Book

Blogparade „starke“ Frauen in der Literatur

An dieser Stelle Danke ich der lieben Nomnivor, die diese herausragende Idee hatte…

Eigentlich hatte ich nie vor mich in dieses Thema starke Frauen einzumischen, das es jedes Mal ganz leicht in eine dieser Wir-sind-Feministinnen-ergo-wir-müssen-die Männer-unterdrücken- Diskussionen endet. Zumal war mir das Thema nie allzu wichtig, in der Realität gab es genug Beispiele und um ehrlich zu sein war ich mir immer mein besten Beispiel, denn ich bin ich und keine Judy Dench, Hannah Arendt, Frida Kahlo oder Katharine die Große. Was nützt es ein Vorbild zu haben, wenn man sich eh nicht an ihm orientiert und wenig später alles in den Wind schießt? Richtig gar nichts…

Wenn ich mal zu Jugendbüchern greife, dann meist zu Exemplaren der Jungenabteilung.

Ich kann euch sogar sagen weshalb: Betrachtet man heutzutage in den großen Buchhandlungen die Regale der Coming-Of Age Sparte so reihen sich Klischee an Klischee aneinander bis ins Nirvana. Boy meets Girl. Das Girl ist dabei stets entweder die Außenseiterin/ graue Maus und wird am Ende des Romans zur Ikone oder das Girl ist dumm, naiv, zu nichts zu gebrachen und wird vom Macho wie ein Stück Dreck behandelt und läuft ihm dennoch hinter. 50 Shades of Grey für fünfjährige quasi. Willkommen in der Restaurationspolitik der Jugendliteratur, in der sowohl Männer als auch Frauen stets Peach oder Hulk sein müssen.

Um ehrlich zu sein, habe ich beschlossen diese Werke aus meinem Leben zu sperren. Für solchen Kontext maße ich mir an zu reif, intelligent und stolz zu sein. Meine Alternative: Serien, Filme und sogar mittlerweile Videospiele. Ich kenne mehr starke weibliche Videospielcharaktere als weibliche Charaktere in der Literatur. Irgendwie traurig….

Dafür war ich umso neugieriger als ich auf Umwegen von Nomnivors Aufruf zu dieser Blogparade erfahren habe. Sucht euch zehn starke Frauen aus der Literatur heraus und stellt sie uns vor. Dass hörte sich doch nach einer angenehmen Herausforderung an, schließlich konnte ich daran nur wachsen und lernen… Oder nicht? Vielleicht ist ja auch alle Hoffnung bereits verloren.

Ich lese wohl die falschen Bücher, denn wie bereits erwähnt es ist mir echt schwer gefallen diese zehn Auserwählten zu finden. Dabei gibt es sicherlich genügend… Dabei fielen mir sofort ganze drei ein, sogar auf Anhieb doch nach meiner Definition sind sie nicht unbedingt stark sondern einfach nur unheimlich authentisch menschlich… Damit diese allerdings nicht verlorenen gehen, das es wirklich geniale Geschichten sowie Romane sind führe ich sie hier dennoch auf:

Sky aus Love Letters to the Death

Ghandhi/ Antonia aus Tage mit Leuchtkäfern

Eleanor aus Eleanor und Parks

Thursday Next aus Der Fall von Jane Eyre

Wenn ich gerade schon mal dabei bin, ich versichere euch in dieser Liste werdet ihr weder Katniss Everdeen noch Beatrice Prior finden, die beiden gingen mir mit Fortlaufender Handlung zusehends auf den Geist. Selbst Sarah J. Maas Charakter werden fehlen, allerdings eher aus dem Grund dass ich noch keinen Roman von ihr gelesen habe. Ob ich das jemals tun werde steht dabei auch noch in den Sternen.

Kommen wir nun zu den grundlegenden Dingen… Der Definition einer starken Frauen. Absolut trivial auch im Kontext, doch will ich eben meinen Send dazu geben. Nicht nur für die männlichen Bewohner des Planeten, sondern insbesondere für die weibliche Hälfte oder eben alles was dort sonst noch so zwischen liegt. Urban Dictionary hat übrigens hervorragende Vorarbeit geleistet.

Lasst mich das zusammenfassen, erweitern und verfeinern.

