Der lange Hals der Giraffe

Dank Buchmangels durch die Wohnung gestromert und ziellos in die Regale gegriffen und wahllos irgendein Buch herausgezogen in der Hoffnung, dass es mich irgendwie anspricht (Ich betriebe gerade eine Lesepause der Bibliotheksbücher). Kurz um, nach einer etwas größeren Suche habe ich „Der lange Hals der Giraffe“ heraus gezogen und den Klappentext gelesen, der war schon mal nicht schlecht. Also Buch gekrallt und angefangen zu Lesen…

Worum geht’s:

Das Buch spielt um die Wendezeit der DDR, ihre Blütezeit neigt sich beängstigt schnell dem Ende zu, genauso wie das Ende der kleinen weiterführende Schule irgendwo in Mecklenburg- Vorpommern. Die Bevölkerung auf dem Land schrumpft und so muss das einst berüchtigte Charles- Darwin- Gymnasium bald schließen. Genau genommen in knapp vier Jahren, denn die Satdtregierung warten nur wie ein hungriger Wolf darauf, dass die Neunte Jahrgangsstufe, die letzte, des Gymnasiums endlich ihren Abschluss in der Tasche hat. Aufgrund des Schülermangels wurden sogar auch Schüler aufgenommen, die eigentlich gar keine Chance auf dem Gymnasium gehabt hätten. Das findet die eiserne und sehr trockenene ältere Bio- Sport Lehrerin Inge Lohmark zwar unmöglich, doch sie alleine kann nichts ausrichten. Ihr bleiben zwei Wege, sich sträuben und sofort versetzt/entlassen werden oder sich anpassen, wie in der Natur. Und so wird der Alltag von der kalten Lady beschrieben, die natürlich den „Intelligenzbestien“ versucht zu strotzen. Der Leser bekommt Einblicke in ihre Verhaltensschemata, Gedanken und Meinungen gegenüber ihren Schülern, Nachbarn, „Familienmitgliedern“ und auch oft die amüsanteren Meinungen über ihre Restkollegen, die teils frustriert, teils hoffnungsvoll durchdrehen.

Fazit:

Ich bin mir selbst nicht sehr sicher ob oder wie ich diesen Roman einordnen soll. Einerseits mochte ich die Idee der Geschichte, die teils Seitenlangen Kafka ähnlichen beschreibenden Ausflüge in die Biologie, ebenso wie die fließenden Kapitelüberleitungen und vor allem die einzelnne Lehrercharaktere, denn so abwägig sie von der Autorin konzipiert scheinen mögen erkenne ich so manch Pappenheimer wieder. Denn Inge Lohmark ist sehr rational und schon so lange Lehrerin dann darf man keine Lieblingsschüler haben. Der unglaublich trocknende, fast schon sadistischer, Humor gibt der Stimmung eine endgültig deprimierende Wendung in der sich immer wieder kleine Lichtflecken der Hoffnung auf zu tun scheinen. Anderseits war eben dieser trockener Humor und diese rationale Weltsicht nach gut 100 Seiten unheimlich ermüdend, da der Roman keine wirkliche Wendung oder Abweschlung bietet. Selbst dann nicht wenn die Protagonistin diese Sadistin, für Schüler anfängt eine Schülerin als Lieblingsschülerin zu identifizieren.

Ich persönlich würde es den Personen ans Herz legen, die unbedingt wieder zurück in die Schule wollen, da ihr Leben ja so unheimlich schwer sei im Gegensatz zu ihren „goldenen“ Jahren, und ich schwöre euch nach diesen 224 Seiten wisst ihr warum ihr euch damals so auf euren Abschluss gefreut habt und bemitleidet Schüler.

 

 

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