Starke Frauen in Videospielen

Die Reihe, sie lebt wieder! Gut, sie war eigentlich nie tot. Ich brauchte nur eine kleine Verschnaufpause, die sich mächtig in die Länge zog aufgrund ellenlager Recherche. Ich möchte eins sagen, es gibt verdammt viele starke Frauen in Videospielen nur muss man diese eben erst einmal finden. Ihr wisst ich bin kein Freund von Mainstream. Zumindest nicht in dem Sinne, dass man populäre Charaktere nicht noch breiter treten muss als sie schon sind. Ihr versteht? Nahezu jeder Gamer kennt Ellie aus The Last of Us, Samus Aran aus Metroit, Bayonetta oder Claire Redfield aus Resident Evil, aber was nützt uns dass? Die kennen wir, sie sind auf ihre eigene Art wunderbar ber wir wollen noch Neues. Also hier kommt das Futter. Übrigens möchte ich anmerken, dass ich noch gerne so viel mehr Charaktere hier eingebaut hätte, aber wirklich stark wären diese nicht gewesen. Eher gebrochen oder einfach nur Bad-Ass. Die zwei Eigenschaften tauchen hier auch hin und wieder auf (zwei bekannte Charaktere musste ich hier auch einfach einbauen), jedoch soll es ja nicht das Haupkriterium werden. Übrigens wer wissen will wie alles angefangen hat, der darf hier klicken… und wer dann noch Lust hat auf Film sowie Serien, der ist herzlichst eingeladen sich das ebenso zu Gemüte zu führen.

Nariko aus Heavenly Sword

Narikos Geburt stand eigentlich unter einem perfekten Stern. Im Jahre des Feuerpferdes, sollte ein göttlicher, junger Krieger geboren werden, der später die Gottesklinge beherrschen konnte und Frieden sollte einkehren. Aus dem jungen Krieger wurde jedoch eine junge Kriegerin und ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Der Vater war außer sich, seine Tochter umbringen konnte er jedoch auch nicht. Von dort an lebte das Volk in dem Glauben, dass die Prophezeiung vielleicht etwas ungenau gewesen war.

Das Böse ließ nicht lange auf sich warten und so forderte eines Tages der machthungrige König Bohan das heilige Schwert. Sein Ziel? Natürlich die Weltherrschaft. Wieder Nariko noch ein anderer Angehöriger ihres Stammes kann dies zulassen und so kommt es zur Schlacht. In der bekommt sie die berühmt berüchtigte Gottesklinge in die Hand gedrückt, zusammen mit dem Auftrag so ziemlich alles und jeden damit einmal zu Schaschlik zu verarbeiten. Nur besitzt dieses Schwert einen großen Haken, das Schwert zu führen kostet enorme Kraft. Lebenskraft. Ist man kein göttlich Auserwählter, sieht es damit irgendwann verdammt schlecht aus und in diesem Moment soll sich das Schwert gegen den Träger richten.

Den Haken ignorierend kämpft Nariko wie eine Furie. Sie wird entführt, besiegt und traumatisiert. Dennoch rappelt sie sich immer wieder auf, woran ihr Vater und ihre Schwester (?) nicht ganz unschuldig sind. Zum Schluss jedoch nützt es alles nichts und sie stirbt. Doch selbst dann ist es für sie noch nicht ganz zu Ende, denn sie schließt einen Pakt mit dem Schwert. Sie darf noch einmal wiederkehren, um König Bohan zu besiegen, sich an ihm zu rächen und ihr Volk zu retten. Als Gegenzug muss sie dann endgültig sterben.

Traurig und doch irgendwie wundervoll. Ich meine, es gibt wohl keinen größeren Einsatz als das eigene Leben. Zumal Nariko sich erst einmal eingestehen musste, dass sie eben nicht der göttliche Krieger ist für den sie immer alle gehalten haben. Wenn das eigene Lebensbild mal eben flöten geht… Und trotzdem opfert sie sich für ihre Familie und ihren Stamm. Die emotionale Bindung war mir ein Erwähnen wert. Seien wir ehrlich wie wahrscheinlich ist es, dass von dort an ihr Volk auf ewig friedlich weiterleben wird?