Kurz um: Ich bin eine bekennende Anhängerin des widerlichen Anglizismus: Bad ass. In aller Munde, von jedem genutzt, ein Bild assoziierend nur ohne Definition….

Wenn eine Frau ein Bad Ass ist….

Sie ist selbstbewusst. Sie weiß was sie will und was nicht, sie weiß was ihr gut tut und was nicht. Sie ist sich eben ihrer Selbst bewusst. Sie kennt ihre Stärken und Schwächen darüberhinaus weiß sie wie man sie einsetzt oder an ihnen arbeitet. Sich seiner selbst treu sein/ bleiben ist dabei besonders wichtig. Als Beispiel: Lasse Hilfe zu, beispielsweise beim Umzug, bei wichtigen Entscheidungen, beim Lernen etc. Niemand ist perfekt und es wird immer jemanden geben der besser ist als ihr. Nutzt es, zu eurem Vorteil.

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion kann dabei helfen. Zudem ist es eine Fähigkeit die man selbst braucht um sich selbst besser kennen zu lernen und sich zu verändern. Ins schlechte sowie ins gute, denn wenn es einem nicht passt kann sie es schließlich wieder verändern… Sie macht sich dessen eben bewusst. Für seine Fehler einzustehen ist ein Zeichen von Chuzpe sowie sich für schwächere einzusetzen oder gar selbst zu denken.

Darüber hinaus ist sie unabhänig/ selbstständig. Sie kann gut für sich alleine sorgen ohne die Hilfe anderer. Wie dies tut, solange es ihr gut dabei geht ist mir persönlich egal. Das heißt aber nicht, dass Frauen von nun an zu diesen männerphoben Feministinnen werden die verbittert ihre Brüste der Öffentlichkeit entgegenstrecken. Nein, eine Frau hat absolut das Recht auf einen Partner/ eine Partnerin. Schließlich kann sie sich selbst versorgen, doch ist es immer schon wenn jemand zu Hause auf einen wartet, man ein leckeres Essen serviert bekommt oder man einem Seelenverwandten schlichtweg alles erzählen kann.

Wer sich treu bleibt hört eben auf sich selbst und seine Gefühle. So gehören Stimmungsschwankungen genauso dazu wie Neid zuzulassen oder Leidenschaft, Wut etc. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Sich selbst zerfleischen gehört da eher weniger dazu.

Die wichtigste Lebensweisheit ist allerdings: Gib niemals auf! Sei ein Stehaufmännchen. Egal was geschieht, dein Leben geht weiter. Seien die Wunden noch so tief, mehrmals drüber geleckt geht es irgendwann wieder bergauf. Lebend kommt man aus dem Leben eh nicht wieder heraus, also was soll’s?

Ganz wichtig: Spolier Warnung, es wird durchweg kalt, inbrünstig und unmoralisch gespoilert..

Wer die einzelnen Werke, also nocht nicht vollständig gelesen hat der möge diese bitte überspringen!

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Das Herz des dunklen Waldes von Naomi Novik

Halleluja und noch eine Buchrezension, als ob es nicht schon genug davon gäbe. Dennoch irgendetwas will schließlich produziert werden und da sich meine geistlichen Ergüsse im Moment tendenziell eher auf die Geschichte der DDR sowie der reinen deutschen Nationalgeschichte sowie schicke Binomialkoeffizienten (langsam fange ich dieses Wort an zu lieben, obwohl die Sache an sich völlig irrational ist) Tabellen konzentrieren, gibt es noch einmal eine Rückmeldung zu einem literarischen Happen.

Ich hatte mir vor Jahren geschworen den Valentinstag nie zu zelebrieren, doch aus irgendeinem Grund gab es nicht nur einen Strauß weißer Rosen von meiner Mitbewohnerin (den ich vergeblich versucht habe schwarz zu färben), sondern ebenso ein unverhofftes Buchpaket der lieben Kathrin, dank meiner Reihe der gesammelten Schätze. Fortuna war mir so hold um mir die lang ersehnte Lektüre „Das Herz des dunklen Waldes“ zu bescheren (an dieser Stelle danke nochmals an die liebe Kathrin), was ich innerhalb von weniger als einer Woche verschlungen habe. Dieser Umstand ist deshalb so erwähnenswert, da dieses Phänomen des Sich-nicht-mehr-los-reißen-könnens vorher mir seit Jahren nicht mehr bekannt war. Ich habe sogar dafür eine Nacht quasi halb durchgelesen, denn einmal angefangen kann man das Ding nicht so einfach weglegen trotz einiger Macken. Aber kommen wir nun zum Wieso, Weshalb, und vor allem Warum:

