

Terra Branford ist Soldatin, eigentlich die Soldatin schlechthin. Unterstellt ist sie Imperator Gestahls sowie Kefka Palazzo jedoch nicht ganz freiwillig. Sie trägt eine Art Sklavenhalsband, was jegliche Ungehorsam verbietet.

Während einer „missglückten“ Mission wird der Knechtreif endgültig zerstört und Terra ist frei. Die plötzliche Freiheit nützt ihr dagegen wenig, denn sie leidet von dort an unter Amnesie.

Da sie die Rebellen gefunden haben wird sie so unfreiwillig zum Instrument ihrer ehemaligen Gegner und ehe sie es sich versieht wird sie zum Spielball der beiden Parteien.

Für Terra zählt reichlich wenig, sie hält nicht viel von Politik weshalb sie sich auf dieses politische Machtspiel mal einlässt mal nicht. Das Einzige was für sie zählt, ist die Wiedergewinnung ihres Gedächnises. Mit der Zeit fügen sich alles wieder zusammen, weshalb sich Terra in einer völlig neuen Rolle sieht.

Ihr Standpunkt verändert sich abermals mit dem Anbruch der großen Apokalypse. Nach dieser riesigen Katastrophe fängt ihr selbstbestimmtes Leben erst richtig an. Terra wird Ersatzmutter für Waisen, deren Eltern während des Unglücks gestorben sind. Ruhe wird ihr trotzdem keine gegönnt, denn Kefka ist immer noch auf Terras Spur. Je bedröhlicher Kefka für die Kinder wird, desto stärker wird Terras Willen.

Plötzlich ist sie gar nicht mehr so verloren. Denn wenn jemand versucht ihren Lieben (die einzigen Wesen zu der sie eine positive emotionale Bindung hat) etwas anzutun ist Schluss mit lustig. Terra beschließt endlich für etwas in ihrem Leben aktiv Partei zu ergreifen und sie beginnt zu verstehen was Liebe ist, Freundschaft bedeutet und dass das Schreckensregime ein Ende haben muss. Was gibt es besseres und stärkeres als eine junge Frau die sich selbst findet? Recht wenig würde ich behaupten.

Cerys an Craite

Das Witcher Universum hat so einiges an starken Frauen zu bieten. Ich persönlich würde mich weder mit Yennefer noch mit Triss oder mit einer anderen Zauberin der Loge und erst recht nicht mit Ciri anlegen.

Nun haben alle diese Frauen das Glück mit übernatürlichen Kräften gesegnet zu sein. Die Fähigkeit zu zaubern oder durch Zeit und Raum zu reisen setzen den Badass-Faktor erheblich nach oben. Es ist nicht wirklich ein Wunder, dass sich jeder vernünftige Mensch in the Witscher von diesen Damen fernhält. Deshalb ist es gerade hier wichtig, ein wenig Abseits des Trubels zu schauen. Abseits der ganzen Höfe, Burgen, Schlachtfeldern, Schlössern oder Festungen. Auf in den hohen Norden!

Aufgrund tragischer Umstände suchen die Skelliger eines Tages nach einem neuen Anführer. Jemanden der die zerstrittenen Stämme wieder zusammenbringt und dafür sorgt, dass Skellige sich sowohl wirtschaftlich als auch territorial positiv entwickelt.

Es gibt mehrere Anwärter, darunter Cerys. Eine Frau als Anführer? Für die Skelliger etwas völlig revolutionäres, aber auch nicht völlig abwegiges. Wenn sich Geralt aka der Spieler sich nicht allzu blöd anstellt gewinnt Cerys den. Sie ist keinesfalls auf den Kopf gefallen, stur wie ihr Bruder, hat jedoch einen entscheidenen Vorteil. Sie weiß wie wichtig Kommunikation vor allem miteinander ist. Mit ihrem strengen jedoch diplomatischen Führungsstil bringt sie frischen Wind in den eisigen Norden. Falls sie Anführerin bei euch wird kann ich euch verraten, dass sie ihren südlicheren Rivalen ziemlich auf den Kopf haut. Das schaffte vorher keiner ihrer männlichen Vorfahren, durch sie erlebt Skellige einer der besten Zeiten seit seiner Gründung. Wer kann schon von sich behaupten, dass er mit Köpfchen ein gesamtes Königreich besiegt hat?

(mehr …)

Die gesammelten Schätze des Monats der Kreislaufattitüden

The Master is back! So seit dem 4. Mai bin ich wieder im Land und es ist himmlisch!

Kurzer Teaser, den alle meine Freunde und Bekannten sich schon anhören mussten: Ich habe wieder eine Wasch-, Spülmaschine und einen leckeren gefüllten Kühlschrank!

