Literatur

Rezension zu »Sontland«

Lang lang ist es her, dass ich ein Rezensionsexemplar des Herren Peter Georgas- Frey angefragt sowie wenig später in einem Briefkasten hatte. Ich gebe zu ich hatte des dementsprechend zügig durch, doch was kam nicht alles dazwischen. Abitur, mündliche Prüfung und diverses Privates… Jetzt aber, jetzt bin ich wach genug mich vernünftig diesem Werke zu widmen.

(Zur Quelle kommt ihr in dem ihr auf das Bild klickt)

Der erste Eindruck gilt dem Cover des Buches, zu sehen ist nicht viel außer ein Denkmal bestehend aus Mutter und Kind, welche zum Gedenken gewisser Kriegsopfer errichtet wurden. Was ich daran hervorheben möchte, ist dass es ein anderes Design als jeder x-beliebige Banhofsbuchhandelthriller einschlägt. Es ziert weder Bilder einer Postapokalyptischen Welt noch teuflische Symbolik noch hat es einen reißerischen Titel, der eher an die Boulevardpresse erinnert.

Ohne zu viel zu verraten stimmt in etwa die Botschaft des Denkmals mit dem Thema des Romans überein, die Statuen dagegen eher weniger. Aber vielleicht ist dies Interpretationssache.

Die Handlung des Buches spielt in Sontland einem kommunistisch, diktatorisch geprägtem Land welches sich jedoch im Wandel befinden. Sowohl Ost als auch West rütteln ganz gehörig an den Werten, kulturellen Fixpunkten und die Jugend spaltet sich zusehends von ihren älteren Vorgesetzten ab. Die Menschen sind arm, suchen nach Freiheit und Veränderung sind aber zu unwissend um zu begreifen wo man denn nun genau in diesem komplexen Staatssystem anpacken muss, damit sich zumindest eine Forderung erfüllt.

Hier greift der Autor die Handlung auf und lässt aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte erzählen. Mal aus der Sicht des diktatorischen Präsidenten mal aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln der einzelnen Oppositionsanhänger. Vielschichtigkeit ist hier die Devise und wird unglaublich gut erfüllt. Aufgrund der großen Diversität der Charaktere bekommt der Leser einen umfassenden Einblick in einen solch komplizierten politischen Prozess. Das Staatsoberhaupt ist nicht per se böse nur weil er augenscheinlich das alles beherrschende Staatsoberhaupt ist. Weshalb er so regiert wie er regiert, hat durchaus seine berechtigten Gründe. Denn es wäre ein leichtes zu sagen, er wäre der Alleinherrscher des Landes schlecht hin.

Auch sieht es ähnlich bei der oppositionellen Formation aus, jede erdenkliche Gesellschaftsschicht wurde vertreten: jung, alt, revolutionär, sicherheitsliebend, fremd, Akademiker oder Handwerker. Das Ganze bildet eine komplexe Plausibilität von Dingen die Funktionieren oder genau deshalb nicht, da Menschen oft zu unterschiedlich sind, als dass sie an einem Strang ziehen können. Zwar haben alle ein ungefähr übereinstimmendes Ziel die demokratische Revolution doch der Weg dorthin, was danach kommt und das Verständnis von Demokratie sind von Grund auf verschiedene. So verschwimmt Gut und Böse ein einem vermeintlich grauen Einheitsbrei und der Leser wird arg auf die moralische Probe gestellt mit wem er nun mitfiebert.

Darüber hinaus ist der Schreibstil dem Setting hervorragend angepasst worden pragmatisch, schnörkellos und präzise damit werden die sowohl politischen als auch gesellschaftlichen Denkanstöße und Philosophien verständlich auf den Punkt gebracht.

Was ich anmerken muss, dass es sich trotz pragmatischem Schreibstil anfangs etwas zieht. Die Geschichte will nicht recht voran kommen. Man ahnt worauf es hinaus laufen wird, man will dass die Revolution endlich seinen Anfang nimmt und doch brauchen die Charaktere Zeit sich zu entfalten. Was keineswegs schlecht ist, denn wie oben schon beschrieben werden die einzelnen Figuren Träger verschiedener Perspektiven. Auch wenn es mir schwer gefallen ist, das erste Drittel braucht dieses Buch dennoch um schlichtweg authentisch zu bleiben, denn selbst die Französische Revolution entflammte innerhalb einer Nacht.

