Die gesammelten Schätze des Monats der Kreislaufattitüden

The Master is back! So seit dem 4. Mai bin ich wieder im Land und es ist himmlisch!

Kurzer Teaser, den alle meine Freunde und Bekannten sich schon anhören mussten: Ich habe wieder eine Wasch-, Spülmaschine und einen leckeren gefüllten Kühlschrank!

Die Abreise verlief erstaunlich entspannt, nur organisieren können isländische Taxiunternehmen nicht wirklich. Da ruft man schon an und bestellt ein großes Taxi (großer Koffer und Übergepäck) und was kommt? Das kleinste Taxi von ganz Island, mit einem Fahrer der beim Aussteigen fast an seinem eigenen Raucherhusten erstickt. Den Koffer haben wir dann doch noch irgendwie versaut bekommen….

Das kam dann übrigens auch zwischenzeitlich, denn es waren immerhin noch -2°C und der Schnee wollte sich wohl noch einmal in seiner ganzen Pracht zeigen. Eine wahre Naturgewalt, die mir fast den Flug verdorben hat. Glücklicherweise hielt er gerade mal eine Stunde an, und die Räumungsfahrzeuge in Reykjavik sind extra schnell.

Danach ging es weiter zu Security, die übrigens sämtlichen Südeuropäern oder Arabern Ehre gemacht hätte. Sie reden laut und gestikulierend wild dabei, half mir allerdings auch nicht sie zu verstehen. Es ist recht schwierig sich an irgendwelche angeblichen Ansagen zu halten, wenn man diese nicht versteht und keiner einem hilft sie zu verstehen. So stand ich dort mehr oder minder völlig verloren, bis sich mal ein Herr dazu erbarmte mir zu erklären was denn die Dame letztendlich wollte. Fazit: Sie wollte, dass ich eine zweite Schale für meinen Rucksack holte. Die Verweigerung Englisch zu sprechen vermisse ich definitiv nicht!

Was das Sicherheitskontrollpersonal übrigens immer hassen, sie aber nichts dagegen tun können ist eine leere Trinkflasche mitzunehmen. Sie können euch die nicht wegnehmen und ihr könnt sie hinter der Security wieder auffüllen. Übrigens, selbst die Duty-Free Shops sind auf Island teuer. Allerdings haben sie eine hervorragend sortierte Spirituosenabteilung. Für einen Festbetrag und dem Vorzeigen des eigenen Passes dürft ihr euch sogar an einer der Bars dort besaufen. Ich sag mal so, als ich an ihr vorbeischlurfte war es gerade mal sieben Uhr morgens und sie war voll. Denkt euch den Rest.

Mehr kann ich eigentlich gar nicht mehr erzählen. Alleine Reisen ist in Kombination mit dem isländischen Flughafen ist nicht allzu spannend. Es sei denn ihr seid zwei ältere Isländer, die ins falsche Flugzeug aussteigen und plötzlich rausbegleitet werden müssen. Diese zwei älteren Herren, saßen in meiner Maschine und waren fest der Überzeugung, dass sie nach Oslo fliegen würden. Ich frage mich heute noch wie man dies Verwechseln kann. Beide Städte sind unterschiedlich groß, werden Unterschiedlich geschrieben und liegen überhaupt wo ganz anders. Sobald die zwei in ihrem richtigen Flugzeug saßen starteten wir auch schon.

Wobei sich zuvor noch ein sehr übervorsichtiger Vater bei der Stewardess genau erkundigte wie genau man denn die Schwimmweste unter dem Sitz hervorholen kann. Als nächste Frage kam dann auch noch ob das Flugzeug auch sicher sei… Am liebsten hätte ich ihm erzählt, dass die Tragflächen eines Flugzeugs lediglich geklebt werden.

Ich hatte übrigens eine Sitzreihe für mich alleine, schlafen war trotzdem nicht drin. Es macht Stewardessen immer wieder Spaß die wehrlosen Füße von Passagieren mit ihrem verdammten Wagen zu traktieren. Ich habe es dann irgendwann aufgeben und bei dem besorgten Vater durch die Sitzlücke erneut Dunkirk geschaut. Irgendwie ironisch. Ein total überfürsorglicher Vater, der vermutlich eine leichte Flugangst hat schaut sich Dunkirk zur Beruhigung an? Die Kompensationsmethoden von Menschen sind schon faszinierend.

