Analyse der vier magischen Häuser Teil II

So hier kommt der zweite Teil und damit auch der letzte ;) Ich bin gespannt, was hier dieses Mal hierraus zieht.

 

Das Haus Ravenclaw:

Sind Ravenclaws wirklich solche Streber wie immer alle sagen? Ich bin da etwas zwiegespalten, denn das Wappentier von Ravenclaw ist nämlich gar kein Rabe sondern ein Adler. (Im Film haben sie auch noch die Hausfarben geändert… Statt Blau/Bronze sind sie Blau/weiß)

Der Adler als Symbol steht für Klarheit, Freiheit und Wagemut. Gleichzeitig deklariert der magische Hut das Haus als als weise, klug intelligent sowie lernwillig. Alles gar nicht so weit voneinander entfernt, aber eben auch nicht dasselbe. Der „König der Vögel“ ist bekannt dafür über den Dingen zu stehen. Der Adler fliegt hoch über der Erde und hat von dort so ziemlich alles und jeden unter Beobachtung. Seinen Augen entgeht nichts, wenn er eingreifen möchte dann ist er in Null Komma nichts an gewünschter Stelle und auch sonst ist er durch seine Imposans und seinen Freiraum verdammt schlecht zu fassen.

Ein perfektes Beispiel für einen wahren Denkersgeist. Frei von Klischees, normierten Konzepten/ Werten/Gedanken sowie Lösungsansätzen. Je kreativer der Mensch desto freier seine Denke (häufig), wen ein Ravenclaw ein altes Problem aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachtet ist die Miete vermutlich schon halb gewonnen. Habe ich schon erwähnt, dass trotz Strebsamkeit und Bücherliebe der Ravenclaws keiner von ihnen zwingend Belesen sein muss. Es gibt tausend verschiedene Arten von Intelligenz, hier ein par Beispiele:

Sprachliche oder linguistische Intelligenz

Musikalische Intelligenz

Logisch-mathematische Intelligenz

Räumlich-bildliche Intelligenz

Körperlich-kinästhetische Intelligenz

Intrapersonale Intelligenz

Interpersonale Intelligenz

Ich will damit sagen, dass Ravenclaws vermutlich viel mehr von den oben genannten Intelligenzarten natürlicherweise in Sich tragen, als sich alles wie Hermine aus Büchern bei zu bringen. Schauen wir uns die wirklich einzig bekannten Vertreter dieses Haus an steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit immens.

Als erstes wäre dort Luna Lovegood, das sehr schräge, sehr spezielle, aber auch verdammt schlaue Mädchen aus dem Off. Sie scheint mir nicht gerade die größte Streberin der Welt zu sein, jedoch ist sie stets aufmerksam und beobachtet/ analysiert extrem gerne. Sie bildet sich gerne unabhängig von Leuten ihre eigene Meinung, ist neugierig und erneut kreativ. Sie lebt in ihrer etwas eigenen Welt und kümmert sich gelinde gesagt einen feuchten Dreck darum, was andere Menschen von ihr denken. Zum Beispiel macht sie keinen Hehl daraus unbedingt mal diesem sagenumwobenen Wesen hinterher reisen zu wollen, nur um dessen Existenz zu bestätigen (sie glaub als einzige an dieses Wesen)

Als zweites hätten wir dort Cho Chang, ich lehne mich sehr jetzt sehr weit aus dem Fenster denn ich wage zu behaupten, dass was man von ihr mitbekommt ist typisch asiatisch. Zurückhaltend, still, vermutlich hart arbeitend und keinesfalls dumm. Sie geht mit Harry aus obwohl er zu diese Zeitpunkt unfassbar unbeliebt ist /zur Zeit des trimagischen Tuniers, Cedric Digory ist gestorben und Harry wird mitschuldig an der Miserie) und lässt sich nicht beirren, gleichzeitig hälst sie zu ihm. Nicht unbedingt öffentlich wie einer der Hufflepuffjungs oder das gesamte Hause Gryffindor, doch sind die zwei allein bekräftigt Cho ihren Unzweifel umso mehr. Sie macht sich ähnlich wie Luna lieber ein eigenes Bild einer Person ohne auf die vorgefertigten Meinung anderer zu hören.

Trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer vermeintlichen Intelligenz beteiligen sie sich seltenst an Intrigen/ Machtspielen der Slytherins. Sie sind eher die regelkonformen Beobachter, die sich mehr im Hintergrund halten und von dort alles schalten und walten. Weder Luna noch Cho bekennen sich öffentlich der Unterstützung Harrys. Ernie Macmillan macht es genau anders herum, nur ist er auch ein Hufflepuff und Loyalität ist eben die erste Priorität.

Ravenclaw besitzt dieses Gemeinschaftsgefühl gar nicht, sie streben gar nicht nach politischer Macht, politischen Schlachtrufen oder irgendwelchen symbolträchtigen Gesten. Von daher überrascht es fast schon nicht mehr, dass eine Ravenclaw Dumbledors Arme an Umbridge verpfeift. Nur verfolgte Marietta gar keinen bösen Schlachtplan, sie fand lediglich das dieser Club nicht regelkonform gewesen sei. Demnach bedroht sie das bestehende System und muss demnach beseitigt werden.

Der Adler ist schwer zu übersehen. Seine Größe verdeckt oft die Sonne, wenn er am Himmel fliegt und doch kann man ihn vergessen. Denn er lauert, er lauert in den hohen Lüften über alles wachend bereit im Notfall blitzschnell herab zu stürzen. Er agiert nicht sonderlich viel mit seiner Umfeld und oft gilt er als unnahbar.

So sind tiefe Freundschaften oder Blutsbruderschaften zwischen Ravenclaws weniger verbreitet und den Patos der Gryffindors oder Hufflepuffs gibt es schon gleich gar nicht.

Ein ganz interessante Anmerkung an dieser Stelle wäre, dass Ravenclaw (trotz ihrer Intelligenz) sie nicht den Sorting- Hat erfunden haben. Die Idee stammt von einem Gryffindor und im Allgemeinen muss man sagen, dass dieses System tatsächlich nicht ganz ausgefeilt ist da sich Menschen gerade vor, in und nach der Pubertät noch verändern. So verharren die Ravenclaws eher in ihrer leicht bis starken Passivität und Analysieren ganz wie Nietzsche ihre Umwelt und ziehen daraus ihre Schlüsse. Ravenclaws wären wohl in unserer Welt Buchhalter, Ärzte, Informatiker vielleicht ach so etwas wie Piloten, Wissenschaftler oder Statiker. Die Kopfmenschen einer Zivilisation.

Auch die Farben ergeben Sinn. Blau ist die Farbe des Buisnessgeschäftes. Nüchtern, sachlich sowie vertrauensvoll. Es wirkt auf viele Menschen entspannend, kann allerdings ebenso kalt und teilweise auch langweilig wirken. Wobei ich an dieser Stelle kurz einhaken muss, denn wie wir alle Wissen sind stille Wasser tief und wir erinnern uns nicht allzu gern an das, was sich unter Professor Quirrell Turban versteckte.

Wenn der Adler mal zuschlägt dann eben richtig…

Machen wir weiter mit der Farbe Bronze. Ich habe erstaunlich wenig dazu gefunden Silber/ Gold wären kein Problem, aber Bronze? War und ist wohl immer noch nicht sonderlich beliebt.

Es sei denn man lehnt sich ganz weit nach Osten und klaut sich mal eben bei den Chinesen das Nötigste und verpackt es eigensinnig. Deshalb: Yin und Yang gelten als das Ordnungssystem der Ost-Asiatischen Welt. Ergänzt wird das Ganze durch das Feng Shui mit seinen fünf Elementen (und jeder Menge anderen Aspekten, die hier getrost wegfallen dürfen). Eines dieser fünf Vertreter wäre das Metall. Fallen Yin und Metall zusammen, na Halleluja. Ihr könntet eine Atombombe platzenlassen und es würde nichts passieren. Metallenes Yin ist die Ruhe selbst. Das Yin steht für die nach innen gerichtete Energie, es symbolisiert die Weiblichkeit, Nacht,Dunkelheit sowie Stille. Vor allem empfängt ist es der Empfänger schlecht hin, ein Empfänger für alles in diesem Falle wohl besonders für verschiedenstes Wissen.

