#Reise

Allein ist es doch irgendwie am schönsten?

Wie der Morgen so anfing, weiß ich gar nicht mehr. Vermutlich muss ich über irgendetwas gestolpert sein, denn am Nachmittag entdeckte ich einen großen noch recht frisch aussenden blauen Fleck am Schienenbein… Ach ja und es muss früh gewesen sein früher als sonst, denn das war der einzige Tag an dem ich mal nicht morgens einkaufen musste, weshalb ich noch vor acht Uhr auf klamm heimlichen Sohlen die Wohnung verließ. Nennt mich den pinken Panther. Genauso schlich ich von Schatten zu Schatten die Hauptstraße entlang, denn bereits jetzt war es brütend warm. Die Gassen selbst waren gelinde beschrieben menschenleer, die Sonne war ging gerade auf und außer ein Paar schulpflichtige Kinder mit Ranzen kam mir keine menschliche Seele entgegen als ich in die große Einkaufsstraße abbog statt dessen jede Menge Tauben, Raben und die ein oder andere Maus im Gebüsch. Nichts zu vergessen die Möven, die es sich bereits über dem Vordach der Bäckerei bequem gemacht hatten, um auf die ahnungslosen Kunden hinunter zu schnellen und ihnen die Wurst oder Frikadelle von der morgendlichen Stulle zu stibitzen. Quittiert von ihrem lautem Geschrei, was sich viel mehr nach dem Geschrei von gerade abgestochen werdenden Kindern anhörte bog ich in die Nebengassen ab. Heute stand mal wieder eine Richtung auf der Speisekarte und statt sich für rechts oder links zu entscheiden blieb ich bei immerzu gerade aus.

Mit recht großem Erfolg wie ich später feststellen durfte, einen vernünftigen Stadtplan besaß ich übrigens immer noch nicht dafür eine gebündelte Portion Naivität, dass das alles schon irgendwie klappen würde.

Also auf ging’s durch die Gassen und hinein ins Abenteuer… Oder was eben an sehr schmalen sowie sehr langen Gassen abenteuerlich sein sollte. Das zuvor vernommene Möwengeschrei wurde abgelöst von dem Piepen des rückwärts ausparkenden riesen 18 Tonners einer Prager Wäscherei. Das daneben liegende schnuckelig aussehende Hotel sah dagegen winzig aus… Wie gern hätte ich dort ein Zimmer gehabt, wobei dann hatte ich Mr. Roquefort eintauschen müssen und ich bin mir sicher das Hotezimmer garantier keine so charismatischen Pseudo-Schimmel-Flecken besaß. Die, die ich kennen lernen durfte waren alles sehr anstrengende Aristokraten gewesen…  Neben dem Buchladen befand sich übrigens ein gerade öffnender Buchladen bestehend aus vermutlich viel erlesener tschechischer Literatur. Genau beurteilen kann ich das dank Sprachbarriere leider nicht, doch die Einbände waren allesamt schlicht, die Autorenportraits sehr ernst drein Blickend und sämtliche Titel in schwarzer Times New Roman geprägt.  Selbst der Besitzer sah aus wie Merlin der Magier höchspersönlich mit seinem spitzen Vollbart, Mönchstonsur und Nickelbrille. Im Gegensatz zu Merlin, hatte er allerdings keinen Humor, denn außer mich böse anzustarren als ich durch die Reihen schlich konnte er wohl nichts, weshalb es fluchs wieder hinaus in die Sonne und in die nun aufsteigende Hitze ging. Einen unverzeihlichen Fluch aufgebrummt zu bekommen war das letzte was ich heute wollte.

