Avatar- Eine Analyse Teil III

Nun zum letzen Teil, des Liebesbriefes an meine Lieblingsserie. Auch hier erneut eine massive Spoilerwarnung für die gesamte Serie: Avatar- Herr der Elemente. Lesen auf eigene Gefahr. Zu Teil I geht es hier und zu Teil II hier…

Bändigen im Allgemeinen- It’s magic… not

Nicht jeder Bewohner des Avatar-Universums ist ein Bändiger. Bändigen ist eine Gabe die angeboren ist oder nicht. Man kann es trainieren, aber nicht erlernen. Wie es genau vererbt wird ist nicht ganz klar, wobei man folgendes feststellen kann: Zwei nicht Bändiger können durchaus ein Kind gebären, welches bändigen kann. Ein perfektes Beispiel dafür wäre Katara sowohl Vater als auch Mutter konnten es nicht und siehe da, die Tochter ist ein riesen Talent. Auch können zwei Bändiger einen normalen Menschen ohne Gabe bekommen. Wenn die Elternteile aus verschiedenen Nationen zusammenkommen, beispielsweise Feuer und Erde kann das Kind ein Nichtbändiger, ein Feuer oder ein Erdbändiger werden, aber zwei Elemente bändigen funktioniert nicht. Denn mehrfach-bändigen ist nur dem Avatar möglich. Es existieren auch gewisse Sondergaben oder Talente, welche hin und wieder Auftreten. Der Stamm der Pflanzenbändiger ist eine gesamte Gruppe von Sonderlingen. Normalerweise die Voraussetzung für solche Ausnahmen ebenfalls angeboren, manchmal erfordernden sie jedoch noch sehr langes und hartes Training.

Aufgrund dessen das Bändigen rein auf den Körper beschränkt ist und es keine magischen oder obskuren Artefakte gibt die es verstärken oder schwächen können ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bändiger völlig übermächtig wird relativ gering. Selbst der Avatar kann besiegt werden, auf dem Weg wie jeder andere Mensch auch, oder wenn er sich im Avatar Zustand befindet. Das Problem dabei ist eben, sobald man stirbt wird nie wieder ein Avatar geboren werden. Nie, nie, nie wieder. Natürlich birgt die Story das ein oder andere Hintertürchen jedoch übertreiben die Autoren es hierbei nicht. Was wäre eine Story auch ohne Plottwists. Demnach kommen die Sondertalente zwar vor, jedoch stehen sich nicht an jeder Ecke. Schon gar nicht solltet ihr in den Glauben verfallen, dass in dieser Welt Nicht-Bändiger schwächer sein könnten als Bändiger.

Das Chi-Blocken ist eine der am häufig vorkommenden Techniker der Nicht-Bändiger, falls se jemals in die Verlegenheit eines Kampfes kommen sollten. Diese uralte Technik ermächtigt den Ausführenden durch schnelle Schläge auf bestimmte Körperpunkte die jeweiligen Nerven und damit verbunden Muskeln für vorübergehende Zeit zu lahmen. Bewegungsunfähig lässt es sich schlecht bändigen…

Superkräfte müssen eben ausgeglichen werden, sonst wird es auf Dauer sehr vorausschaubar und die Geschichte langweilig. Eben diese Balance macht unheimlich Lust auf mehr. So sind die Kämpfe doch recht realistisch im Gegensatz zu den herkömmlichen Shonin Animes, in denen ich mich jede Sekunde frage wie die Charaktere es schaffen, dass Universum nicht zu zerstören. Physik? Schwerkraft? Gilt zwar für jeden, außer für uns. Dieser Spruch macht es auf Dauer ebenfalls nicht spannender.

 

The greatest Story ever told… 

Die wohl wichtigste Folge für die Hintergrundgeschichte Aangs und seinem Konflikt mit Zuko ist 12 Folge der ersten Staffel (Buch Wasser). Innerhalb dieser knapp 25 Minuten erfährt der Zuschauer Aangs Kindheit und den Grund weshalb er damals aus dem Tempel geflohen ist und vor allem warum er gute 100 Jahre im Eis eingeschlossen gewesen ist. Bezüglich Zuko sehen wir eine ähnliche Darstellung seines Lebenslaufes: eine recht glückliche Kindheit, das nicht mehr ganz so schöne Älterwerden und schließlich den augenscheinlichen Drehpunkt seiner Persönlichkeit. Bei beiden Charakteren wird dem Zuschauer nur so viel Hintergrundwissen zugetragen, wie er braucht um die eigentlichen Beweggründe des einen oder des anderen verstehen zu können.