Die Abreise verlief erstaunlich entspannt, nur organisieren können isländische Taxiunternehmen nicht wirklich. Da ruft man schon an und bestellt ein großes Taxi (großer Koffer und Übergepäck) und was kommt? Das kleinste Taxi von ganz Island, mit einem Fahrer der beim Aussteigen fast an seinem eigenen Raucherhusten erstickt. Den Koffer haben wir dann doch noch irgendwie versaut bekommen….

Das kam dann übrigens auch zwischenzeitlich, denn es waren immerhin noch -2°C und der Schnee wollte sich wohl noch einmal in seiner ganzen Pracht zeigen. Eine wahre Naturgewalt, die mir fast den Flug verdorben hat. Glücklicherweise hielt er gerade mal eine Stunde an, und die Räumungsfahrzeuge in Reykjavik sind extra schnell.

Danach ging es weiter zu Security, die übrigens sämtlichen Südeuropäern oder Arabern Ehre gemacht hätte. Sie reden laut und gestikulierend wild dabei, half mir allerdings auch nicht sie zu verstehen. Es ist recht schwierig sich an irgendwelche angeblichen Ansagen zu halten, wenn man diese nicht versteht und keiner einem hilft sie zu verstehen. So stand ich dort mehr oder minder völlig verloren, bis sich mal ein Herr dazu erbarmte mir zu erklären was denn die Dame letztendlich wollte. Fazit: Sie wollte, dass ich eine zweite Schale für meinen Rucksack holte. Die Verweigerung Englisch zu sprechen vermisse ich definitiv nicht!

Was das Sicherheitskontrollpersonal übrigens immer hassen, sie aber nichts dagegen tun können ist eine leere Trinkflasche mitzunehmen. Sie können euch die nicht wegnehmen und ihr könnt sie hinter der Security wieder auffüllen. Übrigens, selbst die Duty-Free Shops sind auf Island teuer. Allerdings haben sie eine hervorragend sortierte Spirituosenabteilung. Für einen Festbetrag und dem Vorzeigen des eigenen Passes dürft ihr euch sogar an einer der Bars dort besaufen. Ich sag mal so, als ich an ihr vorbeischlurfte war es gerade mal sieben Uhr morgens und sie war voll. Denkt euch den Rest.

Mehr kann ich eigentlich gar nicht mehr erzählen. Alleine Reisen ist in Kombination mit dem isländischen Flughafen ist nicht allzu spannend. Es sei denn ihr seid zwei ältere Isländer, die ins falsche Flugzeug aussteigen und plötzlich rausbegleitet werden müssen. Diese zwei älteren Herren, saßen in meiner Maschine und waren fest der Überzeugung, dass sie nach Oslo fliegen würden. Ich frage mich heute noch wie man dies Verwechseln kann. Beide Städte sind unterschiedlich groß, werden Unterschiedlich geschrieben und liegen überhaupt wo ganz anders. Sobald die zwei in ihrem richtigen Flugzeug saßen starteten wir auch schon.

Wobei sich zuvor noch ein sehr übervorsichtiger Vater bei der Stewardess genau erkundigte wie genau man denn die Schwimmweste unter dem Sitz hervorholen kann. Als nächste Frage kam dann auch noch ob das Flugzeug auch sicher sei… Am liebsten hätte ich ihm erzählt, dass die Tragflächen eines Flugzeugs lediglich geklebt werden.

Ich hatte übrigens eine Sitzreihe für mich alleine, schlafen war trotzdem nicht drin. Es macht Stewardessen immer wieder Spaß die wehrlosen Füße von Passagieren mit ihrem verdammten Wagen zu traktieren. Ich habe es dann irgendwann aufgeben und bei dem besorgten Vater durch die Sitzlücke erneut Dunkirk geschaut. Irgendwie ironisch. Ein total überfürsorglicher Vater, der vermutlich eine leichte Flugangst hat schaut sich Dunkirk zur Beruhigung an? Die Kompensationsmethoden von Menschen sind schon faszinierend. (mehr …)

Ein Dutzend Dinge, die ich während meines „Auslandsjahr“ gelernt habe

Seit gut drei Wochen bin ich mittlerweile wieder im Lande und bin einigermaßen angekommen. Deshalb bin ich auch erst jetzt dazu gekommen mir so wirklich Gedanken um die letzten neun Monate zu machen. Hier sind ein Paar meiner Einsichten, die ich mal aufgeschrieben habe. Villeicht wird zu dem Thema noch mehr kommen nur ist in-sich-hinein-gehen ein relativ anstrengender Prozess und ich bin mal wieder überall und nirgendwo unterwegs….