Weiter die Straßen hinunter marschiert, natürlich immer mit Homewardbound auf den Ohren und brav Hänschen- Klein- Ging- Allein summend bemerkte ich nach einem dritten Schaufenster, dass mir der Mann der vor dem Hotel eine Raucherpause unternommen hatte mir immer noch folgte. Richtig panisch wurde ich nicht, aber zumindest aufmerksamer und skeptischer. Mein Schritttempo erhöhte ich zwar nicht, dafür bog ich dreimal um verschiedene Ecken und sah zu dass ich auf die nächst beste, größere Straße traf. Fehlanzeige und der Typ folgte mir immer noch. Verdammt… Mein Handy hatte ich zwar dabei, aber morgens panisch seine Klassenkameraden anzurufen um ihnen mitzuteilen man glaubte verfolgt zu werden und zwar von einem sehr breiten, sehr großen, sehr mies aussehenden Glatzkopf würde die Stimmung nicht gerade anheben. Zumal was nütze ihnen diese Information wenn ich keinen blassen Schimmer hatte wo ich mich genau befand? Also, was tun? Ich fing ernsthaft an mir zu auszurechnen wie viel Kraft ich aufbringen müsste um ihn mit meinen Kopfhörern zu erdrosseln. Denn dabei sicherlich entstehenden Kabelbruch wollte ich allerdings nicht riskieren, dafür waren sie mir zu schade. Ich könnte ihm meine Tragetasche um die Ohren schlagen, aber bezweifelte ich dass mein Skizzenbuch ihm Probleme bereiten würde so schwer war es nun auch nicht. Hatte ich denn überhaupt nichts spitzes dabei? Moment, was war denn mit dem schicken Haustürschlüssel? Spitz, lang und recht zackig… Wäre doch ein super Ablenkungsmanöver so einen kleinen Widerhaken in der Niere stecken zu haben. Beruhigt ging ich weiter meines Weges, diesmal weniger nervös. Erstaunt musste ich schließlich feststellen, dass mein Verfolger wohl das Interesse verloren hatte oder nie gehabt hatte denn bevor ich erneut um eine Ecke bog sah ich ihn gerade noch in ein Café verschwand. Ich dagegen nutzte die Gunst der Stunde, um mir selbst Beine zu machen und nach einem morgendlichen Sprint hatte ich zwar endgültig keinen Schimmer mehr wo ich mich befand, dafür tat sich vor mir ein kolossales Schaufensters einen Fachgeschäftes für Maluntensilien auf.

Leider war der Laden noch verschlossen, vielleicht war es auch besser so denn ich überlegte erneut wie es mir gelingen könnte einige Schönheiten über die Grenze zu schmuggeln und ja wir waren kontrolliert worden…

 

So stand ich einfach nur geistig sabbernd vor dem Glas und starrte wie gebannt auch die sich mir präsentierende Ware. Würdelos, aber ich bin mir sicher dass selbst Michelangelo damals entzückt gewesen sein gewesen sein muss wenn ihm jemand reinstes Purpur kredenzt hätte. Enttäuscht aber zumindest mit mehreren Fotos zog ich irgendwann von dannen. Diesen Laden noch einmal wieder zu finden würde unmöglich, irgendwie erinnerte mich seine Atmosphäre an Mr. Magoriums Wunderladen, ob es so etwas wirklich geben konnte?

Als ob ich nicht schon genug gepeinigt gewesen wäre, stieß ich auch noch auf dieses Schaufenster. Heute zeigte sich die Stadt von ihrer besten Seite, herausgeputzt ließ sie mich auf ihren Irrwegen tanzen, denn selbst jetzt hatte ich keine Ahnung wo ich war. Genug Zeit blieb dennoch und so ging die Reise weiter…

Es folgten hübsche Schaufenster, an Schaufenster, im Sonnenlicht leuchtende Fassaden und dann erschien das hier vor meiner Nase:

Woher kam denn dass? In meinen ganzen vier Tagen hatte ich weder die deutsche Sprache vernommen noch jemanden lächeln sehen. Weshalb also dieses Schild… Die Frage sollte sich wohl nie aufklären, denn als ich die Klinke des Kirchentores hinunter drückte geschah nichts… Wieder zog ich weiter, mehr als die äußere Hülle von Dingen war heute wohl nicht drinnen. Wie war das noch? Gotteshaus steht jedem und zu jeder Zeit offen? Wobei ein tatsächliches Kirchenasyl ist im alten Testament nicht verzeichnet, lediglich eine Schilderung von diversen Fluchten zu heiligen Stätten, wobei man dort aus Gottesfurcht der anderen Menschen sicher war. Aber betreten und ermorden hätte man dennoch gedurft.

