Interview

Neue Bücher gibt es nicht…

… hieß der Titel einer Gesprächsrunde auf der Leipziger Buchmesse. Nun findet den Fehler. Das erste mal, dachte ich: Reißerischer Titel, aber er erzielte seine Wirkung. Er machte mich neugierig. Ich dachte, mich würde eine Gesprächsrunde zu Innovation, Kreativität und Reproduzierbarkeit erwartet. In unserem heutigen Zeitalter, doch recht akutes Problem. Schließlich wimmelt es nur von Buchverfilmungen, Heptalogien, Neuauflagen (längst vergessener oder auch unschlagbaren Klassikern) und noch so viel mehr. Was ich bekam war… alles nur nicht, dass was ich erwartete hatte.

Als ich dort ankam saßen zwei Männer neben einem Moderator, der gerade seinen Mittagskuchen aufass, eher hastig als genüsslich. Schade um den lecker aussehenden Kuchen, aber gut. Eine Diskussion, über die Hektik des Alltags stand nicht im Vorleseverzeichnis. Konnte man diesen Herren also nicht überweisen. Zu den zwei Herren gehörten: Ein Herr mittleren Alters interessiert und leicht nervös an seinem Wasserglas nippen und Herrn K. Dieser saß erwartungsfreudig und hämisch grinsend lässig in seinem Sessel und wartete auf das Zeichen seinen Vortrag zu starten.

Mich sollte nur kein Vortrag erwarten sondern ein „E-P-O-S“. Für den Epos kann ich auch ein anderes Wort finden: Pseudophilsophischer-Dekadenter-Aufgeblasener- Studenten-Fanatsik-Erguss, denn in dem Moment in dem der Moderator das Mikro einschaltete und zu einer Begrüßung ansetzte, fing Herr K. auch schon an zu reden und hörte für die nächsten 30 Minuten auch (fast) nicht mehr auf.

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Ich bin China…

Und weiter geht’s in Sachen Leipziger Rückblick, die ganzen Tage wieder aufzurollen wird wohl ein Dauerprojekt. Wobei ich glaube, dass ich schon am Sonntag angelangt bin… Wuhu!

Erlebt wurde dieses Abenteuer um 12:00Uhr irgendwo in der Halle 4 zwischen lauter Lesebühnen und einer Gesangsbühne (dazu komme ich später…).

Weshalb ich eine Vorlesungen ausgesucht habe, bei der es um eine Art Goodbye-Loveletter an die Volksrepublik China geht? Einfach:

1. Ich interessiere mich sehr für China, allerdings habe ich das Auswandern dorthin in den letzten Jahren gestrichen

2. Weil ich die Autoren sehr interessant fand bzw. ihre Beschreibung.

3. Politisch kritisch geht (fast) immer.

So so viel zum Vorwort. Jetzt komme ich zu der eigentlichen Vorlesung, wie immer ein Interview. Vorträge habe ich in der Schule schon genug. Ähnlich wie in meinem vorletzten Artikel über die Comic Szene in Israel verpacke ich, das Ganze in einen schönen Fließtext. Ließt sich besser, finde ich. Jetzt aber.

