Die gesammelten Schätze des Monats des fassungslosen Kopfschüttelns

 

Die ersten Tage des Monats wurden erst einmal zu Hause verbracht, denn es war Ostern und es schneite und wie es schneite. Wirklich Freude kam aber nicht auf, denn Eiersuchen macht alleine keinen Spaß und wozu soll man suchen, wenn niemand etwas versteckt hat. Darüber hinaus hatte ich ein kleines Präsent für meine Vermieter gekauft nur um fest zu stellen, dass ich es wohl an der Kasse haben liegen gelassen haben musste. So viel zum Thema wir sind immer präsent und überhaupt nicht blind… Ich hatte nämlich dreimal kontrolliert ob ich alles habe.

Übrigens Feiertage alleine auf Dauer zu verbringen deprimiert nach einiger Zeit schon ein wenig. Nicht wegen des Feiertages an sich, sondern viel mehr wegen der symbolischen Bedeutung. Überall wird einem suggeriert, dass man an einem Feiertag zur Familie fährt und eine wunderbare Zeit verbringt und vor allem Spaß hat. Dabei haben wir noch nicht einmal Ostern wirklich jemals groß gefeiert.

Sehr lachen musste ich dagegen mal wieder über die Traditionshasen-Debatte. Manchen Menschen kann man auch wirklich nicht mehr helfen. „Das Abendland geht unter!“, ja klar. Da in Deutschland auch so viele aktive Christen leben, die den Kruzifix ehren, jeden Sonntag in die Kirche gehen und streng nach den 10 Geboten sowie Ora et Labora leben. Ich selbst kenne Süddeutsche und selbst die sind nicht aktiv „Christlich“. Vermutlich lebe ich einfach in der falschen Gegend und kenne die falschen Menschen. Für mich stellt es sich mittlerweile so da, als würde das Christentum immer mehr zum Insiderwitz ähnlich wie die Stadt Bielefeld und ihre angebliche Verschwörung.

Übrigens stehen die Chancen recht Hoch, dass Ostern nach einer germanischen Götting/ Monat benannt wurde: Ostara Parallelen lassen sich zur griechischen Euos, der römischen Aurora und der indischen Usha finden. Auch der Brauch Eier zu opfern/ zu verschenken und zu verspeisen kommt ursprünglich von den Germanen. Auch die typischen Ostersymbole wie Hase oder Marienkäfer gehen auf die Germanen zurück, bei ihnen war der Hase ein Symbol des Glücks ebenso wie der Marienkäfer. Dumm nur, dass die Germanen zu beginn alles andere als christlich waren.

Der berühmte Schokoosterhase ist hier auf Island übrigens gar nicht so vertreten. Viel mehr gibt es gigantische Schokoostereier zu kaufen. Meine Alternative waren dafür selbst gebackenen Müsliriegel. Sehr lecker, sehr variabel und sogar vegan, glutenfrei und einfrierbar. Hat mir glatt den Hintern gerettet, denn zu dem Zeitpunkt liefen sämtliche Sonderangebote für Müsliriegel in den Supermärkten aus und Müsliriegel snacken gehört leider zu meinen Hobbys.

Neben dem ganzen Gebacke und Freihaben lief mal wieder eine recht ausgefallene Identitätskrise. Ich hasse es, wenn ich zu viel Zeit zum Denken habe. Ernsthaft, weshalb muss mein Gehirn sich immer eine Freude daraus machen Sachen tausendmal zu zer-denken. Nach drei vollen Tagen des

Dauergrübelns, Nörgelns und durch die Augenschwitzens war es dann auch schon wieder vorbei. Fazit: Selbstfindung war noch nie leicht, aber heutzutage hat man über drölfzigtausend Möglichkeiten und immer diese Gruppen, Sub-Gruppen Bildungen… Ganz ehrlich ich bleibe dabei, ich bin ich und ich habe eine eigene Schublade verdient. Wenn jemand damit nicht umgehen kann, soll er sich bitte auf ewig von mir entfernen.