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5. Türchen:

55. “Die Heimat liegt nun hinter euch- vor euch die Welt.“ -Der Hobbit/ Teil 1

„Können wir los? Hast du jetzt endlich alles?“ meckerte meine Schwester mir ins Ohr. „Natürlich, was denkst du denn?“ zischte ich zurück, „und schrei nicht so, willst, dass wir alle aufwecken oder was?!“ Statt einer Antwort bekam ich nur einen bösen Blick zugeworfen, typisch Mädchen. Aber jetzt darauf einzugehen würde uns nicht nur zu viel Zeit kosten sondern vermutlich auch noch den Kopf. So schwieg ich geflissentlich und tastete mich direkt hinter ihr die schwere Eisentreppe hinunter. Oder zumindest tasteten wir uns irgendetwas herunter, denn mochte es zwar eine Treppe sein, so sah ich sie nicht. Um genau zu sein sah ich gar nichts, noch nicht einmal meine eigene Hand vor Augen. Gewitterwolken sei Dank… Insgeheim hoffte ich die schweren Wolken würden auch weiter so brav und geduldig auf ihrem himmlischen Platz bleiben, zumindest bis wir mindestens eine Meile von unserem Gefängnis, gennant zu Hause, entfernt wären.

„Au! Du Vollidiot! Kannst du nicht besser aufpassen?!“, schrie es direkt vor mir… Als Antwort bekam sie lediglich ein Schnauben… „Lauf nicht in mich rein du Blödmann“, schnauzte sie erneut. „Und du weck nicht das ganze Haus auf!“, erwiderte ich erneut. Darauf hin kam wiederum nichts von ihr. Na, das würde ja heiter werden. Weshalb hatte ich noch einmal der dämlichen Idee zugestimmt, genau zu diesem Zeitpunkt, in dieser Jahreszeit und überhaupt von hier abzuhauen? „Denk nicht mal dran Freundchen… Ich geh auch alleine und dann darfst du diesmal ohne Babysitter die Seife aufheben, kapiert?“ kam es mit einem leisen Klack wieder von vorne. Mein Auge zuckte nervös „Halt den Mund.“ entgegnete ich leise. „Wie viele Schlösser noch?“ setzte ich hinter her. Angespannt lauschte ich in die Stille, aber außer dem Kratzen des Drahtes an der Tür konnte ich nichts wahrnehmen. Hoffentlich würde es klappen. Es musste einfach und zwar in den nächsten Minuten sonst wäre das Risiko zu groß um die geplante Route zu laufen. Wachen waren auch nur für eine bestimmte Zeit ohnmächtig…

Einatmen, leise wieder ausatmen mittlerweile eher etwas lauter. „Könntest du dich nicht einmal beeilen? Du hast mir versichert, dass du dieses Schloss blind knacken könntest…“

So langsam wurde ich wirklich nervös, mit der laufenden Zeit schwand meine Angst vor den da gewesenen Zuständen. Viel mehr bekam ich Angst vor der Situation zu scheitern. Einzelhaft oder viel mehr Hausarrest wie die Hausherrin es nannte war noch das angenehmste und geringste was einem hier passieren konnte. Langsam wurde es hier unten im Gang auch stickig. So leise wie möglich krempelte ich meine T-Shirtärmel hoch, noch 3 Minuten. Unglaublich, trotz der gebildeten Schweißperlen hatten sich meine Körperhärchen wie eine Ritterrüstung aufgestellt. Ich sah vermutlich aus wie eine elektrisierte Ratte.