Es gibt dabei verschiedene Schreibtechniken wie man dies bewerkstelligen kann ohne dabei ins plumpe Aufzählen zu verfallen. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass dem Protagonisten etwas schreckliches widerfährt. Am besten so schrecklich, dass es ihn nachhaltig prägt und sein späteres Handeln beeinflusst bzw. beeinflussen könnte. Eine Variante der ersten ist, dass der Protagonist sich für das traumatisierende Erlebnis auch noch die Schuld gibt. Das Paradebeispiel hierfür wären Spider- oder Batman. Letzterer sieht den tödlichen Raubüberfall der eigenen Eltern und gibt sich die Schuld dafür, dass er es nicht verhindern konnte. Ersterer muss den Tod seines geliebten Onkels beiwohnen ohne etwas tun zu können.

Normalerweise wird dem Avatar erst mit 16 Jahren sein Schicksal offenbart und dies nicht ohne Grund. Mit dem Wissen der Avatar zu sein, geht eine Menge Verantwortung so wie Reife einher. Beides hatte Aang mit einen zwölf Jahren definitiv nicht. Wie soll er auch, er war zwölf! Jedoch spürten die Luftnomaden das etwas unheilvolles in der Luft lag, weshalb sie Aang vor einweihten ebenso wie die anderen Schüler und Nomaden des Tempels. Während der Junge recht wenig mit dieser Information anfangen konnte, begannen ihn seine Freunde immer mehr auszuschließen, aus Angst, dass er bei Spielen oder spaßigen Turnieren schneller schlagen könnte. Er wäre schließlich der Avatar und somit etwas Besonderes… Aang fühlte sich immer mehr in die Ecke gedrängt und allein gelassen. Sein einziger Freund, der blieb war sein Vorgesetzter. Als eines Tages der Junge, dann noch ein Gespräch belauschte welches besagte, dass Aang in einen anderen Tempel geschickt werden sollte schmiedete er den Plan davon zu laufen. Selbst als er aus dem Eis befreit wird, und Katara ihn in ein Gespräch über den Avatar verstrickt lügt er sie an. Anhand seiner Gesichtszüge erkennen wir, dass er immer sich immer noch nicht damit wohlfühlt. War Aang eimal mit seinem Flugbison und seinem Lemur (ja es gibt in Avatar fliegende Bisons, nehmt es einfach so hin) über dem Meer, gerieten sie in einen schweren Sturm. Kurz bevor die drei ertranken, geriet Aang wohl das erste Mal in den Avatar zustand und schloss sich inklusive seiner Begleiter in eine Luftblase ein, die dann gefror.

Aufgrund Aangs Angst Verantwortung zu übernehmen und somit erwachsen zu werden entkommt er dem Genozid der Feuernation. Vielleicht hätte der den Krieg verhindern können, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Als Aang aus dem Eis befreit wird und später feststellen muss, was während seiner Abstinenz mit seinen Freunden und seinem Volks passiert ist flippt er gelinde gesagt ein wenig aus. Schließlich ist nicht nur sein Vorgesetzer wegen seines Nicht-Daseins gestorben, sondern sein gesamtes Volk. Für einen immer noch zwölf Jährigen, der nun eigentlich 112 Jahre alt ist immer noch ein großer Schock. Deshalb ist Aangs Ziel nicht nur alle vier Elemente zu beherrschen und den Frieden wieder einkehren zu lassen, vielmehr muss er lernen Verantwortung zu übernehmen. Zukos Challenge besteht darin zu erkennen, dass er damals richtig gehandelt hat und sein Vater falsch liegt. Vor allem muss er lernen sich über seinen Vater hinweg zu setzen, denn er braucht niemanden der ihm sein Ansehen und seine Ehre zurückgibt, dass kann nur er selbst. Sich seine eigenen Schwächen und Fehler einzugestehen und diese zu überwinden weckt genug Drama und genügend Identifiaktionsmöglichkeiten für jeden Zuschauer. Schuldgefühle und Reue sind die besten Voraussetzungen um einen Charakter wachsen zu lassen.

