Suchterkrankungen

»But in the end it doesn’t even matter…«

Ich weiß weder wie ich anfangen soll, noch was ich überhaupt zu sage hätte. Ich weiß, dass die Sonne scheint, ich durchgeschwitzt und verstört bin, restlos bis zum Ende. Ich weine mehr als bei dem Tod meiner Großmutter und ich weiß nicht ob ich mich dafür schämen sollte oder nicht. Hinnehmen muss ich es so oder so. Der Tod lässt sich nicht wieder rückgängig machen und die Entscheidung sich umzubringen ist endgültig. Ich weiß nicht ob ich es in Worte fassen kann was mir diese Lieder gegeben, bedeutet oder mich gelehrt haben. Depressionen sind hart, das Leben als Teenager sowieso. Missverstanden, allein und fremd… Dabei hat mir Linkin Park geholfen, dass alles zu verkraften, zu akzeptieren. Mir irgendwie klar gemacht, dass es irgendwie okay ist sich so zu fühlen. Man ist doch nicht alleine, obwohl man es glaubt. Hoffnung war dabei das Stichwort genauso wie Verständnis. Numb, Castle of Class, In the End oder Wastelands waren dabei irgendwie die Wichtigsten.

Sie waren mein Einstieg zum Rock, Hard Rock, Metal und überhaupt dazu mal die Musik laut aufzudrehenden, denn dass ist an heißen Sommertagen einfach wunderbar.  Heute geht es mir besser und daran sind Linkin Park und vor allem Chester Bennington nicht ganz unschuldig. Zum Glück! Ich habe zwar in dem letzen Jahr mich mehr auf Metal fokussiert, dennoch LP war und wird ständig in meinem Herzen bleiben.

Und bitte an alle, die ihn feige nennen wegen seiner Familie. Denkt ihr ernsthaft, dass er sie vergessen hat, verstoßen, verdrängt aus dem eigenen Leben? Dass er sie gehasst hat nach seinen Scheidungen? Ich weiß es nicht, aber ich denke nicht. Vielleicht hat er sie nicht so geliebt wie er sie hätte lieben wollen: Drogen, Tourneen, Musikerleben… Alls das ist anstrengend, mörderisch und unheimlich vereinnahmend. Dennoch er wollte mit seinem Tod vermutlich keinem eins auswischen wie ein nerviger Erstklässler einem Freund. Es gibt tausend mögliche Gründe für einen Selbstmord. Wer selbst an Depressionen/ Suchterkrankungen litt/ leidet weiß dies auch. Man plant meist nicht von langer Hand einen Selbstmord, man weiß oftmals noch nicht einmal wie bestechend so ein Gedanke werden kann! Wie verzweifelt muss also ein Mensch sein, seine Familie, Freunde, Band, Kollegen und Fans „zurück zu lassen“?

Was mich damals schon an Robin Williams Suizid schon unheimlich genervt hat, war dieses lamentieren, ausschlachten… Wie schlimm Depressionen doch seien, oder Drogen, oder Missbrauch. Im Allgemein psychische Probleme, man müsse den Kampf dagegen aufnehmen, für mehr Aufklärung sorgen. Das war 2014… und was ist seit dem passiert? Nichts.

Die Massen fallen weiterhin sensationsgeil über jeden Fehltritt eines Promis her. Normale Menschen, werden untergebuttert wie auch? Jeden Tag begeht jemand Selbstmord. Dennoch hat sich schon mal jemand Gedanken um die Selbstmorde von Chris Cornell, Fran­ti­sek Ra­j­to­ral oder Kazim Akboga Gedanken gemacht? Ich weiß es nicht….

Ich will keinen belehren. Ich weiß ich genauso wenig wie der Rest der Welt, weshalb Chester Benninton sich umgebracht hat. Vermutlich war und wird er der einzige sein, der es wusste. Falls er es wirklich wusste.

Worum ich dennoch bitten würde und zwar jeden der dies ließt. Lasst die betroffenen Menschen doch in Ruhe trauern, denn tot ist tot. Daran wird sich nichts ändern, daran kann keiner etwas ändern und Nachtreten ist dass letzte. Insbesondere für die Familie. Können wir ihn nicht einfach gehen lassen? In Frieden wäre am schönsten. Danke…

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