„Hetz mich nicht…“ fauchte sie und schon ertönte der letze Klick. „Siehst du?“ an ihrer Stimme hörte ich wie sie triumphierend lächelte. Jetzt hieß es rennen und zwar so schnell und so leise wie wir konnten. Mit dem Türenknacken war der erste Teil geschafft nur was war der erste Teil ohne den zweiten oder dritten viel mehr vierten? Richtig gar nichts, und so hieß es während des Rennens auch noch den Positionslampen ausweichen. Gott, verdammte fünf Kilometer lagen noch vor uns. Fünf Kilometer voller Gefahren, wie plötzlich entgegenkommende Autos oder spontane Patrouillen. „Verdammt hörte ich es von weiter vorne“, schnell legte ich noch ein Zahn zu. Ich war bereits jetzt schon aus der Puste und wir hatten gerade mal 500 Meter hinter uns. „Was ist passiert?“ fragte ich keuchend merklich panisch. Die Gänsehaut dominierte nun klar meine Synapsen. Vorhin war es wohl kein Hitzeschweiß gewesen sondern pure Angst. „Merkst du eigentlich überhaupt noch etwas, du Holzkopf?“ , „Tut mir Leid, wenn ich nicht so multi-taskingfähig bin wie du, Supertrooper… was denn?“, flüchtig blickte ich um mich aber sehen konnte ich nichts verdächtiges. „Bingo“, du siehst nichts, was?“ kam es von ihr. Ich schaute sie an. „Woher. Schau mal nach oben… Deine lieben Wolken verabschieden sich gerade.“ Irritiert starrte ich sie an, „na los“ damit deutete sie über sich. Immer noch verwirrt legte ich den Kopf in den Nacken und merkte erst jetzt das der Mond sowie die Umgebung heller geworden war. „So ein Mist, zischte ich…“ Mit diesen Worten peitschte uns eine eiskalte Windböe in den Rücken. Die Wolken bewegten sich schnell. „In die Wälder. Sofort!“ Die Landstraße und Felder konnten wir ab sofort vergessen. Wir wären zu leichte Ziele. Wie lange würde der Wind noch auf unserer Seite sein? Würde unser Fehlen entdeckt würden sie hundertprozentig die Hunde loslassen und dann gnade uns Gott. „Wo geht’s lang?“, meine Schwester drehte sich fragend um sich selbst. Mittlerweile keuchte ich nicht nur sondern meine Beine wurden Bleiklötzen immer ähnlicher, weshalb ich fast wiederholt in sie hineingerannt wäre. Mit ihrem riesigen Mantel war sie von der wieder rabenschwarzen Nacht kaum zu unterscheiden. „Äh…“, zerstreut entfaltete ich die provisorische Kugelschreiberkarte. Dummerweise war diese leider ausschließlich für die Felder gezeichnet und nicht für den angrenzenden Wald, dennoch Jammern half nun auch wieder nichts. „Auf gut Glück in 10 Minuten über die Straße und dann wieder in die Büsche…“, lautete deshalb meine wage Antwort. Falls man es noch Antwort nennen konnte so sprachlos wie mich meine Lunge machte. „Könnten wir dann etwas langsamer werden?“ , keuchte ich wieder denn meine hyperaktive Schwester war schon wieder losgerannt, den Baustamm überstieg ich lediglich. „Erstens wer trägt hier den Rucksack und wer ist hier kleiner? Außerdem wir haben noch vier Kilometer vor uns… Ich stöhnte, diese Wälder hatten den Weg verdoppelt. „Wenn wir in die Nähe des Dorfes kommen, dann können wir langsamer werden rief sie über die Schulter zurück. Ich seufzte darauf nur erneut und riss mich zusammen. Dorf, Dorf? Ich wusste zwar nicht wovon sie redete doch mir war es egal weshalb wir langsamer werden mussten Hauptsache wir taten es.