Terra Branford

Terra Branford ist Soldatin, eigentlich die Soldatin schlechthin. Unterstellt ist sie Imperator Gestahls sowie Kefka Palazzo jedoch nicht ganz freiwillig. Sie trägt eine Art Sklavenhalsband, was jegliche Ungehorsam verbietet.

Während einer „missglückten“ Mission wird der Knechtreif endgültig zerstört und Terra ist frei. Die plötzliche Freiheit nützt ihr dagegen wenig, denn sie leidet von dort an unter Amnesie.

Da sie die Rebellen gefunden haben wird sie so unfreiwillig zum Instrument ihrer ehemaligen Gegner und ehe sie es sich versieht wird sie zum Spielball der beiden Parteien.

Für Terra zählt reichlich wenig, sie hält nicht viel von Politik weshalb sie sich auf dieses politische Machtspiel mal einlässt mal nicht. Das Einzige was für sie zählt, ist die Wiedergewinnung ihres Gedächnises. Mit der Zeit fügen sich alles wieder zusammen, weshalb sich Terra in einer völlig neuen Rolle sieht.

Ihr Standpunkt verändert sich abermals mit dem Anbruch der großen Apokalypse. Nach dieser riesigen Katastrophe fängt ihr selbstbestimmtes Leben erst richtig an. Terra wird Ersatzmutter für Waisen, deren Eltern während des Unglücks gestorben sind. Ruhe wird ihr trotzdem keine gegönnt, denn Kefka ist immer noch auf Terras Spur. Je bedröhlicher Kefka für die Kinder wird, desto stärker wird Terras Willen.

Plötzlich ist sie gar nicht mehr so verloren. Denn wenn jemand versucht ihren Lieben (die einzigen Wesen zu der sie eine positive emotionale Bindung hat) etwas anzutun ist Schluss mit lustig. Terra beschließt endlich für etwas in ihrem Leben aktiv Partei zu ergreifen und sie beginnt zu verstehen was Liebe ist, Freundschaft bedeutet und dass das Schreckensregime ein Ende haben muss. Was gibt es besseres und stärkeres als eine junge Frau die sich selbst findet? Recht wenig würde ich behaupten.

Cerys an Craite

Das Witcher Universum hat so einiges an starken Frauen zu bieten. Ich persönlich würde mich weder mit Yennefer noch mit Triss oder mit einer anderen Zauberin der Loge und erst recht nicht mit Ciri anlegen.

Nun haben alle diese Frauen das Glück mit übernatürlichen Kräften gesegnet zu sein. Die Fähigkeit zu zaubern oder durch Zeit und Raum zu reisen setzen den Badass-Faktor erheblich nach oben. Es ist nicht wirklich ein Wunder, dass sich jeder vernünftige Mensch in the Witscher von diesen Damen fernhält. Deshalb ist es gerade hier wichtig, ein wenig Abseits des Trubels zu schauen. Abseits der ganzen Höfe, Burgen, Schlachtfeldern, Schlössern oder Festungen. Auf in den hohen Norden!

Aufgrund tragischer Umstände suchen die Skelliger eines Tages nach einem neuen Anführer. Jemanden der die zerstrittenen Stämme wieder zusammenbringt und dafür sorgt, dass Skellige sich sowohl wirtschaftlich als auch territorial positiv entwickelt.

Es gibt mehrere Anwärter, darunter Cerys. Eine Frau als Anführer? Für die Skelliger etwas völlig revolutionäres, aber auch nicht völlig abwegiges. Wenn sich Geralt aka der Spieler sich nicht allzu blöd anstellt gewinnt Cerys den. Sie ist keinesfalls auf den Kopf gefallen, stur wie ihr Bruder, hat jedoch einen entscheidenen Vorteil. Sie weiß wie wichtig Kommunikation vor allem miteinander ist. Mit ihrem strengen jedoch diplomatischen Führungsstil bringt sie frischen Wind in den eisigen Norden. Falls sie Anführerin bei euch wird kann ich euch verraten, dass sie ihren südlicheren Rivalen ziemlich auf den Kopf haut. Das schaffte vorher keiner ihrer männlichen Vorfahren, durch sie erlebt Skellige einer der besten Zeiten seit seiner Gründung. Wer kann schon von sich behaupten, dass er mit Köpfchen ein gesamtes Königreich besiegt hat?