Ein weiteres kleines Meistwerk ist der moralische Zwiespalt, der recht häufig vorkommt. So lernen Aang und seine Freunde in Buch Erde (Staffel zwei) eine Gruppe von Freiheitskämpfern kennen. Deren Anführer nennt sich Jet und ist Waise, seine Eltern wurden ebenfalls von der Feuernation getötet. Auch er gibt sich die Schuld am Tod seiner Eltern und will sie rächen. Das Problem dabei ist, dass seine Pläne meist das Opfern von Unschuldigen beinhalten. So will er in einer Folge ein gesamtes Dorf überschwemmen, nur weil sich in diesem Dorf eine Garnision von Feuersoldaten aufhält. Dass die Dorfbewohner selbst unter den Soldaten leiden könnten, fällt Jet gar nicht ein. Für ihn zählt nur das großflächige Eliminieren von Schuldigen. Dabei waren es noch nicht einmal die Soldaten, die am Tod seiner Eltern beteiligt waren.

Einer meiner Lieblingsaspekte die in Avatar behandelt wird, ist das Thema Behinderung. Einer der Hauptpersonen Toph (eine zwölfjährige Erdbändigerin) ist blind. Bevor Aang auf sie trifft wird sie von ihren Eltern permanent weggeschlossen, aus Angst dass ihrer hilflosen Tochter etwas geschehen könnte. In Anbetracht dessen, dass Toph ihr Talent vor ihren Eltern geheim hält bekommt sich lediglich Standardbändigerunterricht. Verfeinern tut sie ihre Techniken dann heimlich auf Untergrundturnieren als der Blinde Bandit. Der Grund für ihren Erfolg ist, dass sie mit den Füßen sehen kann. Sie kann per Vibration die Bewegungen ihrer Gegner spüren bevor sie sie ausführen, so erkennt sie auch ob jemand lügt. Ohne zu übertreiben, sie ist einer der besten Erdbändiger aller Zeiten. Nur zum Thema als blindes, kleines Mädchen sei man hilflos.

Ein anderes Beispiel ist ein Flüchtling namens Teo, der aufgrund eines Flutunglücks seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Den Rollstuhl hat sein Vater gebaut ebenso wie einen Gleiter der Aangs sehr ähnelt. Weshalb Teo zwar nicht laufen dafür aber fliegen kann. Auch Teos Charakter ist alles andere als passiv, depressiv er ist lustig und voller Lebensfreude trotz dessen, dass er nie wieder laufen kann. Auch hier die Botschaft: Du magst vielleicht eingeschränkt sein, aber dies bedeutet noch lange nicht das Ende des Lebens. Vor allem wenn dir Freude sowie Familie beistehen und dir helfen.

 

Das Handling des Bändigens- Einschränkungen können neue Möglichkeiten eröffnen 

Schließen wir einen erneuten Bogen zum Bändigen der Elemente. Denn diese Superkräfte brauchen bei weitem mehr Überlegung und Konzept, als nur die verschiedenen Arten und Sub-Arten zu implementieren. Als aller erstes möchte ich das Power Crawling ansprechen. Power Crawl ist nichts anderes als die Schnelligkeit in der etwas (in diesem Falle die Bändigerkräfte eines Individuums) seine ultimative Stärke erreicht. Dieser Prozess ist für gewöhnlich ein ein Aspekt des Hauptplots, der idealerweise im Rahmen der Laufzeit des jeweiligen Mediums abgehandelt wird. Die Geschichte sollte dabei genügend Kreativität beinhalten sodass der Charakter gezwungen ist durch Höhen und Tiefen sich weiterzuentwickeln. Ein weiterer Aspekt den ich an Avatar so mag ist, dass sie Serie von Beginn an determiniert wurde und der Handlungsrahmen somit überschaubar. Es gab ein festen Anfang und ein festes Ende, eine Höhe sowie einen Tiefpunkt. Dank dieses Rahmens und der Determinierung der Serie könnte die Produktion den weg des ultimativen Power- Crawlings sowie Storytellings entwickeln. Beides hängt nämlich arg dicht miteinander zusammen.