Während des hinweg rennens machte ich mir Gedanken über unsere Vorbereitungen. Über ein Jahr hatten sie gedauert, was wir in der Zeit alles an Plänen geschmiedet hatten und an Dingen zusammen gesucht, gebaut, geklaut hatten war schier schon fast ein Lebenswerk. Vor allem hatten wir Lebensmittel gehortet. Unter der rechten Bodendiele des Hinterzimmers des Putzmannes. Was nicht alles mit einem passierte wenn man auf Nahrungssuche war. Mein Geruchssinn hatte sich in den letzen Monaten zu dem eines Hundes verstärkt. Die Augen meiner Schwester waren so stark wie die eines Adlers. Was wir alles aufgetrieben und was der Preis dafür gewesen war. Köche konnten so gierig werden…

Nun bogen wir auf eine geradere Strecke ohne Unterholz oder Hügeln ein und ich nutze die Zeit um zurück zu schauen. Von unserem höher gelegenen Standpunkt aus konnte ich nun das gesamte Tal überblicken. Fast schon wunderschön, wenn dort am Ende des Kessels nicht dieses eine Herrenhaus gestanden hätte. Der Horrorort für Kinder wie uns, „schwer erziehbar“ wurden wir geschimpft und „wertlos“. Das Einzige was uns noch hätte helfen könnte war laut Regierung ein Programm zur „Konditionierung auf die gesellschaftlichen Normen“. Unsere Eltern sahen es wohl ähnlich und so schickten sie uns mit gutem Gewissen an diesen grausigen Ort. Einen Ort ohne Freiheit, Kreativität oder Genuss für Bildung. Bloßes Arbeiten und Lernen. Arbeiten an Ziegelsteinen oder Straßengraben ausheben und Propaganda lernen, die besagt wie großartig doch der Staat sei. Darüber hinaus liefen über den ganzen Tag Nachrichten wie erfolgreich wir im Krieg gegen den Westen seien… Dumm nur dass sich der Westen gerne mal in den Süden oder Norden verwandelte. „Nett, dass du einen Reisebericht verfasst, aber im Zug haste Zeit genug dazu.“ Damit packte mich jemand von hinten und schleifte mich mit…

Gesammelte Schätze des Monats der Blattverfärbung

Was war nicht diesen Monat alles los… In der Schule wieder einleben, Oberstufenabschlussreise, jede Menge Organissationskram und das Phänomen des permanenten Müdeseins. Irgendwie war der September voll, obwohl ich nicht wirklich das Gefühl habe etwas getan zu haben. Leider leidet mein Blog derzeit doch irgendwie arg einfach weil ich keine Zeit finde. Mich hat diese Menge an Hausaufgaben und parallel laufenden Dingen vollkommen überrollt und in es wird in Zukunft nicht besser. Sehr es mir also nach wenn ich mich provisorisch schon einmal ein wenig zurückziehe bzw. abmelde. Ich habe überhaupt keine Ahnung wann ich dazu kommen werde Beiträge zu schreiben. Mein einziger Lichtblick ist dieses Wochenende, den an diesem startet das Filmfest bei dem ich mich wohl aufraffen muss abends mal nicht halbtot auf der Couch einzuschlafen.

Wie auch immer, genug gejammert hier dürft ihr als kleinen Teaser mal einen weiteren Einblick in meine Oberstufenfahrt erhaschen.

 

Das wäre mir am ersten Abend unserer Ankunft auch gerne passiert… Ich hätte vieles gegen Essen eingetauscht:

Und er öffnete seinen vollgestopften Koffer, nahm eine Schachtel Halwa heraus und gab sie mir. »Essen, gut«, sagte er. »Besser als Bucher.« 

S. 13- Leseprobe Alles kein Zufall von Elke Heidenreich

 

Beim Treppenaufstieg des prager Eifelturms durchzuckte meinen Kopf ständig wieder und wieder dieser eine Gedanke. Nervige Höhenangst…

Vielleicht ist Mut nichts anderes als das: eine spontane Handlung, bei der der Kopf Nein ruft, aber dein Körper es einfach trotzdem tut. Mut oder Dummheit. Schwer zu sagen.  