Sera Amber aus Life is Strange: Before ithe Storm

Disclaimer: Dieses Spiel basiert auf verschiedenen Entscheidungen, dieser Abschnitt entspricht meinen Entscheidungen. Andere können was anderes herausbekommen

Die ganze Familie Amber ist im ersten Teil der Reihe ein ziemliches Mysterium und auch im zweiten wird es nicht wirklich besser. Man lernt Rachel und ihre Mutter zwar kennen und sie werden greifbarer, sind aber dennoch nicht von dieser Welt. Sera kommt dabei absolut nicht gut weg. Ihr waren die Drogen in dem Moment wichtiger als ihre Tochter oder ein stabiles Umfeld.

Rachels Vater kämpfte um beide und konnte am Ende nur Rachel retten. Rachel bekam mit seiner Hilfe, seiner Karriere und seinem guten Ruf und seiner neuen Partnerin ein außerordentlich gutes Leben. Sie wäre niemals auf die Idee gekommen, dass es jemals anders gewesen sein könnte. Bis zu diesem einen Tag, der alles durcheinander brachte.

Als Spieler schlüpft man in die Rolle von Rachels Freundin (Chloe) und was wir herausfinden ist ein wenig ungeheuerlich. Sera war ein Junkie, ein wirklich hoffnungsloser Fall. Dann erkannte sie, dass es wirklich nicht so weitergehen kann. Sie fing an ihrer Tochter Briefe zu schreiben, sie zu vermissen und sie wollte ein Teil ihres Lebens werden. Nicht als Mutter, aber vielleicht als Freundin oder gedachte Tante. Obwohl Rachel nie antwortete schreibt Sera immer weiter Briefe. Verspricht Rachel clean zu werden und an sich zu arbeiten. Sera zieht ihren Entzug eisern durch, sie sucht sich einen Job und kündigt letztendlich die monatlichen Finanzchecks die von ihrem EX-Freund kommen. Sie sucht immer wieder den Kontakt zu Rachel und wird immer wieder abblockt. Genauso wie die Briefe, die Sera Rachel geschickt hat. Diese Briefe hat Rachel niemals bekommen. Der Vater hatte zu sehr vor der Wahrheit Angst und fing sie jahrelang ab.

Obwohl Rachel nichts von den Briefen weiß, macht sie sich eines Tages auf um die Wahrheit über ihre Mutter herauszufinden. Das ganze eskaliert etwas und Sera muss einsehen, dass sie nie, nie, nie mehr ein Teil von Rachels Leben sein kann. Rachel wird sie nie kennen lernen und Sera sieht auch ein, dass es besser ist ihre Tochter leben zu lassen. Es bricht ihr das Herz, nur wie sie genauso wie jeder andere, dass Rachel besser dran ist ohne sie.

Sera mag ein Junkie gewesen sein und es mag gut und gerne 10 Jahre gedauert haben bis sie sich all ihre Fehler eingestanden hat und trotzdem war ich beeindruckt. Am Ende schafft sie trotzdem eine 180° Drehung, ich finde das muss man würdigen. Sich selbst zu helfen ist wohl immer noch eine der größten Schwierigkeiten in unserem Leben. Deshalb: Diese Frau ist unfassbar stark und hat ein unheimlich großes Herz. Vermutlich einer der tragischsten Mutter- Tochter Geschichten, die ich kenne.

Aloy

Fassen wir es zusammen: Sie ist die Retterin der Welt. Aber ihr kennt mich, Kurzfassungen gibt es nicht und deshalb gibt es hier jetzt die volle Dröhnung.

Aloy wird seit ihrer Geburt als Verstoßene gehandelt und weder ihr Ziehvater noch sie wissen so genau weshalb. Die Stammesmenschen, die sie nur aus der Ferne kennt hüllen sich in schweigen. Je älter sie wird, desto stärker nagt dieser Umstand an ihr. Woher komm sie? Wer sind ihre Eltern? etc.

Rost schlägt ihr letztendlich vor an einer Prüfung teilzunehmen, wenn sie diese bestünde könnte sie ein vollständiges Stammesmitglied werden. Die Suche nach ihren Eltern würde so leichter werden und sie hätte endlich jemanden dem sie sich zugehörig fühlt.