Das Drumherum scheint auf den ersten Blick recht unscheinbar… Ein typisches Fantasysetting mit Fabelwesen, Magie, Königreichen und einem bösen Antagonisten. Was das ganze weit interessanter macht sind die Charaktere. Diese sind nämlich verdammt vielfältig und in den unterschiedlich, geschichtseigenen Konstellationen herrlich amüsant, grausam oder einfach nur irre. Nun kommen wir zum Plot:

Das Mädchen Agnieszka führt ein recht glückliches Leben zusammen mit ihrer Familien und besten Freundin in einem beschaulichen Dorf, dummerweise liegt jenes nur allzu nah am „Dunklen Wald“.

Denn der „dunkle Wald“, ist wie der Name schon vermuten lässt, kein gewöhnlicher Wald zum Pilze und Feuerholz vielmehr hat er die Eigenart unvorsichtige Bewohner, die sich in ihn hineinwagen zu verschlucken und nie wieder herausrücken oder wenn man Glück hat lediglich verstümmelt oder gar gleich getötet zu werden. Natürlich nicht ohne unmenschliche magische Quälereien durchzustehen. Um dieses Monstrum von schwarzer Zauberkraft sowie dessen Ausbreitung zu unterbinden haust seit Jahrzehnten ein angsteinflösender Magier in seinem Turm nahe des Waldes/ Dorfes.

Als Gegenleistung für seine Tat(en) fordert der Herr alle zehn Jahre ein Mädchen des Dorfes. Das jeweilige Mädchen wird dazu aufgefordert sofort das Dorf und Familie verlassen um dem Drachen zu dienen. Mehr ist nicht bekannt, außer dass nach diesen 10 Jahren das auserwählte Mädchen entlassen wird und reich bestückt in die nächst größeren Städte um dort ihr Leben weiter zu leben.

Als Voraussetzung um überhaupt erwählt zu werden muss dasjenige Mädchen entweder unbeschreiblich hübsch sein oder besonders begabt. Beides trifft auf Agnietzsckas beste Freundin zu und so wird dieses Kind von klein auf auf die Aufgabe vorbereitet ihrem spätere Herren zu dienen. Im Gegensatz zu Agnietschka, ihr Leben ist das genau Gegenteil. Der reinste Wildfang vom Charakter, tollpatschig und strohmt gerne in den umherliegenden Wäldern sowie an der Grenze zum Dunklen Wald herum. Zwischen den Zeilen, ließt man eindeutig die Schande für ihre Familie heraus, trotz ihrer Gabe ständig irgendwelche nützlichen Dinge zu finden wie beispielsweise tragende Beerensträucher im tiefsten Winter.

Und wie es die Geschichte so will, ist eben diese Gabe dafür zuständig das Agnietzscka an dem Tag der Entscheidung mit dem Drachen gehen muss. Nur gefällt ihm dies ebenso wenig wie ihr… Freiwillig ausgesucht hat er sie nicht, denn das oberste Gesetz der Magier ist es noch jüngere / noch unerkannte Novizen auszubilden.

Zuerst war ich recht skeptisch gegenüber dem Buch. Viele Stimmen vergötterten es, andere schrieben Verrisse am laufenden Band und nun hielt ich das Schätzchen in meinen Händen und begann zu lesen.

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„All that happens must be known“ -The Circle

The roman novel called The Circle is a current topic book and the newest work from the popular author Dave Eggers. But is this book, which splits the critiques world a real dystopian masterpiece like 1984 or Brave new world? Let’s take a look in at the world of Mae Holland to find out if the anthems or the scorchers are right.

As mentioned before the book tells thea  story about a young lady called Mae Holland who applies to for a new job at one of the famous companies in the the  world known as The Circle. At her old working place she felt never overburdened nor insufficiently challenged, that is one of the reasons why Mae is deeply grateful about Annie’s recommendation of herself and describes her new working place as heaven. But soon the Circle reveals his native face and the place with all time clean places, an own gym, several perfect restaurants and nice people turns into an monopole which refuses every employee his one privacy by the help of the Circle’s inner and outer social media accounts. If Mae notices the dangerous of the ideas of her new heads of the business I will lleave that open.

