Gefühl

Ich, der arbeitslose Wetterfrosch

Die Glocke klingelt, die Flure füllen sich. Wir rennen über den Hof und schnell wieder ins nächste Gebäude. Große Pause ist zwar fein, doch guckt man blöd drein, wenn der liebe Herr Petrus sich mal wieder dachte: Och, die Menschen müssten sich mal wieder natürlich duschen. Vielleicht dachte er auch: Der eh schon trief nasse Pudel am Ende der Strasse müsste noch nasser werden, damit er sich in seinem nasses, modrigen Schicksal richtig wohl fühlen kann. Unsere Lehrerin ist da so ähnlich, wie Petrus. Statt Erbarmen mit uns zu haben, lächelt sie uns nur an, spannt ihren Regenschirm auf und meint nur: Draussen bleiben, frische Luft tut gut und damit schmeißt sie uns raus. Unsere Standartantwort lässt sie nie gelten Es gäbe nie das falsche Wetter sondern nur falsche Kleidung. Vielfraß* zuckt nur mit seinen Schultern, schaut ungläubig nach oben und spannt ebenfalls seinen Regenschirm auf. In dem Moment wird er zum beliebtesten Jungen auf dem Schulhof. Ich als geborener Wetterfrosch habe natürlich weder einen Schirm noch eine Regenjacke dabei. Hätte es gestern geregnet da wäre ich bestens vorbereitet gewesen: Sweatshirt, Stiefel, Jacke (Sturmtauglich), doch gestern schien die Sonne und es war herbstlich warm. Jeden Tag fühle ich mich wie einer diesen fiesen Realitishows, in denen es immer wieder heißt: Und schalten sie morgen wieder ein, verehrte Damen und Herren, wenn es wieder heißt: Wetterfrosch oder bloß Froschenkel?  Wunderbar.

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Von guten und schlechten Fensterscheiben…

Der September ist fast angebrochen, die Mäntel oder Jacken werden langsam dicker, die Verwunderung wie die Zeit verflogen wird ebenfalls immer größer. Gekoppelt mit dem Thema Jacken und Verwunderung, die eher eine Verzweiflung nahe kommend, denke ich immer an ein Thema: Gute und schlechte Fensterscheiben oder auch Schaufenster. Ihr wisst worauf es hinaus läuft? Vielleicht die Frauen ehe als die Männer? Entschuldigt falls ich gerade ein Klischee bediene, aber ich weiß nicht so viel über Jungs oder Männer Denkweisen, Neuronenverbindungen und Psyche, also kann ich nur aus meiner Spezies berichten und die beobachte ich unterwegs meistens sehr gerne. Wofür ich auch sehr froh bin, denn die Erfahrungen Zeile ich manchen Gesichtern tatsächlich mit manchen anderen humanoiden Lebewesen.

Da gehe ich eine Straße entlang nichts Böses ahnend, beschäftigt mit mit was auch immer und dann habe ich manchmal dieses Jucken oder auch Zucken im Augenwinkel, da eine Fensterscheibe, und dann schleichen sich ganz langsam ein paar narzisstische Gedanken ins Denkfeld. Sitzt die Frisur noch? Diese Windböen sind aber auch unpraktisch oder ist der Kragen meiner Jeansjacken ganz umgeklappt? Zu spät es ist passiert, ich schaue mein Spiegelbild an… Und es lächelt, das Spiegelbild sieht heute aber auch verdammt gut aus. Wie gesagt, kleiner narzisstischer Anfall, habe ich an guten und sonnigen Tagen. Ich bin zufrieden und gehe weiter, an dem nächsten großen Schaufenster halte ich wieder kurz inne und überlege… Noch einmal einen Blick wagen? Nein, das Ego will es ja nicht übertreiben und gehe weiter, ganz zufällig will der Körper aber nicht wie mein Gehirn und Zack, stehe ich vor dem örtlichen Optiker nach genau 3 Sekunden, ziehe ich nur die Augenbraue in die Höhe, verschränke die Arme und verwandle mich von Mrs. Hyde in Doctor Jekyll. Mein Verstand schreit gefühlt in einer Lautstärke und 130 Dezibel AH, Hilfe ich gehe nie wieder vor die Tür!
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