Ist man so pfiffig um dann Ganze mal unter die Lupe zu nehmen entwickelt sich ungefähr so etwas.:

Dieses Plot-Schema besteht aus drei Teilen: Der Einführung, dem Tiefpunkt und der darauf folgenden Wende welche im Höhepunkt endet. Daraus ergibt sich häufig eben ein Schema. Der Beginn der Serie, Einführung von Figuren sowie Setting und häufig wird dabei auch noch das finale Ziel angedeutet. Die Geschichte nimmt seinen lauf und besonders in Animes, Heldenfilmen oder gerne Hollywoodstreifen wird der Held zwischen Einführung und zweitem Teil der Story stärker. Damit rückt angedeutete Ziel gefährlich näher, nur wäre es doch langweilig wenn der Plot so linear verlaufen würde. Vielmehr muss Spannung aufgebaut werden und das geschieht bekanntermaßen durch Probleme. Oder wie so oft dadurch, dass der Protagonist zwar immer stärker wird, jedoch durch ein Geschehen meist an den Anfang oder sogar noch hinter den Anfang seines Könnens zurück geworfen wird. Nun besteht seine Aufgabe darin, das verlorene Können oder Wissen wieder zu erlangen, über sich selbst hinaus zu wachsen, besser als vorher zu werden und dann das Ziel zu erreichen.

(Eines der besten Beispiele hierfür wäre beispielsweise „The Empire strikes back“, Luke verliert seine Hand und muss erfahren sich eingestehen, dass der allseits verhasste und gefürchtete Darth Vader sein Vater ist.)

Der Punkt, der Einführung ist leicht abgehandelt. Der Vorspann erklärt die Geschehnisse vor dem Einsetzen der eigentlichen Serie und somit sind Prolog sowie Setting bereits grob bekannt. In Buch I: Wasser wird ebenfalls ein Großteil der Hauptcharaktere (Katara, Sokka, Aang inklusive tierische Begleiter) in der ersten Folge instruiert. Nun ist der Protagonist aus dem Eis, und die Antagonisten lassen auch nicht lange auf sich warten. Wenig später muss Spannung her, weshalb es gleich in der ersten Staffel mehrere Konfliktpunkte gibt.

So macht Zuko Aang ausfindig und entführt diesen auch noch, Katara wird dabei eiskalt besiegt. Der nächste Rückschlag besteht darin, dass der Geist des Mondes (Tui) ermordet wird. Wir erinnern uns, die beiden Geister in Form von Fischen sind existenziell wichtig für die Wasserstämme. Am Ende des ersten ersten Buches ist Aang zwar wieder frei und der Wassergeist ersetzt worden, jedoch für einen hohen Preis. Sehr zu leiden Sokkas. ein wirkliches Happy-End gibt es also nicht.

Mit dem Beginn des zweiten Buches Erde sowie im Verlauf, lernen wir nicht nur neue plotrelevante Charaktere kennen, auch Aang wird immer stärker und selbstbewusster. Nur gibt es dabei einen Haken.

Wurden unsere Hauptcharaktere nun genug beleuchtet, wird dem Antagonisten „Zuko“ mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser steckt in einem gewissen Zwiespalt: Entweder er gewinnt das Ansehen seines Vaters wieder zurück und lebt als Prinz am Kaisershofe oder er schließt sich seinem Onkel an, wird ein guter Mensch abseits jeglichen königlichen Komforts und beendet die Suche nach dem Avatar. Innerhalb des zweiten Buches neigt er sich immer mehr seinem Onkel zu, es scheint als hätte Zuko über seine Selbstzweifel gesiegt bis bis er vor die endgültige Entscheidung gestellt wird. Aang und seine Freunde geraten in eine Falle Azulas (zur Erinnerung Zukos grausame Schwester). Diese manipuliert Zuko, sodass er letzendes an ihrer Seite kämpft, damit wendet er sich sowohl gegen Aang also auch gegen seinen Onkel und den Pfad des friedlichen Lebens. In den finalen Folgen der Staffel schafft es Azula auch noch Aang, der sich zu dem Zeitpunkt im Avatarzustand befindet mit einem Blitz zu treffen. Blitze sind absolut tödlich sozusagen, dass Avada Kedavra unter den Bändigungskräften. Darüber hinaus befand sich Aang auch noch im Avatar Zustand. Diese Kombination führt dazu dass Aang schlichtweg stirbt und der Avatar Zyklus aufhört zu existieren. Demnach wird niemals wieder ein Avatar geboren werden und damit wird Ozai quasi übermächtig werden, denn keiner vermag ihn zu stoppen. So viel zum dramatischen Ende des zweiten Buches.

