„Willkommen in der Todeszone!“ – Tomp Raider #3

Wie ihr seht habe ich mich bemüht in die Tasten zu hauen. Allerdings ist aus dem ursprünglichen Teil 3 nun doch ein Teil 3 und 4 geworden. Dann ist aber auch Schluss. Ich verspreche es! Wer Lust hat hier und hier gehts zurück in die Vergangenheit…

 

 

„Sorry“

Ruckartig hob ich meinen Kopf. Blinzelte. War ich schon wieder eingeschlafen? Mein Kopf dröhnte, meine Augen brannten mit ihnen mein ganzer Körper. „Was?“ murmelte ich, und versuchte durch Zwinkern mein Blickfeld wieder scharf zu stellen, vergeblich. Etwas stimmte nicht, etwas fehlte. Warum sah ich trotz offener Augen alles unscharf? Eine Hand von hinten stupste mich an. Ich versuchte mich um zu drehen, wurde aber von etwas zurückgehalten. Was war denn nun los? Die Hand tippte mich noch einmal an. Langsam reichte es, mein abgeklungener Ärger kochte wieder auf, warum ich? „Kann man nicht eine Minute mal warten!“ , rief ich genervt. Abrupt hörte ich die Schiebetür aufgehen, dann schließen. Anschließend Stille. Resigniert schlug ich meinen Kopf gegen die Lehne. Wann war eigentlich mein letzter guter Tag gewesen? „Hey Blindfisch, deine Brille!“, kam es von weit her und dann hörte ich wieder Schiebetüren. Verdammt meine Brille.