Own your Shit

Die wichtigste Sache, die ich wohl während meiner neun Monate Ausland gelernt habe wäre: Own your Shit. Gerade in Beziehungen zu Partner(n), Freundin, Arbeitgeber, Kollegen oder wen auch immer. Lerne dich deiner selbst Bewusst zu sein. Lerne dich selbst zu hinterfragen und beseitige Probleme wie Eifersucht, schlechte Laune, Streitereien oder Ansprüche. Denn ganz oft ist es nicht die Kleinigkeit die jemand erwähnt hat, die uns durch die Decke gehen lässt. Meist ist es etwas ganz anderes, etwas was viel tiefer sitzt. Die eigene Unsicherheit sollte nicht die Ursache dafür sein, dass ihr jeden zweiten Tag jemanden mit verbalen Molotowcocktails bewerft. Ich bin ein Paradebeispiel dafür, ich habe konsequenterweise jeden Boten erschossen. Jetzt weiß ich, ich muss nicht an der Person arbeiten, der mir den Boten geschickt hat. Nein, ich muss an mir arbeiten. Zwischenstand: Es klappt in vielen Fällen schon besser. Zynisch werde ich wohl immer bleiben.

 

Abgrenzen

Der obige Punkt aus einer anderen Perspektive. Denn auch ich war des öfteren schon in meinem Leben ein Bote oder in irgendwelche größeren/ kleineren Konflikte involviert. Immer habe ich mir den Schuh angezogen, dass ich Schuld hätte. Egal bei was: Zwei meiner Freunde streiten sich? Ich war Schuld. Der Lehrer flippte aus? Ich war Schuld. Mein Haustier ist gestorben, weil es einen Tumor hatte? Ich war Schuld. Ist auf Dauer dezent ungesund und anstrengend.

Für das Leben anderer bin ich in der Regel nicht verantwortlich. Ich kann Hilfe anbieten, mehr aber auch nicht. Wenn die Hilfe nicht erwünscht wird, dann lasse ich es. Nur weil jemand unglücklich ist, muss ich automatisch mit unglücklich sein. Nein, nein, nein… und es heißt auch darüber reflektieren zu können, ob man nun wirklich Mist gebaut hat oder ob die andere Person einen gerne als Sündenbock hinstellen würde, weil er/sie sich nicht eingestehen kann dass er/sie Mist gebaut hat.

 

Kommunikation ist alles

Gehört mit in diesen riesigen Korb namens Own your Shit. Denn wenn du dich deines Selbst bewusst bist, dann rede drüber. Rede über deine Gefühle, deine Ängste, Erwartungen, Wünsche was auch immer. Es macht ein Leben ein wenig leichter und sei es nur ein: Entschuldigung ich bin gerade nicht ansprechbar, weil ich tierisch Hunger habe und erst einmal was Essen muss ansonsten gehe ich gleich an die Decke. Es ist eine Ansage, können die meisten Menschen nachvollziehen und man hat für 20 Minuten seine Ruhe. Viele Streitereien entstehen aus Missverständnissen, weil man nie drüber geredet hat oder sich dachte was der andere denken würde bzw. könnte. Wie gesagt nicht denken, sondern reden und zwar miteinander.

 

Kill them with kindness

Mein persönlicher Grad an passiver Aggressivität ist (wenn ich sauer bin) nicht zu übertreffen. Wenn andere verbale Molotowcocktails schmeißen komme ich gut und gerne mal mit einer Panzerfaust vorbei oder gleich mit einer Wasserstoffbombe. Ich sage euch, damit kommt man nicht weit. Man macht zwar seinem Ärger Luft, aber dann kommt der Gegenwind. Trotzreaktionen von anderen Menschen sollte man nicht unterschätzen und dann stehen sich zwei Sturköpfe gegenüber und man hat sich ineinander so verkeilt wie Deutschland und Frankreich 1916 in Verdun. Für das Erreichen eines bestimmten Ziels weniger Vorteilhaft. Erst recht, wenn man von der Person auf die man sauer ist abhängig ist und sich damit so einiges einhandeln würde. Eine Regel, die ich dann selbst lernen musste und immer noch muss: (die Macht der Panzerfaust bleibt eben extrem Stark) bleibe freundlich. Egal was passiert: lächel und winke. Damit entwaffnest du deinen Gegenüber im Zweifel, denn er kann nichts tun. Wenn seine Wut abprallt, dann verraucht sie ins nichts und er ist gezwungen sich auf einen Lösungsweg einzulassen.

(mehr …)