The most important fact is that Dave Eggers picked up a very interesting and contemporary topic, which concerns everybody in the world. Even the people who hasn’t haven’t gotten an smartphone nor computer. In addiction the author built up an current world which appears as almost the same thansimilar to our world,. The only acceptation exception is the extremely need of social media tools. This makes the difference between the potential of the book and the actual story.

As good as Eggers intentions were he doesn’t implement it convincingly. At the beginning his writing style fits in to the situation, the reader is like Mae overwhelmed by the perfection and the unbelievable new impression of the company. Nevertheless the opinions about the topic surveillance split up in black and white. Every person, who is able to think logical and knows one or two things about the topic realisesrealizes that the authors makes himself comfortable to completely ignore the most important aspects of the grey zones… Only at the end it appears such an situation, but even in this case Eggers doesn’t let reflecting his own characters reflect their doings. As a reaction the reader gets the impression that the authors created most of the characters and dialogs just to underline his opinion of the black/ white world concerning surveillance.

That means Mea is incredibly one dimensional for a protagonist. She is naive, and later she became more and more egotistic and narcissistic because of the circle’s intrigues. She never ever questions anything or even cares about the opposite opinions of others. Mae can be defined as the black side of social media… A brainwashed zombie… The white side, the complete opposite is her ex-boyfriend Mercer, he refuses everything what is linked with the internet and social media. As you can see he is designed as the proper antagonist of Mae. His role is just to remember the reader how dangerous surveillance can be but hasn’t got any other treats. Especially at the end of the story the plot becomes more and more exaggerated and at one point I dropped off Eggers intention that the Circle or an other big company in our reality can be compared as a totalitarian system.

The writer should have more concentrated on the successful intentions and ideas in his story. Not everything is bad. For example there are more-dimensional characters in the Circle like Francis or Annie both represent an own topic of the surveillance, but in the so called grey zone (surveil kids because of the high criminal rate). They develop in the history and that causes more attention from the reader. He becomes more empathetic and the situations becomes more emotional which appeals to the reader as well written.

All in all this book is in the beginning a real an page turner, but not because of the unbelievable good designed characters or writing style. It is more about the curiosity for the introduced system. What will happen to the world? Is it possible to retrogressive the whole society? Due to that and the overexplaining of the intentions and ideas my by using simple metaphors and extreme appealing of the opinion about the topic I would recommend this book for youngsters, who haven’t read classic works yet like Animal Farm, 1984, or Brave new world.

And thanks again to Sternchen for correcting my revier, you’re helping me a lot.

All die Verdammt perfekten Tage

Autorin Jennifer Niven

Übersetzerin  Alexandra Ernst

Seitenzahl 400 Seiten

Verlag Limes Verlag (28. Dezember 2015)

Originaltitel: All the bright places

ISBN ISBN: 978-3-8090-2657-0

Preis 11,99 €

Genre  Belletristik, Jugendliteratur, Liebesroman

Erschienen 28. Dezember 2015

Violet Markey ist unglücklich, sehr sogar. Seit dem Tod ihrer Schwester hat sie nie wieder wirklich Fuß fassen können in der Welt der amerikanischen Teenager. Sport? Schule? Sozialleben? Selbst das Schreiben hat sie aufgegeben, bis zu dem Tag an dem sie auf den schulischen Kirchturm klettert um das Gefühl der Freiheit zu erfahren… Doch dann wird sie dummerweise gerettet und zwar von dem Schulfreak höchstpersönlich: Theodore Finch.

So stellt Violet relativ schnell fest, dass Finch möglicherweise gar nicht der Freak ist für den ihn alle halten und ehe sich Violet versieht ist sie in einer Achterbahn aus Gefühlen, Erlebnissen und Fragen gefangen, denn der Schleudersitz ist kaputt. So viel zur Grundstory…

… Wenden wir uns nun dem herrlichen Cover zu, denn Liebhaber solcher schlichten Computergrafiken werden ihr wahre Freude finden. Dieses Buch ist mal wieder ein literarisch expialigetisches Beispiel wie gut Minimalismus wirken kann! Es braucht weder dreizigtausend Farbverläufe noch tausend Illustrationen um den Inhalt des Buches gerade so widerzuspiegeln, dass der Leser den Eindruck einer stimmigen Welt bekommt.