„Es werde scharf…“ Gerade noch erhaschte ich einen Teil von Thomàs wild herumfuchtelnder Hand. „Sei froh, dass ich dich geweckt habe und keiner der anderen. Jetzt komm wir müssen los, dein Gepäck steht bereit, deine kaputte Brille liegt Pierre im Koffer und nein du musst dich nicht bedanken. Übrigens Karen fühlt sich schuldig wegen der Bremsensache. Verzeih ihr doch, ich kann sie nicht so traurig sehen.“. Meinen bösen Blick bekam er wohl nicht mehr mit, denn seine schnellen Schritte hallten auf einmal von allen Seiten in mein Ohr. Seit wann hatte der kiewer Bahnhof eine Tiefgarage? Meine Zehen zuckten. Anscheinend war nicht nur ich eingeschlafen sondern auch mein gesamter Körper. Draußen empfing mich eine noch erbarmungslosere Kälte, als am Flughafen. Meine gerade warm gewordene Gliedmaßen gefroren sofort. Selbst meine Haare schienen zu frieren, denn ich fühlte wie sie sich einzelnd und ganz langsam meinen Nacken hinauf krochen. Hätte ich doch bloß meine Mütze angezogen wie auch immer, es war zu spät. Ich war zu spät. Wenn ich einen Zahn zulegen würde, wäre ich eh gleich wieder im Warmen. Jedenfalls hoffte ich das. Wer wusste schon ob in den ukrainischen Zügen nicht auch Glas so zerspringfreudig war. Eilig griff nach meinen Habseligkeiten und folgte den Fußstapfen in Richtung Bahnhofsgebäude, eine winkende Person wies mir dazu den weg. Pierre hatte anscheinend keinen Problem mit der Kälte, denn er wartete geduldig vor der Bahnhofstür und schien mich aufmerksam zu bobachten. „Hey Miesepeter, bevor wir uns drei Monate lang ins Nirgendwo begeben schau dir doch zumindest mal die Fassade an…“ Er zeigte nach oben. wiederwillig folgte ich seinem Finger. Warum sollte ich jetzt in der Eiseskälte mir die architektonischen Wunderwerke einer sowjetischen Baugesellschaft anschauen? Es war selbst mich zu kalt. die durchschnittlichen -8 Grad waren schon lange passiert worden. Pierre musste wohl meinen Widerwillen spüren, denn er atmete leicht entnervt aus „Hey du bist hier der Zeichner, ich will dir doch nur mal zeigen, was du alles verweigern kannst. Bäume, Sträucher und Stahl kriegst du später noch genug.“ „Ich denke Eiszapfen und Licht genauso“ entgegnete ich ihm. „Mag sein, aber keine doppelten, mannshohen Fenster, und geschwungene Dächer. Schon gar nicht eine Prachtstraße wie die hinter dir, aber es ist deine Sache. Ich hebe dir die Bilder für später auf.“ Er verzog lächelnd die Mundwinkel, damit musste er seine Kamera meinen. Welche er wohl dabei hatte? „Ist dir denn gar nicht kalt?“, wechselte ich das Thema.“ Pierre schaute mich verwirrt: „Nein, mich wundert, dass du komplett verfroren aussiehst. Es ist gerade mal ein wenig unter null Grad. Wehe du wirst krank, ich habe keine Lust von einer einfachen Grippe hingerafft zu werden. So und jetzt komm“ , seine Stimme klang zusehend drängender, „Die Anderen warten nicht, auch nicht auf einen zweiten Monet wie dich.“ Er packte meine Hand und zog mich in Richtung der Gleise. „Was ist eigentlich zwischen dir und Karen los, hm? Thomàs hat dich so merkwürdig angeschaut im Bus“ „Dicht du auch noch.“, ich verzog das Gesicht zu einer Fratze. Pierre fing an zu lachen. „Ach ich verstehe, kompliziert wie immer. Ach Junge hab ich dich vermisst.“ Kaum hatte er das ausgesprochen bekam ich einen freundlichen Nackenklatscher. Reflexartig zog ich die Schultern hoch. „Lass das“ rief ich gespielt genervt aus und rannte dem bereits fliehenden riesen Rucksack hinterher. „Sieh an die zwei Kleinkinder Kommen auch schon. Schön, dass wir mit euch fahren.“ Pierre streckte bloß Karen die Zunge heraus. Ich schaute weg, Kein Angriffsfläche mehr zeigen ermahnte ich mich. Vielleicht ließ sie mich dann einfach in Ruhe, falls Thomàs Vermutungen stimmten, was ich immer noch nicht glauben wollte. „Ich hoffe mal keiner hat geplant die Bremsen vom Zug aus zu testen“ scherzte ich. Ich erntete nur einen bösen Blick von Thomàs: „Irgendwie hatte ich vergessen wie nachtragend du warst…“, antwortete er achselzuckend. „Aber wer weiß? Vielleicht ist mein Onkel ja dieses mal der Fahrer der Bahn. Wäre der Einzige, der dass noch könnte.“ Er lachte. Ich wandte mich von ihm ab, er war zwar nur noch angetrunken und nicht mehr betrunken, aber so ganz verstand der meinen Ärger immer noch nicht. Nach einigen Minuten Schweigens aller Mitreisenden fing ich an unsere Gruppe zu beobachten. Neben Thomas, Karen, Pierre und mir standen noch drei andere Personen mit uns zusammen. Ich erinnerte mich dunkel, in dem Schreiben hatte etwas von Forscher, Übersetzer und zwei Fotographen gestanden, also musste einer von ihnen Pieres Kollege sein. Wer wohl? Die zwei Großen oder der Kleinere mit dem aschblondem Haar und dem hagerem Gesicht? Ein leises Dröhnen durchzuckte plötzlich regelmäßig meinen Kopf. „Zug kommt“ murmelte ich und drehte mich in Fahrtrichtung. Der Mann neben Karen holte etwas aus seinem Rucksack. Die Tickets weder Kamera noch Behältnisse für Forschungsmaterial, blieb nur noch der Übersetzer.