Vermischt man das Ganze noch mit einer Prise Metall, hat man den standhaftesten Nährboden für eine funktionierende Gesellschaft. Aufgrund ihrer Arbeit, kann alles und jeder in Ruhe gedeihen ohne sich Sorgen machen zu müssen. Liegt eben nicht zu letzt daran wie vielseitig das Metal an sich ist, ähnlich wie die Intelligenz selbst.

 

Das Haus Gryffindor:

Eigentlich könnte man sich sämtliche Berichte zu diesem Hause sparen. Wer kennt es denn nicht? Das Haus aus dem fast alle beliebten oder wichtigsten Personen des Potteruniversums stammen. In meiner Kindheit maßlos überschätzt, nur um dann einige Jahre später auf dem Wird-überbewertet-Stapel zu landen. Mittlerweile sehe ich sie ganz gerne als die magischen Lannisters. Mit goldenem Löwen auf rotem Grund und meist sehr extrovertierten Hausmitgliedern gar nicht mal so unähnlich. In der Heraldik wird kein anderes Tier so oft verwendet wie der Löwe. Er gilt als der „König der Tiere“ und ist ein Symbol für Mut, Stärke und Macht. Schon die Steinzeitmenschen malten das imposante Tier an ihre Höhlenwende. Seit dem ist der Löwe entweder ein Stellvertreter für das personifizierte Böse oder für das nahezu heroische Gute. Beiletzerem  hätten die Gryffindors doch wirklich Pate stehen können.

Mut ist die Devise des Haus. Dabei ist der „mutige“ Weg des Kriegers abermals so unterschiedlich wie es ein Regenbogen an sich nur sein kann. Der eine präferiert Taten gegenüber bloßer Phrasendrescherei, der anderen Person fällt es vielleicht leichter sich rechtschaffend für Hilflose einzustehen, wiederrum ein anderer will allgemein etablierte Regeln brechen und die letze spielt gerne den Märtyrer und opfert sich für Freunden sowie Familie.

So verschieden die Charaktere und ihre Wege auch sein mögen, so unterschiedlich anstrengend können sie auch werden. Schon der Volksmund wusste: Alter schützt vor Torheit nicht, da wundert es einen wenig dass viele Gryffindors (besonders Harry), gerne mal übermütig bis arrogant werden können. Seltenst zieht sich ein Gryffindor zurück, um über seine Taten nachzudenken oder gar sein weiteres Vorgehen zu planen. Dieser mitunter recht wichtige Vorgang wird gerne von einem dieser Bauchgefühle oder gleich einer Hals-über-Kopf- Entscheidung übertroffen.

Ein paar Beispiele gefällig? Harry möchte im Alleingang einen Troll besiegen oder man erwähne die Weasley. Zwillinge. Was die beiden an organisatorischem Talent setzen ist beachtlich, auch wenn es nur für einen einzigen Streich von maximal einer Minute gilt. Dabei sind sie sich oft nicht im Klaren darüber, was ihre Scherze anrichten könnten. Dies führt, gerne mal zu Grenzüberschreitungen wie weder das Lehr noch ein Größtenteils der Schüler zu schätzen weiß.

Ein Neville oder eine Hermine existieren selten und sind vermutlich der einzige Grund, weshalb Harry überhaupt älter als elf Jahre alt geworden ist. Wobei selbst Hermine nicht umsonst bei den Gryffindors gelandet ist. Sicher sie ist mehr ein Kopfmensch (ähnlich wie die Ravenclaws), jedoch lernt sie nicht um des Lernen willens. Sie lernt um sich vor anderen zu beweisen. Sie will Ruhm, Anerkennung und vor allem Aufmerksamkeit.