Ein Spannungsbogen der sich immer mehr aufbaut, immer unheilvoller wird und sich am Ende entlädt und als ob das nicht schon genug wäre bekommt der Leser oder viel mehr alle Charaktere die Folgen zu spüren. Hier wird nichts geschönt, nichts und niemand vergessen ein Schicksal dagegen zumal in dieser Konstellation scheint mir dagegen nicht geschönt doch etwas sehr weit hergeholt. Nicht unwahrscheinlich, jedoch absolut nicht aus dem Kontext und Thema des Buches begründbar.

Ich wäge gerade ab was mir helfen würde das Buch am Anfang besser aufzunehmen. Es genau so zu lassen, da die etablierten Bedingungen erst gezeigt werden müssen, damit die Figuren mehrdimensional werden oder diesen Polit-Thriller tatsächlich mit mehr politischer Kritik füttern um eine Miniaturabhandlung zu schaffen. Potenzial hätte die fiese Geschichte auf jeden Fall dazu! Denn die angesprochenen Themen wie Revolutionsarten, politische Vorstellungen, Veränderungen, Verhaltensweisen im Volk sowie Regierung und vor allem wie die Regierungen funktionieren könnten noch sehr viel mehr vertieft werden.

Trotz allem ein sehr empfehlenswertes Buch und für Menschen, welche weder Geschichte noch Politik studiert haben gerade das Richtige.

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„Realistische“ Männer in der Literatur

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde der letzte Beitrag diesbezüglich starker Frauen in der Literatur wäre nicht eingeschlagen wie eine Bombe wiederhole ich das Ganze doch einfach. Nur nicht mehr mit Frauen, sondern mit Männern. Gleichberechtigung ist hierbei durchaus erwünscht, weshalb es hier weder um Hexer (Gerald von Riva), Zwerge oder den perfekten Schwiegersohn (Augustus Walters) gehen wird geschweige denn um die beliebten Bad Boys (Daemon Black), welche noch nicht einmal im Ansatz das Prädikat menschlich verdienen. Selbst Männer haben ein recht darauf sensibel, gefühlvoll, zickig, ängstlich zu sein. Dabei habe ich allerdings auch hier drauf geschaut, dass besagter Charakter nicht bloß in Selbstmitleid versinkt und als bloßer Sidekick dient (Peter Mellark). Der Umstand ist genauso schlimm die der perfekte Schwiegersohn oder das öberflächliche, naive Mädchen. Ich nenne diese Reihe also nicht  starke Männer in der Literatur sondern eben reale Männer/ Jungs. Denn stark finde ich in diesem Zusammenhang allzu missverständlich. Übrigens für alle Quellenangaben einfach auf das jeweilige Foto klicken….

 

  1. Dante

Der Titel ist scheiße, aber er vermittelt genau das was Jungs/ Männern heutzutage vermittelt wird. Sie dürfen um alles in der Welt nicht weinen jetzt frage ich mich allerdings weshalb? Wirkt das unmännlicher? Ich meine wenn Frauen weinen zeigt keiner mit dem Finger auf sie und ruft „schwul“ (den Zusammenhang habe ich auch noch nie verstanden) oder Pussy… Wenn Frauen weinen, wollen Menschen erst einmal helfen. Wieso denn zur Hölle nicht bei Männern? Können wir bitte auf die Steinzeitrollenverteilung verzichten? Das war vor gut 5500 Jahren….

Aber zurück zum Buch. Dante hat gerade mal mit 17 Jahren sein Abitur bestanden und gar nicht mal so schlecht. Was ihm vorschwebt? Ein Germanistikstudium und später den Beruf des Journalisten. Nur wäre da nicht seine Ex- Freundin, denn die steht eines Tages samt Baby vor der Tür drückt es ihm in die Hand und verschwindet dann. Schließlich ist er der Vater und nun ist er mit Kümmern an der Reihe. Sie verschwindet darauf hin spurlos und Dantes Träume zerplatzen.

Er hat ein Kind am hacken, eines was sich noch nicht selbst versorgen oder gar reden kann. Herzlichen Glückwunsch! Willkommen im Reality TV. Statt sich der Vaterrolle jedoch zu verweigern, reißt sich der Junge gehörig zusammen (sein Vater spielt dabei keine unerhebliche Rolle) und beginnt zu lernen, zu lieben und irgendwie sein gesamtes Leben mit Baby auf die Reihe zu bekommen. Es dauert, er macht Fehler, aber er lernt daraus. Der Leser bemerkt sehr wohl, dass er am Ende des Romans alles für seine Tochter tun würde und sie für nichts in der Welt abgeben möchte. Dies gilt übrigens auch für seinen Bruder… Der im Gegensatz zu seinem besten Freund mein persönlicher Held ist (neben Dante).

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Buchtopia 2017….