Aloy kann nicht nur Jagen und Kämpfen, ihre ganz besondere Gabe ist das kontrollieren von den Tieren ihrer Zivilisation. Es ist also keine Überraschung, dass Aloy die Prüfung natürlich besteht. Sobald sie jedoch dem Stamm angehört, wird dieser angegriffen und Völkermordähnlich dezimiert. Aloy wäre vermutlich ebenso unter den Opfern gewesen, hätte sich ihr Ziehvater nicht für sie geopfert. Der junge Teenager erleidet darauf hin einen gewaltigen Schock und begibt sich schließlich auf die Suche nach ihrer Identität.

Nach langer Zeit, langen Reisen und abermals so vielen Dramen findet Aloy heraus, dass sie nichts anderes ist als ein Klon einer genialen Wissenschaftlerin, die vor Jahren das Project Zero Down erschaffen hatte.

Dieses Projekt ist immens wichtig für die Stabilität und Weiterführung der jetzigen Zivilisation. Die KI, die dieses Projekt aufrecht erhalten soll musste sich vor Jahren selbst zerstören, um das bereits Geschaffene nicht zu gefährden. Zuvor erschuf die KI eben Aloy. Sie soll mit ihrem Verständnis von Technik dafür sorgen, dass Gaia wieder funktionsfähig wird um ihre Aufgaben weiter auszuführen.

Aloy muss also nicht nur verkraften, dass sie lediglich eine genetische Kopie ist und niemals biologische Eltern haben wird. Nein, sie muss diesen Umstand ähnlich wie den Verlust von Freunden und vor allem ihrem Ziehvater verdammt schnell überwinden. Denn wie gesagt, die Bösewichte sind ihr dicht auf der Spur und die Welt steht immer noch auf dem Spiel.

Beim Ausfindig machen ihrer Gegner bekommt sie zwar Zwar bekommt sie Hilfe beim Ausfindig machen der Bösewichte bekämpfen muss sie diese jedoch völlig alleine und dies gestaltet sich alles andere als einfach. Trotz allen Schicksalsschlägen bleibt Aloy loyal gegenüber ihrem gesamten Umfeld und nimmt alle Eskapaden auf sich um ihre restlichen Hinterbliebenen und vor allem die Welt zu retten.

Faith Connors aus Mirros Edge

Faith ist wie alle anderen Frauen hier auf ihre ganz eigene Art stark oder außergewöhnlich. Was Faith kann ist rennen und springen. Beides sehr lange, sehr weit und sehr gut. Angefangen hat alles mit dem Tod ihrer Mutter während eines politischen Aufstandes, ihr Vater wurde darauf schwerst depressiv und Alkoholiker. Er vernachlässigte nicht nur sich, sondern ebenso seine Kinder, weshalb Faith mit 16 beschloss von zu Hause abzuhauen und allein ihr glück zu versuchen. Sie hielt sich mit Kleinkriminalität ganz gut über Wasser bis eines Tages ein Einbruch fehlschlägt und sie vom Opfer erwischt wird. Mercury jedoch erkennt Faiths Talent(e) und nimmt sie unter seine Fittiche. Er zahlt ihr Geld und sie arbeitet als Gegenzug für ihn als Runner. Runner sind illegale Couriere, die so ziemlich alles Transportieren.

Durch einen Zufall stößt Faith auf ein Mysterium um ihren Vater herum, welches sie beginnt in ihrer Freizeit aufzudröseln. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass dieses Mysterium quasi einer Staatsverschwörung gleicht und nicht nur sie, sondern ebenso ihr Vater und ihre kleine Schwester in großer Gefahr schweben. Innerhalb ihrer Ermittlungen wird sie nicht nur gefangen genommen, sie wird auch von engen Freunden verraten, wieder befreit, mehrmals fast umgebracht uns sie gibt trotzdem nicht auf. Die Leben ihrer Liebsten stehen auf dem Spiel und für die würde sie alles tun, also kämpft sie weiter egal was kommt. Kein Söldner ist zu stark, kein Staat zu mächtig, kein Regime zu gerissen.

So kalt sie auch scheinen mag, so emotional ist sie in Wirklichkeit. Sie frisst lieber alles in sich hinein, als es nach außen zu tragen und ja oft leidet sie darunter. Aber sie ist zäh, sie wäre das metaphorische „Bulletproof“. Sie geht ihren Weg und sie geht ihn richtig, für ihre Liebsten.