Was das Ganze nicht wirklich besser machte, was der Umstand, dass ich am ersten April die Nachricht bekam Avatar- The Last Airbender sei auf Netflix erhältlich. Die Wahrscheinlichkeit des Aprilscherzes war ziemlich hoch, nur bestätigten gleich drei meiner Freunde dass es wirklich war sei und schickten mir Screenshots von ihren Computern. Nur ist Netflix Deutschland nicht gleich Netflix Island. Ich muss und musste über einen Monat lang warten um es sehen zu können. Ganze vier verdammte Wochen! Warum Netflix?! Ein Gutes hat es ich und meine Mitbewohnerin haben eine neue Serie für gemeinsame Fernsehabende. Ich bin völlig aus dem Häusschen, sie eher weniger aber das wird. Ich kriege das hin.

Sehr viel später im Monat dann, durfte ich die isländische Kunsthochschule besuchen. Wobei Hochschule ein wohl sehr dehnbarer Begriff geworden ist. Die äußere Erscheinung war ein hölzernes Quadrat und das Innere eine riesige Werkstatt mit einem hobbtigroßen Kiosk als Mensa.

Im Gegensatz zur Hochschule in meiner Heimatstadt gab es auch kein einziges Hinweisschild wo der Eingang oder gar die Veranstaltung stattfinden würde. Nach dreimaligem Umrunden des Hauses fragte ich dann ein kleines Grüppchen von Rauchern die dann lachen auf die Tür neben sich deuteten. Diese Tür hing schief in den Angeln, besaß ein Zahlenschloss und von ihr blätterte bereits die weiße Farbe ab. So etwas hätte ich natürlich auch sofort als Haupteingang identifiziert.

Der Vortrag war unter dem Thema „Visual Arts“ betitelt wurde. Was nicht ganz stimmt, der eigentliche Vortrag war von einem deutschen Künstlerpärchen über die Pflanzensamenbank oben in Spitzbergen. Darüber wer ihre Gründer waren, welche Sponsoren diese Bank hat, weshalb diese Sponsoren ein großes Problem sind und noch diverse andere damit einhergehende Faktoren. Klingt spannend, war für mich aber nichts Neues. Das Einzige was ganz nett war, waren ihre designten Infografiken zu diesem Thema. Jedoch waren diese teilweise wirklich zu vollgepackt unübersichtlich und dadurch nicht verständlich. Ebenso so wenig wie die zwei Künstler, deren Englisch leider sehr deutsch Klang. Der Vergleich zum Klischee Schaffner der Deutschen Bahn war hier Programm. Bei einem solchen komplexen Thema ist das fatal und ich wäre gerne nach vorne gegangen und hätte die Übersetzerin gespielt. Vom Deutschen ins Englische, weshalb sie keinen Übersetzer dabei hatten weiß ich bis heute nicht denn sie waren nicht alleine dort, sondern hatten eine kleine Gefolgschaft mitgebracht. Was ich schade fand, dass man die Infografiken nirgendwo downloaden konnte. Die gibt es zwar als Werk aufgedruckt auf wunderbare Holzplatten nur stehen die in Spitzbergen und wann kommt ein Ottonormalverbraucher schon nach Spitzbergen?

Was mich bei der Arbeit jedoch noch erwarten sollte übertraf den Vortrag um Längen. Meine zwei Chefinnen waren der Meinung meine monatliche Beurteilung vorzuziehen und ich roch den Braten, da war etwas nicht koscher. So kam es dann auch. Mich erwarteten zwei Chefinnen, die das guter-Cop-böser-Cop-Spiel durchspielten.