„Na mal schauen wie langsam die Langsamkeit wirklich ist…“ murmelte Thomàs eher griesgrämig als gut gelaunt und trat an die Bahnsteigskante. Noch so eine Macke von ihm, wenn er ausnüchterte waren die Stimmungsausschläge ungefähr so groß wie die eines Seismographen bei einer Stärke von 7,0. Diesen Punkt auf der Skala hätte allerdings auch das Dröhnen erreicht, was mittlerweile eher einem lauten Kreischen ähnelte. Der Blonde rief etwas, doch sah ich nur, dass sich seine Lippen bewegten. Der Fahrtwind und das Bremsen der riesigen Diesellok verschluckte jedes andere Geräusch im Umkreis von mehreren hundert Metern. Sobald die Wagons standen, wobei vorher der Bremsvorgang seinen Zenit erreichte, drückte Thomàs sich gegen die schwere der Tür, die zweite Frau rannte auf einen Bahnangestellten zu, der gerade aus auf die Kante herausgetreten war. Aufgeregt gestikulierten redete sie auf ihn ein und ich beobachtete wie er nur ab und an nicken konnte. Nach einigen Minuten so schien es, drehte sie sich um, nickte höflich und kam lächelnd auf uns zu, dann hielt sie ihren Daumen hoch. Koffer für Koffer wanderte nun in das extra Abteil für Sperrgepäck und Fahrräder. „Ich wusste nicht, dass wir selbst mit Anhänger und Dach so viel Stauraum hatten“ Karen schaute ungläubig auf die verschieden Gepäckstücke. „Fühlt diese herrliche Beinfreiheit!“ tönte es überrascht aus dem Nachbarwagon. Pierre hatte anscheinend sich dazu entschieden uns nicht mehr zu helfen. Der kleinere Blondschopf lachte leise im Gegensatz zu der jungen Frau, die starrte uns beiden nur böse an und antwortete grimmig. Doch außer „sofort“ verstand ich nur zusammenhanglose Wörter, die für mich nicht den geringsten Sinn ergaben. Karen nickte nur müde neben mir, denn sie ahnte wohl worauf dieses Gespräch hinaus laufen würde. Wir sollten alleine die Gepäckstücke tragen, zwar nur die 5 meterlange Strecke, dennoch genug um gute 60 Minuten später mit schmerzendem Rücken in die Sitze neben Pierre zu fallen, der inzwischen nicht nur tief schlief sondern auch unglaublich enthusiastisch den südamerikanischen Regenwald abholzte. „Wenn jetzt Greenpeace hier wäre, die würden ihn garantiert wegen illegaler Rodung einbuchten lassen“, witzelte Thomàs und öffnete eine weitere Bierflasche. Wollt ihr? Ich schüttelte den Kopf. „Nicht mal ein Versöhnungsbier nimmst du an?“ „Hör mal Leif es tut mir wirklich Leid…“, setzte Karen an, aber ich ignorierte sie. „Ich trinke nicht.“ „Du meinst du trinkst nicht mehr“ ergänzte Thomàs gereizt. „Wie auch immer du das siehst.“ Damit drehte ich mich in Richtung Fenster zog meine Kapuze über meinen Kopf und bewegte mich darauf hin nicht mehr. Ich spürte wie Karen und Thomàs mich noch eine Weile mit Blicken taxierten, doch irgendwann verloren sie das Interesse und schlichen sich leise zu unseren Kollegen um sich ihrem lautstarken Kartenspiel anzuschließen. Sobald ich sicher gehen konnte, dass sie endgültig verschwunden waren, drehte ich mich zurück in Richtung Gang. Die Sitzreihen neben mir waren leer, ebenso wie die Abteile dahinter und davor. Vermutlich war der gesamte Zug menschenleer, außer ein paar wenige Pendler die nach Hause übers Wochenende zu ihren Familien mussten, hoffentlich. Es war überhaupt ein Wunder, dass wir diesen Zug bekommen hatten. An sich existierte dieser noch nicht einmal. Eine Art illegale Linie für die unglücklichen Heimischen in der nähe Tschernobyls.