Vella Tartine aus Broken Age

Vella Tartine ist ein Kind der Badlands, aber das Unglück reicht allein noch nicht. Sie ist gleichzeitig von Geburt an zum Tode verurteilt. Aber nicht mit ihr, so läuft das nicht. Zusammen mit ihren Eltern rebelliert sie gegen das vom Dorfältesten auferlegte Schicksal einem Monster geopfert zu werden. Denn es heißt sobald das Monster nicht mehr lebe, hörten die Menschenopfer auf. Schließlich macht sich Vella alleine auf den Weg, um dieses sagenumwobene Monster zu stoppen.

Durch viele Irrungen und Wirrungen stellt sich heraus, dass dieses Monster in Wirklichkeit jedoch gar kein Monster ist. Es ist lediglich ein „Raumschiff“, welches einen Jungen beherrscht der noch nie in seinem Leben außerhalb dieser Maschine war. Er lebt sein klein auf in dem Glauben in einem Raumschiff zu leben, da sein Heimatplanet vollkommen zerstört worden ist. Aus seinem Blickwinkel rettet er Menschen von bedrohten Orten. Niemals im Leben hätte er vermutet, dass er in Wahrheit Kinder entführt.

Parallel zu Vella deckt er allmählich die gesamte Krux hinter dem Konzept, der Geschichte und seines Hintergrundes auf. Was sich da für Abgründe auftun, Holla. Zwei neugierige Teenager, die über sich selbst hinauswachsen und in völlig unbekannte Gefilde vordringen, um entweder sich dem eigenen Schicksal zu stellen oder die wirkliche Wahrheit herauszufinden. Two Brave Hearts.

Jack aus Mass Effekt

Kindheit ist ja immer so eine Sache. Nicht umsonst liegt dort meist der Keim allen Übels, der Jahre später erst wiederauftaucht. Bei Jack war, dass mehr 24/7 präsent, denn sie hat eine Superkraft. Eben diese Superkraft wollte sich ein Milliardenkonzern zu nutz machen und sperrten Jack ihre Kindheit lang in eine Zelle. Jack wurde zu Subject Zero, einem menschlichen Meerschweinchen.

Da sie das stärkste Stadium dieser Superkraft besaß wurde sie wie ein heiliger Gral unter den Wissenschaftlern gehandelt. Andere Kinder die eine weniger starke Superkraft besaßen mussten als erstes als Versuchskaninchen herhalten. Glückte der Test bei ihnen wurde er an Jack verstärkt ausgeführt. Glückte er nicht, naja Kollateralschaden.  Nach Jahren der Gefangenschaft wurde es Jack zu bunt und sie schaffte es auszubrechen. Im Anschluss wurde sie einer der gefürchtetsten, gewalttätigsten und rachesüchtigsten Kriminellen im gesamten Universum. Um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen will sie nun den Ort des Grauens zerstören. Je nachdem wie man sich entscheidet gelingt es oder nicht. Der Punkt ist, trotz ihrer Kindheit trotz ihrer zwischenmenschlichen Probleme schafft sie es irgendwann anzukommen. Überlebt sie sämtliche Dramen und Missionen wird sie Lehrkraft an einer der Akademien der Allianz und wird als Ausbildung eine Art Ersatzmutter für die Kadetten. Wir wissen loslassen ist wichtig, loslassen ist schwer und je schwerer es ist desto besser ist das Gefühl hinterher. Und wenn Jack es schafft, schaffen wir es glaube ich alle.

Ellie Borderlands 2

Ähnlich wie Jack hatte Ellie eine nicht ganz so glückliche Kindheit. Diese endete ziemlich abrupt, sie sollte als Minderjährige ohne größere Begründung den Stammesanführer des Clans heiraten. Das fanden weder sie noch ihre Mutter sonderlich erstrebenswert, weshalb die Mutter kurzerhand sämtliche Geschwister von Ellie inklusive ihr eingepackt hat und mit ihnen zusammen geflohen ist.

