PokémonGo kann so tiefgründig sein…

Vor ab als ich gerade beginne diesen Beitrag zu schreiben bin ich gerade anderthalb Stunden durch den Park gewatschelt und habe davon vielleicht fünfzehn Minuten sehr emotional war…

Dank eines Server-Absturzes, Update was auch immer sind durfte ich meine PokémonGO App komplett leer vorfinden… Keine Pokémone, kein Level nichts nur der Professor der mir die gesamten Tipps sowie den gesamten Einstieg geduldig erklärt. In dem Moment habe ich das gar nicht so realisiert, außer nein einfach nein. Das war unmöglich, das kann nicht sein. Dann langsam von Minute zu Minute begannen sich meine Emotionen zu melden von Trauer bis ihn zu dieser unbändigen Wut auf diese bescheidenen Entwickler die es nicht hinbekommen vernünftige Server zu stellen oder schlechte Updates zu programmieren. Weshalb rechnet keiner mit diesem Ansturm?! Was für Menschen rechnen bedarf an Servern aus? Irgendwelche Höhlenmenschen die noch nie etwas mit der Marke oder der Fan-Base zu tun hatten?!

Wie auch immer, ich müsste lügen wenn mich all das total kalt gelassen hätte. Über einen Monat Arbeit waren einfach so weg, mirnichts dirnichts. Sechs Wochen lang ersehnte Kilometer gesammelt. Freude an der Sonne und am Spazierengehen gehabt sowie begonnen meine Stadt zu erkunden. Die Freude ein neues Tierchen zu fangen nachdem ich es mit Himmberen und Superbällen in Kombination befeuern musste wuchs von Mal zu Mal, heute war es sogar besonders schön denn heute habe ich endlich den lang angezeigten Kingler zu fangen!

Ähnlich die Begeisterung am Futtern, Entwickeln und erfolglosem Trainieren. Zum Schluss wurde es noch mit eigenem Namen personalisiert. Kurzum es war ein großer Teil meiner Freizeit und es hat mir sehr viel Spaß bereitet.

All dass ich jetzt weg.

Nachdem Minuten verstrichen wurde mir klar: Je mehr ich wollte, dass es mir nichts ausmachte etwas völlig fiktionales zu verlieren desto trauriger und wütender wurde ich. Vor allem auf mich, die alles immer zu ernst nimmt und ständig übertreiben muss.

Aber dieses Gerede von einer sich schließenden Tür und wiederum einer sich öffnenden Tür habe ich noch nie verstanden. Zumal ich in diesem Moment keine neue offene Tür mochte. Ich bedurfte meiner alten Tür und keiner nervigen Neuen.

Als ich den Selbsthass einigermaßen zelebriert hatte verlagerte er sich auf jeden und alles. Vor allem die Entwickler schrumpften in meinen Augen zu den Noppenfolienluftpolstern, die ich getrost mit meinem kleinen Zeh hätte zerplatzen lassen können. Ich war nie einer dieser positiven Honigkuchenpferdemenschen, die selbst nach dem schlimmsten Schicksalsschlag munter aufspringen um anschließend pfeifend zum nächsten Blumenbeet zu hüpfen.

So ein Mensch will ich auch gar nicht sein! Darüber hinaus wurde mir klar: Ich war zwar auf jeden und alles sauer, aber es nützte nichts. Denn die Schuldigen würde ich niemals zu Gesicht bekommen. Ich würde ihnen niemals aus Rache so richtig schön auf den Fuß treten können oder sie gegen jemand anderen schubsen.

Dann ist mir plötzlich auf gefallen, das sich das ähnlich mit dem Leben an sich verhält. Das Leben haut einem die gesamte Daseinszeit regelmäßig bis unregelmäßig sagen wir Heuballen vor die Füße, die du dann in mühsamster Kleinarbeit wieder auseinander Pflücken darfst. Alleine, und bekommst du jemals eine Revange? Nein, denn das Schicksal, der Zufall oder die Gesellschaft lässt sich nicht so leicht fassen. Letztendlich sind wir dem Universum scheiß egal. Deshalb ist nichts im Leben wichtig, wir sind endlich… Unsere ganze Arbeit somit auch. Irgendwie deprimierend…