So der Klappentext stimmte mich allerdings mächtig skeptisch, denn er strotze nur so von der Beschreibung einer 0815-Comming of- Age Liebesgeschichte. Letztendlich bewogen dieses Buch zu lesen hat mich der Umstand des Kirchturms, denn so lernt man sich schließlich nicht alle Tage kennen. Im Nachhinein darf ich mit absoluter Wahrheit behaupten, dass es keine eine 0815-Liebesgeschichte ist, trotz der vielen Elemente einer solchen. Nur schafft die Autorin es durch ihre Charaktere, diese Variationen eines Dramas in völlig neuem Licht erscheinen zu lassen. Darüberhinaus ist es verdammt kniffelig jemandem die Handlung zu erzählen ohne zu spoilern, da schon die reinste nähere Erläuterung das Ende verraten könnte.

Apropos Charaktere, kommen wir nun zu unseren zwei hübschen, speziellen Protagonisten…

Als erstes wäre da die ehemalige Schulschönheit und stets heute noch beliebte Violet Markey. Zugegeben ihr Charakter ist recht nervig, dass einzige wodurch sie sich profiliert ist der Tod ihrer Schwester. Weshalb sie immer noch psychologisch betreut wird es allerdings mehr erduldet wobei sie sich teilweise in Trauer und Selbstmitleid suhlt.  Sie schwimmt wie bloßes Treibgut auf den wellen des Lebens bis Finch sie eben einfängt und Violet plötzlich aus ihrer ach so kaputten und mittelklasse Welt hinaus gerissen wird. Denn es ist eben nicht alles wunderbar oder wundertraurig.

Wobei wir auch schon an dem zweiten Protagonisten angelangt wären: Theodore Finch… Er ist quasi der Held dieses Buches, denn er öffnet Violet Markey nicht nur die Augen sondern besitzt daneben einen unglaublich herrlich zynischen Humor und textet den Leser alle Seiten mit unnützem Wissen voll. Seine Gedanken und Handlungen sind wie die von Violet teilweise nachvollziehbar, aber sehr viel interessanter. Teilweise bekam ich während des Lesens wirklich das Gefühl einem jungen, intelligenten und völlig gestörten Mann gegenüber zu sitzen. Je weiter man im Plot voranschreitet, desto mehr werden Finch Eigenarten nämlich deutlich… Das Ausmaß wird am Anfang lediglich angedeutet, so wirkt das Buch zwar oft abstrus aber gleichzeitig wiederum unheimlich menschlich. Besonders gegen Ende könnte es durchaus realistisch werden, denn Menschen schauen eben gerne mal weg um sich nicht auf ihrer Komfort-Zone hinausbewegen zu müssen.

Trotz der unheimlichen Tiefe die Jennifer Niven ihren einzelnen Charakteren (nicht nur Protagonisten!) gegeben hat, konnte ich Violet leider nicht mögen lernen. Das einzige was mich an Finch stört, dass seine Eigenheiten nicht sonderlich im Kontrast zu seinem übrigen Verhalten stehen. Man könnte ihn tatsächlich lediglich für einen Freak halten.

Ein weiteres Manko: Der Anfang zieht sich… Ich ersten Seiten wusste ich tatsächlich überhaupt nicht worauf die Autorin überhaupt abzielte… Nur änderte sich das dass rasant vor allem die letzen Seiten waren wie Schläge in die eigene Magengrube, denn was ich schon relativ früh bemerkt hatte und eben hoffte dass es nicht eintrat erfühlte sich dann doch leider. Nur irgendwie anders, als dass ich es erwartet hätte. Das heißt ich hatte die ganze Zeit eine böse Vorahnung, die immer drückender wurde, was ehrlich gesagt nicht sonderlich witzig ist.