Alles begonnen hatte im März, als sie mich baten eine Liste zu erstellen mit meinen Stärken, Schwächen sowie Erwartungen und Wünsche an das Praktikum. Gesagt getan, sie meinten darauf hin sie würden es sich anschauen und sie würden mir dann dementsprechende Aufgaben zuteilen. Wir hatten auch diverse Ideen ausgearbeitet und damals dachte ich, dass das Praktikum noch wirklich gut werden würde. Jetzt plötzlich sah das ganz anders aus, anscheinend hatten sie ihre Meinung während der Renovierungswoche geändert. Sie meinten sie hätten den Eindruck ich würde mich hier nicht wohlfühlen, ich würde kaum mit den Besuchern interagieren und überhaupt könnten sie mir selbstständiges Arbeiten nicht wirklich beibringen. Entweder ich hätte diese Voraussetzungen oder nicht. Dies alles wurde mir von der reservierten Archivarin offenbart, sie ging sogar so weit mir zu sagen dass sie mich am liebsten nach Hause schicken wollen würden da sie für mich nichts mehr zu tun hätten. Natürlich war ich erst einmal baff und flippte aus, die zweite Chefin spielte dann den guten Cop und tröstete mich. Meine höflichen Erklärungsversuche weshalb ich mich so verhielt wurden abgewimmelt und mir wurde noch einmal nahe gelegt früher nach Hause zu fliegen sie würden auch die Kosten tragen.

Ich bat um Bedenkzeit und flippte dann ein zweites und drittes Mal am Telefon aus. Ich flippe auch gerne ein viertes Mal aus, weil ich mich jetzt rechtfertige. Wobei ich mich noch nicht einmal rechtfertigen muss, den mein Verhalten/ Reaktionen sehe ich als ziemlich angebracht an.

Während der Renovierungswoche wurden wir wahlweise wie Luft oder Dreck behandelt. Wir wurden morgens dort hin zitiert um entweder sieben bis sechs Stunden durch zu schuften oder wir durften den lieben langen Tag putzen. Beides macht nicht wirklich einen Unterschied, wir bekamen in 95% kein „Danke“ zu hören. Es strengt einen auf Dauer an, wenn die eigene Arbeit nicht gewürdigt wird. Zumal die drei immer weniger Anstalten machten so etwas wie Small Talk überhaupt zu zulassen. Ich habe mich seit Beginn des Praktikums um Small Talk bemüht, jeden Morgen und entweder meine Fragen wurden mit ja und nein beantwortet oder gar nicht. Selten habe ich einen Satz als Antwort bekommen und Gegenfragen blieben komplett aus. Auf dieser Ebene ein Gespräch zu führen ist ehrlich gesagt ziemlich schwierig. Zumal man mir symbolisiert, dass man keinen Gesprächsbedarf hat. Für mich kein Problem, denn dann lasse ich es einfach was ich dann auch irgendwann getan habe. Sich jeden Tag abzumühen und wie Luft behandelt zu werden wollte ich mir nicht wieder antun.

Ich habe ebenso mehrmals betont, dass die Archivarbeiten nicht wirklich intellektuell fördernd seien es jedoch okay sei, da es ja gemacht werden müsse. (Ich hatte auf dem Blatt, was ich ihnen gegeben hatte Alternativvorschläge gemacht) Es änderte sich allerdings nichts und ganz ehrlich? Ich langweile mich ungerne, da greift mein autodidaktisches Gen: Kopfhörer auf und Bildungspodcasts anhören. Um die hereinkommenden Besucher musste ich mich nicht wirklich kümmern, da meine Praktikumskollegin diese betreute. Ich schaute hin und wieder auf und lächelte ebenso die Besucher an. Nur müssen ja wohl nicht gleich zwei Vorstandsdamen die Besucher mit Prospekten bombardieren. Wir waren ein Museum keine Bankfiliale. Dass hatten meine Chefinnen wohl anders gesehen als ich. Besonders schön war es wie uns die Archivarin immer wieder dazu ermunterte mit den Besuchern zu interagieren. Beispiele gab sie allerdings nie und sie selbst vergrub sich lieber im Hinterzimmer hinter ihrem Laptop als selbst die Chance zu ergreifen.