Nur ist unser Leben unser Leben. Die Zeit, die wir hier auf Erden bei Bewusstsein also haben will gut genutzt sein. Sonst könnte ich mich gleich von der Brücke schmeißen und dass finde ich noch bescheidener als den Gedanken, dass man selbst eigentlich egal ist. Was ich aber auch ändern könnte… Aber irgendwie sterben ja alle Menschen früher oder später, weshalb sämtliche Ärzte oder Politiker wurscht sind. Wie ich diese Spirale hasse!! Ihr seht ich habe mich anderthalb Stunden gedanklich im Kreis gedreht mal wieder, dass mache ich übrigens öfters… und nein ich habe keine Selbstmordgedanken. Ich habe nur Gedanken über Selbstmordgedanken. Ist um ehrlich zu sein manchmal ziemlich zynisch und sehr, sehr böse aber es hilft…

So und nun komme ich auf das eigentliche Thema zu sprechen…Was ich euch mitteilen wollte bevor sich Twinkle, Yinhū, Garlic oder Leonardo ins unendliche Datenloch verabschiedeten.

Ich habe nämlich zu 90% ein Zeil für mein Work and Travel Jahr gefunden. Doch zuerst werde ich wieder etwas abschweifen. Ein hoch auf meine Gedankenkreise.

„Captain, Captain wir kommen vom Thema ab! Bitte die Backbordantriebe aktivieren“

Sämtliche Organisationen diesbezüglich meiner Urlaubsplanung

haben mich entweder eisern ignoriert oder mit dem Prädikat „zu kompliziert“ aus dem Program hinausgeschmissen. Island sowie Thailand fallen somit weg. Denn wer nach Island will muss mindestens 20 Jahre alt sein, ein Führerschein besitzen, mindestens ein Jahr lang gearbeitet haben und sehr, sehr unkompliziert sein. Psychisch sowie physisch.

All dies erfülle ich leider nicht. Dumm gelaufen…

Was ich allerdings nicht verstehe war die Begründung aus Thailand. Ursprünglich wollte ich ein freiwilliges Elefantenprojekt absolvieren. Nur statt sich selbst zu versorgen wird man bekocht. Dreimal täglich, trotz Angebot mich komplett selbst zu versorgen wurde ich ebenso abgelehnt. „Das Projekt sei viel zu abgeschieden um regelmäßig einkaufen zu gehen“. Von Wocheneinkäufen haben die anscheinend noch nichts gehört… Vor allem seit wann essen Thais so viel Weizen?!

So ist der Status Quo auf Kanada hinunter gefallen, womit ich mittlerweile recht fein bin.

Denn den Aufenthalt kann ich wenigstens selbst organisieren. Ich denke einen drei bis vierstelligen Betrag für Hilfe beim Planen zu zahlen finde ich dann doch etwas übertrieben. Das Geld kann ich woanders besser investieren. Zumal mir PokémonGO gezeigt hat, dass ich immer selbst für alles verantwortlich sein sollte. Verlässlichkeit ist wohl zu einem Fremdwort geworden. Wenn irgendetwas in die Hose gehen sollte, dann möchte es mir alleine zuschreiben und nicht andere dafür hassen müssen nur weil sie es verbockt haben oder sie schlichtweg zu blöd waren. Damit erspare ich mir noch mehr Herzschmerz…

Ab heute heißt es nun eine Check-Liste erstellen mit allen für mich relevanten Punkten. Vor allem die Basics müssen beachtet werden wie:

Pässe, Versicherungen, Kreditkarte, kanadisches Konto (Steuernummer), Visum, Unterkunft sowie Flüge…

Impfungen bleiben mir wem-auch-immer sei dank. Ein medizinisches sowie polizeiliches Führungszeugnis brauche ich leider dennoch. Wusste jemand von euch bereits, dass man ganze 15€ für eine DINA4 Seite ausgeben muss?! 15€ für die administrative Arbeit von fünf Mausklicks?! Ich glaube, ich wechsle meinen Berufswunsch! Sehe ich aus wie Dagobert Duck?

Trotz allem muss ich schauen wie ich die nächsten Wochen an einen neuen Reisepass komme sowie neuen Personalausweis, denn die laufen 2017 ab. Darüber hinaus habe ich glaube ich keine biometrischen Passbilder von einer Kreditkarte ganz zu schweigen. Das Working-Holiday-Visum kann nur per Kreditkarte gezahlt werden.

Aufgrund des Umstandes, dass die kanadische Regierung uns Traveller wohl in den Wahnsinn treiben will wurde das Prinzip „Who comes first“ erfolgreich abgesetzt. Die Beantragung lautet wie folgt:

Einen IEC-Account erstellen. Für eine extra E-Mailadresse an die später alle relevanten Informationen geschickt werden. Bei diesem Vorgang wirst du übrigenst zum gläsernsten Menschen der Welt.

