Gläserne Insel

So… Auflösung des Ratespiels, wo wir eigentlich waren. Kay hatte schon Recht, ich war in Venedig, die Stadt der Lagunen, geflügelten Löwen, Brücken und Touristen. Letztere sind etwas anstrengend, aber da darf ich mich selbst nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Zu meiner Freude habe ich keine Socken in Sandalen gesehen. Die obligatorischen Deutschlandtrikots und den bayrischen grünen Jäger/Trachtenhüte waren allerdings, trotzdem zahlreich vertreten. Auf den Vaporettos hielt sich dennoch alles in Grenzen. Da waren andere Nation sehr viel lustiger zu beobachten, aber dazu später mehr. Kommen wir zurück zu Venedig. Als ich gestern das erste Mal mit einer der großen Linien hier gefahren bin (Linie 1), war ich ersteinmal geplättet. Normalerweise stellt man sich eine Stadt oder ein Land ganz anders vor und dann kommt es doch ganz anders als erwartet ob besser oder schlechter, ist danach erst einmal egal…

In diesem Falle war es zwar auch so, aber viel extremer. Die Gebäude waren schöner, größer und vor allem auch farbenfroher. Die Innenstadt, aber genauso überfüllt Himmel Herr Gott wie Salzburg eine einzige Touristenstadt (Zitat meiner besten Freundin). Die Studenten folgen aber gleich danach. Dazu ist es unmöglich eine bestimmte Bauepoche für Venedig zu finden. Da finden sich Barok, Gotik, Renessaince neben römisch angehauchte Bauten. Selbst die Neubauten auf Murano sahen italienisch aus bzw. venezianisch.

Haus am Canale Grande

Und da wären wir wieder beim Ursprungspunkt. Murano, das heutige Reiseziel. Jeder kennt Murano, es liegt nördlich der venezianischen Allstadt und ist für seine Glasbläsereien bekannt. Ich wollte dort eigentlich nicht wegen des Glases hin sondern wegen gewissen Büchern und Kassetten, die meine Kindheit prägten, aber die Insel kann man auch ohne Kindheitserinnerungen als Reiseziel mit ein planen, am besten ihr nehmt einfach die Linie verde oder eine der anderen Alilaguna Linien, wer will kann auch meines Wissens mit der Linie 14 fahren, doch dafür würde ich jetzt keine Hand ins Feuer legen. Dort angekommen ging es erst einmal hinein in die Glasbläserateliers, denn die Fabriken waren zuerst für die Öffentlichkeit geschlossen. Übrigens durften die damaligen rund 500 Glasbläserunternehmen ihr Wissen, außer an ihre Söhne niemands  weiter geben unter Todesstrafe war es verboten. Und die Todesstrafe war dort damals noch nicht so harmlos… Damalige Verbrecher durften erst… Ah vergesst es lieber. Ich glaub ihr wollt das gar nicht wissen. 😉 Es folgten sehr, sehr viele Glasgeschäfte in denen neben jeder Menge Kronleuchter, Tierstatuen, oder merkwürdige Scherbenteller auch Bilderrahmen erhältlich waren. Fotografieren durfte man nicht, mit Verlaub es tut mir Leid das auszusprechen, schließlich ist Glasblasen eine Kunst für sich, aber die Stücke die man dort erwerben konnte waren (außer ein paar Vasen) alle durchgehend hässlich, deshalb lohnt sich das fotographieren auch nicht. Als wir überlegten eine wirklich hübsche Vase näher in Betracht zu ziehen, gab es das nächte Problem es stand kein Preis dran. So hatte sich das Thema auch wieder erledigt. Wie soll man eigentlicheren so riesigen Kronen leuchtet nach Deutschland schaffen?!

Später fanden wir noch eine Fabrik die öffentliche Vorführungen anbot, und wir reihten uns in die lange Reihe aus anderen Touristen ein. Vor uns stand eine kanadische Familie, die über die neusten kanadischen Icehockeymannchafts Ergebnisse sprach bis ihn zu den Inhalten von gewissen Fruchtbonbons und hinter uns standen einige Asiaten. Dem Gespräch konnte ich leider nicht folgen. Nach einer Weile war es auch zu heiß um auch nur zu Denken. Für alle, nehmt euch eine Kappe oder einen Hut mit, mag zwar bescheiden aussehen, aber man hat nicht das Gefühl, dass einem nach fünf Minuten die Birne wegbrennt. Der Glasbläser leistete alle Arbeit, er blies eine Vase und baute ein Glaspferd, was ich am Anfang für ein Seepferdchen gehalten habe, doch als die Beine dazu kamen wurde es klarer. Wie er das geschafft hat? Keine Ahnung. Zuerst hatte er den jeweiligen Glasklumpen auf seinem Blasrohr, dann formte er es zuerst mit einer Art Pfannen-Kochtopf und danch blies er die Vase auf. Faszinierend. Das Pferd bog er irgendwie aus dem Glas heraus, locker, fluffig und vor allem merkwürdig grinsend.

Anschließend ging es auf eine Entdekungstour über die Insel, abtauchen in die Wohnviertel und Uralten Fabrikgässchen. Die berühmten Kirchen Basilika di Santa Maria und San Donate haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber jede Menge Gekkos und einen lauschigen Einkaufskai in der prallen Sonne.

italinische Piaza

Die Tür war verschlossen...

Die Tür war verschlossen…

 

Einkaufskai

Nach gut vier Stunden Glasbläserinsel, stiegen wir nach einer gemütlichen Mittagspause in das Vaporetto zurück nach Lido.

Ausblick auf Venedig

 

 

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