Die kleinen feinen Dinge…

„Sei dein Neujahrsguru und werde mit diesen folgenden Tipps der glücklichste Mensch auf Erden!“, so könnte doch in etwa eine BILD Schlagzeile lauten. Folgen würde vermutlich ein „Wissenschaftlicher“ Bericht von Experten, die vergangenes Jahr 2014 lange an der Glücksformel herumgebastelt hätten und natürlich pünktlich zum neuen Jahr, diese wie durch Zufall entdeckt hätten. Dieses unfassbare Ereignis der Menschheit hat anschließend auch nur das deutsche Klatschblatt mitgeteilt bekommen, denn die anderen Zeitungen schweigen wie Gräber… Aber denken wir doch tatsächlich mal etwas ernsthafter über das Thema Glück nach. Glück bedeutet für jedermann etwas völlig anderes. Für den einen mag es das Gefühl sein Fallschirm zu springen, der andere bastelt lieber an seinem Segelboot mit dem er eines Tages die Welt erkunden möchte. Es muss auch nichts materielles sein, Sonnenschein macht aufgrund des steigenden Serotonins Spiegel im Körper auch glücklich, ergo Spaziergänge machen glücklich rein theoretisch. Nur was tun in den Wintermontanen? Wenn die liebe Sonne selbst keine Lust auf die Kälte hat und lieber selbst in den Urlaub geflogen ist und die nächsten Monate in Argentinien, Australien oder der Antarktis verbringt. Ganz einfach, der kultivierte Mensch von heute muss mal wieder selbst Hand anlegen.

Was mir persönlich unheimlich geholfen hat ist mir klar zu machen was mich glücklich macht. Da haben diese Pseudoglücksgurus doch irgendwie Recht, bevor man etwas verändern möchte zum neuen Jahr hin (oder auch sonst) sollte man am besten wissen was einen stört. Ich merke gerade das die Einleitung in eine ganz falsche Richtung geht, der eigentliche Sinn dieses Artikels ist eigentlich: Lasst die Winter-Depression gar nicht erst in eure warme gemütliche Wohnhöhle sondern erfreut euch an vielen kleinen Dingen, die einem zum Lächeln bringen. Wenn ihr lächelt seid ihr vielleicht die Sonne für jemand anderen und dessen Serotonin-Spiegel steigt zwar nicht, aber Glückshormone werden auf jedenfalls frei gesetzt. Betrachtet man diese Begebenheit im größeren Stil und addiert die Theorie der Kettenreaktion hinzu müsste die Ortschaft oder die Stadt in der ihr lebt ganz schnell „Anti-depressiv“ werden und es würden nur kleine debil Lächelnde einzel Sonnen herumlaufen. Die Dinge hier auf dieser Liste sind nur meine persönlichen Beispiele und absolut subjektiv. Außerdem sind davon auch nicht alle unbedingt Winterkompatibel, aber ich halte euch mittlerweile für reif genug, dass ihr wisst was für euch gut ist 😉 Also los geht’s: Werdet glücklich, fang an debil zu lächeln und rettet damit die Welt!

Was im Winter an zu treffen ist:

-Eine Tasse meines Lieblingstees gemütlich wegsüffeln, an besonders kalten Tagen ist auch gerne ein Kakao gesehen und zwar „englisch“ zubereitet*

-Der Schein eines Kaminfeuers

-Der Duft von frisch Gebackenem oder Gekochtem (besonders freuen tue ich mich, wenn ich es selbst zubereitet habe ohne das dabei die Küche in die Luft geflogen ist)

-Eine Schneeballschlacht

-Ein frisches gewaschenes, neues paar Flauschesocken

-Mitten in der Nacht auf zu wachen, um dann panisch auf den Wecker zu schauen und dann fest zu stellen, dass man noch einmal gemütlich einschlafen kann und nicht sofort wie ein Blitz ins Bad sausen muss um auch noch rechtzeitig irgendwo anzukommen

-Im Bett frühstückem

-Frostblumen an den Fensterscheiben zu entdecken

-Anblick der ersten Schneeflocken

-Ski fahren

-Auf dem Gipfel eines Berges zu stehen

Dinge der wärmeren Jahreszeiten:

– Sonnenaufgang bzw. lieber den Sonnenuntergang beobachteten.

