11. Türchen:

55. “Die Heimat liegt nun hinter euch- vor euch die Welt.“ -Der Hobbit/ Teil 7

Ich trat einen Schritt zurück dann noch einen. „Dann… Danke“ hörte ich meine Schwester sagen. Jack nickte ihr zu, irgendwie sah er jetzt verdammt alt aus. Fast hätte ich Mitleid bekommen, aber nur fast. „Das mit deinem Auge tut mir übrigens Leid“, setzte sie nach. Gespannt beobachtete ich ihn, auf seine angespannten Kiefer nach zu urteilen wollte er wohl etwas sagen beließ es aber beim Schweigen. Nur die Mundwinkel verzogen sich…

Dann wandte er sich zu mir und starrte mich an. „Pass auf… sie auf…“, war das Einzige was er herausbrachte. Als Antwort nickte ich knapp, irgendetwas sagte mir dass das noch lange nicht alles gewesen war nur war nachfragen quasi vergeblich, dass hatte ich inzwischen gelernt. Auf einen weiteren Streit war ich nach dem Sprung ebenfalls nicht aus. Diese Erfahrung saß mir noch zu tief in den Knochen. „Lass uns gehen“, meinte ich mich beim wegdrehen und lief in Richtung wohin der schwarze Pfeil zeigte. Zu erst zögerte meine Schwester, doch dann hörte ich ihre eiligen Schritte hinter mir. „Du bist echt verdammt ungehobelt“, bemerkte sie spitz. „Sagte die, die regelmäßig die Wärter beschimpfte. „Dass ist etwas völlig anderes“, beschwerte sie sich lautstark und schaute mich gespielt beleidigt an. Wir lachten beide, dass erste Mal seit Wochen wenn nicht sogar Jahren. So genau wusste ich es nicht, letztendlich war es sogar einerlei. Unbeschwertheit war wohl das Gefühl was wir gerade erfuhren. Zugeben nicht der schlechteste Teil vom Brot.

Wir beide waren auf dem Weg in eine zwar ungewisse aber definitiv besser Zukunft. Plötzlich viel mir abermals die Aufschrift des Schildes ein: “Die Heimat liegt nun hinter euch- vor euch die Welt.“ so ganz passte es nicht zu uns. Vielmehr lag die Welt hinter uns, eine schreckliche Welt voller Hass und Ungerechtigkeit und vor uns, vor uns lag die hoffentlich goldene Heimat. Irgendwie verdammt kitschig. Freiheit war unbezahlbar. Vielleicht gab es deshalb solche Menschen wie Jack… Apropos meine Schwester stupste mich an und sah ernst zu mir hoch. „Es gibt hier in Deutschland nicht wirklich einen Milchmann oder?“. Ihr Stimme sagte mir, dass sie die Antwort bereits kannte. Es nützte also nichts ihr irgendetwas vorzuspielen. Langsam schüttelte ich den Kopf. „Nein, gibt es nicht. Tu mir Leid.“ Sie nickte ernst, dann lächelte sie gequält. „Man muss nicht immer alles verstehen…“, murmelte ich dazu und dann „Mach dir keine Sorgen es ist eine Hauptstraße es wird schon jemand kommen…“

Sie schien nicht wirklich erfreut, es war aber auch ein schwacher Trost für sie, das musste ich zugeben. Eine Weile schwiegen wir, dann wie aus dem Nichts rief sie: „Wer als erstes an der Post ist hat gewonnen!“ und sprintete sich zu mir umdrehend davon.

Ende

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