S. 256- Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe von A. J. Betts

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Ich, auf östlicher Tuchfühlung

Nachdem ich nun knapp drei ganze Tage zur Regeneration benötigt habe möchte ich euch selbstverständlich an meinem erlebten Reiseglück teil haben lassen.

Wie viele Schüler oder eben Eltern im Laufe ihres Lebens mitbekommen wie die kleinen flügge werden und irgnwann nach ihrem Abschluss doch bitte ausziehen mögen nähert sich eben  dieser Zustand in meinen eigenen vier Wänden… Gut, soweit ist es noch nicht doch dank Oberstufe, Studienstufe oder wie auch immer die 11 sowie 12 Klasse genannt wird durften wir letzen Sonntag den 11.09 in einen ICE steigen und waren für ganze vier Tage außer häusig.

Die Vorbereitungen zogen sich dank der Kriselns allerdings über Monate hinweg… denn unsere Reiseziele änderten sich irgendwann von Tag zu Tag. Manchmal kam ich mir so vor als arbeitete ich an der Börse: „Ibizia für soundso viel und voll Kultur!“ Nein, Amsterdam voll schön und mit drittem Reichkontext“ „Was für Schwachsinn New York ist der Shit“ So viel zur Forderunge an die Schulen einen humaneren Umgangston den Schülern nahezulegen.

Aber holen wir doch noch länger aus: Alles fing mit dem netten Städtchen Tel Aviv an. Damals vor guten drei Jahren war die Lage bekanntermaßen zwar etwas angespannt aber wirklich gefährlich war es nur in Syrien oder Libanon. Mit der Zeit wurden dank der , unentspannten Einwohner so manche Eltern unentspannt. So änderte sich unser Ziel das erste Mal… Tel Aviv vielmehr ganz Israel wurde gestrichen und wir zogen uns nach Istanbul zurück.

Doch Dank IS, Erdogan sowie Flüchtlingkrise inklusive Erdbeben verlor der orientalisch- paradisische Ort ebenfalls seinen Reit zumindest bei den Eltern. So manche waren von uns leider noch nicht volljährig und die zu Hause zu lassen wäre ja laut Lehrer völlig unmoralisch. Meine Argumente, dass es nicht unbedingt Istanbul sein müsste da es auch noch andere bedeutende Städte gab siehe Izmir, Ankara oder Antalya wurde vorerst ignoriert, denn die Türkei wurde somit gänzlich gestrichen. Egal wo wir sein würden es würde überall mindestens einen Terroristen geben der uns in die Luft springen wollen würde. Besonders im Nahen-Osten! Siehe Paris, Nizza, New York, München etc… diese Städte liegen unglaublich nah am arabischen Raum. Zumal leben immer tödlich endet, weshalb Veganer eben gesünder sterben. All diese Argumente wurden außer von meinem Klassenlehrer eher weniger mit Humor aufgegriffen obwohl ich eigentlich das Ökologische-Biokind bin.

So musste unser zukünftiges Reiseziel nicht all zu teuer sein und wir durften auf keinen Fall fliegen! Wir seien schließlich eine Klimaschule… Dass mit dem Fliegen stellte sich im Nachhinein als komplettes Märchen da und unser Lehrer ist nicht umsonst weltbester Vielflieger… wieviel der spart durch seine angesammelten Bonusmeilen. Halleluja, einer würde garantiert gratis nach New York kommen.

(Mein letztes Argument, dass man übrigens mit dem Orient Express fahren könnte zog ebenso nicht.Obwohl wir nicht fliegen würden und es in Kombination mit der Bagdad-Bahn sogar Semsterthemenrelevanz hätte. Da unsere Kunstlehrerin auch noch Englischlehrerin ist hätte ich mit Agatha Christies Orient Express auf English als Lektüre sogar mahrere Klappen geschlagen.)