Ich würde Deutschland mal empfehlen die Luftlöcher zu stopfen, hier will doch keiner landen. Mein Magen war danach jedenfalls erst mal fertig. Genauso wie mein Kreislauf, von -2°C auf 26°C in nur wenigen Stunden empfehle ich keinem. Bis sich sowohl Magen als auch Kreislauf wieder eingespielt haben dauet es eine Weile. Mein Kreislauf macht mir auch noch nach 3 Wochen erhebliche Probleme. Ich komme morgens nicht mehr so schnell hoch wie auf Island, da brauchst dann schon mal bis zu zwei Liter grünem Tee bis ich mal so einigermaßen auf dem Damm bin. Ist natürlich besonders schön, wenn man morgens eigentlich produktiv sein will/ muss. Bewerbungen schreiben sich nicht von alleine, Stellenanzeigen fliegen einem nicht zu und die Uni hilft dir auch nicht bei deiner Bewerbung. Darüber hinaus machen Ärzte auch eher weniger bis gar keine Hausbesuche, die Krönung war dann auch noch die neue DSGVO-Gesetzgebung. Liebe EU, ihr habt sie doch nicht mehr alle. Jahre lang werden wir ausspioniert und jetzt plötzlich muss auch noch der kleinste Blog einen riesen Aufwand machen?! Warum? Ihr hört uns doch eh ab, Google Amazon oder Alibaba Group oder Tencent müssen doch nur genug Zahlen dann bekommen sie alles was sie wollen. Ihr könnt mir auch nicht erzählen, dass ihr keine Archive über eure Mitbürger angelegt habt. An der Supermarkt Kasse gibt es weiterhin Payback Punkte und wer Hartz 4 beantragt wird einmal komplett durchleuchtet.

Wie auch immer mein Blog müsste mittlerweile einigermaßen save sein. Ich bleibe übrigens, ich habe keine Lust mir nur wegen ein paar Kindsköpfen die Schreiblaune vermiesen zu lassen. Es ist übrigens genauso nervenaufreibend DSGVO und das damit verbundene Drama Nicht-Blogger Mitmenschen zu erklären. Funktioniert meistens nicht, besonders dann nicht, wenn besagte Personen sich unbedingt mit einem Treffen wollen man aber selbst zwischen all den Bewerbungen, Stellenanzeigen, Terminen und Kreislaufproblem sowie Stimmungsschwankungen schlicht weg versinkt. Ich bin trotzdem sehr stolz darauf, dass kein Bote sterben musste. Früher wäre ich in solchen Phasen zum Serienkiller geworden.

Das hier so wenig kommt liegt auch daran. Ein voller Tag, ein zu Brei zerfließendes Gehirn und zu viel Papierkram raubt mir schlichtweg die Zeit fürs Artikelschreiben. Zumal ich ja auch noch Zeichnen üben muss für die Aufnahmeprüfungen und Schreibproben korrigiere. Da ist man am Ende des Tages einfach platt und außer Serie schauen läuft da nicht mehr viel. Oftmals noch nicht einmal das. Alle Animes die ich im Ausland auf Englisch gucken durfte sind jetzt nur noch auf Deutsch. Ich hasse es… Ich will meine englische Synchronisation zurück. Zumindest sind sowohl amerikanische Stand-Up Comedy Shows als auch türkische Telenovelas aus meinen Empfehlungen verschwunden. Beides nicht wirklich mein Geschmack, das gilt hierbei übrigens für alle Telenovelas außer die Nanny.

Des Weiteren wurde mal wieder eine Runde Pen& Paper ausprobiert und wurde sofort freudig empfangen. Ein wenig bin ich schon stolz als Ehrenmitglied mir noch eine Runde aussuchen zu dürfen, obwohl ich nicht beim Starttermin dabei gewesen bin. Meine Kameraden sind übrigens alle top und wir werden viel Blutvergießen, alleine weil unser Setting im Game of Thrones Universum spielt. Es wurde übrigens so spät, dass uns die Bar in der wir noch was trinken gewesen sind uns irgendwann rausgeschmissen hat. In solchen Momenten mag ich Menschen, dann doch wieder. Zumal ich jetzt sogar in einer zweiten Gruppe bin. Die steuert in einer Mini-Lan- Party zu sechst ein komplettes Raumschiff à la Star Trek. Ich durfte nacheinander lenken, schießen und den Bordingenieur spielen. Wir sind alle drei Mal fast in die Luft geflogen. An unserem Teamwork müssen wir deshalb noch arbeiten…

Und dann war ich auch noch auf dem Geburtstag eines Freundes. Ihr habt übrigens richtig gelesen, ich war zur Feier des Jahres auf einer Party mit gleichaltrigen. Mulmig war mir alle Mal, denn sobald ich unfreiwillig in einem Gruppenchat stecke und genau eine Nummer zu einem Namen zu ordnen kann werde ich leicht nervös. Wir erinnern uns, ich hasse Überraschungen und die Gäste nicht einschätzen zu können heißt erst einmal Stress. Ihr seht, dass mit der Spontanität funktioniert schon mal super. Nicht. Ich bin trotzdem hingegangen und nach einigen Irrungen und Wirrungen hatten sich die meisten doch irgendwie zusammengefunden und es wurde angefangen zu reden.