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Fantasy hat viele Seiten

Mein erster besuchter Vortrag auf der Leipziger Buchmesse, der davor wurde nämlich aufgrund irgendwelcher undurchsichtigen Gründe gekänzelt. Diese Vorlesung hatte ich mir ausgesucht, weil ich für mich persönlich das Genre Fantasy wieder zurecht rucken wollte. Das sah eine Zeit lang nicht wirklich gut aus. Während der Vorlesung habe ich nun tatsächlich wieder neue Hoffnungen und mehr Erkenntnisse dazu gewonnen. Herr Hohlbein hatte mir dazu den Anstoß dazu gegeben, denn er mag den Begriff Fantasy ebenfalls nicht. Fantasy impliziert für mich schon den Begriff eines Genre, das man nicht ernst nehmen kann. Fantasy ist doch etwas für kleine Sensibelchen, die gerade heranwachsen und auf ihre süßen Märchenwelten stehen. Das ist natürlich völlig in Ordnung, aber als junger Erwachsener oder auch Erwachsener will man damit nicht unbedingt sofort in Verbindung stehen, da das Genre durchaus mehr bieten und sehr ernst sein kann. Deshalb ist der Begriff Fantasy, meines Erachtens, mittlerweile völlig überholt. Das Genre würde laut Herrn Hohlbein viel besser Fantastik lauten. Und ich gebe ihm recht. Ich persönlich komme mit dem Begriff Fantastik besser klar, es trägt den Pudels Kern des Genres, die Fiktion an sich, viel besser. Weiteres Beispiel: Die Schublade Science-Fiction. Nur weil ein Roboter im Buch vorkommt, ist es automatisch Science-Fiktion. Eben nicht! Also erneuter Vorsatz fürs Neue Jahr: Schubladendenken abschaffen!

Nach dieser kleinen Einleitung durften dann die Zuhörer, also wir und die Reporterin Fragen stellen…

 An Herrn Hohlbein: Ob man nicht den Überblick verlöre, über die ganze Handlung oder die Geschichten oder Formulierungen

Er meine er hoffe nicht, dass sich seine Handlungen wiederholen, sicher die eine oder andere Formulierung aber generell sei es ihm noch nicht untergekommen. Das sei aber nicht seine Hauptangst. Seine größtes Problem sei, dass er zu viele Geschichten erzählen möchte. Er müsse sich ständig zusammenreißen um sich auf den Hauptplot konzentrieren zu können.

An Herrn Hohlbein: Was der Sinn des Endes von Infinity sei

Es sei der erste Teil, mit dem zweiten würde alles schlüssiger. Der Sinn hinterem Titel, könne er aber auch nicht erklären, da sich der Verlag diesen ausgedacht hätte. Für ihn selbst bliebe es immer: Der Turm

Was die Gründe für Lisowskys literarischen Anfänge in der Fantastik seien, und ob ihn Hohlbein nicht dazu inspiriert hätte

Hohlbein hätte ihn inspiriert, denn er sei mit den Büchern aufgewachsen. Er habe Hohlbein noch vor Tolkien etc. gelesen. Das erste Buch was er damals gelesen hätte war Jurassic Park gewesen, und in seinen Gedanken hätten sich die Dinosaurier in Drachen verwandelt. Er liebe die Bücher: Die Töchter der Drachen und die Enwor Saga.

Weshalb Lisowsky in seiner neusten Reihe einen Halboger, Schurken und eine Zauberin als Protagonisten gewählt hätte

Er wollte etwas Conan-der-Barbar-artiges schaffen, nur etwas aktualisierter. Die Helden sollten auch greifbarer sein, deshalb der Schurke. Und die Zauberin ergänze die Nichtintelligenz des Schurken hervorragend. Abgerundet würde dies noch durch den Halboger.

Wie Herr Hohlbein die Entwicklung des digitalen Zeitalters sähe/ fände

Hohlbein: Er hoffe nicht, dass alles bald nur noch über Facebook liefe (Er sei selber nicht auf Facebook). Er verstehe aber vollkommen, dass dieser elektronische Briefwechsel sehr viel angenehmes bieten würde, wenn man verantwortungsvoll damit umgehe. Er möge neue Technik, fände aber man bräuchte einen Ausgleich.

Niedlich: Er meine, es würde alles etwas übertrieben und schwarz gemalt. Vieles würde sicherlich mehr werden, vor allem die sozialen Netzwerke und die damit einhergehende Überwachung, aber das sei eben unsere Zeit.

Lisowsky: Er selbst habe einen Kurz-Trip nach Dänemark mit einem entfernten Kumpel unternommen und nur aufgrund dessen, dass dieser Kumpel eine Wohnung in Berlin suchte und er ihn damals über Facebook gefragt hatte. Lisowksy wollte ihm ein Zimmer anbieten. Und Schwups seien die zwei in Dänemark gewesen.