Kommen wir nun zum Plottwist. Katara hat in Staffel eins vom nördlichen Wasserstamm eine Phiole mit Geisterwasser erhalten. Zum Dank für die Rettung ihres Geisterfisches… Dieses Geisterwasser hat die Macht Tote wieder auferstehen zu lassen und dreimal dürft ihr raten wer drei Monate später ziemlich verkatert wieder aufwacht. In der zwischen Zeit spielt Azula ihre Spielchen und macht ihrem Vater weiß, dass Zuko den Avatar getötet hätte. Damit ist seine Ehre wiederhergestellt und lebt von dort an am Hofe seines Vaters als Prinz. Dabei fühlt er sich allerdings alles andere als wohl. Er hegt nicht nur Schuldgefühle seinem Onkel gegenüber, sondern ebenso gegenüber Katara, Aang sowie Sokka. Denn niemand wusste von diesem Geisterwasser, außer Katara.

Am Anfang der dritten Staffel (Buch Feuer) haben wir eine wiederauferstandene Geheimwaffe sowie einen immer noch unzufrieden und verzweifelten Antagonisten sowie ein vom Feuerlord verdorbenes Weltreich. Soweit so schlecht. Zumindest haben Aangs Freunde ihn retten können. Darüber hinaus beschließt Zuko nun endgültig dem Hofe seines Vaters, seiner suggerierten Ehre und der Feuernation den Rücken zu kehren, um Team Avatar zu helfen. Dank Zuko sowie mystischen Helfern lernt Aang schließlich das Feuerbändigen und wäre somit rein theoretisch bereit für das große Duell. Dennoch hegt der Junge große Bedenken, denn er möchte Ozai nicht töten. Egal wie schlecht ein Wesen ist, es sollte niemals umgebracht werden. So beginnt der Heranwachsende nach einer Alternative zu suchen. Ohne daraus jetzt einen Exkurs zu machen, gelingt es Aang dem Feuerlord seine Bändigerkräfte zu nehmen, ihn jedoch am Leben zu lassen. Am Ende der Schlachten ist Ozai sowie Azula entthront, beide hinter Schloss und Riegel, Ba Sing Se wieder eine freie Stadt und Zuko Feuerlord. Zusammen mit seinem Onkel und Aang hilft er bei den Wiederaufbauten und sorgt dafür, dass erneut Frieden in der Welt einkehrt. Das Ziel ist damit erreicht und damit endet sowohl die Serie als auch das Power-Crawling. Denn Aang hat den erwähnenswerten Zenit seiner Macht erreicht. Das Power-Crawling bezieht sich übrigens nicht nur auf Aang. Jeder der Charaktere in der Serie wächst über sich hinaus und wird eine bessere Version seiner Selbst als am Anfang der Serie.

Die Endschlachten Aang vs. Ozai, Katara, Zuko vs. Azula sowie Toph, Sokka vs. Marine sind eben deshalb nicht nur so genial, weil sie gut konzipiert sind. Nein, die beiden Kämpfe Aang vs. Ozai sowie Zuko-Katara gegen Azula sind deshalb so genial, weil eben darauf solange hingearbeitet werden konnte. Es ist wie wenn ihr einen Urlaub bucht und ihre den Countdown zum Abflug zählt. Ihr fiebert, ihr freut euch, ihr malt euch alles kleinstens aus und irgendwie habt ich doch Angst dass etwas schief gehen könnte. Ihr wisst es gibt nur diesen einen perfekten Urlaub vielleicht für die nächsten fünf Jahre und dann soll er auch gut werden. Kurz um für mich war das purer Nervenkitzel. Schließlich wollte ich nicht, dass irgendeiner meiner Lieblingscharaktere draufgeht.

