Gesammelte Schätze des Monats, der abgelegten Reifeprüfung

Halleluja was hat sich diesen Monat alles ereignet? Vieles, wäre meine Antwort wenn ich noch wüsste was alles… Der Monat ist an mir vorbei gerast. Denn die bejammerte Langeweile verflog schlagartig als die Bestätigung beider Praktikas via Mail vor meinen Augen aufploppte.

Das angekündigte Bewerbungsgespräch via Skype seitens der Isländer hat mich übrigens eine Menge an Zeit, Geduld sowie Nerven gekostet. Ich bin definitiv kein Skype- Experte, weshalb die Kontaktanfragen erst einmal entfielen. Danke an der Stelle an meine mitfiebernde Helferin, die mir das Schritt für Schritt beigepuhlt hat. Leider hat meine Bewerbungsgesprächspartnerin ebenso wenig Ahnung gehabt wie ich, darüberhinaus kam auch noch eine extrem schlechte Internetverbindung so klappte es erst beim dritten Versuch… Wenn auch nur per Zufall aufgrund einer halbdurchwachten Nacht war ich so fertig, dass ich die isländische Zeitzone schlichtweg nach vorne verschob. Deshalb saß ich um Punkt 10.00 Uhr morgens vor meinem Laptop, als keiner auftauchte klappte ich wütend den Bildschirm herunter widmete mich stinkig meinem Tagesgeschäften. Zufälligerweise kam ich um 14.00 Uhr mehr oder minder zurechnungsfähig wieder nach Hause und wurde mit einer Nachricht meines Handys darüber hinformiert, dass meine Bewerbungsgesprüchspartnerin nun online war und es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Ich also noch in Straßenklamotten in mein Zimmer gehechtet und den Laptop hochgefahren. Ergebnis die Verbindung funktionierte mal wieder nicht und sie beschloß mir die Bewerbungsfragen per Mail zu schicken. Warum denn nicht gleich so? Es hätte mir jede Menge Stress erspart.

Zumindest hatte es sein gutes, denn vor lauter Aufregung hätte ich vermutlich keinen gerade Satz auf Englisch fabriziert, es fing bei der Einleitung schon an. Daher ein Hoch auf Bewerbungsbögen via Mail und ohne Angesicht. Die Fragen waren dagegen eher Standard, weshalb ich gerne mit Ihnen arbeiten würde,wie ich auf sie aufmerksam geworden wäre, wann ich anfangen wollen würde, was ich mir von einem Praktika bei ihnen versprechen würde etc. Eine Frage machte mich jedoch stutzig, denn der Satz beinhaltete dass ich die jüngste Praktikantin sei die sie je hatten da die meisten zu dem Zeitpunkt über vier/ fünf Jahre alter wären. War das nun ein Vorwurf? Was konnte ich für das deutsche Bildungssystem und deren Einführung von G8? Ich kann ja verstehen, dass sie eventuell reifere Angestellte haben, mit mehr Erfahrung aber lasst mich doch meine Erfahrungen überhaupt machen damit ich irgendetwas vorzeigen kann.

Jedenfalls wurden die Fragen zunehmend kreativer und blumiger ausgeschmückt. Bis Island muss ich irgendwie versuchen ein doppelt so großes Ego zu entwicklen. Ich wäre vermutlich ein Supermarktschreier geworden, nur nicht für Gemüse oder Obst sondern für mich allein. Vielleicht sollte ich professionelle Berwerbungsschreiberin werden… Wobei dann müsste ich für andere Menschen schleimen und dass will ich nicht. Schlechte Idee. Als ob das alles noch nicht genug Chaos gewesen wöre, muss ich nebeen her (ja immer noch!) einen Plat zum Schlafen in Dublin finden. Die Wohnungsvergabe überhaupt Miete und Wohnen scheint mittlerweilie eher in den Bereich der Mafia zufallen als in die Verantwortung der Regierung. So sind diese Zimmer entweder unglaublich überteuert oder in Sharehouses ist meine Bleibezeit zu lang, die Anreisetermine passen nicht oder die Mitbewohnern suchen nur nach Männern. Himmel hilf, jeden Tag 1,5 Stunden in die Stadt reinzufahren per Bimmelbahn war eigentlich auch nicht mein Ziel. Zumindest habe ich nun meine irische Vorgesetzte gefragt und sie bemüht sich wirklich redlich mir zu Helfen. Sehr nett, sehr sympathisch und ich bin ihr so dankbar. Wie lange ich schon Wohnungsanfragen durchsucht habe ist mittlerweile kaum mehr messbar.