Was mich besonders störte, war ihr Verhalten als ich einen Fehler gemacht hatte. Ja es war mein Fehler, jedoch beruhend auf einem Missverständnis. Ich hatte sie wohl angeblich falsch verstanden ohne es registriert zu haben. Ich dachte so wie ich ihre Anweisungen verstanden hatte wären sie richtig, es stellte sich dann heraus, dass sie vollkommen falsch gewesen waren. Ich entschuldigte mich und versuchte das Missverständnis meinerseits aufzuklären. Sie blockte komplett ab…

Ich bin noch nicht einmal die einzige, die an den Herrschaften scheitert. Meine Mitpraktikantin hat genauso dasselbe Problem und sie ist 11 Jahre älter als ich. Zumal sie sogar seit Januar dort arbeitet. Darüber hinaus ist ihr Problem, dass sie in einer Art Austauschprogramm mitmacht und hier eigentlich einen Job erlernen soll. Den Job bringen sie ihr wohl schlichtweg nicht bei, obwohl sie bereits mehrmals das Gespräch gesucht hat.

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt hatte nutzte ich meine Bedenkzeit und kam zum Entschluss, dass ich dort nur noch zwei Tage pro Woche arbeiten würde. Den Rest hätte ich somit frei, mehr Zeit für mich um mich mit den Museen auseinander zu setzen und meine Studienwahl zu planen.

Eine Woche traf in dann in meiner Freizeit spontan auf meine Mitpraktikantin dabei erfuhr ich ganz interessante Dinge. Wie zum Beispiel, dass meine Chefinnen ihre Version der Auseinandersetzung ein bisschen aufgehübscht hatten zu ihren Gunsten und dass für mich bereits ein Ersatz gefunden worden war. Vermutlich stand der schon lange vorher fest, nur haben die drei solange gewatet bis der Ersatz fest zugesagt hatte um mich dann gefahrlos abschießen zu können.

Den Ersatz kenne ich sogar persönlich, es war die junge Einheimische die uns während der Renovierungsarbeiten geholfen hatte. Sie war schon vorher fest im Team etabliert gewesen, jedoch nur am Wochenende, wenn die drei nicht arbeiten. Nun hatte sie wohl ihre Schicht im Rahmen ihres Masterpraktikums erweitert und arbeitete ganz zu fällig genau an den Tagen, an denen ich nun nichtmehr anwesend war. Wie passend, und wie a-sozial. Erst auf den Ersatz warten sowie sichern und dann den nun überflüssigen Arbeiter abstoßen so etwas nenne ich wahre Größe nicht. Die Wahrheit von ihnen habe ich übrigens noch nie gehört.

Eine weitere Woche später erfuhr ich, dass selbst diese junge Einheimische massive Probleme hatte mit ihren Chefinnen zu kommunizieren. Die Damenschaft macht wohl genauso wenig Anstalten mit ihr zu reden wie mit mir und meiner Mitpraktikantin. So viel zum Thema, ich würde nicht genügend mit meiner Umwelt interagieren. Wenn es selbst eine wirklich extrovertierte

Muttersprachlerin schon nicht schafft an diese drei heranzukommen wie soll ich es dann schaffen?!

Das Beste kommt jedoch zum Schluss, um noch mal an meine Rechtfertigung anzuknüpfen gab es einen gehörigen Grund weshalb ich die hereinkommenden Gäste nicht begrüßte. Erstens, ich bin keine Vorstandsdame es ist nicht mein Job, mein Job waren die Archivarbeiten. Zweitens, ich musste sie nicht begrüßen sie wurden bereits von meiner Kollegin begrüßt. Ich habe zwar immer wie aufgesehen und nett gelächelt sowie genickt aber weshalb müssen denn bitte immer gleich zwei Angestellte auf die Gäste losgehen und ihnen gleichzeitig den gleichen Flyer und den gleichen Plan in die Hand drücken? Die meisten schmeißen den doch eh spätestens im Foyer wieder in den Müll.

Jetzt warfen sie mir zu wenig soziale Interaktion vor, obwohl die schon längst erledigt wurde und eigentlich der Bedarf gedeckt war. Meine Mitpraktikantin bekam dann in ihre Evaluation als Kommentar geschrieben sie würde zu wenig sozial Interagieren.