„So eine trostlose Gegend habe ich noch nie gesehen“, gähnte Pierre als wir nun vor unserem zweiten Automobil innerhalb 24 Stunden standen und nur noch entschieden mussten, wer wo am besten zwischen den Koffern hindurch passte. „Was hast du erwartete, dass Prypjat eine blühende Großstadt ist? Willkommen in meinem ehemaligen zuhause.“ Die zwei Fremden gegenüber des Parkplatzes schauten den tanzenden Thomàs misstrauisch an. Selbst unsere drei Kartenmeister von hier beäugten mich nicht mehr misstrauisch sondern viel mehr Thomàs, der mittlerweile singend näher kam. „Trautes Heim Glück allein“. Mir sollte es recht sein, schnell nutze ich die Gelegenheit und zwängte mich in die letze Sitzreihe zwischen die größten Brocken. Hier würde zumindest niemand neben mir sitzen können. Hier würde ich meine Ruhe haben, denn mein eigentliches Vorhaben: die Zugfahrt zum Schlafen nutzen zu wollen, war von der sich immer weiter vergrößernden Kartenspielrunde vereitelt worden. Ein Gutes hatte es: sämtlicher Alkoholvorrat war gänzlich aufgebraucht worden. Weniger Gefahr, weniger Gepäck. Wobei die geringere Gefahr sich wohl eher auf die nächsten drei Monate bezog, denn dass in seinem Zustand Thomas noch fahren wollte war eher ein Todesurteil als ein Anfang einer Arbeit. Aber wer ihn kannte wusste, entweder er würde fahren oder niemand. Er schien mir sogar am wenigsten an einem Kater zu leiden, viel mehr glaubte ich dass er es einfach genoss betrunken zu spielen, bei allen anderen mischten sich nun nicht nur tiefe Augenringe in ihren Gesichtern sondern auch rote Nase, aufgequollene Augen und eine depressive Stimmung. Jetzt verstand auch der Letzte, dass die Todeszone ihren Namen alle Ehre machte. „Der zweite und dritte Kontrollpunkt liegt noch vor uns, drückt die Daumen dass wir durchkommen“. „Du willst jetzt gleich zum Kernkraftwerk?“ „Ich dachte wir fahren erst ein Mal ein wenig durch die Stadt…“ Karen riss leicht erschrocken die Augen auf. Wusste sie denn nicht, das unser Arbeitszeit hier begrenzt war? Der Aufenthalt war zwar auf drei Monate angesetzt aber nur die Hälfte sollte in der tatsächlichen Todeszone statt finden. „Spontane Planänderung“ hörte ich dumpf Pierres Stimme. Dann nahm meine Ruhe ein jähes Ende wie auf Kommando strömte der Rest unserer Gruppe ins Auto und ließ sich ein weiteres mal in die Sitze fallen. Es ruckelte. Thomàs fing vergnügt an zu pfeifen. Irgendeines seiner Volkslieder und startete das Auto oder versuchte des zumindest, denn auch nach 10-minütigem Stottern und Ächzen rührte sich das alte Blechvehikel immer noch nicht. Gerade als der zweite Fotograph aussteigen wollte, brach aus dem Motor eine Art Wutgebrüll hervor und lief dann langsam zu Höchsttouren auf. Während wir mit gefühltem Schritttempo durch die verlassenen Straßen tuckerten, schloss ich die Augen. Das inzwischen leiser gewordenen Wummern es Motors verstärkte meine Müdigkeit nur noch.