Darüberhinaus habe ich meine Abitur Ergebnisse vier Tage vor geplantem Termin bekommen. Einfach so, weil sie eben schon fertig dort lagen. So kam es, dass mir persönlich ein Zettel vorgelegt wurde und ich den Satz hörte: Du könntest in Mathe in die Nachprüfung gehen…

Mein Gehirn begann vor Panik zu schreien, bis ich ihn fragte »könnte?«. Er nickte, Du must nicht, aber wenn du deinen Durchschnitt aufhübschen willst. Ich schaute auf den Zettel, mein Abi hatte ich in der Tasche. Nichts wie weg, ich bedankte mich artig und verdampfte dann ganz ganz schnell. Oh süße Freiheit, ein Teufel würde ich tun in die Nachprüfung zu gehen. Es würde mit gerade mal zwei- vier Tagen Lernzeit eh nichts werden, nicht in Mathe.

Als ich dann allerdings meinen Durchschnitt ausrechnete geriet ich arg ins Schwanken. Ich brauchte zwar zum späteren Studieren nicht unbedingt einen hohen NC, wenn überhaupt einen, doch irgendwie passte mir die Zahl doch nicht. Es beschäftigt einen schon ein wenig, wobei ich mir das Ganze wiederum schmackhaft machte indem ich an die Aufnahmeprüfungen der Fachhochschulen dachte und daran dass diverse ältere Menschen in meinem Dunstkreis zu mir sagten, dass nach den Zahlen nie wieder gefragt würde. Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt oder so ähnlich.

Die mündliche Prüfung stand vor der Tür und ich musste meine Konzentration gehörig filtern, was mir mehr oder minder gelang. Mein Aufgabe bestand darin eine Fotoreihe für ein Kulturfestival unserer Heimatstadt zu konzipieren, zu kreieren und dann sämtliche Skizzen, Überlegungen oder Alternativen vorzulegen. Tja freie Kunst, freie Fotografie… Ich übernahm klamm heimlich ein gewisses Kiwigezwitscher, arbeitete mir zwei Wochenlang nicht nur meine Neuronen heiß, sondern ebenso meine Gefühle und mein verehrtes Hinterteil. Meine Mitbewohner litten übrigens genauso mit, wenn schon dann gefälligst im Kollektiv. Es war voller Körpereinsatz gefordert worden Stichwort Stacheldraht, und mein Thema behandelte die menschliche Haut. Passte also.

Unter Schwindel und Lampenfieberamplituden dann meine Präsentation gehalten und abgesahnt. Zumal ich drei Prüferinnen dort sitze hatte und eine zusätzliche Kunstlehrerin die einfach neugierig gewesen war dazukam. So gesehen. Drei Menschen die in der Materie steckten. Das Schlimmste war der Morgen sowie Abend vor der Prüfung und der Morgen am Prüfungstag selbst. Dieses Warten… Grausam und man kann nichts tun, außer sich irgendwie abzulenken zumal ich und meine Mitbewohnerin uns dann auch noch arg verbal zerfetzt haben. Ergebnis, nach 30 Minuten Prüfung. Eine Traumnote inklusive traumhaften Durchschnitt der sich um ein vielfaches verbesserte. Was mich ziemlich erstaunte, denn ich wusste überhaupt nicht woher die Zahl kam.

Die werte dritte Kunstlehrerin, die nicht im Gremium saß kommentierte mein Erstaunen sowie unglaublich inteligntes Hä, okay… Mit: Was hattest du nochmal in Mathe geschrieben. Der Leitsatz kreative, künstlerisch begabte Menschen könnten auch automatisch Mathe, da die beiden Bereiche irgendwie neuronal zusammenhängen trifft auf ich nicht zu.

So gesehen, dass war mein Monat. Sowohl Irland als auch Island sind safe, mein Abitur ebenso und demnächst wird dann gefeiert, gefeiert und gefeiert. Demnach: Pokert euer Abitur! Wenn ihr das geschafft habt, dann schafft ihr fast alles allerdings mit dieser Prämisse:

„My stress level is about 2007 Britney Spears…“

 

 

Die Nachwirkungen des postabitur- Trauma

“Vielleicht sollte ich gleich dazusagen, dass ich mir ständig über alle möglichen Sachen den Kopf zerbreche und mir Dinge vorstelle, die mich traurig machen.”