Wie bitte? Ich meine was?! Wenn sie den vollständigen Bedarf deckt und mehr macht, als die Cheffinnen selbst wie kann sie denn dann zu wenig machen. Sollen wir beide uns in traditionelle Gewänder schmeißen und den Gästen dann Schuhplattlern beibringen oder was?!

Später kam heraus, dass ihre fehlende soziale Interaktion sich auf ihre Freizeit beziehen würde. Diese Aussage finde ich fast noch schlimmer… Was haben Arbeitgeber in der Freizeit ihrer Arbeitnehmer zu suchen?! Fest steht dieser Satz steht jetzt in einem ihrer Arbeitszeugnisse und ich habe ihr bereits den Link zum Stadtportal geschickt… Dann lügen wir uns eben beide unsere Wochenenden zusammen. Ich finde Arbeitgeber geht es absolut nichts an was ihre Angestellten in ihrer Freizeit treiben so lange es nicht gesetzeswidrig ist.

Der Vorteil an mehr Freizeit, man kann sie besser nutzen. So habe ich einen zweiten Rucksack im Sonderangebot erstanden ebenso wie einen Aquarellblock (leider nicht im Sonderangebot). Letzterer wurde sofort eingeweiht und ist auch schon halbvoll. Wer mir auf Instagram folgt kennt bereits die Ergebnisse, wer nicht wird sie spätestens nächste Woche hier sehen, denn ich muss mal das Format Thy Art is murder ein wenig auffrischen.

Des Weiteren ging meine Studienvorbereitung sowie Suche endlich wieder vorran. Die Anzahl der Universitäten lag anfangs bei vier, dann bei acht und nun bei fünf. Damit lässt sich doch arbeiten…

Keiner der Universitäten liegt übrigens in meiner ursprünglichen Wunschstadt, jedoch sehen die Hochschulen dort alles andere als einladend aus. Studiert wird hoffentlich durchweg etwas künstlerisch, was genau wird sich dann zeigen. Je nach dem welche Aufnahmeprüfung glücklich für mich verläuft. Damit werde ich dann wohl die nächsten Monate beschäftigt sein, mit Arbeitsproben erstellen sowie Mappen anfertigen plus Arbeiten um zu meinen Lebensunterhalt zumindest etwas beitragen zu können. Ich sehe, ich drehe jetzt schon durch.

Dabei fällt mir ein, dass ich, dass schon längst bin. Mal wieder… Vor ein paar Tagen entdeckte ich nämlich, dass ich den falschen Flug gebucht hatte. Einmal ein Häkchen übersehen und schon hat man den Salat… Was für mich hieß, bei diversen Airlines, Supports sowie Mitbewohnern in der Leitung zu hängen. Ich wurde mal wieder besonders-emotional-aufmerksamkeitsbedürftig. Zum zweiten Mal in diesem Monat, ich finde EHC (Emotional-Hyper-Compensation) sollte wirklich als Syndrom oder anerkannt werden. Der emotionale Stress teilte sich dieses Mal jedoch auf zum einen bekam es meine Mitbewohnerin ab zum anderen der erste Airline Support… Den Herren an der Leitung habe ich wohl völlig verstört.

Meine Mitbewohnerin eher weniger, denn die meinte hinterher: Es ist immer wieder schön, wenn du völlig aufgelöst anrufst und den Satz anfängst mit „Es ist alles okay, aber…

Nach ein paar Zusatzrunden über mehrere Tage verteilt standen der neue Flug fest, inklusive der Gepäckbestimmungen. Ganz ehrlich? Airlines müssen ihre Gepäckbestimmungen genauer deklarieren und zwar alle! Dieses vage Gequake versteht doch niemand. Ich habe übrigens dieses Mal nicht wirklich Übergepäck, trotzdem darf ich gleich mal einen dreistelligen Betrag obendrauf zahlen weil… (Hier kapitalistischen Grund einfügen). Ich bin wirklich kein Freund von Airlines, wobei der Support eigentlich ganz nett war. Zumindest hat sie erkannt, dass ich das internationale Funkalphabet benutzt habe.