Eine weitere Raritäten wie Neville oder Hermine würde Percey darstellen. Anders als jedes seiner Geschwisterkinder liebt Percey regeln, für ihn gibt es nichts besseres. Er geht sogar soweit, dass er bereits aufgestellte Regeln (die Hausregeln Hogwarts) gern als seine eigenen Ansieht. Demnach fordert er dieses Sich-an-die-Regeln-halten-müssen immer und überall ein. Trotz des rechthaberischen, herrischen sowie streberhaften Charakter ist Percey kein schlechter Mensch. Er übertreibt nur in den Idealen, die sich eigentlich immer seine Eltern für ihre Kinder gewünscht haben. Denn wir erinnern uns die Bücher sind auf Harrys Sicht geschrieben. So viel Mist wie Harry, Ron und teilweise auch Hermine in ihrer Schulzeit gebaut haben ist es nicht wirklich verwunderlich dass ein Vertrauensschüler beziehungsweise Schulsprecher von den dreien begeistert gewesen wäre.

Alles in Allem würden Gryffindors vieles tun, um ein Stückchen vom Rampenlicht ab zu bekommen. Sie sind die Salonlöwen schlechthin und geben sich gerne edelmütig. „To suffer for the cause“, könnte ihr Hausbanner werden. Dabei ist the „cause“ in den Augen der Gryffindors immer das Gute, und wer nur gutes möchte der kann gar nicht böse sein und währenddessen beseitigen sie ihre Gegner, eben für die richtige Sache.

 

Zum Schluss ist es natürlich fraglich ob die Einteilung in Häuser wirklich so sinnvoll ist.
Wir wissen alle, wie eine Gruppe funktioniert. Wir wissen auch wie Hoch die Rivalität zwischen Schülern, Schülergruppen und Schulen ist. Das fängt in der Grundschule an und zieht sich bis zum Abschluss. Selbst ich habe das erlebt. Zwischen den einzelnen Klassen und dann noch einmal innerhalb dieser. Die Häuser machen diese Gruppendynamik nicht unbedingt besser. Denn aufgrund dieses Konzepts verbringen Gleichgesinnte noch mehr Zeit miteinander: Gemeinsamer Aufenthaltsraum, Schlafsaal, Quidditchmannschaft und sogar Unterrichtsgruppen. Das Gruppengefühl steigt, ebenso wie die Vorurteile gegenüber der anderen Häuser ähnlich wie die Rivalität. Die Verleihung des Hauspokals setzt oben noch eins drauf. Was dort teilweise für Verbalkriege angefangen wurden, nur damit ein anderes Haus Punktabzug bekommt.
Ich bin mir sicher es gibt einige Schüler, die gerne mit anderen Schülern der übrigen Häuser befreundet wären. Nur der eigene Gruppenzwang oder die Vorurteile hindern sie daran. Es bleiben so unfassbare viele Schüler in ihrer eigenen Filterbubble. Hätte Ron Harry nicht eindringlich vor den Slytherin gewarnt, wäre Harry womöglich nicht nach Gryffindor gekommen. Woher sollte Harry auch ahnen, dass Slytherin ein nicht ganz so unumstrittenes Haus ist.
Das Schlimmste an dem Konzept wäre wohl, dass es keine Wechselmöglichkeiten gibt. Harry erhält mit 11 Jahren den Brief nach Hogwarts, wird mit 12 eingeschult und normalerweise beenden die Schüler die Schule im Jahre von 18 oder 19 Jahren. Zwischen 12 und 19 passiert die Pupertät verdammt noch mal, wisst ihr was ein Hormonumbau innerhalb und auch nach dem Umbau des Gehirns mit einem Menschen machen kann? Verdammt viel! Ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die mit 18 Jahren völlig anders drauf waren (in einem positiven Sinne) als mit 12.
In meinen noch jungen Jahren war ich ein kleiner Gryffindor, dann wurde ich zu einem Ravenclaw, bevor ich zu einen Slytherin mutiert bin. Das Ganze innerhalb von vier/ fünf Jahren. Zwischen 12 und 19 liegen sieben! Identifikation geht anders…
Alles in allem, unser Klassensystem (a bis f) und dann später nach Fächern ist gar nicht so schlecht. Hogwarts würde ich wirklich noch einmal überdenken.

 

Ps: Hier geht es übrigens zur Quelle und hier

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