Danach folgt die Erstellung eines GCKeys, den man eigentlich nur für den letzen Schritt braucht. Die Erschließung eines MyCIC-Account. Ich brauche quasi zwei Voraccounts für den eigentlich wichtigen. Ich dachte wir Deutschen seien schon bürokratisch.

Denn nur bei diesem MyCIC-Account bekommt man die Gelegenheit die sieben geforderten Dokumente hochladen zu laden… Dies alles bitte online. Für analoge Freaks ist dies wohl eher nichts. Dumm nur, dass ich ein analoger Freak bin.

Selbst die Suche nachdem heiligen Gral gestaltete sich wohl irgendwie einfacher..

Was besonders witzig ist, dass man für diesen gesamten Vorgang genau zwei Wochen Zeit hat? Denn man kann nicht mehr einfach heute ein Working-Holiday-Visum für 2017 beantragen. Nein mich muss bis Januar 2017 warten… Dort startet dann erst die Verlosung. Manche meinen man kann sich aber jetzt schon bewerben… Ich schnall das alles nicht. Schon gar nicht diese ganzen Abkürzungen… Das Ausland ist aber auch gemein 😉

So nun ist ein Tag vergangen und zumindest habe ich einen Termin für einen neuen Pass. Die Kreditkarte und das kanadische Konto fehlen noch… Dafür habe ich einige Blogs sowie YouTube Kanäle über ein Work and Travel in Kanada gefunden. Zumindest in Sachen packen helfen sie mir…und wie man Geld sparen kann! Im Zusammenhang mit Flüge buchen, günstigen Hostels etc. Da mir ein Führerschein fehlt, bleibt mir kein Auto zum übernachten aber ich spar mir die Spritkosten auch gut.

Woran ich im Moment feile ist zum einen WWOOFing ein Zusammenbund von Farmen, die eben Work and Traveler suchen als Farmhelfer. Sehr transparent das Ganze… man sieht wo die Famren liegen, was sie Anbauen, wie viele Hosts drt wohnen, was sie fürdie Bergen, welche AUfgaben anstehen und welches Essverhalten sie vertreten welche Art von Hof sie betreiben sowie ob sie rauchen oder nicht oder ob rauchen überhaupt erlaubt ist. WWOOFing hat den Vorteil, dass ich selbst Arbeiten würde und dafür möglicherweise sogar veganes Essen bekomme… oder eben vegetarisch. Alternative Ernährungsarten sind dann schon mal keine schlechten Voraussetzungen. Klingt fair, zumal das Bettchen ebenfalls auf mich warten würde. Die Herausforderung könnte lediglich die Lage der schon mal vorgefühlten Farmen sein. Alle alternativen Lebensgruppen oder Bio-Höfe liegen in dem schönen Québec. Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich über meine französisch Lehrerin gerade bin…. und über dieses DELF damals.  So viel zu meinem Plan für das kanadische Outback. In den Städten wollte ich mich quasi von Couch zu Couch hangeln. Einmal bitte durch gesamt Vancover schnorren, dankeschön!

Ps: Wer sich fragt warum ich denn nicht einfach noch einmal von vorn bei PokémonGo anfange, dem antworte ich mal mit: Du kaufst dir nicht auch sofort ein neues Haustier nachdem dein geliebtes Wolleding gerade erst verstorben ist oder?! Also… geht doch.

 

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23 Kommentare

  1. Kanada, klingt doch auch ganz wunderbar! (Vor allem weil es die Heimat von Supernatural ist und … die Ahornsirup machen, hach ich weiß so viel über dieses Land, das haut mich gleich um).
    Dieser ganze Kram mit den Dokumenten etc. hatte ich auch (allerdings abgeschwächt, weil ich nicht mit einer Organisation geflogen bin) bei meinem Bolivienaustausch. Vor allem mussten wir uns damals auch noch um ein Gutachten blabla wegen Minderjährigen und alleine fliegen und dadadam kümmern. War nicht nur teuer, sondern im Nachhinein wollte das niemand sehen.
    Ich kann zwar die PokemomGo Liebe noch nicht so wirklich nachvollziehen, aber ich verstehe es, dass du jetzt vorerst keine Lust mehr hast, von vorne anzufangen.
    Gib dir und deiner geschundenen Seele Zeit.
    Liebe Grüße Itchy

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    1. 13€ fürs nationale, 15€ fürs Internationale….