Der Abend sah übrigens ungefähr so für mich aus: Etwas verloren herumsitzen/stehen, socially awkward versuchen ein Gespräch anzufangen um dann nach einiger Zeit wieder stehen gelassen zu werden, weil mein Gegenüber abgelenkt wurde. Oftmals von den wesentlich interessanteren Freunden oder Partnern. Wäre ich nicht zufällig auf eine sehr gute alte Bekannte gestoßen wäre ich vermutlich früher gegangen und so habe ich mich mit ihr festgequatscht und dann jemanden völlig neues kennen gelernt. Wir waren halt die einzigen die um den warmen Grill standen, um uns aufzuwärmen.

Zusammen wurde dann der Grillmeister gememt und dann blieben wir für weitere 90 Minuten im Gespräch. Zum Schluss sang dann die gesamte Wiese Happy Birthday fürs Geburtstagskind und die Gruppe neben uns und noch ein Paar andere schlossen sich unserer Gesellschaft einfach an. Fazit: Sehr schöner Abend, brauche ich jetzt aber auch nicht öfters. Vielleicht mal in einer kleineren Gruppe und ein früherer Beginn wäre auch nicht schlecht.

 

Zeigt mir mal bitte den Menschen, der dass zu 100% umsetzt:

Er hat keine Angst. […] Er macht sich keine Sorgen. Er lebt sein Leben, wie es gerade kommt. Und ist einfach nur froh, hier bei dir zu sein.

S. 114- Die wirkliche Wahrheit von Dan Gemeinhart

 

Deshalb gehe ich immer 15 Minuten früher los, als ich müsste:

Ich verspäte mich, weil ich immer wieder stehen bleibe und mit meinem Handy Fotos mache: von hinten angeleuchtete Blätter, verknäultes, total vertrocknetes Unkraut voller Samen, Spiegelungen im Kanal. Kunst ist für den Mittelstufenabschluss, also für die GCSE-Prüfungen, das einzige Fach an dem mir wirklich etwas liegt, und ich bin auf der Suche nach einem zündenden Funken für mein nächstes Projekt.

S. 14- Eden Summer von Liz Flanagan

 

Drollige Beschreibng für ich stehe völlig fertig morgens am FLughafen und freue mich auf zu Hause: 

«Reisende im Wind», sagte Dr. Flick, die meinen Blick bemerkt hatte.

S. 13- Nachtblumen von Carina Bartsch

 

Mein erster Auftritt auf nahezu jeder Feier: 

Sie saß auf dem ungefegten Boden in einer Ecke und versuchte, unaufdringlich, aber nicht kläglich zu wirken, was ein schwieriger Balanceakt war.

S. 11- Die Interessanten von Meg Wolitzer

 

Ich will ja nicht zu hochstapeln, aber so langsam könnte ich mir vorstellen mal kein Niemand zu sein: 

Ich war es gewohnt, unsichtbar zu sein. Die Leute nahmen mich selten wahr, und wenn sie es doch taten, dann immer nur am Rande.

S. 9- Anything for Love von Sarah Dessen

 

Falls das jemand mal über meine Geschichten oder Beiträge in einer Bar sagen sollte, ich wäre hin und futscht…

„Irgendjemand hat mal gesagt, meine Geschichten zu lesen sei wie mit einem geliebten Menschen im Arm und einem kuscheligen Gefühl im Herzen einer brennenden Stadt von einem Hügel herab beim Kaputtgehen zuzusehen.“

S. 7/8- (aus dem Vorwort), Ich habe die Unschuld kotzen sehen von Dirk Bernemann

 

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll folgendes außeinander zu nehmen. Deshalb nutze ich diesen Satz mal als Stellvertreter für all die Sätze, die momentan aus den Mündern sämtlicher besorgten Bürger kommen:

Sei mutig! Sobald in Gedanken die Grenze, die das Gesetzbuch beschreibt, einmal überschritten ist, fällt jede noch so blutbefleckte Tat zur Widerherstellung der natürlichen Ordnung leicht.

S. 5- Die sieben Farben des Blutes von Uwe Wilhelm

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