Total Verlust. Freunde, Heim sowie sämtliche Habseligkeiten alles weg. Obwohl (oder vielleicht gerade deswegen?) Ellies Mutter ihre Tochter abgöttisch liebt, hört sie nicht auf ihre Tochter wegen ihrer recht korpulenten Statur zu hänseln. Das macht das mittlerweile eh schon angeknackste Verhältnis zwischen Ellie und Moxxi nicht unbedingt besser und das ganze steigert sich bis zu dem Tag an dem Ellie von allem genug hat und abhaut.

Ihre Mutter lässt sie in Sorge zurück, dass ihr etwas passieren könnte. Doch sie schlägt sich durch, eines Tages trifft sie auf die Vault Hunters und mit ihnen zusammen sorgt sie dafür, dass die Fede zwischen dem Hoduk Clan sowie dem Zodok wieder auflebt bis beide ganz gänzlich ausgelöscht sind. In Anbetracht dessen, dass sie als kleines Kind den Chef der Hoduks heiraten sollte finde ich ihren Racheakt recht einleuchtend sowie resolut. Zu zerstört meine Kindheit? Kein Problem, ich zerstöre deinen gesamten Clan inklusive dir.

Ein Hoch auf Elie, die schon s viel mitmachen musste in ihren Leben. Elie, die von ihrer liebenden Mutter gehänselt wurde aus Sorge. Ellie, die sich ihr ganzes Maschinenwissen quasi selbst angelegt hat und sich wirklich gut schlägt in der kargen, gefühlsharten postapokalyptischen Welt in der Männer oder öfters gar keiner das Sagen hat.

 

Senua aus Senua’s Sacrifice

Die Geschichte handelt von Senua, einer jungen Kriegerin eines keltischen Stammes, die seit ihrer Kindheit von ihrem Vater psychisch schwerst misshandelt wurde. Der einzige der sie nicht fürchten ist der Häuptlingssohn Dillion. Sehr viel später verlieben sich die zwei ineinander jedoch wird Senuas Verlobter bei einem Angriff auf blutigste Weise geopfert. Erneut traumatisiert macht sich die junge Frau auf in den Norden, nach Helheim um die Göttin Hela persönlich zu bitten ihr die Seele ihres verstoben Geliebten zurück zu bringen.

Die erste Reaktion von vielen in meinem Umfeld war Senua würde Dillion hinterherrennen. Ich denke mir jedes Mal, bitte was? Senuas Mutter wurde vor den Augen ihrer Kleinen auf dem Scheiterhaufen verbrannt (sie hatte Halluzinationen), sie wurde misshandelt ohne Punkt und Komma und sie steht noch. Darüber hinaus jammert sich nicht, sie beschwert sich nicht, sie macht niemanden für ihr Leid verantwortlich obwohl sie definitiv das Recht dazu hätte. Sie kämpft um das einzige was ihr bitter lieb ist/ war und vermutlich immer sein wird und dies auch noch in der Hölle.

Sie trifft in Helheim auf Fenrir und beginnt zu begreifen, dass Fenrir an sich nicht wirklich schlimm ist. Wie vieles anderes auch ist er bloß ein Symbol, eine Metapher für den Missbrauch ihres Vaters. Sie besiegt sowohl Fenrir als auch viele andere Höllengestalten. Damit löst sie sich Stück für Stück und wird immer mehr unabhängig von ihren eigenen Ängsten und Wahnvorstellungen.

Als sie Hela gegenübersteht begreift sie, dass es ihr von vornherein unmöglich war Dillion zurück zu holen und dass es okay ist. Sie ist/war niemals Schuld an jedem Unglück im Dorf und auch nicht am Tod ihres Verlobten. Sie erkennt den Missbrauch ihres Vaters und eigentlich des gesamten Dorfes an, genauso wie dass sie mehr wert ist als dass was man ihr all die Jahre über weiß machen wollte. Am Ende lässt sie die Vergangenheit ruhen anstatt sich an ihr rächen zu wollen. Dass nenne ich mal einen Selbstfindungstrip.

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Ein Kommentar

  1. Definitiv eine für die Liste – Senua! (Hellblade – Senua’s Sacrifice) Die Geschichte wie sie in die Unterwelt hinab steigt, mit ihren Schizophrenen Anwandlungen fertigwerden muss und auf der Suche nach der Seele ihres Liebsten ist (ohne dass es tatsächlich kitschig wird), ist wirklich gut zu spielen.

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