      Die wollen es echt wissen. Glaube mir im Moment bin ich auch gespannt was ich mir da angelacht habe… o.O Leichte Überforderung macht sich breit, aber ich schaff das schon irgendwie

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  2. das sind ja tolle Nachrichten. Ich würde mir btw eine prepaid Kreditkarte anschaffen, die Deine Eltern im Notfall auch nachladen können 😉 Und bezüglich Konto, das stelle ich mir schwierig im Vornherein vor.In den meisten Ländern braucht man eine Adresse, um eines zu eröffnen, bekommt aber nur eine Wohnung, wenn man ein Konto hat 😉 Quebec wird mit Sicherheit einfacher sein! Da bin ich ja mal gespannt….

    Und Pokemon Go …..shit happens!

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    1. Ja das mit dem Konto muss ich dort machen… Aber laut vielen Erfahrungen geht das recht schnell, da man die Adresse des Hotels oder eines Couchsurfers nehmen darf…

      Wer weiß das schon…. im Moment ist gerade nichts einfach. Das Visum treibt mich in den Wahnsinn und sag mal was heißt: „Praktikum im Bereich ….. “ auf Englisch?

      Mein Gewissen sagt mit Placement in the field aber das hört sich schon wieder außerordentlich nach Denglish an… Wäre super wenn du mir helfen könntest

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      1. frag in der kanadischen Botschaft nach…..vielleicht geht es ja inzwischen…aber Tourist oder länger bleiben ist etwas anderes!

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      2. Die habe ich bereits als Lesezeichen eingespeichert, aber danke dir!

        Und ähm… ich habe meinen Lebenslauf übersetzt aber könntest du noch einmal drüber schauen ^^ Ich bin mit bei manchem echt nicht sicher 😉

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    1. Ich hoffe es klappt alles. Landen und Starten wollte ich allerdings von Troronto aus, da wie gesagt die Flüge dorthin einfach am billigsten sind 😉
      Danke für die Wünsche!
      Übrigens bin für Städtesehenswürdigkeiten-tipps sehr offen 😉

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      1. Von Toronto natürlich die Niagara Fälle. Empfehlenswert mit der Bahn, dann aber 1. Klasse mit super Service. Montreal ist ebenfalls interessant und ein paar Tage wert.

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  3. Oh nein! Mein Beileid zu deinen Pokémon! ;_; ❤

    Das mit der Organisation kenne ich doch irgendwoher … Aber sehr krass, dass die Visa verlost werden und man die möglichst schnell beantragen muss. o.o Da hab ich ja Glück, dass Japan nich so beliebt is. ^^'' Eine Reisekrankenversicherung brauchst du dann auch noch, oder? Also je nachdem, wie du gerade versichert bist. Du solltest nur drauf achten, dass es Unterschiede gibt, zwischen den "Urlaubskrankenversicherungen" und den "Langzeitauslandsversicherungen". Die meisten Krankenversicherungen gelten nämlich nur für maximal 8 Wochen Ausland am Stück und die für mehrere Monate sind dann gleich viel teurerer. Aber vielleicht ist das bei dir ja auch anders, du bist ja wesentlich jünger als ich, da gibt's bestimmt andere Tarife und so … wollte es nur angemerkt haben. 🙂
    Und wirklich doof, dass das Essen bei dir so ein Problem ist. :/ Aber immerhin wurde dir so die schwierige Entscheidung welches Land es werden soll erstmal abgenommen. ^^ Nach WWOOF hatte ich auch mal geschaut, aber in Japan da was veganerfreundliches zu finden is echt schwierig. Habe fast nur im "Outback" welche gefunden, weil da alternativ-vegane Ausländer hingezogen sind. 😉

    Ich wünsche dir jedenfalls (mal wieder :D) ganz viel Erfolg beim Visumsbeantragigungsgedöns! ^~^

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  4. Puh…das ist ja widerlich kompliziert. Aber ich glaube es wird sich lohnen. Alles was du oben beschrieben hast, würde mich auch reizen (wäre ich noch mal in deinem Alter und hätte ich den Auslandsaufenthalt noch vor mir). Viel Erfolg und gute Nerven. Ich drücke dir die Daumen.

    Was Pokemon go angeht….es ist nur eine dämliche App. Würde die meine Abstürzen, dann wäre ich erst mal sauer und dann, dann wäre ich wohl wirklich traurig. Nicht lange, aber eben doch. Noch mal anfangen würde ich auch nicht ;).
    Liebe Grüße

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