Rezension, „die Heimkehr“ von Peter Georgas Frey

Was lange währt, wird endlich gut und deshalb präsentiere ich nun die lang versprochene Rezension zum ersten Teil der geplanten Aurumer-Trilogie von Peter Georgas Frey. Wer zur Rezension des zweiten Teils möchte, der darf gerne hier klicken. An dieser Stelle übrigens noch einmal ganz lieben Dank an den Herren Autor, der mich mit dem Bücherpaket ein klein wenig gerettet hat ansonsten wäre Irland vermutlich nur halb so spannend geworden.

Die grobe Handlung habe ich bereits im Rahmen des Prologs des zweiten Bandes grob wiedergegeben, jedoch wäre eine Rezension ohne Handlungsbesprechung keine Rezension.

Vor gut 100.000 Jahren stürzte ein Raumschiff einer extraterrestrischen Rasse auf die Erde herab.

Das Schiff war hinüber. Reparieren war mit den ihnen zugänglichen Mitteln unmöglich, denn das Einzige was die Aurumer auf der Erde vorfanden, waren Neandertaler und andere Homospezies.  Von dort an planten die Gestrandeten den Bewohnern der Erde technisch ein wenig auf die Sprünge zu helfen und so nahm die Neolithische Revolution ihren lauf.

Je länger das kleine Grüppchen jedoch auf der Erde verweilte, desto ungeduldiger wurden es. Die Folgen sind verheerend, der menschliche Geist zu langsam um den Fortschritt angemessen zu verarbeiten und so kommt es über Jahrhunderte hinweg zu Aufständen, Weltkriegen und dem heutigen politisch- ökonomischen Machtgefüge wie wir es heute kennen. Letztendlich beginnen auch noch ihre menschlichen Identitäten zu bröckeln, ebenso verändert sich das Selbstverständnis einiger Alienzugehöriger drastisch und damit die gesamte Gruppendynamik. Plötzlich sehen sich die Aurumer ganz anderen Problemen gegenübergestellt als nur nach Hause zu kommen…

Ich weiß dieser Punkt dürfte nur für mich gelten, dennoch möchte ich hervorheben das die Einleitung diesbezüglich des Plots und der einzelnen Charaktere einen wesentlich größeren Teil einnimmt als im Folgeband. Absolut logisch und verständlich, was mir ermöglichte die geschlossene Gesellschaft der Besucher auf Erden noch einmal genauer kennen zu lernen.

Was mir dagegen sehr wohl bekannt war, war das Setting der Geschichte. Zu dem lässt sich allerdings nicht sonderlich viel sagen, da die Handlung in einer Welt spielt, die unsere zu 99,9% gleicht. Nur zwei Umstände unterscheiden die Umwelt des Romans von unserer Welt. Erstens gewisse Personen wurden per Annagramme anonymisiert oder umbenannt und zweitens die Menschheit wurde von Alien infiltriert. Was mich ebenso erfreut hat ist, dass der erste Band noch mehr Science-Fiktion als der zweite Band beinhaltet. Nicht selten werden extraterrestrische Besucher instruiert ohne näheren Hintergrund und der Leser muss den Fakt dass eine funktionierende außerirdische Rasse die Erde beherrscht schlichtweg hinnehmen. Hier ist es nicht so, es werden einzelne Aspekte des Aurumerlebens auf der Erde beleuchtet sowie der Vorgang mit dem sich die Aurumer am Leben erhalten ohne zu sterben. Denn keine menschliche Hülle hält 100.000 Jahre. Aber nicht nur Technik wird beschreiben, nein auch die näheren Schauplätze insbesondere das CERN liegt im Augenmerk des Autors. Zwar waren diese manchmal dann doch etwas zu lange, aber darauf gehe ich später noch einmal tiefer ein.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Schreibstil. Schlicht und präzise hilft er sowohl bei den wissenschaftlichen Ausführungen als auch bei den häufig vorkommenden Action-Sequenzen nicht den Überblick zu verlieren. Was mir dieses Mal manchmal aufgefallen ist, waren die Nebensätze die ich lieber mit einem Komma mit dem Hauptsatz verbunden hätte anstatt mit einem Punkt, aber im Großen und Ganzen beeinträchtigte dies allerdings nicht meinen Lesefluss.