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„Willkommen in der Todeszone!“ – Tomp Raider #2

Hat etwas länger gedauert. Ich weiß. Großes sorry, aber Grammatik und Rechtschreibung will gelernt sein. Dennoch: Viel Spaß damit und wer sich nicht mehr erinnern kann hier geht’s zu Teil 1.

 

Doch die Erleichterung währte nicht lange. Ich war zwar aus der größten Gefahrenzone entronnen, aber ich konnte immer noch festgenommen werden oder abgeführt… Wie war überhaupt das Gesetz hier? Exestierten Haftstrafen für Diebe des eigenen Gepäcks oder blieb es bloß bei einer Verwarnung…? Meine Hände wurden schwitzig, trotz des eisigen Windes der mir nun um die Ohren und unter die Jacke kroch. In solchen Momenten hasste ich reisen. Noch mehr als lausigen Tee und Flughafentee war verdammt lausig. Jedes mal wenn ich ihn gezwungener maßen trank, nein eher hinunter würgte, hatte ich das Gefühl den Schierlingsbecher getrunken zu haben. Nur ohne das wunderbar betäubende Mohnextrakt, so dass ich bei vollem Bewusstsein mit erlebte wie die lähmende Wirkung erst meine Beine, dann meine Arme und zum Schluss zu meiner Lunge kroch um sich dort für die letzten Sekunden meines Lebens ein zu nisten und mich somit zum Ersticken brächten. Kalt, fremd, bedrohlich. Wenn ich noch länger hier stehen blieb würde mir genau dass passieren, nur ohne Gift. Die freudigen Rufe des Nachtfrosts begannen nun endgültig mir die letze Wärme aus meinen Knochen zu saugen.

Ob Thomàs wirklich hier parkte? Wie sollte ich eigentlich sein Auto in der Dunkelheit finden? Langsam drehte ich mich erst nach rechts, außer Schwärze und ein herrenloser Koffer, der im flackernden Vorlicht des Lufthafens immer wieder aufleuchtete, konnte ich nichts erkennen. Aber ein herrenloser Koffer um diese Uhrzeit? Merkwürdig. Wachsam drehte ich mich in die endgegengesetzte Richtung, doch auch dort: Nichts. Es reihten sich nur Kleinbusse an Kleinbusse. Alle unterschiedlichen Alters und Zustands, dennoch ausnahmslos von der selben deutschen Firma. Wie sollte ich Thomàs finden? Ich schaute auf die Uhr. Mir blieben noch zwei Minuten, die Zeit raste. Warum rief ich ihn eigentlich nicht an? Sollte er mich doch vor dem Haupteingang abholen, wie die Anderen. Mittlerweile war ich wohl der Letzte… Ich wollte gerade mein Mobiltelefon aus meiner Hosentasche nehmen, als ein lautes „Buh!“ von hinten ertönte. Ich erschrak, zuckte zusammen, schrie und und machte einen Satz nach vorn, kurz vor das Ende des Bürgersteigs. Dabei fiel mir mein mein Handy aus meiner Hand und landete klackernd in einer schwarzgrauen Pfütze. Verärgert drehte ich mich um meine eigene Achse und hob die Hand um gerade zu einer Schimpftirade anzusetzen, als ich erkannte wer mich erschreckt hatte…