Deshalb bin ich wirklich kein Fan von endlos-Animes. Sie benutzen das gleiche Schema doch ist es nur halb so wirkungsvoll. Es wiederholt sich auf Dauer, denn über 1000 Folgen wollen schließlich gefüllt werden. Nur werden die Spannungsbögen dadurch nicht unbedingt besser, ebenso wenig das Power-Crawling. Wie gesagt, selbst für einen Anime wird es bei manchen Geschichten wirklich nur noch abstrus. Siehe Gintama. Oder ein weiteres Beispiel Naruto:

Ganz grob existiert in diesem Anime eine große Rivalität zwischen zwei Jungen namens Naruto und Sasuke. Narutos Ziel ist es Oberhaupt seines Dorfes zu werden (absehbar) und Sasuzkes Ziel seinen Bruder zu töten. Beide Charaktere besitzen somit ein Ziel, auf dem Weg zu diesem Ziel erfährt man auch die gesamte Hintergrundgeschichte. Allerdings ist selbst diese irgendwann erzählt und die beiden Jungs haben ihr Ziel noch lange nicht erreicht. Sie besiegen Gegner, und noch mehr Gegner, einer größer stärker und besserer als der vorherige. Ihr könnt froh sein wenn ihr noch bei der 500sten Folge dabei seiht. Denn das Prinzip, dass jedes Mal der Weltuntergang bevorstehen und er dann doch abgewendet werden kann langweilt einen. Es ist wie mit Peter und dem Wolf. Irgendwann glaubt man Peter nicht mehr, dass dort ein Wolf kommt. Das schlimmste ist fast, dass beide Jungen (inzwischen sind sie übrigens Männer) irgendwann ihre Ziele erreicht haben und selbst dann der Anime noch nicht endet. Ihr seht, der Drops ist spätestens dann gelutscht.

Zusammenfassung- Was ich eigentlich sagen wollte…

Zusammenfassend kann ich jedem diese Serie empfehlen. Sie macht wirklich vieles richtig und spricht schwierige Themen auf eine Art und Weise an die es jungen Menschen verständlich macht, sie aber nicht traumatisiert. Ebenso vermittelt sie Werte wie dass du mit einer Behinderung eben nicht schwach und hilflos bist oder dass man vermeintliche Schwächen mit seinen Stärken ausgleichen kann. Darüber hinaus zeigt die Serie, dass Fehler machen etwas völlig normales ist genauso wie die Angst vor großer Verantwortung. Man kann daran arbeiten und schon wird die Angst von Tag zu Tag ein wenig kleiner. Was ich hier nicht wirklich angesprochen habe, aber ebenfalls erwähnen möchte wäre die Gender-Debatte. Erstens halten sich die Busen-Witze (typisch Anime) durch den realistischen Zeichenstil absolut in Grenzen und zweitens zeigt die Serie absolut starke Frauen. Frauen, die ihre Meinung Vertreten können, Frauen die ihren eigenen Willen haben und dass ebenso Frauen austeilen können wie Männer aber auch durchaus fürsorglich und liebend sein dürfen. Beides ist völlig okay. Anhand des Duells zwischen Aang und Ozai lässt sich ableiten, dass Gewalt keinesfalls immer die Lösung ist und es durchaus manchmal sogar bessere Alternativen gibt. Was will man denn mehr? Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, falls ich mal Patentante werden sollte weiß ich was abends laufen wird.

 

Quellen- Weil ich leider nicht so genial bin, alles selbst zu entdecken:

Für die historischen Hintergründe

Für allgemeines Wissen 

Handling Power Crawl

Worldbuilding- Zwiespältigkeit

Noch mehr Worldbuilding

Für alle anderen Quellenlinks, bitte jeweils einfach immer auf das Bild klicken. Ihr werdet sofort weitergeleitet. 

Wordpress wird deine Daten hinterlegen, solltest du damit nicht einverstanden sein dann kommentiere bitte nicht

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.