Die bereits zu Beginn erwähnte Einleitung oder der vielmehr der erklärende Teil des Plots kommt ein wenig später als zu erst angenommen. Zu anfangs wird der Leser nämlich gleich mitten in die Handlung hineingeschmissen und selbst ich verstand die ersten Seiten erst einmal einfach nur Bahnhof. Solche Anfänge finde ich persönlich wesentlich erfrischender, als ein langsamen heranführen an die Figuren, zumal die ganze Vorgeschichte anschließend erläutert wird.

Der Spannungsbogen selbst ist mal mehr mal weniger gespannt. Besonders bei den erklärenden Episoden neigt der Plot zu trocken zu werden, da das Wissen zwar für den Hintergrund sehr wichtig aber recht Story unrelevant ist. Es gibt nichts Schlimmeres als eine besonders spannende Stelle mit einer Wegbeschreibung zu unterbrechen.

Denn eines kann ich euch versichern, die Reise durch das Buch und der Aufbau des Finales lohnen sich. Wer bis dahin noch nicht warten möchte, der kann sich mit diversen Plottwists und Perspektivwechsel herumschlagen. Dabei wünschte ich mir teilweise gar keine Plottwists mehr, da selbst die menschlichen Charaktere im Laufe des Buches immer mehr Form annahmen ohne große Hintergrundinformationen, dass ich sie nicht leiden sehen wollte.

Darüber hinaus gibt es in diesem Teil noch mehr Charaktere als im Zweiten, weshalb ich um das erneute Glossar sehr froh gewesen bin. Normalerweise sind Namen etwas, was ich nicht so leicht vergesse, jedoch besitzt jeder Aurumer einen menschlichen Alias und wenn aus acht Personen sechzehn Namen werden kann es im Eifer des Gefechts schon mal insbesondere bei diesen zwei Personen hängen.

Zurück zu den Charakteren an sich, und den Aurumern im Besonderen. Obwohl ich die Wesen tendenziell als feinstofflich betiteln würde, sind sie vom Charakter eher menschenähnlich. Deshalb erscheint es mir durchaus plausibel, dass das Grüppchen sich selbst in der Antike als Götter etablierte, um den Menschen von oben herab ein wenig auf die Sprünge zu helfen und als Anekdote behielten sie ihre Namen. Bezeichnungen wie Apate, Hermes, Dionysios oder Adam und Eva sind gewissermaßen Programm und nicht selten musste ich lachen. Dabei ist jeder einzelne Charakter schlüssig und die jeweiligen Motivationen nachvollziehbar, ebenso wie die Gefühlswelt. Unabhängig davon woher dieses Individuum nun stammt, was es dem Leser leicht macht eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Da ich gerade indirekt über die Menschen schreiben habe, bei ihnen wurde sich der ein oder andere Spaß mit Hilfe von Anagrammen oder zynischen Betitelungen erlaubt. Muss man mögen, ich fand es ähnlich wie bei den Aurumern sehr erheiternd was die ganze manchmal recht hoffnungslose Atmosphäre ein wenig auflockerte.

Im zweiten Band erwähnte ich, dass mir gewisse Konfliktpunkte zwischen diversen Parteien des Buches zu wenig besprochen wurde. Dieses Problem löst sich hiermit auf, denn wie bereits vermutet wird mit der Einleitung und dem Verlauf der Geschichte der Redebedarf zwischen den Gruppen entweder aufgelöst oder es wird neuer aufgeworfen.

Wir sind fast am Ende, dieser Punkt ist auch mehr eine Frage/ Idee als mehr ein Kritikpunkt, aber wäre eine andere Schrift und kleinerer Zeilenabstand möglich? 700 Seiten sind schon ein Gewicht und nicht unbedingt für den Alltag tauglich. Vielleicht wäre da ein E-Book wirklich eine Option, auch wenn ich diese überhaupt nicht ausstehen kann.

Kommen wir zum Schluss, insgesamt würde ich sagen ist dieser Brocken eine beachtliche Leistung. Damit meine ich nicht den Umfang, des Buches, sondern ebenso den Inhalt. Er regt zum denken an, hat eine Prise von allem Dramatik, Spannung sowie Brutalität und

vor allem Macht es dank der Vielseitigkeit von Charakteren und gegnerischen Parteien Spaß der reise der Protagonist zu verfolgen (siehe dem Stichwort Spannung). Kurz um, sieht man von dem einem oder anderen Schönheitsfehler mal ab ist dieses Buch definitiv eine Investition wert.

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4 Kommentare

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