Soso meine Liebe Franzi, das Jahr ist gefühlt schon fast wieder hlab rum weil so viel passiert aber dennoch… Hier gibt es die angekünditen und versprochenen Buchvorsätze. Was versprochen wird auch nicht gebrochen! Oder einer für alle und alle für einen wie auch immer. In Anbetracht der Leseverzögerung des letzten Jahres durch den 1600 Seitenklopper habe ich die Buchvorsätze des letzten Jahres immer noch auf meiner Have-to-Read-Liste weshalb ich sie einfach übernehme.

Ps: Mit deinen obercoolen Actionkatzenfotos kann ich leider nicht mithalten, weshalb es statt dessen einfach ein virtuelles auf Drogen seiendes Wesen als Ersatzprodukt gibt… Ein Hoch auf die damalige Ausstellung….

Katzen, Katzen überall

 

Buchvorsätze von letzem Jahr:

Gödel, Escher, Bach ein endloses geflochtenes Band– Douglas Hofstadter

Geschlossene Gesellschaft– Satre

Diestelfink– Donna Tartt

Der Marsianer– Andy Weir

Neuromancer- William Gibson

Der Graf von Monte Christo– Alexandre Dumas

Die dazugehörigen Anmerkungen sowie exte findet hier mal wieder hier….

Und wer jetzt noch nicht entsetzt die Hande über den Kopf geschlagen hat, der möge jetzt weiter lesen für dieses Jahr.

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Und oder Oder?

LiebsterAward

So meine liebe tyreeez hier ist dein gewünschter Beitrag. Ich hoffe ich war ausführlich sowie kreativ genug! Und Danke noch mal für die Nominierung

 

Nutella mit Butter oder ohne?

Um gleich einmal diese unerträgliche Spannung aus dieser vermutlich alles entscheidenen Frage heraus zu nehmen… keines von beidem. Bis zu einer Übernachtung im zarten Alter von ganzen acht Jahren kannte ich diese Schoko-Creme noch gar nicht… Bloß aus selten aufblitzender Werbung, dass das Zeug damals noch schmecken sollte konnte ich nur von den Verhaltensweisen sowie von den Erzählungen her ableiten. Am reich gedeckten Sonntagsfrühstückstisch meiner damaligen besten Freundin entdeckte ich nun dieses sagenhafte Glas und als Belohnung für diese grausig, durchwachte Nacht schmierte ich mir vorsichtig diese cremige Masse auf die obere Hälfte meines Milchbrötchens. Doppelt ungesund…

Den ersten Reiz, den meine Geschmacksknospen an mein Gehirn sendeten war: Süß! Süßer als jede bis dato mir bekannte Marmelade und selbst dieses meist rote Gelee war mir bis zu meinem sechsten Lebensjahr nicht bekannt gewesen.

Ab diesem Erstkontakt gab es für mich kein Halten mehr. In der darauf folgenden Zeit ass ich noch ganze weitere vier Nutella Brötchen! Zuhause gab es diese süße Creme nicht und würde es laut meinen Mitbewohnern nie geben und so hörte dieser Zwang nach flüssiger Schokolade irgendwann auf. Spätestens als ich erfuhr, das Nutella aus Palmenöl besteht und dafür Orang-Utans sterben mussten war mir der Appetit vergangen. Mit Butter mochte ich es übrigens nie höchstens mit Frischkäse auch nicht sehr viel nährstoffhaltiger. Ich weine ihm merkwürdigerweise überhaupt nicht hinterher.

Mein damaliges wahrhaftiges Nirvana bestand aus Caprese, allerdings statt des Büffel-Mozzarella ganz normalen aus Kuhmilch, denn Büffel-Mozzarella ist bis heute meinen Geschmacksnerven ein Dorn in der Zunge. Darüber hinaus  zelebrierte ich innig mein all wochenendliches Käse-Pflaumenmus-Toast, was sich später zu einem Käse-Marmelade-Toast transformierte.

Wie bereits erwähnt war mir Marmelade bis zum meinem sechsten Lebensjahr gänzlich unbekannt gewesen und als mein Mitbewohner mich mal von seinem Brötchen abbeißen ließ war es um mich noch mehr geschehen als beim Nutella. Ich hätte mich an dieser Kombination tot essen können: Orangenmarmelade, Himbeer, Erdbeer, Heidelbeer, Beerenmix, Zwetchge, Zitrone völlig egal. Der pure Himmel auf Erden. Heute müsst ihr mir nur einen Topf Skyr vorsetzen, außer Erdbeer! Der schmeckt ekelig nach hunderten von E’s, obwohl keine einzigen verzeichnet sind.

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