„ Karen“ stotterte ich, „was machst du denn hier?“ Ich riss mich gerade so zusammen, das meine Kinnlade an meinem Kiefer haften blieb. „Du scheinst ja gerade zu entsetzt darüber zu sein, dass ich hier auftauche..“ Sie lachte und zwinkerte mir zu. Ich starrte sie immer noch böse an, doch dann legte sich mein Schrecken, dass wir uns wiedersehen würden hätte ich nie für möglich gehalten. „Ach weißt du, eigentlich hätte ich mir denken können, dass ich dem Teufel auf dem Weg in die Hölle begegnen sollte…“, antwortete ich. Dann fielen wir uns freundschaftlich in die Arme. „Mein Gott. ich habe das Gefühl es ist ewig her seit dem wir uns gesehen haben.“ „Mittlerweile über zwei Jahre schätze ich…“ Sie löste sich von mir. „Na, da haben wir uns ja was zu erzählen, allerdings würde ich unser Wiedersehen sehr gerne im Warmen weiter feiern, denn meine Jacke für Arktikexpeditionen liegt zu meinem Bedauern ganz unten in meinem Koffer und so frostige Wurzeln wie du sie hast kann ich leider auch nicht vorzeigen.“ Sie lächelte wieder und zeigte auf meinen Rucksack. Willst du den nicht mal richtig anziehen? Du siehst aus als ob du in aller Eile vor einem Bombenattentat fliehen musstest. Ich unterdrückte ein hysterisches Kichern „Sagen wir, es war etwas ähnliches.“ ich lief rot an. Verdammt, sobald Karen wieder auftauchte wurde ich wieder zu einem 13-jährigen der sich in seine Sportlehrerin verknallt hatte. Schnell wechselte ich das Thema „Weißt du eigentlich wie sein Wagen aussieht? Ich habe Thomàs schon ewig nicht mehr gesehen. Nicht seit…“ Ich schüttelte den Kopf, nein unser Kontaktabbruch war sogar noch vor dem Zwischenfall gewesen. Karen lächelte, „Nein aber ich schlage vor, dass du dein Mobiltelefon erst einmal aus der Pfütze holst und du da weitermachst, wo ich dich vorne hin unterbrochen habe.“

Ich drehte mich etwas verwirrt zu ihr, was meinte sie? Dann folgte ich ihrem Blick. „Verdammt, das habe ich ja komplett vergessen.“ Schnell holte ich mein Telefon aus der sogar noch kälteren Pfütze. Dabei streifte ich mir den Rucksack und mein Handgepäck ab. „Na danke auch, ich hoffe das es noch funktioniert.“ Ich schürtze meine Lippen. „Wie ich dich kenne, hast du die 300 Meter tiefe panzerknackerdichtes Modell. Ich bin verwundert, dass in dem Ding kein Taschenmesser eingebaut ist.“, sie machte eine Pause und sah mir dann direkt in die Augen, „Ach ja und ähm bevor ich es vergesse… Ich soll dir beste Grüße ausrichten. Von Leon, er meint er vermisse dich. Er wünschte ihr wäret anders aus einander gegangen. Es tue ihm Leid.“ Ich schluckte und sah weg… Wo blieb Thomàs? Ich grunzte und gab vor seine Nummer in meinem Telefon zu suchen. Doch meine Gedanken, schweiften immer wieder zu Karen. Warum hatte sie unser Wiedersehen gleich wieder zerstören müssen? „Besonders taktvoll warst du noch nie“ flüsterte ich, „ und wenn es ihm wirklich so unglaublich leid tuen würde, dann kann er mir dass auch gerne selber sagen.“

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Fahrradwochenende

Wochenende 5-6 Juli Wandertag! Eigentlich Wanderwochenende. Reiseziel Sylt, leider nicht Helgoland, aber besser als nichts. Also um 8:30 getroffen und eingestiegen in den Zug. Angekommen und mit dem Fahrrad zur Jugendherberge gefahren. Sicherlich für die Einwohner von Westerland war es sicherlich ein ganz gewöhnlicher Anblick aber die andere Touristen mussten sehr grinsen, als sie uns – 28 Teenager bepackt als ob wir auswandern wollen würden- versuchten zwischen lauter Bussen, Autos und anderen Fahrradfahrern an zufahren. Klappte ganz gut, und irgendwann waren wir auf dem Gelände an unseren Zelten und dann auch später am Strand. Was soll ich sagen, Meer, leerer Strand, Sonne, verhältnismäßig warmes Wasser, so dass man wirklich baden gehen konnte. Ich liebe im Meer baden, vor allem in der Nordsee. Nach einer weile versuchten wir immer über die Wellen drüber zu springen kläglich gescheitert 🙂

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