Vor drei Tagen wurde ich übrigens entlassen, also nicht rausgeschmießen sondern verabschiedet. Nachdem ich diverses mit der Airline abgehandelt hatte und vorher in einer Warteschleife hing von über 30 Minuten (dies übrigens über jeweils drei Tage) mit OASIS ähnlicher Warteschleifenmusik war mir irgendwann ziemlich langweilig. Ich hatte nichts mehr zu tun und da kamen meine Chefinnen mit einem Farewellcake um die Ecke. Ab dem Moment spielte mir mein Gehirn mal wieder einen Streich. Jeder der von euch jemald World of Warcraft Mist of Pandaria gespielt hat, weiß dass die Pandaren den eigenen Spielercharakter gerne mit Farewell verabschien. Plötzlich wurden aus meinen Chefinnen lustige Pandaren inklsuive Rüstung, Strohhut und allem drum und drann. Diese 30 Minuten nicht zu lachen war verdammt hart. Zurück zum eigentlich wichtigen, dem Kuchen: Es waren drei Gebäckarten von der hiesigen Konditorei. Für mich gab es einen Kirsch-Streusel Muffin vegan sowie glutenfrei. Der war oberlecker und leider viel zu schnell alle, übrigens Hochachtung an dieser Stelle für die Konditorin. Etwas Ästhetisches sowie wohlschmeckendes vegan und glutenfrei Hinzubekommen ist nicht immer einfach, wenn nicht gar unmöglich. Nach einer weiteren Runde Smalltalk ging es dann für mich auch schon geh nach Hause… Ich habe jetzt ungefähr noch drei Tage fürs Packen und dann geht’s schon wieder gen Heimat. Glaubt mir, ich freue mich auf normale Menschen ohne Dr. Jekyll und Mr. Hyde Züge. 

 

Ob meine Chefinnen Gefühle hatten bezweifle ich mal, zumindest nicht für mich:

“Niemand ist ehrlich, niemand ist echt. Man darf niemandem und nichts trauen. Die Menschheit leidet an einer tödlichen Krankheit, die Gefühle heißt. Und wir werden alle daran sterben.”

S. 323-  Solitaire von Alice Oseman

 

Beschreibt Naivität recht gut:

»Genau, das ist es. Eine Illusion, in der man drin wohnen kann, bis man rausgeschmissen wird.«

S. 35- Regenbogentänzer von Nicole Walter

 

Zu zweit auf eine harmlose Praktikanntin loszugehen fühlt sich ungefähr so an:

Den Schuss hatte ich nicht kommen sehen, aber ich spürte die Kugel.

S. 3- Nachtblumen von Carina Bartsch

 

Beschreibt keine meiner Chefinnen, aber das Gefühl wenn ich an sie denke:

»Kenne ich Sie?«, fragte ich. Sie kam mir nicht sonderlich bekannt vor, aber ihr amerikanischer Akzent, die frische weiße Bluse und die Designerjeans, die in kniehohen Stiefeln steckten, ließen mich an eine der schrecklichen Freundinnen meiner Frau denken.

S. 9- Die Gerechte von Peter Swanson

 

Jemand hat mal wieder für mich Pate gestanden:

»Aber wie, äh … ich meine, wieso lebst du überhaupt noch?«

»Erstklassiger Glücksbringer«, murmele ich und starre aus dem Fenster.

Gespräch beendet.

S.1- White Zone von Katja Brandis

 

Muhahaha, ich bin der Schrecken eines jeden Arbeitgebers:

Später, das heißt dann, wenn die Situation schon mächtig außer Kontrolle geraten Ist. Wenn du schon in Umlauf gekommen bist und daran nichts mehr zu ändern ist.

S. 5- Stalins Birne von Edo Popovic

 

Ich wünschte die Studienwahl würde sich so gestallten:

Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden.

S.12- Qualityland von Marc-Uwe Kling

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