S. 12- Solitaire von Alice Oseman

 

Das Gefühl seine schriftlichen Abiturergebnisse mitgeteilt zu bekommen

Vor dreizehn Jahren wusste ich, dass dieses Buch gar nicht möglich war. Ich würde vorher sterben. Oder den Verstand verlieren.

S. 5- Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben von Matt Haig

 

Ja, das Gefühl hatte ich vor meiner mündlichen Prüfung auch

„Ich bin minderbemittelt und völlig am Arsch, und dann erwartet die, dass ich funktioniere, das kann ich aber nicht. Ich funktioniere nicht einfach so fröhlich vor mich hin, ich funktioniere halt einfach nicht. Besitzgier, Gewohnheiten, Eifersucht, mangelnde Privatsphäre, Begehren, Begehren, Begehren.“

S. 65- Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

 

Die Kollektivschuld bleibt mir erspart

Wenn ich stürze, wenn ich nur ausrutsche, werde ich sterben. Und andere sterben mit mir, weil ich versagt habe.

S. 127- Rote Königin von Victoria Aveyard

 

„Kein Prüfreferent will euch was böses“ – Zitat eines naiven Lehrers, der seine Kolleginnen unterschätzt

Das Böse ist stark geworden, so stark, dass es die Menschen nicht mehr als das erkennen, was es ist. Es wird unaufhaltsam stärker, gemästet durch Habsucht, Machtgier, Hass und Ungerechtigkeit.

S. 7- Novus Ordo Seclorum – Das Erbe der Sidhe von Gabriela Swoboda

 

Empfehle ich jedem, der nun an einer der zahllosen Entscheidungssagbeln des Leben steht:

„Nichts daran ist albern, dem Wissen zu folgen, das tief in dir liegt“, sagte sie leise. „Ganz im Gegenteil. Geschichten, Fantasien, Träume verwandeln uns in Feuer, mit ihnen entzünden wir die Welt. Lass dir von niemandem etwas anderes einreden. “

S. 35- Herz aus Nacht und Scherben von Gesa Schwartz

 

So einfach kann es sein

Also habe ich Papa versprochen, dass ich nicht mehr weglaufe. Dabei war ich gar nicht verschwunden. Ich wusste schließlich die ganze Zeit über, wo ich war. Und wenn man weiß, wo man ist, dann ist man da und nicht weg.

S. 71- Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner

 

Was hat man denn dann vom Erwachsensein?

“Wir haben uns Sorgen gemacht!”, hat Mama geschimpft. “Ihr seid erwachsen”, hast du gesagt. “Das gehört dazu.” “Was?”, hat Papa gefragt. “Na, hast du schon einmal einen Erwachsenen ohne Sorgen getroffen?”, hast du zurückgefragt, “Ich glaube nicht, dass es so etwas gibt”.

S. 258- Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner

 

Der beste alternativ Plan, immerhin in der Klinik gibt es immer noch Kost und Logie frei…

„Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde?“

S. Unbekannt – Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

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4 Kommentare

  1. Heeerzlichen Glückwunsch…..now life goes on ;-)..ich denke, in alle Metropolen ist es heutzutage ein Problem, vernünftigen zahlbaren Wohnraum zu finden. Zudem sind die öffentlichen Verkehrsmittel oft teuer. PS: Deine Zitate waren genial!

    Gefällt 3 Personen

  2. Kann mich nur anschließen: Tolle Zitate. Und natürlich auch von mir herzlichen Glückwunsch!
    Ich will jetzt nicht den Spielverderber geben, aber gegen das was danach kam, war das Abi bei mir der reinste Kindergeburtstag. Aber ich bin das damals auch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angegangen.

    Trotzdem, lass es krachen.

    Gefällt 4 Personen

  3. … das Essen in Anstalten ist nicht was man sich unter guter Kost vorstellt… zu viele Kohlehydrate bei mangelnder freier Bewegung… Mega Zitate für eine Zeit Herausforderungen angenommen zu haben… möge es nicht die letzte gewesen sein…

    Gefällt 1 Person

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