Auf ein Mal fand ich mich auf einer Lichtung wieder, mit rot schimmernden Bäumen. Sie glänzten in der warmen Sonne und rauchten sanft. Obwohl ich kein Winde spürte…. Ich sah mich um, das Gras federte und ich hüpfte bei jedem Schritt leicht nach oben, es fühlte sich an als ob ich auf Sprungfedern liefe. Ein merkwürdiger Wald. Ich schwebte weiter bis ich Dunstschwaden sah, sie ringelten sich an den Bäumen hoch, am Boden entlang oder stiegen direkt nach oben in den ebenso nebelverhangenen Himmel. Doch als ich kam, fingen sich die Nebelschwaden an zu drehen und griffen nach mir. Sie leckten an meinen Schuhen und an meinen Schultern, so als ob sie mich abschnuppern wollen würden wie neugierige Hunde. Ich trat einen Schritt zurück, der Nebel war warm , feucht und etwas verbarg sich dahinter. Die Frage war nur Was oder Wer? Die grauen Schwaden kam immer näher und näher. Immer mehr umschlossen sie mich. Es fühlte sich an wie eine Umarmung eines alten Freundes, ich schloss die Augen und atmete ein und riss sie sofort wieder auf, wo war die Luft hin? Ich riss den Mund noch einmal auf, aber da war nichts. Nur grau, nichts als grauer, warmer, dicker Nebel und dann… Ein eigenartiger süßlicher Geruch, von Verwesung stieg mir in die Nase. Wo war ich?! Panik breitete sich in mir aus, in diesem Moment wünschte ich mir nicht sehnlicher als die Kälte vom Bahnhof zurück. Voller Grauen drehte ich mich um mein eigene Achse. Immer schneller und schneller. Meine Kleider klebten mir mittlerweile klitsch nass am ganzen Körper. Wie kam ich hier raus? Die Hitze drückte indessen immer weiter gegen meine Schläfen. Ich brauchte Luft, meine Lungen brannten. War das alles nur ein Traum? Konnte man im Traum ersticken oder war das tatsächlich Wirklichkeit? Ich musste hier rauskommen sonst… Hektisch tatstete ich umher, blind vor Nebel. Ich rannte los, mir war egal wohin meinetwegen direkt in einem Abgrund, es konnte nichts so schlimm sein wie diese Hölle. Meine Angst beflügelte mich, ich rannte und rannte. Strauchelte fiel, rappelte mich erneut hoch und rannte weiter, doch es half nichts. Vielmehr hatte ich das Gefühl, je schneller ich rannte desto stickiger wurde dieser Nebel… Falls dies überhaupt noch möglich war. Ich keuchte, würgte. Mein Blickfeld begann langsam zu verschwimmen. Immer mehr schwankte es oder war ich es der schwankte, war es der Boden oder war es alles zusammen? Wie lange noch? Meine Lungen brannten nicht mehr sie drohten zu explodieren, der Angstschweiß hatte sich schon längst mit meinem Körperschweiß vermischt. Eine einzige Suppe umgab mich. Das Schwanken wurde stärker, mein Blick verschwamm immer mehr. Dann rief jemand, nein kein Jemand es war Jordis. „Lass los…Lass los…“ und ehe ich es verhindernd konnte fiel ich wie in Zeit Lupe sah ich meinen Körper von oben auf den Boden aufschlagen. Nebelschwaden tanzten um mich herum und bedeckten dann sofort meinen Körper. Ich sah wie ein Licht sich auf mich zu bewegte, nicht auf mich sondern auf meinen Körper und es rief: „Lass los… Lass los…“ Nur dass es kein „es“ war, sie war weiblich, ich kannte sie, aber woher bloß? Wie auch immer ich würde nicht loslassen, ich würde nicht aufgeben nicht hier in dieser Hölle. Mit aller Kraft versuchte ich mich zu rühren, zu meinem Körper zu gelangen und ihn hier raus zu bringen, doch weder ich noch mein Leib wollte sich fortbewegen. Der Nebel hatte uns beide gefesselt. Entsetzt musste ich bobachten wie er unter meine Kleider kroch und in meinen Mund eindrang. Meine Lunge spürte ich längst nicht mehr. Lebte ich überhaupt noch oder war ich schon tot. Zumindest sah ich wieder scharf, dennoch dass half mir nicht weiter. Eher verschlimmerte es die Lage, denn jetzt war ich gezwungen mit anzusehen wie der Nebel meinen Körper immer mehr einhüllte und sich meinen Körper immer mehr zu erdrücken drohte oder würde er ich kochen? Ich wusste nichts mehr, ich wollte zurück. Mein Herz spüren, atmen. Den Kopf umher werfen und schreien, aber bei jeder Anstrengung mich aus den Nebelfängen zu befreien durchzuckte mich eine Welle aus Schmerz, Angst, Wut und Trauer. Dann fiel ich in ein Nichts, ein Meer aus grau. Ich schrie… oder nicht? Konnte ich überhaupt schreien? Schließlich lag mein Körper irgendwo da unten oder war es oben? Doch halt, wenn ich schrie musste es doch irgendwo Luft gegeben. Luft hieß Sauerstoff, das hieß atmen. Atmen hieß überleben. Leben! Reflexartig versuchte ich meinen Mund aufzureißen in diesem Moment waren mir die Schmerzen egal. Egal wie weh es tat, egal was ich sah. Ich wollte nur noch atmen und endlich bewegte sich etwas in mir, irgendetwas setze den Vorgang in Bewegung und endlich strömte kalte Luft in meinen Mund umfing meine Zähne und würde gierig von meiner Lunge meine Luftröhre hinunter gesogen.

 

Dann wurde alles schwarz.

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