Wenn sie die Gelegenheit dazu hätten, was sie den Tod fragen würden

Niedlich: Warum er denn immer ein Strike würfe und warum er damit nichtmal aufhören könne. Und weshalb er seinem Vater nicht noch etwas mehr Zeit hätte geben können oder auch Terry Pratchett oder auch die Famous Last Words mancher berühmten Menschen.

Lisowsky: Irgendetwas was der Tod nur wissen könne. Doch was der Tod genau sei oder was nach dem Leben komme, wolle er gar nicht so genau wissen.

Hohlbein: Er würde sich Dante (den Schurken) schnappen, damit er den Tod betrüge.

Ob sie von Anfang an ein Bild ihrer fantastische Welt hätten, bevor sie anfangen zu schreiben oder ob sie die Welt mir ihren Helden zusammen entdecken würden 

Hohlbein: Er habe einen ungefähren Plan wie: Wüste und in der Wüste stehe eine Burg, aber mehr Informationen möchte er gar nicht haben.

Lisowsky: Hätte gerne den perfekten Plan, aber das währe ihm manchmal auch zu langweilig.

Ob Herr Hohlbein noch genau wisse wann und wo er seine Bücher geschrieben hätte

Nicht bei allen nur manchen. Allerdings habe er eine Wette am laufen mit seinem Verleger, die besagt dass wenn sein Verleger ihm zwei Seiten aus seinen Büchern vorlese, er selbst den Titel genau nennen könne. Bis jetzt habe er die Wette immer gewonnen. Mit einem Satz würde es allerdings nicht klappen…

An Herrn Niedlich: Ob ein zweiter Teil vom Tod geplant sei

Eigentlich nicht, aber er denke er würde gerne einen zweiten Teil schreiben. Er wisse bloß noch nicht wann. Es würde auf jeden Fall dauern.

Wo sie am liebsten schreiben würden:

Hohlbein: Er liebe Leben, er bräuchte Leben. Wenn er zu Hause schriebe, dann immer am großen Esstisch in der Küche. Oder falls er im Urlaub befände, an der Strandbar. Er habe auch ab und zu den Fernseher laufen, um Hintergrundgeräusche zu haben.

Niedlich: Er schriebe gerne zu Hause, da er dort nicht wirklich abgelegt werden könne, außer vom Internet was manchmal auch zu viel sei. In Cafés könne er sich allerdings gar nicht konzentrieren. Er ließe aber auch, wie Herr Hohlbein mal den Fernseher oder eine DVD nebenher  laufen.

Lisowsky: Er schriebe morgens immer eine Stunde. Gerne auch im Bed auf seinem Laptop. Er bräuchte völlige Stille, außer beim Ideen sammeln.

Wie Hohlbein auf seine Hexen- Reihe gekommen sei

Er war im Verlag, und es lag das Titelbild des erstens Bandes auf einem Tisch aus, nur war dieses Cover noch nicht vergeben und so hätte sich Holbein dazu entschieden eine Geschichte zum Titelbild zu erschaffen. Eigentlich sollte es gar keine Serie werden, doch auf Seite 934 hätte er sich dann anders entschieden.

Wie sie die Zukunft der Bibliotheken und des gedruckten Buches sähen

Hohlbein: Er glaube nicht, dass das E-Book das Buch ablösen in naher Zukunft ablösen würde. Er sähe es eher als eine Art Ergänzung für Reisende oder Forscher. Er  liebe es aber noch gedruckte Hardcover zu kaufen. Man kaufe aber auch die Geschichte nicht die Druckerschwärze. Weniger Bibliotheken könnte es geben, aber die großen Sammlungen würden definitiv weiter bestehen.

Niedlich: Er sähe es eher praktisch, er bliebe seinen Büchern aber weiterhin treu.Er vermute, dass es Bibliotheken weiter geben würde.

Lisowsky: Er meine, dass Medien höchstens nur noch spezialisiert würden und nicht mehr vollständig abgelöst. Er möge seine Stammbibliotheken und hoffe, dass es sie weiter geben wird.