Letztendlich ist dieses Buch für mich bis heute viel mehr als ein bloßes Comming-of-Age-Buch… Es mag zwar nicht die offensichtlichste Botschaft haben, da sich jeder wohl seine eigene daraus ziehen muss, aber es stellt irgendwie die Menschlichkeit in uns allen da. Mit den ganzen Macken, Fehlern und Abgründen die eine Psyche eben bieten kann. Dieses Phänomen bezieht sich wie oben erwähnt nicht nur auf die Protagonisten in diesem Buch haben selbst die Nebencharaktere so viel Tiefe, dass man ihr Handeln ohne Probleme nachvollziehen konnte. So hat man hier auf 400 Seiten, menschliche Interaktion pur. Quasi eine sozial Studie in Bezug auf das Thema psychische Krankheiten….

Das heißt man sollte dieses Buch wegen der Charaktere lesen, nicht unbedingt wegen der Story, denn die ist doch leider teilweise irgendwie vorhersehbar.

Tunnelblick

Im Anschluss an den Brief für Mr. Salinger ist hinterher auch noch eine Zeichnung entstanden. Meine Lieblingsszene…

Es war allerdings relativ schwierig eine Szene zu finden, denn a. das Buch ist durchgehend so genial, dass man das gesamte Buch zeichnen könnte und b. ich hasste damals Zeichnen. Deshalb viel ein Großteil der Personen bzw. Szenen einfach weg. Also was tun wenn man eigentlich Personen zeichnen müsste, aber beides nicht kann oder einfach sehr, sehr uninspirierend findet. Man sucht und sucht nach einer Lösung, ich habe das Buch durchgeblättert inklusive sämtlicher Museumsführer die meine Mitbewohner und ich besitzen… So ganz half mir das immer noch nicht weiter, bis sich anscheinend einer meiner Neuronen dazu bequemte durch mein Hirn zu sausen an die passenden Nerv anzudocken und eine Idee ausspuckte. Wieso es einfach nicht abstrahieren und mehr symbolisch arbeiten? Gefühl anstatt Objektivität. Expressionismus anstatt Impressionismus oder neue Sachlichkeit. Die Idee wurde geskribbelt und das Perspektiven Buch fand seine wiederholte Verwendung. Zumindest Perspektive kann ich einigermaßen, das müsste klappen. Nach 3 Tagen war ich dann auch fertig und einigermaßen zufrieden.

Wer Lust hat sich mit der Interpretation auszutoben, kann dies nu gerne tun. Für alle anderen geht es unten weiter…

Tunnelblick

 

Die erste Frage, die ich euch nun stelle: Seid ihr neugierig auf meine Interpretation oder einfach nur unheimlich unkreativ? Wie auch immer… Wer das Buch gelesen hat ist allerdings auch dieses Mal wieder klar im Vorteil. Denn im Verlauf lässt sich sagen, dass Holden nun ja… Geistig etwas speziell wird oder wie heute private Ärzte sagen würden: Er erkrankt an dem behrühmt-berüchtigten Burnout-Snydrom. Zumindest an einer Form… Ich bin mir nicht sicher, ob man mit 16 schon so ausgebrannt sein kann wie eine Adventskerze an Silvester. Ich würde deshalb die Bezeichnung hoffnungslos Überfordert gepaart mit Leistungsdruckdepressionen bevorzugen. Aber weiter im Text. Der Auslöser für Holdens nun geistige Abstinenz ist wohl der Besuch bei seinem ehemaligen Englischlehrer. Nachdem er völlig verstört aus der Wohnung von Mr. Antolini flüchtet und halb wahsinnig die Nacht in der Grand Central Station verbracht hat fast er einen Entschluss: Er wird niemals nach Hause zurück zu kehren. Lieber trampt er gen Westen und schlägt sich als taubstummer Tankwart durch, als noch einmal in diese Familienhölle zurück zukehren. Doch bevor er seine endgültige Entscheidung in die tat umsetzt Möchte er sich zumindest ein letztes mal seine kleine Schwester Phoebe sehen, die ihm mehr als alles andere bedeutet. Getroffen werden soll sich am Naturkundemuseum an der Sixth Avenue und eben diese Warteszene habe ich gezeichnet. Das wäre die kleine Zusammenfassung… jetzt kommen wir zur Interpretation.