-Am leeren Strand spazieren zu gehen und dann anfangen zu tanzen

-Das erste Eis der Saison

-Die ersten Sonnenstrahlen

-Wieder richtiges leckeres Obst naschen dürfen, nicht dieses wässrige Zeugs aus dem Gewächshaus

-Postkarten ob schreiben oder bekommen ich bin da völlig retro

-Vogelgezwitscher

-Mit offenem Fenster schlafen

Dinge die überall funktionieren und überall zu Hause sind:

-Ziellos irgendwo hin rennen

-Sich in einen Einkauswagen setzten und von dem besten Freund oder der besten Freundin ordentlich Anschauung bekommen. ACHTUNG: Gegeben Verkehr mit einberechnen, Bremsweg und das solche Teile sehr schwer zu steuern sind.

-Der Moment wenn man mit seinem Fahrrad einen Berg oder Hügel herabfährt, sich einfach auf die Pedale stellt, nichts tut und der Fahrtwind einem durchs Haar fährt. Wenn man sich im Niemandsland und mit der Natur im Einklang befindet verdoppelt das Gefühl noch einmal.

-Das Gefühl ein wirkliches passendes Geschenk gefunden zu haben

-Anderen eine Freude machen

-Jemand anderem helfen

-Schlafende Babys oder auch der Augenblick in dem sie Gähnen, falls sich der Zustand verändert, verändert sich meine Laune rapide

-Tierbabys egal ob wach oder schlafend

-Und die allgemeine Felltherapie: Wer ein Haustier hat kennt das Gefühl, sicherlich. Der liebe Tier liegt auf dem Boden oder auf seinem Schoß, Brust mein etc. und man kann sein Gesicht ganz tief in das weiche Fell vergraben. Am Besten in das weiche Bauchfell. Das Gefühl ist noch besser, als die Glückshormone bei einem lächelnden oder schlafenden Baby.

-Etwas von einer Liste abhacken zu können

-Ein neues Buch auf zu schlagen, den Geruch frischer Druckertinte zu inhalieren, und das Rascheln der Seiten zu genießen

-Mit einem Fremden ins Gespräch kommen und es so gut verläuft, dass man am Ende gar nicht mehr gehen möchte

-Trüffelsalz schnüffeln

-Das Wissen ein sehr gutes Tierheim zu kennen

-Der Moment wo man nur aus langweile ausprobiert ob es hier nicht doch kostenloses, funktionierendes W-LAN existiert und dies dann tatsächlich zutrifft

-Aus dem Zug, Auto oder Flugzeug aus zu steigen und zu wissen, dass man angekommen ist und jetzt alles nur noch besser werden kann

-Reisen

-Zu realisieren, dass man nach einem unfassbar anstrengenden und nach einem Weltrekord riechenden Sprint den letzten Bus/ die letze Bahn gerade noch so erwischt hat

-Die deutsche Bahn mal keine Verspätung hat

-Eine sportliche Bestleistung aufgestellt zu haben (die Aktion des Bahnhinterherrennes zählt auch dazu)

-An seine Grenzen gegangen zu sein. Das Gefühl setzt allerdings ersten wenn der Muskelkater abgeklungen ist

-Wenn endlich ein Fremder den Namen richtig schreibt, ausspricht oder sich ihn tatsächlich merken kann

-Über irgendetwas mal richtig befreiend zu lachen

-Eine Geschichte zu Ende geschrieben zu haben.

-Auf einen sehr hohen Ort klettern und von da aus alles beobachten, bevorzugt in der Dämmerung

-Das einem etwas sehr lang vergessenes wieder einfällt

-Die Kruste einer Crème Brûlée mit dem Löffel zu knacken

-Große Tortenstücke von der Wand ab zu reißen

-Seine Bücher oder Buntstifte nach Farben zu sortieren

-Das Gefühl nach einem Frühjahrsputz/Entrümpelungsaktion

 *Die „englische“ Zubereitung impliziert jede Menge Kakao und wenig Milch

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