 

Sicherlich kennt ihr das psychische Phänomen des Tunnelblicks oder lieber doch nicht? Also ich hoffe stark, dass ihr nie so gestresst oder reizüberflutet wart, dass ihr dieses Phänomen selbst durchleben durftet. Doch statt aus dem Affekt einen Mord zu begehen wie es uns im Abendprogramm meist dargelegt wird, abstrahiert sich lediglich sein Blickfeld. Dabei schaut der die Sixth Avenue herunter und hofft dabei auf Phoebe, die sogleich um die Ecke biegen müsste. Der Lichtschein und der blaue Himmel kündigen sie nämlich als Rettung an. Sie allein ist der letze Lichtstrahl oder Hoffnungsschimmer in seiner jetzigen Lebenssituation und das Einzige was ihm hilft nicht die Haftung an der Realität zu verlieren und völlig abzudriften, in seinen mittlerweile völlig vernebelten, abgrundtiefen Geist.

Dear Mr. Salinger

Dear Mr. Salinger,

I know you’re dead for 5 years, but maybe the letter will be send to you by god or Jesus. However I would like to thank you for writing The catcher in the rye. I had to read it in my English lesson, reading in class is not my favourite thing to do and to read such classic books isn’t not my cup of tea too. Nevertheless I must tell you that this book is one of my favourites books now. Especially in English, really. Maybe it sounds hypocritical but in German Holden’s informal language annoyed me, It’s strange what language is able to change, isn’t it?

The best example is Holden. At the beginning I had the opinion he will be one of these pessimistic, lazy protagonists that are complaining about everything. But in the course of the story I learned that Holden is just a teenager who won’t become an adult. Like me. I understand Holden really well. I’ve never to change school or have a brother or sister, but sometimes my flatmates are also so a little bit touchy. To do conservations with people who are not real friends or do school work that doesn’t seem important. It doesn’t interest anybody except the teachers. The worse part is to feel like a extraterrestrial creature that is not grown up on this planet like the others.

This book helped me to deal with my life at the moment. Despite the simple history but three days can be a long time and in these three books days the reader gets impressions of his old teenagertime. I am sure many people hat the same problems like Holden without the hospital.

On the other side there is one thing I don’t understand. Why do you created Sally like she is? I mean she’s just the opposite of Holden. I know she was fallen in love at him, but why Holden wanted to drive away. I know you’re a very good writer why you create that‘ so stereotypical. I mean, I hope there’s none in the world that’s so stereotypical… I would like to know why Sally hat not get an issue in her character. An issue that doesn’t seem like the beautiful, dump, teenage girl.

Additionally I wanted to say that I would like to have a sister like Phoebe. She’s great. I like her. I have the feeling that she’s not one of the other persons on Holden’s world.She really loves Holden. There fore I love the scene where Holden waited of Phoebe to bid her good-bye. It’s very corny but she reacted like a real little sister would. It’s just so realistic.

To sum up I like to thank you again. I think you were a very good writer. Have a nice time in heaven. Keep on writing, if you can

Yours sincerely,

Little supporter in mind.

Der zweite Mitmensch

So wie versprochen liebe Kinder Unlimited, gesucht und gefunden. Hier er zweite Mitmensch als Versuch, die Backe ist leider immer noch etwas hamsterig. Das werde ich wohl aus meinem rechten Handgelenk wohl nie herausbekommen. Aber wer weiß, vielleicht beißt sie sich ja auch ein wenig auf die Wange. Schön finde ich es dennoch. Diesmal ist es allerdings nicht nur ein Mitmensch, sondern auch gleichzeitig Jane Gallagher  aus The Catcher in the Rye, unsere Englischlehrerin war ist auch gleichzeitig Kunstlehrerin und deshher mussten wir mindestens eine kreative Aufgabe erledigen und die hieß eben. Zeichne Jane Gallagher wie du sie dir vorstellst. Dabei habe ich leider komplett vergessen mich an dem Text im Buch zu orientieren. Sie hat nämlich eng zusammen stehende Augen und immer einen offenen Mund. Nun ja, Vorstellung geht vor Text. Long live Anarchy!

Für alle die niemals The Catcher in the Rye nicht gelesen haben, holt es nach es ist wirklich ein wunderbares Buch! Jane ist zwar nicht die Hauptperson, aber dennoch spielt sie eine zentrale Rolle in Holdens Leben. Ich glaube jeder hat mindestens eine Jane in seinem Leben.

 

 

Mitmensch die Zweite